Aus meinem Posteingang

“Auch die Sozialisten scheinen zu verstehen – leider nur die französischen! -, dass weniger Wochenstunden und mehr Urlaub zwar Wähler lockt, aber ein Land in den Niedergang führt. Einzig und allein funktionierende Unternehmen können Arbeitsplätze, Wohlstand und Steuerleistung schaffen. Und “funktionieren” heißt, dass Kunden freiwillig für erbrachte Leistungen oder erzeugte Güter bezahlen, nicht vom Staat gezwungen wie etwa für die Staatsverwaltung. Nur das ist Wertschöpfung – alles andere Umverteilung. Staat und Regierung, als Unternehmer totale Versager, können immer nur umverteilen, was Unternehmen und Selbständige erarbeitet haben. Und bei unserer Staatsquote muss jeder Erwerbstätige jedes Jahr im Schnitt bis Juni (Gutverdiener bis September oder November) für jene arbeiten, an die der Staat umverteilt. Statt auf die Leistungsträger und damit die Wertschöpfung zu achten, damit für alle mehr da ist, nimmt er ihnen immer mehr weg, um mehr umzuverteilen. Pensionen, Beschäftigung Arbeitsloser, Schulungen, manche Verwaltungsarbeit – bedeutet alles Umverteilung anstatt mehr Kuchen. Eine noch so eifrige Tätigkeit ist nicht immer produktiv; zum Beispiel ist die Wertschöpfung der Bauwirtschaft oft fragwürdig: Werden Gebäude errichtet, die vermietet oder verkauft werden können, so sind das Werte; werden Gleise oder Tunnels gebaut, so ist das eher teure Arbeitslosenunterstützung: wer zahlt schon der Bahn höhere Tarife für Fracht oder Personenbeförderung, weil man von Graz nach Klagenfurt um einige Minuten schneller fährt? Kommt die Verbesserung der Infrastruktur unseren Enkeln zugute? Auch das nicht, denn durch unser Schuldenmachen müssen sie selbst die Kosten tragen. Produktiv sind solche Tätigkeiten nur für die Banken, die dafür Kredite geben. Ständig mehr fremdes Geld umzuverteilen, ist eine kurzsichtige Droge für Politiker, und ihre perfideste Form ist die Umverteilung auf unsere Enkel.

Dr. Günter Voith
Hietzinger Hauptstraße 1ß3
1140 Wien

Vor den letzten Wahlen hat Vizekanzler „Houdini“ Spindelegger die „Entfesselung der Wirtschaft“ angekündigt, wozu auch die „GmbH light“ gehörte, um potentiellen Jung-Unternehmern die Gründung von GmbHs zu erleichtern und Chancen für neue Arbeitsplätze in Österreich zu erhöhen.
Kurz nach der Wahl als neuer Finanzminister hat er das alles so schnell vergessen wie einen Traum. Die „GmbH light“ wird nun wenige Wochen nach der Wahl wieder rückgängig gemacht. Potentielle Jung-Unternehmer sind dem „Ex-Houdini“ offensichtlich „Wurscht“.

Im Ranking des Weltbank-Berichtes „Doing Business 2013“ liegt Österreich in der Kategorie „Starting a business“ auf Position 134!!! unter 185 Ländern. Details siehe http://www.doingbusiness.org/rankings.

Mit solchen Vorgangsweisen wird sich diese Position nicht verbessern.
Was macht die Wirtschaftskammer, was macht der Wirtschaftsminister?

Abgeleitet vom Entfesselungskünstler Houdini (1874-1926) gibt es im Amerikanischen das Zeitwort „to houdinize“ mit der Bedeutung „flüchten“.

Daraus lässt sich ableiten: Vizekanzler „Ex-Houdini“ Spindelegger „houdinizes“ – im übertragenen Sinne flüchtet er vor seinen eigenen Versprechungen und sorgt für deren kurze Lebensdauer.

Mit diesem Fehlstart dürfte das nicht nur auf seine Versprechungen sondern sehr bald auf ihn selbst zutreffen. Bei den nächsten Wahlen wird er mit großer Wahrscheinlichkeit „entfesselt“ von seiner Position als Vizekanzler und Parteiobmann, womit er seiner ursprünglichen Ankündigung einer „Entfesselung“ zumindest teilweise gerecht wird. Ein weiterer Beitrag für die NEOs.

Dkfm. Dr. Peter de Toma
Haidingergasse 17/28, 1030 Wien

8 comments

  1. Thomas Holzer

    “Und bei unserer Staatsquote muss jeder Erwerbstätige jedes Jahr im Schnitt bis Juni (Gutverdiener bis September oder November) für jene arbeiten, an die der Staat umverteilt”

    Das ist nicht ganz richtig.
    Nur ein kleiner Teil des Geldes, welches den Erwerbstätigen abgepresst wird, landet tatsächlich auch bei denen, an die die Politik eigentlich umverteilen will; der weitaus größere Teil versickert in der sich immer weiter aufblähenden Bürokratie -sprich Verwaltung der Umverteilung- der aus dem Kraut schießenden NGOs und allen möglichen und unmöglichen, im staatlichen Dunstkreis -nur durch Steuergeld überlebensfähigen- entstehenden “Beratungs/Umschulungs/Beschäftigungsinstituionen”-

  2. Reinhard

    Kurzer Einwand zu:
    “…wer zahlt schon der Bahn höhere Tarife für Fracht oder Personenbeförderung, weil man von Graz nach Klagenfurt um einige Minuten schneller fährt?”
    Mehr zahlen tut erstmal keiner, aber die eingesparte Zeit betrifft auch das Zugpersonal, die Maschinen und deren Energieverbrauch und Verschleiß. Wenige Kilometer durch einen Tunnel kommen günstiger als ellenlange Schleifen über die Berge oder weite Umwege um sie herum. Sonst wäre auch jeder Autobahntunnel, für den keine explizite Maut eingehoben wird, unsinnig.
    Die Frage nach dem Nutzen stellt sich deshalb auch nicht über den Fahrpreis sondern über die Menge der Transportaufträge.

  3. Klaus Kastner

    Als ich 1988 in den USA mein eigenes Kleinunternehmen aufmachte und doch recht nervös war, gab mir ein Bekannter folgenden Rat:

    “Dein Job ist ganz einfach. Du musst Deine Kunden dazu bringen, dass sie freiwillig in ihre Tasche greifen, Geld herausholen und es Dir geben. Das werden sie nur tun, wenn Du ihnen im Gegenzug etwas geben kannst, wo sie meinen, dass es das Geld wert ist”.

    Mit diesem Rat konnte einfach nichts mehr schiefgehen!

  4. Rennziege

    20. Januar 2014 – 17:10 — Klaus Kastner
    Nein, mit diesem Rat geht nichts schief. Es ist der einzige, der im Berufsleben verlässlich weiterhilft — egal, ob als Arbeitnehmer oder Unternehmer.

  5. Mourawetz

    “Nur ein kleiner Teil des Geldes, welches den Erwerbstätigen abgepresst wird, landet tatsächlich auch bei denen, an die die Politik eigentlich umverteilen will”

    Sehr geehrter Herr Holzer. Das stimmt schon, was Dr. Voith schreibt: Umverteilung bleibt Umverteilung. So mancher Sack, den die staatlichen Beutelschneider den Unternehmern, Angestellten und Arbeitern abschneidet, wird umstandslos in den eigenen Sack umverteilt. Sie müssen den Begriff “Umverteilung” auf alle wirklich alle Staatsgünstlinge ausdehnen, die Nutznießer der Umverteilung nun einmal sind. Da zählen die Bürokraten in den Tintenburgen nun einmal dazu. Genauso wie die NGOs oder Bauunternehmer, die von den Aufträgen des Staates leben.

  6. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    Die “Causa” Umverteilung so betrachtet, stimmt natürlich auch(sic!) 😉

  7. Turing

    “Ein paar Minuten.” – Ohne mich österreichischen Bahnprojekten auszukennen, will ich mal meinen Senf dazugeben:

    Diese Diskussion kenne ich auch schon von S21. Mit solchen patzigen Einlassungen will man ein Projekt diskreditieren, anstatt das Für und Wider auszloten. Verkürzungen der Reisezeiten sind ein lohnenswertes Ziel. Das macht die Bahn attraktiv. Und man darf nicht von sich ausgehen. Für einen einzelnen Fahrgast, der fünfmal im Jahr von dieser Fahrzeitverkürzung profitiert, ist das tatsächlich wenig. Für einen Pendler aber ist das viel. Und für die Bahn können es die entscheidenden Minuten sein, um beispielsweise mit einem Zug weniger auszukommen.

    Und mir ist lieber, man investiert in Infrastruktur, als dass man Arbeitslose fürs Nichtstun alimentiert. Kosten-Nutzen-Rechnungen in diesem Bereich sind ohnehin mit Vorsicht zu genießen. Ich halte es eher mit gesundem Menschenverstand und Optimismus und da es sich bei der Bahnstrecken Graz-Klagenfurt nicht um ein Großprojekt stalinistischen Ausmaßen handelt, kann man das ruhig befürworten.

  8. Christian Peter

    @Turing

    richtig. Investitionen in Infrastruktur sind allemal besser, als Banken das Geld in den Rachen zu stecken oder Großunternehmen bzw. die Industrie mit Milliarden zu subventionieren, obwohl diese in Österreich (und Deutschland) kaum Steuern bezahlen.

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