Ärgernis UNO-Menschenrechtsrat

Von | 14. April 2013

Die Schweizer haben es gerade hinter sich gebracht, die Österreicher müssen noch mehr als ein Jahr warten, bis ihre Stunde schlägt: die turnusmäßige, gestrenge Überprüfung der Menschenrechtslage durch den UNO-Menschenrechtsrat.

Was wie ein eher sinnloser, aber wenigstens harmloser Teil der globalen UNO-Folklore klingt, ist eine Veranstaltung von kaum zu überbietender Bizarrheit, wie unsere Schweizer Nachbarn anlässlich der jüngsten Beurteilung ihrer Menschenrechtslage durch das UNO-Gremium erfahren mussten. Denn mit Menschenrechten hat die Mehrheit der Mitglieder dieser Organisation ungefähr so viel am Hut wie die neapolitanische Mafia mit penibler Gesetzestreue. Die meisten jener Staaten – etwa Saudi-Arabien, Kuba oder Pakistan -, die da anmaßend und präpotent über westliche Rechtsstaaten richten, halten nämlich daheim die Einhaltung der Menschenrechte für entbehrlich.

Der Schweiz dagegen bescheinigten die famosen Menschenrechtsexperten eine nicht eben befriedigende Menschenrechtslage. Das Ratsmitglied Pakistan, wo Abfall vom Islam bekanntlich mit Kopfabschlagen geahndet wird, zeigte sich “beunruhigt” über die “Xenophobie” und die “Intoleranz” in der Schweiz. “Fremdenfeindlichkeit” ortete just der palästinensische Vertreter im Gremium, was etwa angesichts des schon in palästinensischen Kinderkrippen gelehrten Judenhasses nicht ganz unoriginell erscheint. Dass ausgerechnet Mexikos Vertreter von der Schweiz einen entschlosseneren Kampf gegen “das Verschwindenlassen von Personen” forderte und Mauretaniens Delegierter – in Begleitung einer verschleierten Frau – “moderne Sklaverei” anprangerte, deutet auf subtilen Humor hin.

Wesentlich flexibler zeigt sich der Rat bei der Menschenrechtslage in anderen Weltregionen. Wenn westliche Erbsenzähler und Haarspalter kleinlich auf liebenswerte Traditionen wie Genitalverstümmelung oder Zwangsverheiratung von Kindern hinhacken, verhindern die Menschenrechtsexperten aus Saudi-Arabien, Katar oder Kuba Feststellungen des Rates. Man muss das verstehen: Schließlich ist die Religionsfreiheit, Mädchen die Klitoris abzuschneiden, in Gefahr. Und derartigen islamfeindlichen Exzessen der westlichen Imperialisten und des zionistischen Gebildes muss ein UNO-Menschenrechtsrat natürlich entschlossen entgegentreten.

Dass sich Österreich erst jüngst in dem absurden Gremium einer gegen Israel gerichteten Resolution angeschlossen hat, stimmt die dortigen Menschenrechtsexperten vielleicht bei der Evaluierung der hiesigen Lage etwas milde, denn Israel zu verurteilen, ist eine der Hauptbeschäftigungen des Rates.

“Der Rat ist eine Missgeburt, die rabenschwarze Parodie auf die Illusion eines gruppentherapeutischen Völkerdialogs”, befand die angesehene “Basler Zeitung” jüngst. “Die Schweiz sollte sich mit den anderen westlichen Demokratien zusammentun und dem Treiben ein Ende bereiten. Der Rat gehört abgeschafft.” Genau diese Position ebenfalls zu vertreten, stünde Österreich besser zu Gesicht, als sich weiterhin an dieser bizarren Posse zu beteiligen. (WZ)

25 Gedanken zu „Ärgernis UNO-Menschenrechtsrat

  1. Mme. Haram

    UN abschaffen.

    Mark Steyn:
    “It’s a good basic axiom that if you take a quart of ice-cream and a quart of dog feces and mix ’em together the result will taste more like the latter than the former. That’s the problem with the U.N.”

  2. world-citizen

    Die besweilen einzig legitimierte Instanz zur Beurteilung der Menschenrechtslage ist bisher nur Amnesty International. Eine Organisation, die von keiner Regierung und keinem Staat abhängig ist und ausschließlich von engagierten Erdenbürgern und privaten Spenden getragen wird.

  3. Hugo

    Soweit ich das verfolgt habe, hat man sich bei der Erhebung in Deutschland darauf verlassen, die deutschen Behörden um entsprechende Daten und Informationen zu bitten, z.B. das dubiose Institut für Menschenrechte in Berlin. Alles Leute, die Interesse daran haben, Schönwetter zu predigen und bei Anfragen von Opfern und Betroffenen sämtliche Schotten dicht zu machen. Es ist also alles Propaganda und lauwarme Luft. Gute Erfahrungen mit deutschen Menschenrechtsorganisationen gibt es nicht, ich fürchte, auch Amnesty macht da keine Ausnahme. In der Realität ist es für Leute ohne besonderen Medienruf und Namen schon ein Problem, einen Anwalt zu finden. Und wenn es dann doch zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kommt, dann sitzen da auch wieder lauter Richter aus Ländern, wo man gar nicht näher wissen möchte, was sie alles schon gerichtet haben. Das ist rundum unbefriedigend.

  4. Prinz Eugen von Savoyen

    Alle Acht den Räten, also in Acht und Bann mit ihnen.

  5. world-citizen

    @Mme. Haram

    Ein bewaffneter Banküberfall ist ein schwereres Vergehen als mit 180 über die Autobahn zu rasen (so lange man dabei keinen Unfall verursacht).

    Wenn andere einen Banküberfall begehen stellt dies für mich aber keinen Freibrief dar, mit 180 über die Autobahn rasen zu dürfen. Wenn die Bankräuber unerkannt entkommen können, aber ich in die Radarfalle tappe, dann werde ich bestraft, die Bankräuber aber nicht.

  6. Prinz Eugen von Savoyen

    @Mme. Haram

    Ich habe mich auch längst von dieser nutzlosen Organisation verabschiedet.

  7. Prinz Eugen von Savoyen

    @Samtpfote

    Letzteres verändert ja nichts. Das Geld ist nicht weg, es hat nur wer anderer.

  8. Prinz Eugen von Savoyen

    @world-citizen

    Es gibt noch genug, wo es erlaubt ist. Ansonsten, wie Nietzsche sagte, die Langsamen der Erkenntnis glauben, dass die Langsamkeit dazu gehört. Es gilt nicht nur für die Erkenntnis.

  9. Prinz Eugen von Savoyen

    @Samtpfote

    Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Auch für die kreditsüchtigen Staaten und deren Finanzsysteme gelten Churchills geflügelte Worte: Noch nie waren so Wenige so Vielen zu Dank verpflichtet.
    Mann muss es nur umkehren, dann stimmt es schon wieder.

  10. Rennziege

    @Prinz Eugen von Savoyen
    Dies ist keine Korrektur, sondern nur eine Ergänzung der berühmten Churchill-Rede, nachdem das UK “The Battle of Britain” trotz Unterlegenheit an Menschen und Material gegen die Görings Luftwaffe gewonnen hatte:

    The gratitude of every home in our Island, in our Empire, and indeed throughout the world, except in the abodes of the guilty, goes out to the British airmen who, undaunted by odds, unwearied in their constant challenge and mortal danger, are turning the tide of the World War by their prowess and by their devotion. Never in the field of human conflict was so much owed by so many to so few.

    Ihre Umkehrung des letzten Halbsatzes, Durchlaucht, das Verbum to owe in seiner wörtlichen Bedeutung gebrauchend, könnte für die insolventen Kredit-Junkies also lauten:
    “Noch nie schuldeten so Viele so Wenigen so viel.”

  11. Prinz Eugen von Savoyen

    @Rennziege

    Wir müssen das dennoch freier übersetzen, gnädige Frau. Zu Churchills Zeiten galten Schulden als etwas Zurückzuzahlendes, heute wird refinanziert.

    Churchill vergaß in dieser Rede auch, seinem wichtigsten Verbündeten, Hermann Göring-Maier, Dank abzustatten. Letzterer machte Englands Sieg erst durch seine planlosen Strategiewechsel möglich.

    Dieser Fehler soll uns nicht unterlaufen, wir Vielen danken den PolitBankerInnen, dass wir sie finanzieren dürfen.

  12. Rennziege

    @Prinz Eugen von Savoyen
    O.K., Sire. Sie haben völlig recht. Meine unadelige Wenigkeit hat ja etliche Jahre im UK diverse Schulen besucht, leider ziemlich lang nach Margaret Thatchers voreiligem Abschied. The Battle of Britain war, sogar noch an der LSE, ein Thema … nicht minder als die Undankbarkeit der Briten, die Churchill wenige Wochen nach der deutschen Kapitulation abwählten und durch den roten Proleten Clement Attlee ersetzten.

    Well, that’s Britain. “Out of pint, out of mind.” Der unsägliche Fettwanst Göring hätte in der Tat zumindest ein (ohne die Zigarre aus dem Mund zu nehmen) Busserl von Churchill abkriegen müssen, seiner strategischen und taktischen Unfähigkeit zuliebe. Aber samma froh, dass’s so war! Man stelle sich vor, die braunblütigen Barbaren hätten den Krieg gewonnen — was nach einer Eroberung der Britischen Inseln zumindest in die Nähe gerückt wäre … O Schreck, lass nach!

    Lasset uns, Hoheit, zum Thema zurückkehren und den PolitBankerInnen devot für die Bereitschaft danken, unsere in Bescheidenheit erarbeiteten Sesterzen gnädig entgegenzunehmen.

  13. Prinz Eugen von Savoyen

    @Rennziege

    Das ist damals nur knapp daneben gegangen. Ohne den direkten Oberbefehl des Morphinisten gelangen über Dieppe und gerade beim Unternehmen Zerberus gegen die RAF eindrucksvolle Erfolge.

    Weil wir gerade beim Thema sind, heute funktioniert die NSDAZ: Nur solange die Affen zahlen.

  14. caruso

    @Hugo
    Und wie unbefriedigend!!!
    Am besten wäre es, den sogenannten Menschenrechtsrat der UN abzuschaffen. Der wäre eine Lachnummer,
    wenn das ganze nicht so traurig wäre.
    Auch die AI ist nicht ganz sauber (s. Israel), auch wenn sie viel Gutes tut).
    lg
    caruso

  15. Aron Sperber

    England ist wie Saudi-Arabien, Malaysia und Jordanien im aktuellen UN-Menschenrechtsrat vertreten.

    Eingehalten werden müssen die Menschenrechte jedoch nur von den dummen Europäern:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/02/13/menschenrechtliche-einbahnstrase/

    Saudi-Arabien darf trotz der Menschenrechtserklärung mit seiner barbarischen Scharia-Gesetzgebung einen kritischen Journalisten verfolgen.

    Malaysia darf trotz der Menschenrechtserklärung den von dieser barbarischen Verfolgung bedrohten Menschen nach Saudi-Arabien ausliefern.

    England muss hingegen wegen der Menschenrechtskonvention einen barbarischen Hassprediger freilassen und darf ihn nicht einmal in sein Heimatland abschieben, obwohl Jordanien noch zu den gemäßigteren islamischen Regimen zählt.

    Wer dem Hassprediger seine Freiheit nicht vergönne, sei laut Spiegel natürlich selbst ein „Hasser“.

  16. Samtpfote

    @Aron Sperber
    Wie ich gerade lese, dürfen wahrscheinlich in bälde Frauen in Saudi Arabien Auto fahren…
    nein, nicht weshalb Sie denken….
    Man will sich die Kosten für die rund 500.000 Chauffeure sparen, samt deren Überweisungen nach Pakistan et al…

  17. world-citizen

    Aron Sperber :
    England ist wie Saudi-Arabien, Malaysia und Jordanien im aktuellen UN-Menschenrechtsrat vertreten.
    Eingehalten werden müssen die Menschenrechte jedoch nur von den dummen Europäern:

    Ach so, wer Menschenrechte verletzt ist also dumm.
    Welche Folgen sind daruas zu ziehen?
    Wenn Saudi-Arabien die Menschenrechte nicht einhält, dann müssen sie natürlich unverzüglich auch in Europa abgeschafft werden.

    Dann kann man endlich alle kritischen Geister, die immer den Gleichklang der Herde stören, der Justiz des gesunden Volksempfindens unterwerfen.
    Gewaltenteilung und unabhängige Justiz – das brauchen wir doch alles nicht. Alles Recht geht doch von den Stammtischen aus.

  18. world-citizen

    Aron Sperber :
    England ist wie Saudi-Arabien, Malaysia und Jordanien im aktuellen UN-Menschenrechtsrat vertreten.
    Eingehalten werden müssen die Menschenrechte jedoch nur von den dummen Europäern:

    Ach so, wer Menschenrechte einhält ist also dumm.
    Welche Folgen sind daraus zu ziehen?
    Wenn Saudi-Arabien die Menschenrechte nicht einhält, dann müssen sie natürlich unverzüglich auch in Europa abgeschafft werden.
    Dann kann man endlich alle kritischen Geister, die immer den Gleichklang der Herde stören, der Justiz des gesunden Volksempfindens unterwerfen.
    Gewaltenteilung und unabhängige Justiz – das brauchen wir doch alles nicht. Alles Recht geht doch von den Stammtischen aus.

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