Aus gegebenem Anlass….

Von | 18. Februar 2016

Die Gewaltherrschaft der Parteien ist nicht weniger zu fürchten als die eines einzigen Mannes […] und man sieht erstaunt die kleine Zahl schwacher und unwürdiger Hände, in deren Gewalt ein großes Volk fallen kann (Alexis de Tocqueville)

4 Gedanken zu „Aus gegebenem Anlass….

  1. Fragolin

    Die Gewaltherrschaft der Parteihäuser ist weitaus schlimmer, denn jeder Diktator kann mit einer Kugel zwischen den Augen entsorgt werden, aber ein feudales Geflecht kann auf solche Art nicht besiegt werden; so viele Guillotinen passen auf keinen Marktplatz.

  2. mariuslupus

    An Aktualität nicht zu überbieten. Beispiele erübrigen sich.

  3. dickbrettbohrer

    Zumal man die Hydra nicht zu fassen kriegt. Die Mithelfer des Systems sitzen überall, und sie wissen zum Teil gar nicht, wem sie dienen, ja sie begreifen oft gar nicht, daß sie für ihren eigenen Untergang arbeiten. Der Gegner ist nicht mehr zu orten, er ist überall, direkt unter uns, und das ist das Problem. Das Böse hat kein Gesicht mehr – sieht man davon ab, daß es einige symbolträchtige Gesichter gibt, die man zum Teufel wünscht.
    Den Zustand, den wir (nicht erst seit heute) haben, nannte Hannah Arendt “Niemandsherrschaft”. In Zeiten wirtschaftlicher Prosperität kann das Gemeinwesen damit klarkommen, doch wenn Führungsqualitäten notwendig sind, um ein Volk vor Gefahren zu schützen, versagt die Bürokratie.

  4. gms

    Die Macht von Netzwerken basiert unter anderem maßgeblich auf deren Fähigkeit zur sogenannten Deflection, auf gut Deutsch der Fähigkeit zur Ablenkung und der Vorspiegelung einer Scheinwirklichkeit.
    Die Deflection muß plausibel und nicht auf den ersten Blick zu durchschauen sein, und sie darf nicht auf Kosten derer gehen, die man hinkünftig noch benötigt. Bestätigt und damit gestützt wird das falsche Bild wiederum von parteiischen Fürsprechern, die der Uneingeweihte nicht zum Netzwerk rechnet.

    Potenziert wird die Macht zur Schaffung einer Scheinrealität, sobald das Netzwerk ab einer bestimmten Größe über thematische Breite verfügt und dabei noch namhafte Einrichtungen wie vorgeblich unabhängige Stifungen, NGOs und Thinktanks etablieren konnte.
    Generiert und untermauert wird die Fiktion dann nicht etwa bloß von renommierten Instituten der Ökonomie, sondern auch der Soziologie, Forschung für anlaßbezogen Spezielles und Allgemeines und oben drauf sogar noch von Protagonisten der Demoskopie und selbstredend der Medien.

    In demokratisch verfaßten Soziotäten kann dergestalt der Souverän mit Lügen, Halb- und Viertelwahrheiten von den Drehbuchschreibern der Truman Show in nahezu jede beliebige Richtung bugsiert werden. Erfunden haben das die roten Ursupatoren des Rathauses in Wien, eine Stadt, die bekanntermaßen anders ist, definitiv nicht, sie praktizieren im Kleinen bloß dasselbe, was mit dem Globus seit über einem Jahrhundert geschieht.

    Der Untertan muß seine eigene Knechtschaft selbst hereiführen. Der geeignetste wie auch perfideste Weg dorthin besteht im permanenten Vorspiegeln, das Ganze erfolge evolutionär, der Bürger selbst würde autonom im Wissen um das Richtige die Weichen stellen und damit sein objektiv Bestes anstreben und irgendwann auch erreichen.

    Seit Ewigkeiten macht der Bürger dabei die Rechung ohne die Progressiven, die weder keine langfristige Agenda haben, noch grundlos ohne Unterlaß orgiastisch das Hohelied der Demokratie singen. Die Progressiven sind bestens organisiert, über Landesgrenzen hinweg vernetzt und auch dort vertreten, wo sie der Farbenlehre nach nicht sein dürften. Pluralität kristallisiert demzufolge aus in Clustern mit erkennbarer Schlagseite, das Erkenn- und Erreichbare wird verengt auf einen schmalen Korridor hin zum vorbestimmten Zwischen- oder Endziel.

    Paranoia? — Vielleicht. Vielleicht aber auch nur Folge eines Blicks hinter die Kulissen und in die unzähligen Lehrbücher derer, die sich mit nichts anderem als langfristiger Gesellschaftsklempnerei beschäftigen. Viel zu perfekt passen die historischen Puzzlesteine zusammen, so man negiert, hier nähme bloß das Schicksal seinen Lauf und die Menschheit mäandriere aus reiner Schwerkraft ausgerechnet unter der Flagge der Freiheit und des Wohlstands langsam aber sicher ins Totalitäre.

    Alexis de Tocqueville hätte heute Bauklötzte gestaunt ob der Richtigkeit seines Diktums, wonach eine kleine Zahl schwacher und unwürdiger Hände auf lange Sicht immer mehr Macht anhäufen kann, so die Vereinigung gelingt.

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