Auch so ein Fall von brutaler Sparpolitik…

Von | 18. März 2013

“…Mit 2023 Milliarden Euro ist Italiens Schuldenberg zu Jahresbeginn auf Rekordhöhe angewachsen. Nach einer Veröffentlichung der Banca Italia hat sich der Anteil der Schulden gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 127 Prozent erhöht….” (Standard)

9 Gedanken zu „Auch so ein Fall von brutaler Sparpolitik…

  1. Klaus Kastner

    Man muss schon aufpassen, dass man hier nicht polemisch wird. Dass sich Schulden als % vom GDP während einer Sanierungsphase erhöhen, liegt an den Grundsätzen der Mathematik. Dass Schulden auch nominell wachsen, liegt daran, dass man ein Budgetdefizit wohl kaum über Nacht eliminieren kann.

    Die Eurozone insgesamt wird heuer kein Wachstum haben. Die Problemländer werden definitiv ein sinkendes GDP haben. Selbst wenn die Schulden nominell gleich blieben, erhöht sich dann der %-Satz am GDP.

    Und echte Budgetüberschüsse (d. h. nach Zinsen) in den Problemländern wird wohl auch der größte Optimist nicht in naher Zukunft erwarten.

  2. Schabeltierfresser

    Möchte ja nichts sagen, aber ab 1-000 Milliarden spricht man landläufig von Billion(en).

  3. nometa

    Das per se würde ja noch nicht heißen, dass sie nicht sparen, oder? Die Linken argumentieren ja immer so: “WEGEN des Sparkurses steigen die Staatsschulden, immerhin kann der Staat die arbeitslosen Bürger nicht einfach verhungern lassen!”
    Aber was man wissen muss: Italiens sogenannter Sparkurs besteht zu 80% aus neuen Steuern!
    Übrigens: Eigenartig, dass die Keynesianer nicht aufschreien. Denn selbst Keynesianer wollen ja temporäre Steuersenkungen in Rezessionen. Aber nein, sie zeigen nur auf Südeuropa und sagen verlogen: “Seht, Sparen funktioniert nicht!” …

  4. Klaus Kastner

    @Prinz Eugen von Savoyen
    Verstehe diese Aussage nicht ganz, aber ein Grundsatz des Kreditgeschäftes ist folgender: man kann sein Geld von einem schwachen Kreditnehmer nur dann zurückbekommen, wenn er wieder stark wird (bzw. wenn man ihm hilft, stark zu werden).

  5. Prinz Eugen von Savoyen

    @Klaus Kastner

    Das ist ein neuartiger Grundsatz. Aus dem Kreditgeschäft kenne ich ihn nicht. Dort wird notfalls fällig gestellt und exekutiert, und dann bekommt man so schnell keinen Kredit mehr.

    Mein obiger Kommentar, wenn auch ohne Smiley-Krücke, ist wohl als ironisch zu erkennen, auch im Land der Hättiwaris. Wir müssen nun ganz stark hoffen, dann wird alles gut.

  6. Christian Peter

    Wer meint, man könne die Volkswirtschaften Südeuropas aus der
    Krise sparen, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  7. Klaus Kastner

    @Prinz Eugen von Savoyen
    Ein neuartiger Grundsatz? Vielleicht bei manchen Banken, die dann oft nicht so erfolgreich sind.

    Beispiel Konsum: dort hat sich jeder darauf konzentriert, wie man sein Geld zurückbekommt; es wurde fällig gestellt und exekutiert. Am Ende hatten alle viel verloren.

    Beispiel AMF: ein gewisser Ludwig Scharinger hatte sich vorgenommen, mit AMF nicht das zu machen, was mit Konsum gemacht wurde, sondern stattdessen die AMF sinnvoll zu sanieren. Mit großer Unterstützung der RLB-OÖ konnte die AMF innerhalb von 2 Jahren saniert werden. Am Ende hatte niemand etwas verloren. Der schwache Kreditnehmer war wieder stark geworden.

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