Auf den digitalen Scheiterhaufen mit der Frau!

(C.O.) Angela Merkel, neuerdings weltweit als Mutter Theresa der Migranten verehrt, hat schon 2011 klar und deutlich festgestellt: ”Wir müssen akzeptieren, dass die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Migranten besonders hoch ist.“ Müssen wir eigentlich nicht, denn das bedeutet angesichts der zehntausenden jungen Migranten, die heuer und in den nächsten Jahren zu uns kommen, logisch zwingend einen ziemlichen Anstieg der Straftaten.

Florian Klenk, Chefredakteur des eher links zu verortenden „Falter“, schrieb jüngst: „Wir dürfen nicht übersehen, dass manche (Migranten, Anm.) einfach nur Sozialleistungen haben wollen. Ja, auch einige wenige gewaltbereite IS-Kämpfer oder Parteigänger des Volksmörders Assad werden dieser Tage an den Bahnhöfen beklatscht.“

Und Wiener Ärzte schließlich berichten in diesen Tagen, wenn auch noch unter der Hand, von erschreckend geringen Durchimpfungsraten unter den Kindern aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan, die jetzt zu tausenden eingeschult werden sollen. Sie rechnen deshalb mit einem Ausbruch von schweren, lebensbedrohlichen Krankheiten wie Masern, Röteln und, wenn es ganz blöd kommt, sogar Polio.

Steigende Kriminalität, vereinzelt einreisende IS-Kämpfer, drohende Krankheitsausbrüche in Schulen und Horten, konkret vorhergesagt als Folgen der Migrationswelle nicht etwa von irgendwelchen dumben FPÖ-Schreihälsen, sondern der deutschen Kanzlerin, dem linksliberalen Chefredakteur und besorgten Ärzten.

Darauf kann man, je nach Geschmack, mit Ignoranz reagieren, „weil das Land sich jetzt ändert“, mit der Forderung nach einer anderen Migrationspolitik – oder auch ganz einfach mit Angst. Zum Beispiel wenn man grad Mutter eines 2jährigen Kindes ist und nicht so doll findet, was da von hochseriösen Leuten für die unmittelbare Zukunft prognostiziert wird.

Silvia Jelincic, die Gründerin der Plattform “Fisch und Fleisch” , ist so eine Frau. Und sie schrieb sich diese Angst dort in der Vorwoche von der Seele. Sie tat dies höchst emotional, fand nicht immer die richtigen Worte und Argumente und meint nun selbst, dass sie das heute so nicht mehr formulieren würde. Wie das halt vorkommen kann, wenn die Emotionen hochkochen.

Mehr hat sie nicht gebraucht – nicht in den derzeit von der Wiener Twitterblase verordneten „Refugee“-Taumel zu verfallen und „welcome“-Schildchen hochzuhalten, sondern statt dessen Angst zu artikulieren, das geht gar nicht, das ist ungefähr so strafwürdig wie sich in Teheran als Schwuler zu outen. Wer gegen diese Regel verstößt, wird nicht mit Gegenargumenten und Fakten widerlegt, sondern muß unverzüglich auf den digitalen Scheiterhaufen.

Wie nicht anders zu erwarten, sprach der oberste Sittenwächter des Landes und geistliches Oberhaupt der hiesigen Twitteria, im Nebenberuf bekannter Journalist beim Staatsfunk, das dementsprechende Urteil und blaffte die „Fisch&Fleisch“-Gründerin und ihre Community vom Hochstand der vermeintlichen moralischen Überlegenheit an: Warum eigentlich überhaupt noch jemand auf dieser Plattform schreibe, wo es doch auch „unzensuriert.at“ oder „Unterbergers Tagebuch“ gäbe (zwei politisch eher rechts verortete Blogs).

Nun könnte man zurückfragen, warum jemand für den Staatssender arbeitet, wo es doch auch RTL 2 und ATV gibt – aber geschenkt.

Und man könnte auch fragen, ob jemand, der im Staatsfunk arbeitet, besonders gut beraten ist, öffentlich eine junge Kollegin niederzumachen, die gerade ein Medium aufbaut, ganz ohne Zwangsbeiträge und Subventionen. Und die damit, ganz anders als der Staatssender, von Monat zu Monat steigende Reichweiten erarbeitet. Aber auch da: geschenkt. Nicht jedem ist die Tugend des Augenmaßes gegeben.

Wenig überrascht, dass in der Folge der digitale Mob über die junge Mutter herfiel, die den Fehler gemacht hatte, ihre Angst vor einer möglicherweise weniger erquicklichen Zukunft ihres Kindes öffentlich zu machen. Angst vor „Refugees“ – das geht eben gar nicht. Jener in der Wiener Twitterblase beheimatet digitale Mob, in dem Mut und Phantasie, gar Lust an abweichender Meinung  so selten sind wie in einem Schwarm toter Fische, die Kopf an Kopf, Schwanzflosse an Schwanzflosse, leblos den Fluss hinuntertreiben, versuchte die Frau nach Strich und Faden shitstormmäßig fertig zu machen.

Details ersparen wir uns hier, man kennt das ja eh.

Wenn vermeintliche mediale Eliten versuchen, ihr Narrativ in der Migrationsfrage mit dem digitalen Äquivalent des Scheiterhaufens durchzusetzen, anstatt auf berechtigte und vielleicht auch unberechtigte Ängste einzugehen, werden sie damit zu Helfershelfern jener FPÖ, der sie ansonsten mit der Verachtung des zu spät gekommenen Antifaschisten heroisch gegenüberstehen. Denn die Wähler und Medienkonsumenten kapieren durchaus was hier läuft.

20 comments

  1. Selbstdenker

    Der jungen Frau rate ich Screenshots anzufertigen, die sofortige Sperrung der betreffenden Twitter-Accounts zu erwirken und Strafanzeigen (idealerweise nicht bei der StA) einzubringen.

  2. Herbert Manninger

    Warum muss man, werter Herr Ortner, Kommentare pflichtschuldigst unter Hinweis auf ,,tumbe FPÖ – Funktionäre” mit argumentativer Flankensicherung versehen? Gerade in Zeiten, da sich erweist, wie abgrundtief dumm unsere politische ,,Elite” ist, die unseren Staat gegen die Wand fährt.

  3. Michael Haberler

    Liebe Frau Jelincic – Besorgnis ist legitim, auch wenn sie von der Kaste der Volksvetreter und ihrer medialen Taschlträger systematisch denunziert wird.

    Wenn unter den letzeren routinierte moralische Hochseilartisten und Umverteilungsprofiteure den Torquemada machen, dann macht das Ihre Sache nicht falsch.

    Sowas bringt das Leben in einer luftdicht verschlossenen Kapsel halt mit sich. Das einzige, was da hoch an der Zeit wäre, ist Druckausgleich der Kapsel.

  4. aneagle

    Auch wer die F seit Jahren als Schmuddelkind der Demokratie empfand und noch empfindet, muß sich heute der schmerzlichen Erkenntnis aussetzen, dass es den wahlwerbenden Mitbewerbern mühelos gelungen ist, das mittlerweile durch die F definierte Niveau in weiten Bereichen zu unterschreiten.
    Auch das Wissen um das Schicksal Kärntens stimmt nicht froh. Aber man kann unwidersprochen behaupten, wer die F wählt, macht dies nicht wegen der überdurchschnittlichen Lösungskompetenz dieser Partei, sondern in der Hoffnung die grottenschlechten Performance der anderen Parteien wenigstens zu stoppen.
    Von Sigmar Gabriel durften wir lernen, wer F wählt, ist in seinen Augen “Pack” und wäre in Germany unter “dunkeldeutschem” Verdacht.

    Auch in Österreich stellt sich die Frage ob man in einem Land, das die F als die beste Alternative wählt, leben möchte. Der digitale Umgang mit der jungen Journalistin Jelencic (der Fall Gadenstätter kommt einem ungut in Erinnerung) zeigt, wie sich die österreichische Gesellschaft ändert. Kein Sujet für die Austria Werbung !

  5. elfenzauberin

    Nicht zu vergessen HIV. In der Subsahara beträgt die HIV-Prävalenz in der dortigen Bevölkerung etwa 30%, örtlich sind es auch 60%. Diese Leute muss man alleine schon aus epidemiologischen Gründen behandeln, um das Ansteckungsrisiko zu vermindern (Anm.: die antiretrovirale Therapie senkt die Virämie auf derartig niedrige Werte, dass dieselben gar nicht mehr nachweisbar sind. Die Folge ist natürlich ein fast komplett reduziertes Ansteckungsrisiko).

    Es bleibt einem als gar nichts anders übrig, als zu behandeln, nur sind die Kosten enorm. Die Lebenserwartung unter antiretroviraler Therapie ist diesselbe wie die der Normalbevölkerung und die Therapie muss LEBENSLANG verabreicht werden. Die Gesundheitsökonomen haben die Kosten der Therapie eines Patienten von der Diagnosestellung bis zum Tod mit 500.000 Euro veranschlagt. In solchen finanziellen Dimensionen spielt sich das ab.

    Das ist übrigens nur ein Beispiel, ein weiteres wäre die Dialysetherapie. Nicht wenige “Schutzsuchende” kommen hierher, weil die Dialysetherapie hier besser ist als in Georgien, Armenien oder Tschetschenien. Wer das nicht glaubt, soll sich einmal die Entscheidungen des Asylgerichtshof ansehen, hier wäre so ein Beispiel:

    http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=AsylGH&Dokumentnummer=ASYLGHT_20101221_E14_410_613_1_2009_00

    Dass man damit das finanziell ohnehin schon schwer angeschlagene Gesundheitssystem völlig zum Kippen bringen kann, sollte nicht weiter verwundern.

    Übrigens: ein Dialysepatient kostet von Diagnosestellung bis zum Tod 1.200.000 Euro, wenn zusätzlich noch eine Hepatitis C vorliegt, wird es noch teurer.

  6. Herr Superg'scheit

    Unsere Ur-Enkel werden eines Tages fragen, nachdem sie durch irgendwelche dann bereits verbotenen Quellen werden erfahren haben, dass Österreich nicht immer ein islamisches Land gewesen ist, wieso wir nichts gegen die Islamisierung unternommen haben. Sie werden nicht fassen können, dass Österreich einmal ein Land gewesen ist, dass bei Pro-Kopf-Einkommen und Wohlstand mit den dann immer noch führenden Ländern wie USA, England und Australien mithalten konnte.

  7. Gast

    Um es mit der Deutschen Staatsratsvorsitzenden zu sagen: Wenn man in diesem Land keine Besorgnis mehr äußern darf ohne von hochnäsigen Bobos mit Scheiße beworfen zu werden, dann ist das nicht mein Land!
    (Sorry für die anstandsarme Wortwahl, aber “shitstorm” lässt nun einmal diese Übersetzung zu…)

  8. sokrates9

    elfenzauberin@Flüchtlingshungerstreik in Kärnten wurde abgesagt! Die Flüchtlinge forderten Pässe und 2000.-€ Taschengeld/ Monat da dieses Geld ihnen infolge der langsamen Tätigkeit der österreichischen Behörden und den nicht sofort möglichen Familiennachzug entgeht! Die NGO´s halten diese Rechnung für realistisch!!!!
    – Aber Geld war doch noch nie ein Problem!
    Ich hoffe die Oberösterreicher bedanken sich bei Pühringer für diese Großzügigkeit!

  9. Thomas Holzer

    Leider scheint der Beitrag dieser Dame im Orkus von F&F verschwunden zu sein; respektive wurde er zur “Verschlußsache” erklärt.
    Da ich diesen nun nicht lesen kann, erlaube ich mir auch nicht, die auf F&F veröffentlichte -de facto- Entschuldigung von Jelincic bezüglich dieses ihres Textes zu bewerten. (Klingt aber sehr nach w.o. geben)

  10. gms

    Gast,

    > Sorry für die anstandsarme Wortwahl, aber “shitstorm” lässt nun einmal diese Übersetzung zu…

    Was zwitscherte das Epizentrum diverser Wogen diesbezüglich unlängst? — “Immer lustig: Menschen, die laut Meinungsfreiheit fordern, aber jede andere Meinung als ‘Shitstorm’ eines ‘digitalen Mobs’ denunzieren.”

    Die einen erachten “Pack” als Adelprädikat, die andern heulen (sic!) ob der Zuschreibung “digitaler Mob”. Gäbe es Twitter nicht, man müßte es erfinden — mehr runtergelassene Hosen gibts in keinem Puff.

    Apropos: Derselbe fleischgewordene blinde Fleck verlautbarte ebenso zeitnah im OTS für kurzatmige Flachwurzler: “‘Hetzer’, ‘neoliberal’, ‘Phobie’ sind prakt. Kürzel. Man weiß gleich: Autor nicht an Debatte nur an Polemik interessiert. Spart Zeit.”

    Hätte er statt dessen ‘Gutmensch’, ‘linkslink’, und ‘Lügenpresse’ geschrieben, wäre es ein putziges Outing geworden. Ups — exakt das hat er getextet. Aufblatteln läßt sich also diese Ankerfigur ebenso rasch, wie ihr Wortspenden in die digitale Blase ausbüxen.

    Nietzsche: “Aber ich sage: was fällt, das soll man auch noch stoßen!” — In diesem Sinne: Happy landings, Mr. W., and thanks for flying Nazi-Airline.

  11. gms

    Thomas Holzer,

    > Leider scheint der Beitrag [] im Orkus von F&F verschwunden zu sein

    Falls das so ist, wurde er am 19ten wieder eingestellt:

    fischundfleisch.com/blogs/politik/ich-habe-angst-bin-ich-jetzt-rassist-refugees.html

  12. Thomas Holzer

    @gms
    Vielen Dank!
    Und jetzt stellen sich mir viele Fragen!
    u.a.:
    Was soll an diesem Artikel rassistisch, hetzerisch sein?
    Warum hat sich Frau Jelincic für diesen Beitrag entschuldigt?
    Das Einzige, was sie machte ist, berechtigte Fragen zu stellen; aber anscheinend ist dies schon zumindest Nahe an der Grenzlinie zur Verhetzung.
    Der Empörungssturm-Mob ist wahrlich außer Rand und Band geraten, und scheint sich jeden Tag zumindest ein neues Opfer suchen zu müssen (Böses muß fortwährend Böses gebären)

  13. gms

    Thomas Holzer,

    > Warum hat [sie sich] für diesen Beitrag entschuldigt?

    Weil es bei mindestens einem Phobiephobiker Angst evozierte [1]. Dies ist ebenso hinterhältig, als würde man einen hochgradigen Vernunftsallergiker mit Argumenten konfrontieren. Hätte noch irgendwer sich aus solidarischem Protest auf diesen Beitrag hin einen Koran implantiert und wäre daran verstorben, gäbe es mutmaßlich eine Anklage wegen versuchten Mordes.

    Sprich eingedenk des grassierenden Wahnwitzes ist jede beliebige Wortmeldung, abseits der tiefenpsychologischen Nabelschau eines umfassend bewegten Reisesamariters, wie der Wurf einer scharfen Blendgranate in eine überfüllte Gummizelle. Das tut man nicht!

    [1] t.co/93N3wG6m9b

  14. Thomas Holzer

    Mir machen “unsere” Politikerdarsteller zunehmend Angst………….muß ich mich jetzt auch entschuldigen?! 😉

  15. Der Realist

    Der Titel “oberster Sittenwächter des Landes” ist ja hart umkämpft, da mischen auch noch einige Schreiberlinge selbsternannter “Qualitätszeitungen” mit. Diese Obermoralisten spielen aber immer nur dann den Starken wenn sie merken, dass von der Gegenseite wenig Widerstand kommt, entschuldigt sich dann auch noch die “beschuldigte” Person, dann laufen sie überhaupt zur Höchstform auf. Was diese Meinungswächter überhaupt nicht mögen ist, wenn jemand zu seiner Meinung steht und auf seine Gesinnung auch noch stolz ist.
    Einige in diesem Lande sind fest davon überzeugt die Meinungshoheit zu besitzen, diese Leute treten auch bei jeder Gelegenheit für Meinungsfreiheit ein, es muss allerdings ihre Meinung sein.

  16. Selbstdenker

    Der Wolf im Schafspelz übt eben zwangsgebührenfinanziert seine Funktion als Gauleiter seines moralimperialistischen Herren aus.

  17. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Ich habe keine Ahnung, wie sich der “Wolf” über diesen Artikel ausgelassen hat!
    Aber wenn es so ist, wie man es sich von ihm vorstellen kann/muß/darf, dann zeugt dies nur -wieder einmal- von niederen Instinkten und mangelndem Intellekt 🙂

  18. gms

    Thomas Holzer,

    > Ich habe keine Ahnung, wie sich der “Wolf” über diesen Artikel ausgelassen hat!

    Siehe Geplapper vom 18. und 19. September twitter.com/arminwolf

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