Aus gegebenem Anlass…..

Von | 21. August 2015

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. (Sir Karl Popper)

8 Gedanken zu „Aus gegebenem Anlass…..

  1. Fragolin

    Uneingeschränkte Toleranz ist ein Widerspruch in sich, denn jede Toleranz wird so beschrieben, dass sie ausschließlich innerhalb fest definierter Grenzen existiert. Ohne Grenzen, ohne Einschränkung, kann es keine Toleranz geben sondern nur Wischiwaschi.

  2. rubens

    Ohne Pflege der Eigeninteressen gibt es keine Solidarität. Kann es gar nicht geben.

  3. sokrates9

    Aktuelle Frage: wenn alle Syrer desertieren oder als Wehrdienstverweigerer nach Europa flüchten, wer wird dann die IS besiegen? Caritas? Amnesty international?

  4. gms

    Fragolin,

    “Uneingeschränkte Toleranz ist ein Widerspruch in sich, ..”

    Klar. Wer toleriert, nimmt ein ansich abwendbares Übel wissentlich durch Passivität in Kauf, weil dessen Beseitigung respektive die daraus resultierenden Zustände noch unangenehmer wären. Uneingeschränkte Toleranz ist wie Schach ohne Figuren, Brett oder Regeln, sie wäre der Inbegriff dessen, was Gutmenschen unter dem politisch korääkten Gebot verstehen, man dürfe nicht bewerten (to be non judgemental). Wer aber nicht unterscheidet — sprich diskriminiert, danach bewertet und demgemäß entscheidet, dem ist alles zwangsweise alles gleich und hätte Kant und Popper auch dann nicht verstanden, wenn man ihm deren zentrale Botschaften jeden Tag geduldig aufs Neue wie einen Kleinkind erläutert hätte.

    Besäßen all die liberalen Beckenrandschwimmer einen Funken Restverstand, wüßten sie um das sich selbst ausstellende Armutszeugnisses bescheid, so sie sich etwa selbst als tolerant gegenüber Homosexuellen bezeichnen, impliziert dies doch zwangsweise, eben diese stellten nach ihrer Einschätzung etwas Unangenehmes dar.
    “Ich toleriere dies und jenes!” — “Tatsächlich? Was stört dich denn daran?” — “….. ?!”

    Wozu man positiv oder neutral gegenüber eingestellt, kann man niemals zugleich tolerant sein. Egal wie man zur christlichen Religion steht — deren Bekenntnis zur Klugheit als oberste Kardinaltugend ist essentieller Bestandteil unserer westlichen Kultur. Konfuzius’ Drängen auf die richtige Verwendung von Begriffen, Kants Verweis auf die Kraft der Vernunft, all jenes, was wir als Aufklärung berechtigt wertschätzen, wird zurzeit durch Horden selbstgerechter Idioten mit Füßen getreten.

    Begriffe können sich selbst nicht wehren. Sie bilden die Basis unseres Denkes und damit des Handeln, doch sie sind hilflos gegenüber jenen, die tagein-tagaus die Axt daran anlegen, sei’s nun mangels intellektueller Fähigkeiten oder aus ideologischer Absicht. Der Kulturmarxismus will zuerst die Schlacht in den Köpfen gewinnen, und das hierfür tauglichste Mittel besteht im Vergiften der Kommunikation, was früher oder später aus ansich vernunftbegabten Wesen lobotomierte Zombies macht, die mitterdings die Basis darstellen für vielzitierte “interessante Zeiten”.

    Es ist daher höchste Zeit, daß wir uns wieder die Begriffe zurückholen, sei’s nun durch konsequentes Korrigieren angesichts von Verdrehungen und Aushöhlungen, oder auch weniger redlich durch ostentatives Auslachen derer, die sich eben dieser Verdrehungen und Aushöhlungen befleißigen. Weder sind Linke Kaiser, noch haben sie einen Faden Stoff am Leib, also behandeln wir sie auch dementsprechend!

  5. sokrates9

    cmh@ sorry nicht abgeschrieben- um so mehr richtig!

  6. Fragolin

    @gms
    Kann Ihren Worten (wie so oft) nur vollinhaltlich zustimmen.
    Dass Begriffe, Umdeutungen, Formulierungen ge- und missbraucht werden kann jeder sehen, der sich nur ein wenig interessiert mit dem verwendeten Wortlaut der Propagandisten beschäftigt. Dazu muss man kein NLP-Master sein. Der Versuch der Programmierung über die Medien scheint ganz gut zu funktionieren, wenn man beobachtet, wie viele Leute auch in online-Foren und Kommentarbereichen der Printmedien mit dem gleichen sinnentleerten Vokabular der Propagandatrommeln um sich werfen und ihre Weisheit über die Gleichheit des Wortlautes mit Pressemitteilungen der Politbüros definieren.

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