Athen: Pleite, aber neue russische Raketen sollen her

“….Wie sich Griechenland künftig finanziell über Wasser halten soll, ist völlig unklar. Für russische Raketen ist offenbar trotzdem Geld übrig….” (hier)

12 comments

  1. Fragolin

    Bisher hat sich Griechenland trotz drohender Staatspleite um jährlich Milliarden mit deutscher und amerikanischer Waffentechnik eingedeckt, und keiner fand etwas dabei. Aber jetzt kauft er um unser Steuergeld beim Russen! Oweh!!
    Athen gibt sich alle Mühe, Deutschland möglichst viele Gründe zu geben, um empört den Geldhahn zuzudrehen, damit nach dem sowieso von Syriza anvisierten Grexit wieder einmal der böse Deutsche Schuld ist. Doch Deutschland wird wie angekündigt weiter zaheln, verhöhnt aus Athen, um seinen Schuldkomplex abzuarbeiten. Für die Griechen eine Komödie, für den Rest der EU ein Trauerspiel.

  2. Thomas Holzer

    Das müssen wir schon verstehen; immerhin wird Griechenland von vielen Staaten bedroht, da muß man halt die richtigen Prioritäten setzen 😉

  3. Karl Markt

    Österreich hat auch Eurofighter gekauft als die Staatsverschuldung bei mindestens 60% des BIP lag.
    “Staatspleite” ist nur ein geschönter Begriff für “der Lebensstandard der Menschen ist für die Bedürfnisse der Klasse der Kapitaleigentümer zu hoch”.
    Mit Pleite im eigentlichen Sinn hat das nichts zu tun.

  4. Thomas Holzer

    Wir haben Sie schon vermisst, Herr Markt!
    Ihre Ausführungen sind wie immer fundiert und an Sachlichkeit kaum zu überbieten 😉

  5. sokrates

    Nach nagelneuen U – Booten muss man auch was für die Fliegerabwehr tun! Die EU zahlt eh alles! Auch die Ukrainer rüsten kräftig auf!

  6. Fragolin

    @Karl Markt
    Natürlich, und wenn Sie ein Haus auf Pump kaufen und ohne Einkommen die Raten nicht mehr zahlen können, will die Bank von Ihnen nur deshalb das Haus, weil sie sich über Ihre Wohnverhältnisse ärgert und nicht etwa, weil es immer noch das Geld der Bank ist, mit dem Sie Ihre Rechnungen bezahlt haben.
    Ich habe diese paradigmatischen Quadratblödheiten schon richtig vermisst. Endlich kommt wieder etwas Komik in den Blog.

  7. Karl Markt

    @ Fragolin

    Warum will die Bank mein Haus?
    Warum wollen einem die Banken alles wegnehmen, weil es “ihr” Geld ist?
    Braucht die Bank das Haus, dass von “ihrem Geld” gebaut wurde?
    Will die Bank darin wohnen?

    Es ist übrigens gar nicht das Geld der Bank.
    Die Bank verteilt das Geld anderer Leute, oder die schöpft (=”druckt”) einfach welches.

    Warum macht sie das?
    Weil sie so lieb ist?
    Eher nicht, sondern weil sie über den Zins daran Geld verdient und das ist die ganze Funktion einer Bank.
    Über den Kredit, von dem Unternehmen Investitionen finanzieren (=Löhne), von dem Sie sich ein Haus bauen bis zu den Staatsschulden mit denen Schulen und Spitäler finanziert werden, die gesamte Gesellschaft arbeitet buchstäblich für die Bank.

    Warum ist das so? Weil das unsere gegenwärtige Gesellschaftsordnung ist. Manche nennen es auch “freier Markt”, “American Dream” oder schlichtweg “Freiheit”.

    Eine “Staatspleite” ist eine direkte Folge einer Wirtschaftskrise.
    Wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst (die Gründe kann ich Ihnen auch erklären), steigen die Steuereinnahmen des Staates nicht mehr (von selber).
    Somit erscheint eine Staatsanleihe nicht mehr als attraktive Kapitalanlage, somit steigen die Zinsen und/oder weniger Kapital wird in Form von Staatsanleihen angelegt.
    Um dem entgegen zu wirken, tut der Staat so, also würden seine Steuereinnahmen eh noch steigen, und zwar in dem er die Steuereinnahmen umverteilt, zu Gunsten der Bank, auf Kosten der Schulen und Spitäler (=Lebensstandard der Menschen).

    Und wenn das auch nicht mehr reicht, zahlts halt ein anderer Staat (=”Griechenlandhilfe”).

    Alles klar?

  8. H.Trickler

    >”Für russische Raketen ist offenbar trotzdem Geld übrig….”

    Zeitungsente!!

    Diese Raketen müssen bestimmt erst in 20 Jahren bezahlt werden, und bis dahin bleiben sie Eigentum des Verkäufers mit der entsprechenden Kontrollmöglichkeit via Software…

  9. Thomas F.

    Vielleicht bekommen sie die Raketen ja geschenkt. Putin beschenkt Freunde gerne mit Raketen, z.B. Buks.
    Hoffentlich verstehen die Griechen besser damit umzugehen.

  10. Christian Weiss

    “Thomas Holzer

    Das müssen wir schon verstehen; immerhin wird Griechenland von vielen Staaten bedroht, da muß man halt die richtigen Prioritäten setzen 😉 ”

    Na immerhin streiten sich die Griechen ja mit den ähnlich mit Rationalität gesegneten Türken um ein paar Felsen in der Ägäis. Das hat jahrzehntelang als Begründung gereicht, dass Griechenland nach Prozenten des BIP das höchste Militärbudget Europas hatte.

  11. Fragolin

    @Karl Markt

    Das Ganze lässt sich mit der ehrlichen Beantwortung dreier Fragenkomplexe klären:

    1. Warum gehen die Menschen arbeiten? Um sich selbst zu verwirklichen oder um Geld zu verdienen? Ist also Geld mit seiner Arbeit verdienen zu wollen etwas schlechtes?

    2. Warum holen sich die Menschen Geld von der Bank? Niemand wird zur Aufnahme von Krediten gezwungen, weder zum Hausbau noch für ein dickeres Auto oder einen größeren Fernseher. Jedem steht es frei, sich mit den Möglichkeiten seiner Einnahmen zu bescheiden und die Butter etws dünner aufs Brot zu schmieren, wenn es sich nicht anders ausgeht.

    3. Wenn Sie Ihrem armen Nachbarn, dem die Waschmaschine eingegangen ist, 400 Euro für eine neue borgen, warum um alles in der Welt wollen Sie dann Ihr Geld zurück? Es ist eh nur ein von profitgierigen Banken geschöpftes kapitalistisches Übel, also schenken Sie es doch einfach her! Sonst muss der arme Mann nach Ihrem kruden Weltbild die nächsten Monate nur für Sie schuften! Wollen Sie das wirklich?

    Von der Bank erwarten Sie doch nichts anderes als 1. für ihre Arbeit noch draufzuzahlen und 2. damit den Menschen ein Leben über ihre Verhältnisse zu ermöglichen weil sie 3. das Geld nicht nur gratis (zinsfrei) verleihen soll sondern auf die Rückzahlung ganz verzichten. Sie kommen sogar mit der blödsinnigen Aussage, man arbeite ja nur für die Bank. Ja, das höre ich oft, wenn die Leute schon jahrelang den halben Lohn bei der Bank abliefern. Dass sie nicht für die Bank sondern für ihr Haus arbeiten und alternativ eben für einen Vermieter arbeiten würden, sehen sie nicht. Dass sie ein freiwilliges Geschäft mit einem Geldverleiher eingegangen sind, dass es ihnen ermöglicht, nach 20 Jahren mietfrei in einem Vermögenswert von einer Viertelmillion zu leben, begreifen sie nicht. Sie sehen nur, dass sie sich den neuen 3-D-Super-TV nicht leisten können oder nur einen Gebrauchtwagen, weil ja das halbe Geld weg ist. Man kann auf Kurzsichtigkeit zwar ein ganzes Weltbild aufbauen, es wird aber eine wacklige Geschichte.

    Sie behaupten sogar, es wäre ja “nur” das Geld anderer Leute, das die Bank verleiht, deswegen habe sie ja gar kein Recht, über Ihr Haus das Geld wieder einzutreiben. Putzig, dass die Menschen zwar die Sicherheit ihrer Spareinlagen fordern und dafür auch noch statt Depotgebühren zu bezahlen Zinsen erwarten, aber dem Geldverwalter das Recht absprechen wollen, diese Einlagen zu verleihen (eben Zinsen zu generieren) oder Maßnahmen zu ihrer Sicherung zu ergreifen (also Rückzahlung einzufordern).
    Es steht jedem Menschen frei sein Geld unter der Matratze zu horten und auf jede Form von geliehenem Geld zu verzichten. Aber das Geld anderer Leute ist eben zu verlockend.
    Und nein, die Bank will in Ihrem Haus nicht wohnen sondern es an jemanden weitergeben, der im Gegensatz zu Ihnen das verliehene Geld wieder zurückzahlen kann. Denn nur darum geht es, dass man das, was man sich borgt, auch wieder zurückgibt. Früher war das sogar mal eine Frage der Ehre. Wenn Sie dieses Wort nicht verstehen, was mich heute nicht mehr verwundert, googeln Sie es einfach.

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