Antisemitismus, anders erklärt

“…..the reason so many Europeans love immigrants and the multicultural proletariat, is the same reason why they tend to hate Jews.  If, on the altruist premise, men should sacrifice themselves for their brothers who have been less fortunate in life, and by all means avoid to judge their behavior that often is the cause for their depressed condition, it becomes chillingly clear what constitutes altruist behavior toward people who are more fortunate than ourselves and clearly owe it to their own efforts: punishment of the fortunate and the industrious because of their virtue and industriousness.  Or, as Ayn Rand put it: hatred of the good for being the good. ….” (interessanter Essay, hier)

3 comments

  1. Reinhard

    Tja, nicht nur Putin wird von selbsterklärten Psychologen ferndiagnostiziert, nein, auch “die Europäer” als Ganzes werden pseudopsyhologisch auf eine kontinentalgroße Freudsche Couch geschnallt und dann mit der einzig gültigen Wahrheit über ihr Wesen konfrontiert.
    Man kann die latente Beleidigung und Diffamierung anderer Menschen durch das permanente Unterstellen bestimmter Geisteshaltungen aber ignorieren und den Schmierfinken ein fröhliches “F*** You!” rüberschicken. Oder sie einmal mit einer Analyse ihrer eigenen niederen Beweggründe konfrontieren, warum sie sich getrieben fühlen, die Köpfe anderer Leute mit den Dingen zu füllen, die sich in ihren eigenen Köpfen befinden…

  2. Klaus Kastner

    Der Amerikaner Ted Kaczynski galt in seiner Jugend als Wunderkind: mit 16 wurde er an der Harvard University aufgenommen; anschließend machte er ein Doktorat in Mathematik an der University of Michigan; mit 25 wurde er Assistant Professor an der University of California. Im Alter von 35 konvertierte Kaczynski zum Serienkiller, bekannt als “Unabomber”, verantwortlich für 3 Tote und 16 Verletzte. Seither sitzt Kaczynksi eine lebenslange Haftstrafe ab.

    Nach 17 Jahren Terror verlangte Kaczynski 1995 von der New York Times und Washington Post die Veröffentlichung seines “Manifestos” als Bedingung für die Beendingung seines Terros. Absätze 1-32 des Manifestos sind Kaczynskis “Critique of Modern Leftism”. Ich erkenne einige Parallelen zu dem, was George Handlery in seinem Essay schreibt.

    Das “Manifesto” von Kaczynski wurde überigens seinerzeit von seriösen Kritikern als ‘lesenswert’ eingestuft.

    http://www.washingtonpost.com/wp-srv/national/longterm/unabomber/manifesto.text.htm

  3. gms

    Daß Juden erfolgreich sind oder zumindest so wahrgenommen werden, ist evident, ihre Eignung als Sündenböcke nicht minder. Die Shoa während des Nationalsozialimus’ war daher weniger eine historische Koinzidenz, denn viel mehr eine vorhersehbare Tragödie — siehe Nietzsche.

    Ironischer Weise vermeint Nikolaas de Jong (in dem von Ortner verlinkten Essay) das Christentum mit dessen Eintreten für Altruismus [1] als die entscheidende Ursache des Antisemitismus’, während Nietzsche das Judentum dafür kritisiert, als Vorläufer des Christentums einen Wechsel der früher vorherrschenden Moral eingeleitet zu haben, weg von einem aristokratischen Bewußsein hin zu dem, was Nietzsche “Sklavenmoral” nennt — wegen ihrer Umwertungen. Demgemäß hätte ausgerechnet das Judentum den Antisemitismus zumindest auf Schiene gebracht.

    Rom gegen Judäa als Ausgangspunkt von Rechts-Links? De Jongs Kritik wäre zutreffend, handelte es sich beim Juden- oder Christentum um kollektivistische und auf Zwang setzende Weltanschauungen. “Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut” verweist aber ebenso auf das Gegenteil, wie die historisch recht konstante Antagonie zwischen abendländischen Religionen und linken Ideologien mit ihrem Pflegen von Feindbildern, welche vorgeblich all das herrschende Leid hervorriefen.

    Altruismus in seiner unverfälschten Form ist ebenso ausschließlich intrinsisch motiviert, wie Solidarität. Keines von beiden kann von aussen per Zwang in das Individuum gebracht werden. Altruismus aus einem Gefühl der Stärke und Selbstverpflichtung heraus (“Noblesse oblige” [2]) wiederum ist ein veritabler Gesellschaftskitt, nur wird dieser ausgerechnet von Linken aufs Schärfste kritisiert, weil dieser Altruismus keinen Rechtsanspruch schafft.

    Niemand zwingt uns, daß wir Altruismus und Solidarität ausgerechnet im linken Sinne deuten.

    [1] “In short, to combat antisemitism we should fight altruism first. [..] because conventional Christian morality precisely teaches us that the strong should blame themselves for the weakness of their brothers, and that we should not judge other people’s behavior.”
    [2] siehe auch “Jenseits von Gut und Böse”, § 272 und 293

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