Antisemitische Schwestern

Von | 4. Dezember 2020

Die hoffnungslose SPD-Jugend hat sich mit der Fatah-Jugend verschwistert. Jedenfalls wird die neue Schwesterin der sozialistischen Stiefbrüdernden zur roten Sonne von diversen Organisationen als „extremistisch“ bezeichnet und träumt von einer Welt ohne Israel. Nicht einmal die vermerkelte Union schafft derart plumpe Rückwärtssalti und selbstgebaggerte Schützinnengräben zwischen Anspruch und Wirklichkeit./ mehr

7 Gedanken zu „Antisemitische Schwestern

  1. Rado

    Warum in die Ferne schweifen? Seit Jahrzehnten sieht man in Österreich dasselbe. Von der Rede des Exinnenministers Karl B. im Haus der Begegnung in Brigittenau, Resolutionen im Wiener Gemeinderat oder die al Quds Aufmärsche in Wien mit reger Beteiligung aller Progressiven. Seite Jahrzehnten ein eingeübtes Ritual, welches aber auch die Angepatzten, nämlich die ö. Juden und das offizielle Israel immer nur ziemlich kurz und dann verhalten zu stören scheint.

  2. Thomas Brandtner

    Das hat Tradition, auch die österreichische Sozialistische Jugend hat jahrzehntelang mit der Fatah kooperiert und tut dies wahrscheinlich immer noch. Angesichts der nicht zu leugnenden brutalen Unterdrückung, der die Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten seit Jahrzehnten ausgesetzt sind, kann man für diese Haltung der Jusos sogar ein gewisses Verständnis aufbringen. Wenn wenigstens einige junge Palästinenser durch die Hilfe der SPD oder der SPÖ zu einem Studienaufenthalt in Europa kommen und damit der ständigen Spirale von Gewalt und Gegengewalt in ihrer Heimat entfliehen können, hätten die Sozialdemokraten damit ein besseres Werk getan als mit den meisten ihrer politische Initiativen. Risikolos ist so ein Verhalten natürlich nicht, aber ohne Risiko wurde noch nie eine Zeitbombe entschärft. Bürgerliche, Konservative und Liberals sollten auch ihren Beitrag für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in Israel und den besetzten Gebieten leisten, das wäre auch ein Akt wahrer Freundschaft zu Israel. Ich habe übrigens den großen israelischen Dirigenten Daniel Barenboim immer bewundert, der ein gemischtes israelisch-palästinensisches Jugendorchester organisiert hat.

  3. Falke

    @Thomas Brandtner
    Die „brutale Unterdrückung, der die Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten seit Jahrzehnten ausgesetzt sind“ kann sofort beendet werden, sobald die Palästinenser (d.h. ihre politisch Führung) das Existenzrecht Israels anerkennen und aufhören, den 5 Mio angeblich „vertriebenen“ Palästinensern die „Rückkehr“ in ihr Ursprungsland versprechen. Sie würden sehr bald einen eigenen Staat erhalten (Zweistaatenlösung). Auch ein Stopp der ständigen Rakentenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel würde den Paläsinensern nützen.
    Die von Ihnen angesprochene „brutale Unterdrückung“ ist übrigens durchaus zu leugnen. Israel ist ein demokratischer Rechtsstaat, der die Menschenrechte durchaus achtet. Allerdings darf man Israel nicht das Recht verweigern, sich gegen Terrorangriffe zur Wehr zu setzen.

  4. Thomas Brandtner

    Falke, es gibt sehr viele gute Gründe, Israel zu unterstützen und zu bewundern. Aber man sollte sich nichts vormachen. Der israelische Rechtsstaat ist ein sehr eigenartiges System, in dem Regelungen aus ottomanischer Zeit und aus der britischen Mandatszeit neben israelischen Gesetzen gelten, wobei es viele ungeklaerte Fragen gibt, die den Gerichten einen sehr weiten Ermessensspielraum geben. Und die besetzten Gebiete stehen ja außerdem noch unter Militärverwaltung. Ich teile uebrigens Ihre Meinung, dass die Palästinenserorganisationen eine Mitverantwortung für ihre elende Lage tragen, ebenso ihre vielen falschen « Freunde ».

  5. aneagle

    @Thomas Brandtner
    Mein Dank an @Falke, besser kann man es nicht zusammenfassen.

    Ein Rechtsstaat mit einer ausgeprägten Existenzbedrohung und einer demokratischen Regierung kann in einer Umgebung von despotisch, diktatorisch oder faschistisch regierten Nachbarn nur bestehen, wenn er ein außergewöhnliches System besitzt.

    Staaten in Europa, die im Frieden leben können, neigen mit ihren Konstrukten eher zu dem Prädikat „eigenartig“.

    Ein gewisses Verständnis für bildungsferne Jusos in Deutschland ist unnötig, wie ein Kropf.

    für diese Jugend haben gerade Sozialdemokraten allen Grund zum Fremdschämen
    Wer für seine Bürger wirksam verhindern will , die Innenstädte seiner Metropolen regelmäßig zum Ziel von Terroranschlägen werden zu lassen, kommt um entsprechende Maßnahmen nicht herum.
    Das scheint aber den Europäern kein vorrangiges Ziel zu sein. Das verdient schon eher das Prädikat eigenartig.

    Etwas weltfremd Herrn Barenboim (den ich im Übrigen für seine Musik schätze) zu bewundern, wird da nicht ausreichen.

  6. Thomas Brandtner

    Sehen Sie sich nur einmal die deutschsprachige Version der Wikipedia an, und Sie können auf einen Blick erkennen, daß sich das Phänomen „Nahostkriege“ nicht auf einen Konflikt „demokratischer Rechtsstaat gegen despotische faschistische Diktaturen“ reduzieren läßt. Die Behauptung, Demokratien seien von Natur aus weniger aggressiv als despotische Regime oder Diktaturen, hört sich zwar für unsere Ohren angenehm an, ist aber in ihrer empirischen Grundlage eher schwach. Das Gleiche gilt übrigens für die Behauptung, demokratische Rechtsstaaten würden keine Terroristen unterstützen und keine politischen Morde (oder „außerjuristische Tötungen“) durch-führen.
    Israel ist eine westliche Demokratie und ein enger und wertvoller Partner der EU. Und das soll auch so bleiben. Ich bestreite keineswegs das Recht Israels auf Selbstverteidigung, aber ob die israelische Regierung mit ihren ständigen Gewaltaktionen in den besetzten Gebieten, in Syrien, im Libanon und im Iran ihrem Land einen guten Dienst erweist, kann man doch bezweifeln. Wer glaubt eigentlich, daß zum Beispiel die Ermordung einiger Wissenschafter den Iran davon abhalten wird, sein Nuklearprogramm zu verwirklichen ? Was sollen die Angriffe auf Ziele in Syrien, wenn aus diesen keine Angriffshandlungen gegen Israel erfolgt sind oder geplant waren ? Wer auch nur Grundlagen der Psychologie versteht, wird wissen, daß solche Taten die Sicherheit nicht erhöhen, sondern im Gegenteil einen gewaltigen Ansporn für die betroffenen Länder darstellen, sich so bald wie möglich die Fähigkeit zur Vergeltung zu verschaffen. Mir ist bewußt, daß Teile des politischen Spektrums in Israel seit Jahren versuchen, einen westlichen Militärschlag gegen den Iran auszulösen, aber was glauben Sie, was dann los wäre ? Keine schönen Aussichten, finden Sie nicht ?

  7. aneagle

    @Thomas Brandtner
    Niemand will den Nahostkonflikt auf Demokratie gegen faschistische Diktatur reduzieren, obwohl es in weiten Teilen so ist. Bewusst habe ich auch die Platitüde von 200 mill. gewaltbereiter Feinde gegen 9 mill demokratischer Israelis ausgeklammert.
    Ob die Maßnahmen, die in Israel und seiner Umgebung zum Schutz der israelischen Bevölkerung getätigt wurden und werden, ist Bestandteil einer theoretischen Diskussion im sicheren Europa , solange es den Staat Israel gibt.
    G´tt sei Dank kann man noch theoretisieren, in den letzten 70 Jahren haben sich die Maßnahmen bewährt, der Staat hat Bestand. Ob weniger auch genug gewesen wäre, muß jedem Israeli zynisch und überheblich klingen, denn es sind nicht die Israelis , welche die Araber ins Meer zu treiben gedenken und die Existenzberechtigung eines ganzen Staates abstreiten. Da tun sich ihre Freunde im Iran schon schwerer.

    Viele von ihnen teilen die eingängige Platitüde, wenn erst der Kriegstreiber Israel aus der Region verschwunden ist, kann Frieden in der gesamten Region herrschen.
    Mindestens ebenso viele aber, teilen eine andere Platitüde, nämlich , wenn die Araber im nahen Osten die Waffen niederlegen, herrscht Frieden, wenn Israel die Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr.

    Welche ist wohl realistischer? Aber im Ernst, eine Ansicht meine ich, können wir eventuell teilen: Die arabische Nation kann noch viele Kriege gegen Israel verlieren, Israel jedoch nur einen einzigen.

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