Auch Wohltätigkeit braucht Marktwirtschaft

Von | 21. Juni 2016

Mal ein bisschen Theorie: Selbst wenn jeder Mensch vollkommen uneigennützig wäre, könnte eine komplexe Wirtschaft nicht ohne den Preismechanismus des Marktes entstehen…. (hier)

3 Gedanken zu „Auch Wohltätigkeit braucht Marktwirtschaft

  1. Thomas Holzer

    Egal ob eine Wirtschaft komplex oder einfach ist, der Mensch war seit Beginn seines Daseins auf den Markt, auf den Preismechanismus angewiesen, auch wenn dies zu diesen Zeiten noch nicht so bezeichnet wurde, und wird auch immer darauf angewiesen bleiben, weil Utopia eben Utopia ist und bleibt, also “Nichtort”

  2. Fragolin

    Dass die Wohltätigkeit eine Frucht ist, die am Baum der Wirtschaft nicht mehr wachsen kann wenn man seine Wurzeln vergiftet, wird bei den Gutmenschen auch noch ankommen. Und sie werden natürlich dem Baum die Schuld geben und nicht dem Giftmischer.

  3. Lisa

    Was Mises nicht erwähnt, ist die unausgesprochene Erwartung des Schenkenden: Dankbarkeit, oder wenigstens ein Freudensprung oder leuchtende Kinderaugen. Entweder will man etwas ohnehin loswerden und ist froh, einen Abnehmer zufinden, statt etwa Entsorgungsgebühr zu bezahlen oder den Platz für den Plunder nicht nutzen zu können – und nur so besteht eine win-win Situation. Ob das aber Schenken genannt werden kann, wo es doch genau betrachtet ein Tausch ist: ich werd was los und du bekommst auch was dafür. Auch im sonstigen Schenken steckt ein gut Teil Aggression bzw. Arroganz/Gönnerhaftigkeit: natürlich erfüllen wir Wünsche, weil wir jemanden lieben – aber bloss ein ausgekochter Masochist würde weitere Geschenke machen, wenn der/die Beschenkte darauf spucken oder es zurückweisen würde. Die Liste von unbrauchbaren Hochzeitsgeschenken war vermutlich früher länger als heute. Und doch hat das Aufstellen einer Geschenkliste bei Hochzeitspaaren fürs Gemüt etwas unangenehm Kommerzielles: ein Gratiseinkauf sozusagen… Das demütige Darbeiten eines Geschenks an einen Herrscher und dessen “gnädiges Annehmen” neutralisierte den win-win-Tausch und damit den Ebenbürtigeitsanspruch. Auch Almosen sind so uneigennützig nicht, wie es aussieht! Gutes Gefühl gegen einen Zehner an einen Sandler oder einen Teddybär für ein Flüchtlingskind…Im Maghreb ist es zB üblich, etwa einen von einem Gast bewunderten Schmuck sogleich als Geschenk anzubieten. Damit hält man den Neid in Schach – und hofft zudem auf ein Gegengeschenk. Tausch ist ja nichts moralisch Verwerfliches – ausser, der eine wisse mehr über den Wert des Gutes als der andere, Glasperlen gegen Gold, Land gegen Geld, Geld gegen die Nichtentsendung von Migranten… Nur wenn einer den Wert besser kennt als der andere, handelt er gewissenlos… und darüber kann man moralisieren, falls erwünscht…

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