Assads neuer Freund Obama?

Von | 17. März 2013

Syriens Diktator Assad darf sich bei seinem Überlebenskampf auf einen eher unverhofften Helfer freuen: die USA. Denn die überlegen Medienberichten zufolge nun, mit Drohnen jene radikalislamischen Dschihadisten und Al-Kaida-Ableger in Syrien zu bekämpfen, die Teil des Aufstandes gegen Assad sind. Als Beitrag zur Demokratisierung der arabischen Welt wird das nur bedingt durchgehen können.

4 Gedanken zu „Assads neuer Freund Obama?

  1. Thomas Holzer

    Nach den ersten Kollateralschäden, welche auf “youtube” oder wo auch immer “dokumentiert” werden, wird das Ansehen der USA in der arabisch- islamischen Welt sprunghaft steigen 😉

  2. Reinhard

    Wieso, Herr Ortner, unterliegen Sie trotz der inzwischen in Tunesien, Libyen und Ägypten aller Welt sichtbaren Gegenbeweise immer noch dem von den Medien unreflektiert nachgeplapperten Unsinn von der “Demokratisierung”, um die “Rebellen” und “Revolutionäre” so heldenhaft kämpfen?
    Wenn Islamisten mit Waffengewalt gegen einen Staatsapparat vorgehen, nur weil dieser nicht ihren Vorstellungen vom Heiligen Gottesstaat entspricht, dann sehen das die Amerikaner wohltuend ehrlich als Terror. Würde ein Herr Barrack Hussein Obama den islamistischen Terroristen helfen, wäre das meiner Ansicht nach ein viel verheerenderes Signal.
    Wir unterliegen hier zwei großen Irrtümern.
    1. Auch wenn romantisch-verklärte Jungabsolventinnen irgendwelcher Orchideenstudien in ihrem Che-Leiberl und mit Marx-Sticker bei dem Wort “Rebell” oder gar “Revolutionär” reflexartig feuchte Höschen bekommen, bleiben Terroristen Terroristen, sogar dann noch, wenn der Staat, den sie bekämpfen, auch uns nicht gefällt. Ebenso wie Robin Hood einfach ein Dieb war, auch wenn die gleichen Mentaljungfern beim Anblick Kevin Costners noch einmal die Unterwäsche wechseln müssen.
    2. Demokratie ist eine historisch in die Hirne der Europäer gewachsenes System, dessen Umsetzung bereits bei uns Jahrtausende benötigt hat und bis heute extrem fehlerhaft funktioniert. In den von Stammesdenken und Führerverehrung dominierten patriarchalischen Hierarchien der arabischen Welt werden seit Jahrtausenden andere Werte gelebt – Führungsanspruch resultiert aus Stärke, nicht aus dem Besänftigen einer Mehrheit. Der Stamm erwartet von seinem Führer auch Härte gegenüber Angriffen jeglicher Art und verachtet unser konsensorientiertes Niederquatschen jeglichen Konfliktes bis zur bedingungslosen Kapitulation. Staatsgebiete haben im Stammesdenken keine Bedeutung, und allein dieses hirnlose Gequatsche davon, dass Assad “das syrische Volk” unterdrücke, impementiert unseren im engen Reif des eigenen Tellerrandes gefangenen Hirnakrobaten, dass es so etwas wie “das syrische Volk” gäbe. Gibt es aber nicht. Es gibt Stämme und sich überschneidende Stammesgebiete, durch die europäische Kolonialmächte mit dem Lineal willkürliche grenzen gezogen haben, um “Staaten” zu gründen, wo es vorher keine gab.
    Die gleichen Leute, deren Verständnis gesellschaftlicher Systeme in dem Satz “Gebt einfach allen alles, dann jeder was!” zusammengefasst werden kann, wünschen sich also eine zur Not gewaltsame “Demokratisierung”, also Zwangsbeglückung, per “Revolution”, also möglichst blutig. Gott, Allah, Buddha oder von mir aus auch die Große Schildkröte schütze uns vor solchen Leuten!

  3. Feldheld

    Sowenig ich von Obama halte, so muß ich zu geben, daß er im Falle Syrien das richtige tut: Realpolitik.

    1. Die USA werden sich niemals Freunde machen im Nahen Osten, ganz egal was sie tun. Aber sie können sich Respekt verschaffen. Muslime respektieren den, der die größte Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit demonstriert, und verachten jeden, der “nett” gefunden werden will. Sie sind wie Hunde: solange Du der Herr bist, schleimen sie Dir die Füße voll. Zeigst Du Schwäche, gehen sie Dir an die Kehle.

    2. Ebensowenig wird es im Nahen Osten jemals Demokratie nach westlichem Vorbild geben, ganz egal, was wir Westler tun. Jedenfalls nicht, solange der Islam existiert.

    Ehrlich gesagt erstaunt mich, daß Journalisten diese Dinge offenbar nicht begreifen können, obwohl sie tagtäglich Beweise dazu erfahren. Wie weltfremd muß man sein, das offentlichtliche zu ignorieren?

    Die beste Politik im Nahen Osten ist schlicht und ergreifend die gleiche, die schon vor Bush betrieben wurde: Bündnisse mit dem jeweils verläßlichsten (weil brutalsten) Potentaten und Krieg gegen antiamerikanische Terroristen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.