AstraZeneca und die Wiedergewinnung der Freiheit

Von | 15. März 2021

(ANDREAS UNTERBERGER) Nach AstraZeneca-Impfungen sind international in den letzten Wochen rund 30 Thrombose-Fälle aufgetreten, von denen einige verstorben sind, darunter auch eine Österreicherin. Ich kann mangels seriöser Unterlagen nicht beurteilen, ob da ein kausaler oder nur ein zufälliger Zusammenhang besteht, ob das im normalen Schnitt von ja auch sonst immer vorkommenden Thrombose-Erkrankungen liegt oder nicht. Dazu wird es in den nächsten Wochen noch zahllose Studien geben. Angeblich gibt es ja schon über 100.000 wissenschaftliche (und wohl auch pseudowissenschaftliche) Arbeiten rund um Corona, also eine von niemandem mehr überschaubare Menge, aus der sich jeder herauszupft, was ihm passt, oder was er gar auf einer dubiosen Internet-Seite findet. Ich enthalte mich daher im Gegensatz zur tagaus, tagein aufgeregt gackernden Politik einer Aussage dazu. Aber ich gebe zu: Ich habe eine – ja, eine klar egoistische Meinung dazu.

Wer das Risiko des Impfstoffes wirklich seriös beurteilen will, muss diese Erkrankungen erstens in Relation zu den Zig-Millionen schon weltweit erfolgten Astra-Impfungen setzen. Und zweitens muss er – selbst wenn es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammenhangs geben sollte – dieses Risiko in Relation zu sonstigen, zu alternativen Risiken sehen. Beide Beurteilungen führen zu einem klaren Ergebnis:

Auf eine solche Impfung zu verzichten oder lieber Monate auf einen anderen Impfstoff zu warten, ist eine eindeutige Selbstschädigung. Das Risiko einer Astra-Zeneca-Impfung liegt in einem extrem niedrigen Sub-Promille-Bereich, selbst wenn alle jetzt verbreiteten Schreckensmeldungen stimmen sollten. Es ist damit in jedem Fall weit geringer als das zum Glück ebenfalls geringe Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren UND eine schwerere Krankheit zu bekommen oder gar daran zu sterben. Sind doch alleine in Österreich schon weit über 8000 Menschen in Zusammenhang mit einer Virusinfektion gestorben, also ziemlich genau jeder Tausendste. Von den gigantisch höheren Risiken, denen man sich als Raucher, Übergewichtiger oder Extremsportler freiwillig aussetzt, gar nicht zu reden.

Nur intellektuell eingeschränkte Politiker und Journalisten können nach so etwas wie „absoluter Sicherheit“ rufen und den pseudoethischen Satz verwenden „Jeder Toter ist einer zu viel“. Sie begreifen offensichtlich nicht, dass absolut nichts im Leben ohne Risiko ist. Dass nur der Tod sicher ist. Unser Leben wäre absolut unerträglich, wenn wir jedes bekannte Risiko so gering wie möglich halten wollten. Erstens bringen wir es dennoch nie auf Null, zweitens gibt es überdies noch immer jede Menge unbekannter Risiken.

Vorsichtige (und vernünftige) Menschen versuchen daher, alle größeren und kleineren Risiken und Wahrscheinlichkeiten, die sie kennen, abzuschätzen und zu vergleichen, um dann Entscheidungen zu treffen, die den Weg des jeweils geringeren Risikos gehen. Aber sie lassen sich nicht in Panik jagen.

Ein Null-Risiko-Politiker oder Journalist dürfte hingegen niemals in ein Haus hineingehen, angesichts der Tatsache, dass es keine absolute Sicherheit gibt, dass dieses Haus nicht einstürzt, wie es ja schon bei vielen anderen Häusern passiert ist. Und er dürfte natürlich auch nie einen Gehsteig benutzen, sind doch schon viel zu oft Menschen durch herunterfallende Blumentöpfe oder Ziegelsteine zu Schaden gekommen (das haben übrigens schon die alten Römer gewusst, die den Folgen einer solchen Verletzung eine eigene rechtliche Klage gewidmet haben: „Actio de deiectis vel effusis“). Und sie würden natürlich schon gar nicht in ein Auto, einen Autobus, einen Zug oder ein Flugzeug einsteigen. Was da schon alles passiert ist!

Wenn ich meine persönliche, durchaus egoistische Haltung hinzufügen darf: Ich sehe die jüngste Aufregung und die dadurch wahrscheinlich ausgelösten massenweisen Impf-Rücktritte eigentlich durchaus positiv. Sie sind eine Chance, dass ich und die Angehörigen meiner näheren oder weiteren Familie deutlich früher beim Impfen drankommen, sofern nicht auch die österreichische Politik die Nerven wegschmeißen sollte. Von uns denkt jedenfalls keiner daran, auf eine Impfung zu verzichten, und jeder freut sich auf die Wiedergewinnung von etwas mehr Freiheit. Die Kindergärtnerin, die als erste eine Impfung bekommen hat, ist – trotz zwei Tagen Fiebers als Impfreaktion – jetzt besonders glücklich und froh. (TAGEBUCH)

15 Gedanken zu „AstraZeneca und die Wiedergewinnung der Freiheit

  1. elfenzauberin

    Was mich sehr nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass die Impflinge, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung verstorben sind, mitunter sehr jung sind. Da unterscheiden sie sich von den Coronatoten, die sich ja mit steigender Tendenz in der hohen und höchsten Altersgruppe finden.

    Ich meine, es ist eben ein himmelhoher Unterschied, ob eine 39-Jährige Mutter oder eine 91-jährige Oma stirbt. Solche Sterbefälle soll und darf man nicht 1:1 gegeneinander aufrechnen.

    Und es stimmt mich auch nachdenklich, dass viele meiner Ärztekollegen hinter vorgehaltener Hand sagen, dass die Coronamaßnahmen weit übertrieben sind, es aber aus Angst vor beruflichen Konsequenzen es nicht wagen, an die Öffentlichkeit zu treten.

    Ich meine, dass das ein Thema für redliche Journalisten wäre. Insbesondere würde es mich freuen, wenn Christian Ortner als ausgewiesener Liberaler eine liberale Sichtweise auf die Dinge entwicklen würde. Bis jetzt wäre mir das nämlich nicht aufgefallen.

  2. Rado

    Hat nicht Prof. Bhakdi vor ziemlich genau vor einem Monat genau davor gewarnt?
    Und aus den Kommentaren bei AU aufgeschnappt: Sehenswerte Diskussion beim RTV Regionalfernsehen!

  3. hausfrau

    Eine Diskussion wert wäre auch der Schenkelklopfer, daß die Frau im Impfcenter VOR der Impfung gestorben ist. Eine mögliche Ursache kann man durchaus in der verordneten Maskenpflicht finden.

  4. dna1

    Was mich stört ist die verlogene Doppelmoral.
    Jetzt hat es nichts mit der Impfung zu tun (ist ja vielleicht tatsächlich so) und es liegt “ im normalen Schnitt“. Wenn aber jemand innerhalb der letzten 28 Tagen positiv auf Covid getestet wurde, dann ist er jedenfalls ein Corona-Toter, egal, woran er gestorben ist.

  5. GeBa

    Abgesehen davon, dass eine Impfung zur Zeit (sicher noch lange Zeit) für mich nicht in Frage kommt, ist es eine Frechheit, dass die Menschen oft nicht einmal erfahren womit sie geimpft werden bzw. keinen Wunsch äußern dürfen.

  6. CE___

    „…und jeder freut sich auf die Wiedergewinnung von etwas mehr Freiheit. ..“

    Freiheit, die einem NICHT vom Virus genommen wurde, sondern von Mitmenschen die gerade Politiker und Bürokraten spielen!

    Und die einem jetzt gnädig wieder das zugestehen wollen, was sie einem genommen haben, soferne man halt über das hingehaltene Stöckchen einer Impfung springt.

    Und hinzugefügt sei vielleicht noch dass das „wiedererlangte Stück Freiheit“ jederzeit weder genommen wird, spätestens bei der nächsten Mutation.

    „Vorsichtige (und vernünftige) Menschen“ überlegen sich nämlich ganz genau, egal der eigenen Panik und Risikos, welche Scheunentore sie politisch und gesellschaftlich aufmachen, und welche Typen dann hineinspazieren können, und so manches Tor macht man gesellschaftlich am besten gar nicht erst auf, und wirft seine Mitmenschen so auch nicht vor den Bus.

  7. Christian Ortner

    Es steht den „vielen Ärztekollegen“ jederzeit offen, sich an mich zu wenden und Belege vorzulegen. Christian Ortner

  8. Nightbird

    Obwohl orthographisch ein Fehler, wird die Headline hier korrekt geschrieben:
    Also im Sinne von „Wider der Gewinnung von Freiheit“
    Eine Freiheit wie vor Corona wird es nicht mehr geben. Zumindest scheint das so geplant.

    Sämtliche, derzeit auf dem Markt befindlichen Corona-Imfstoffen haben das Risiko von Hämophylie, Pulmomaler Embolie, Thrombosen und Allergieproblemen. Wer’s nicht glauben will, soll sich die Hersteller-Leaflets durchlesen.

    Nicht auf solche Impfungen zu verzichten wäre Selbstschädigung somdern sich solche, nicht ausreichend getestete Präparate verabreichen zu lassen, wo man noch gar nicht wissen kann, was möglicherweise alles an Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten daherkommt wäre selbstschädignd. Dazu bin zumindest ich nicht bereit.

    Wenn ich krank werden könnte, will ich das Beste und nicht nur ein vielleicht ausreichendes Präparat, das im Grunde noch nicht einmal seinen Langzeitnutzen bewiesen hat, oder?

    Aber wer unbedingt Versuchskaninchen spielen will: Bitte sehr. Es steht ihm frei.
    Aber dann auch bitte andere in Ruhe lassen, wenn diese anders denken!

  9. Eugen Richter

    Lieber Herr Ortner,
    Vaccine werden in der Regel mindestens 6-8 Jahre getestet und geprüft, bevor man sie auf die Menschheit los läßt. Vor allem die chronische Toxizität (Langzeitnebenwirkungen) sind zu den sogenannten Covid.19 Vaccine völlig unbekannt. Das findet man nun an Millionen ungeduldigen und völlig verängstigten Impfwilligen heraus.
    Über die langfristige Wirkung der mRNA-Vaccine ist nichts bekannt. Gar nichts. Da stochert man im Nebel.
    Nun, medial hat man den Eindruck, dass covid-19 vergleichbar ist mit mit Pocken oder MERS (um 30% letal). In Wahrheit liegt die Letalität zwischen 0,1 und 1% mit Kalender Tendenz. Wir können als Ärzte sehen, dass die Gefährlichkeit von covid-19 mit der echten Grippe (Influenza) vergleichbar ist. Dies gilt für Symptome und Spätfolgen. Die Mutationen von SARS-Cov2 sind normal und es ist eher zu erwarten, dass das (von der KPChina absichtlich) „verschärfte Virusdesign“ sich abmildern wird. Bei SARS Cov1 verlief es fast ähnlich.

  10. hausfrau

    Es ist doch immer dasselbe, wenn sich die Politik eines Themas bemächtigt für das ihr die Kompetenz fehlt. Das ist so bei Autos, Energie, Umwelt und Medizin. Würde man mit dem jeweiligen Thema Wissenschaftler betrauen, die nur der Wissenschaft verpflichtet sind und nicht Politikern, bei denen die einzigen Hirnareale aktiv sind die dem persönlich eigenen Vorteil gewidmet sind, wäre die Welt eine andere. Danach kommen Vereine, die mit jeder Menge PR (gesponsert von garantiert keinen Wissenschaftlern) „Gefühle“ transportieren und mit hysterisiertem Agieren zur Gefolgschaft animieren.
    Es finden sich jede Menge selbsternannter Ärzte, die ihrem „Gefühl“ Ausdruck geben, daß, statistisch gesehen, die Chance auf Schädigung der Impfung eine zu vernachlässigbare Größe wäre, die man mit der „richtigen Gesinnung“ ruhig eingehen sollte. Mit der Begründung, unsere Regierung befindet das für richtig. Wobei die Regierung dermaßen korrupt ist, daß man meinen könnte, es wäre die einzige Motivation der Regierung sich und die Freunderl zu bedienen, zu regieren.Kinder – das Leben ist lebensgefährlich!Wenn eine Regierung die überwiegende Gesellschaft in Schwierigkeiten bringt unter der Vorgabe, eventuell einige wenige zu schützen (was nachweislich nicht gelang) (warum wohl? Obwohl die Möglichkeit bestand?) – hat die Mehrheit die Verpflichtung ungefragt Teilnehmer einer Studie mit ungewissem Ausgang zu sein, wie nennt man das?Wem das ein Wohlgefühl oder zu seinem eigenem Vorteil unabdingbar ist, soll das tun. Gerne.Aber, wer sich nicht darin findet, hat das Recht – nicht daran teilzunehmen. Das Recht heißt Menschenrecht und Grundrechte. Die gelten immer, besonders in Krisenzeiten und werden nicht von der Politik nach Wohlverhalten eventuell vielleicht gewährt. 

  11. Cora

    Also ich für meinen Teil, meine über Achtzig jährige Mutter betreffend, kann Entwarnung geben, sie war heute beim Impfen mit AstraZeneca, alle die sie gefragt hat, haben ihr dazu geraten, ich und auch mein Bruder inklusive. Nun hat sie etwas Schüttelfrost und Krämpfe in den Beinen, sie hat sich eine Packung paracetamol verschreiben lassen, das ist fiebersenkend und schmerzstillend. Die nächsten Tage werden sicher nicht wahnsinnig angenehm sein, aber sie hat es gemacht, wie jeder vernünftige Mensch, der sich vom Geschehen rundherum nicht beirren lässt.

    Ich weiß, dass es diese Blutgerinnselfälle gegeben hat. Aber genauso wie jeder Coronatote nicht an Corona gestorben ist, ist es auch nicht jeder Geimpfte an der Impfung dahingeschieden. Die Hintergrund-Inzidenz, die ich nur von Dr. Franz in einem Beitrag auf diesem Blog gelesen habe, hat mich überzeugt vom Wahn indem wir stecken. Ich zitiere: „… laut der europäischen Arzneimittelbehöre EMA 30 Fälle von thromboembolischen Ereignissen bei mehr als 5 Millionen mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpften Personen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gemeldet. […] diese Thrombosen auch passiert wären, wenn niemand geimpft worden wär“
    Bestürzend daran ist, dass man sowas nur auf einem Internet-Blog erfährt, gut dass es OrtnerOnline gibt. ebenso der Blog von A. Unterberger, dessen Beitrag mir eine Hilfe war. Wo steht das nochmal in den Medien? Wer sagte solches als Politiker?

  12. Falke

    Ich glaube, ich habe es hier schon einmal erwähnt: Wie die „wiedergewonnene Freiheit“ nach einer Impfung aussehen wird, hat man kürzlich in Israel gesehen, wo ein Konzert ausschließlich für Geimpfte veranstaltet wurde: Der Saal nur zu einem Drittel besetzt, Abstand, Maske. Wenn ich mich für diese Art „Freiheit“ auch noch impfen soll – da kann ich dankend verzichten.

  13. CE___

    @ Cora

    Sehen’s, dass ist ja der Punkt.

    Unter „vernünftig“ versteht ein jeder etwas anderes, und die Pole liegen unvereinbar weit auseinander.

    Ich halte das was Sie aufführen für unvernünftig.

    Weil für Politiker, egal welcher Colour, halte ich SICHER NICHT meine und die meiner Kinder Gesundheit hin, nur damit sich diese Verbre…, pardon, Typen aus einer (Virus)-Chose halbwegs gesichtswahrend herauslavieren können, während diese aber jegliche Haftung und Verantwortung ablehnen.

    Und eine weitere Motivation gegen eine Impfpflicht samt Zeug wie „globaler Impfpässe“ zu argumentieren.

    Selber schon aufgrund weltweiter Reisetätigkeit ungezählte Impfungen „intus“, hatte ich noch nie Schüttelfröste, Krämpfe, oder war danach tagelang krank ausser Gefecht.

    Für mich ist das Geschilderte „vom Regen in die Traufe“ und der helle Wahnsinn.

    Ich kann nur Alles Gute wünschen, und ja, Langzeitwirkungen zeigen sich nicht nach drei Tagen oder einer Woche, sondern nach vielen langen Jahren.

    Muss aber ein jeder für sich selber entscheiden.

    My body, my choice.

  14. Kurt

    Sehr geehrter Herr Unterberger!

    Einen Punkt (oder wenn man die liberale Forderung nach der Wahlfreiheit bei einem zu konsumierenden Produkt auch hinzuzählt, sogar zwei Punkte) haben Sie übersehen:
    Neben der offensichtlich durch die Preisfrage nicht unwesentlich unterstützten Ambitionen, vor allem diesen Impfstoff zu kaufen (eine Dosis kostet weniger als ein Kaugummi und der Arzt, der mehr oder weniger sorgfältig die Injektion durchführt das Zehnfache) soll folgendes beachtet werden:
    AstraZeneca hat für ihr Produkt (dessen DNA-Sequenz sicher von kompetenten Forschern in Oxford entwickelt wurde) offenbar durch die üblichen „Projektmanager“ entschieden, als Vektor ein Schimpansen-Adenovirus zu verwenden und dies identisch für beide Teilimpfungen.
    Hier kann man durchaus Bedenken haben:
    1. Die Verwendung desselben Vektors für beide Impfungen halbiert zwar statistisch die Gefahr von möglichen immunologischen Nebenwirkungen, gleichzeitig reduziert es aber die Wirksamkeit, da eine Immunreaktion, die ja beim Impfen gewollt ist, natürlich auch den Vektor „abwehrt“ und somit die zweite Impfung gar nicht – mangels Vektor – das Immunsystem erreicht. Die vielen für Laien überraschenden Berichte, nachdem größere Impfabstände oder verringerte Dosen die Gesamtwirksamkeit „erhöhen“, unterstreichen diesen Fakt, den ich als klassischen Designfehler bezeichnen möchte.
    2. Man verwendet einen attenuierten (geschwächten) Schimpansen-Adenovirus als Vektor (Adenoviren sind im Prinzip eine Art Schnupfenviren). Da stellt sich die nicht nur ethische Frage, warum man auf „die Chinesen“ eindrischt, weil sie alles auf ihren Märkten feilbieten und somit die Vorraussetzungen schaffen, dass Krankheiten und auch Viren die Artengrenzen überschreiten, was ja gemeinhin als Ursache auch des Corona-Virus gesehen wird. Natürlich gibt es einen praktischen Grund: ein humaner Virus (bisher gab es wenige Vektorimpfstoffe und diese meist zur Gentherapie und dabei wurde RNA mit einer reversen Transkripase dauerhaft in menschliche Zellen eingebaut, was bei AstraZeneca natürlich nicht der Fall ist, und dafür verwendete man hauptsächlich attenuierte Pockenviren, deren ungefährliche Anwendung durch die Pockenimpfkampagnen ausreichend erwiesen ist, gegen den aber möglicherweise noch manche Pocken-geimpfte Antikörper besitzen) könnte mit dem Risiko (nicht für die Menschen, sondern für die Wirksamkeit) verbunden sein, dass manche Menschen dagegen eben Antikörper entwickelt haben könnten, gegen ein nicht-menschliches Virus als Vektor aber nicht. Interessant nur, dass der russische Sputnik-Impfstoff attenuierte menschliche(!) Adenoviren verwendet und zwar unterschiedliche für die erste und zweite Impfung und dass die Wirksamkeit insgesamt dafür deutlich höher ist – Stichwort Designfehler bei den AstraZeneca-Managern?
    3. Eine Immunantwort kann auch ein Überschießen des Immunsystems mit dadurch hervorgerufenen Autoimmunkrankheiten verursachen. Der Beweis ist aufgrund der geringen Fälle nicht mit Studien zu führen, sondern ausschließlich mit genetischen Untersuchungen: So kann durch eine Typhus-Impfung oder Typhus-Erkrankung Diabetes Typ I (Autoimmunkrankheit, die die insulinbildenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse abbaut) ausgelöst werden und erst kürzlich hat der EUGH einem Patienten, der nach einer Hepatitis-B-Impfung Multiple Sklerose (eine andere Autoimmunkrankheit) entwickelt hat, nach langem Rechtsstreit erstmalig eine Entschädigung zuerkannt. Bei Diabetes Typ I konnte man dies nur finden, weil die Immunantwort auf Typhus auf einem Gen in unmittelbarer Nachbarschaft eines Gens liegt, das speziell als Versuchstiere mit Diabetes Typ I gezüchtete Labor-Mäuse (NODM) kennzeichnet.
    Worauf ich hinaus will: Niemand(!) hat bislang untersucht, ob nicht eine Immunantwort gegen eine Schimpansen-Virus, mit dem die Menschheit noch nie in Kontakt kam, nicht auch ähnlich Autoimmunkrankheiten auslösen kann. Dies wird man erst viel später merken und wahrscheinlich keine eine Haftung rechtfertigende Verkettung nachweisen können, aber:
    KANN MAN EINEM KONZERN VERTRAUEN; DER OFFENSICHTLICH BEI DER ENTWICKLUNG SICH NUR AUF SEINE STUDIEN (das sind letztendlich nur simple, aber von Anwälten geliebte Korrelationen) VERLÄSST UND OFFENSICHTLICHE DESIGNFEHLER UND DESIGNGEFAHREN VERNACHLÄSSIGT?
    Ich beantworte diese Frage eher mit nein und fürchte einen Präzendenzfall, der künftig für Artübergreifende Vireneinsätze möglicherweise katastrophale Folgen haben kann, sich hier unhinterfragt etablieren.

  15. LePenseur

    Cher Monsieur Kurt,

    darf ich Ihren exzerllenten Kommentar auf dem LePenseur-Blog als Gastkommentar bringen (wie ich es mit den Kommentaren von Mme. elfenzauberin bereits regelmäßig tue)?

    In der Hoffnung auf eine positive Rückantwort

    Herzlichst

    LePenseur

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