Atomkraft: Das schädliche Denkverbot

“Das Schicksal der Atomkraft scheint – zumal in Europa – vorerst besiegelt. Der Bau neuer Kernkraftwerke ist im jetzigen Strommarktumfeld angesichts hochsubventionierter erneuerbarer Energien nicht rentabel und zudem ein politisches Tabu. Das Denkverbot für neue, sichere Atomkraftwerkstechnologien ist zu bedauern, denn zumindest bis allenfalls die Kernfusion als unerschöpfliche Energiequelle nutzbar sein wird, ist die Kernspaltung die effizienteste und mit die sauberste Art der Energiegewinnung: Mit einem einzigen Uranpellet (6 x 8 mm) lässt sich der Stromverbrauch einer Person für ein ganzes Jahr decken, ein ganzes Kilogramm (Würfel mit Kantenlänge von 4,5 cm) reicht für den Jahresbedarf von 80 Haushalten. Der Vergleich mit den Energiedichten anderer Energieträger mag etwas plakativ sein, was ihn aber nicht weniger interessant macht: Um die Energie zu erzeugen, die in einem Kilogramm Uran steckt, müssten z.B. 66000 Liter Erdöl verbrannt werden, ein 1×1 Meter grosses Solarpanel 3500 Jahre lang in Betrieb sein oder 71 Millionen Liter vom Stausee mit der grössten Fallhöhe der Schweiz, Grande Dixence, herunterdonnern.” (Quelle: Avenir Suisse)

10 comments

  1. Falke

    Merkel hat ja nicht nur mit ihrer Griechenland-und Flüchtlingspolitik ihr Land schwer geschädigt, sondern auch mit der sogenannten “Energiewende”, also dem plötzlichen und vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie, wobei diese Aktion mit einer völlig absurden Begründung erfolgte: Fukushima. Dort gab es ja bekanntlich keineswegs einen Unfall wegen einer Fehlfunktion des Kernkraftwerks, sondern der Grund war ganz allein der Tsunami, von dem Deutschland wohl kaum bedroht ist. Dadurch steigen in Deutschland die Stromkosten enorm, zusätzlich muss der Staat wahrscheinlich den Kernkraftbetreibern (Vattenfall hat ja schon geklagt) den Verlust bzw. Gewinnausfall ersetzen.

  2. Mona Rieboldt

    Dazu kommt, dass Deutschland schon Strom von französischen AKWs genommen hat, ebenso aus einem eher maroden tschechischen AKW, wenn es eng wird. Deutschland hatte, so weit ich weiß, 10 AKW, die jetzt abgewickelt werden. Frankreich hat 50 AKW, eines an der Grenze zum Saarland. Kohle und Gas soll es ja in wenigen Jahren auch nicht mehr geben.
    Gleichzeitig wollen sie in D Elektroautos auf den Markt bringen. Dazu kommen die Handys von hunderttausenden Asylanten. Na ja, wenn die Industrie nach und nach Deutschland verläßt, wird der Strom aus Sonne und Wind schon reichen 😉

  3. Reini

    in Österreich wird 12% Atomstrom permanent importiert – soviel zu Atomstromfreien Zone!!! … schön das wir uns selbst anlügen!!! … besser wäre Zwentendorf als ein Schrottreaktor an der Grenze! … dann hätten wir einen Supergau selbst in der Hand!

  4. cmh

    Hauptsache zu Weihnachen pardon zum Winterfest der Familien (nur welcher?) brennen alle Luster (ah so, sind eh Energiesparlampen??) und mit dem Aufzug fahren wir sowieso auch in den ersten Stock.

    Also ich bin dann mal weg in die DomRep. Dort gibt es genauso große Bildschirme wie die, die wir zusammen mit dem Knofel aus China importieren.

  5. Falke

    @Mona Rieboldt
    “Kohle und Gas soll es ja in wenigen Jahren auch nicht mehr geben”. Richtig, allerdings mussten ja kürzlich – um den Ausfall der Kernkraftwerke zu kompensieren – einige der ärgsten Kohle-Dreckschleudern wieder aktiviert werden. Der an Nordsee erzeugte Strom aus Windkraftwerken kann halt nur schwer und sehr teuer bis nach Bayern transportiert werden.

  6. Der Bockerer

    Die Antiatomkrafthysterie ist nur ein Teilaspekt einer allgemeinen Technikfeindlichkeit, die seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch ist. Genderlehrstühle sind wichtiger als Professuren in MINT-Fächern. Blabla-Studien sind politisch einflussreicher als neue Technologien. Und wenn es doch Förderprogramme für bestimmte Technologien gibt, dann nur, wenn diese ein grünes Label tragen. So werden Milliarden in die Entwicklung neuer Windräder investiert, die deren geringen Wirkungsgrad um ein paar Prozentpunkte verbessern.

    Es ist eben alles eine Frage der Prioritäten. Und die sind bei uns schon lange nicht mehr auf Fortschritt ausgerichtet, sondern auf ein fragwürdiges Erhalten des Bestehenden.

  7. Rennziege

    22. Dezember 2015 – 14:43 Der Bockerer
    Das Erhalten des Bestehenden ist nicht nur fragwürdig, sondern auf dem Flugsand der politischen und gesellschaftlichen Naivität errichtet, somit zum Scheitern verurteilt. Potemkinsche Dörfer und Illusionen, so weit das Auge reicht. Und wer dem realitätsfernen Gerücht anhängt, nukleare und fossile Energieträger seien alsbald erschöpft, werfe einen Blick auf die im freien Fall befindlichen Uran- und Rohölpreise.

  8. Thomas F.

    Keine Sorge, die Schizophrenität nicht scheuende EU subventioniert auch Atomkraftwerke kräftig, z.B. Hinkley Point. Alle bekommen was, wenn sie nur genug in “Lobbying” investieren.

  9. Christian Weiss

    “Keine Sorge, die Schizophrenität nicht scheuende EU subventioniert auch Atomkraftwerke kräftig, z.B. Hinkley Point. Alle bekommen was, wenn sie nur genug in „Lobbying“ investieren.”

    Kernkraftwerke sind auf einem freien Strommarkt absolut konkurrenzfähig. Wenn aber irrsinnigerweise Windparks Einspeisevergütungen von 9 cent/kWh kriegen und per EEG dieser Strom auch noch Abnahmegarantie hat, dann sinkt dann eben der Strompreis an der europäischen Strombörse auf 3 bis 4 Cents, was dann auch für Kernkraftwerke nicht mehr reicht.
    Der grösste Schwachsinn daran: Es kriegen ausgerechnet jene den besten Preis, die gar nicht bedarfsgerecht liefern können.
    Man stelle sich vor, ein Logistikunternehmen, das weder zur richtigen Zeit noch an den richtigen Ort liefert, kriegte vom Staat garantiert die höchsten Preise und hätte auch noch ein Transportvorrangsrecht.
    Wie die DDR und die Sowjetunion beweisen, sind mit derlei planwirtschaftlichem Unsinn schon ganz Volkswirtschaften zusammengebrochen.

  10. Rennziege

    22. Dezember 2015 – 16:30 Christian Weiss
    Ein solides Statement: “Wie die DDR und die Sowjetunion beweisen, sind mit derlei planwirtschaftlichem Unsinn schon ganz Volkswirtschaften zusammengebrochen.”
    Dieser Beweis wird leider von den EU-weiten Öko-Fieberkranken bewusst ignoriert, wozu auch die Lobby der Subventionsempfänger gewaltig beitägt. Die werden keine Ruhe geben, ehe die letzten Unternehmen und deren Arbeitsplätze in die Emigration entschwunden sind.

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