Aussenminister Kurz: “Durchwinken ist schlecht”

Von | 2. November 2015

„Mit dem Durchwinken der Flüchtlinge, das ich immer als schlecht empfinde, egal, ob die Griechen oder wir das tun, gefährden wir unser Europa ohne Grenzen nach innen. Das halte ich für ein extrem bedrohliches Szenario“, sagt der österreichische Außenminister Sebastian Kurz in einem Interview mit der NZZ.

6 Gedanken zu „Aussenminister Kurz: “Durchwinken ist schlecht”

  1. Fragolin

    Kernpunkt der Erkenntnis: Wir müssen das Asylrecht aus der nationalen Verantwortung lösen und an die EU delegieren. Nationale Politiker betteln um die Abtretung weiterer Rechte an den Kaiserhof, ein weiteres Stück der Souveränität eines Staates, nämlich die Entscheidung wer und wieviele Migranten aufgenommen werden sollen und was dafür gezahlt werden muss, wird aufgegeben und freiwillig nach Brüssel geschoben.
    Bei jeder “Krise” betteln unsere Obertanen um eine weitere Preisgabe eigener Verantwortungsbereiche. Das zu dem sorgsam gepflegten Märchen, die EU würde geschwächt. Bis jetzt hat der Moloch durch jede Krise an Macht gewonnen.
    Da fragt man sich schon, warum soll die EU jetzt etwas gegen eine Krise tun, deren Verlauf ihr weitere Kompetenzen bescheren und weiteres Futter ins Maul treiben wird? Wenn es erst ordentlich kracht, werden die Obertanen auch die Ägiden der Inneren Sicherheit an “die EU” übertragen, ja, geradezu darum betteln, wetten?
    Nein, der Koloss liegt nicht in Agonie, der muss nur das Maul weit aufsperren und Nichts tun, dann laufen ihm die Schafe freiwillig und laut blökend in den Rachen.

  2. Mario Wolf

    Wer ist eigentlich scheinheilig ? Ein Minister, der eigentlich für die Politik der Regierung der er angehört, verantwortlich ist, erzählt Gschichtln, vom Durchwinken, von nicht existenten Grenzen, von Recht auf Familienzusammenführung, von Integration. An jeden Würstelstand kann ich nach Mitternacht intelligentere Aussagen hören als von einen Merkelhörigen Angehörigen der Nomenklatura.
    Wieso kann sich ein Poltitiker abseits stellen und sich gebärden als ob ihn dass, was seit einigen Wochen in Österreich geschieht nicht angehen würde. Eine schlechte Beschreibung des status quo, ohne eine Idee oder Bereitschaft die Situation zu ändern. Welche Qualifikation braucht es um Politiker zu werden ?

  3. Enpi

    “Wenn es erst ordentlich kracht, werden die Obertanen auch die Ägiden der Inneren Sicherheit an „die EU“ übertragen, ja, geradezu darum betteln, wetten? ”

    Ach was, WENN es ordentlich kracht, kommt je nach Heftigkeit des Krachs, die FPÖ an die Macht und die wird einen Teufel tun und Innere Sicherheit an die EU übertragen. Im Gegenteil, in diesem Falle werden die EU Verträge neu verhandelt.

  4. Fragolin

    @Enpi
    Wenn es ordentlich kracht, wird es keine Wahl mehr geben, die die FPÖ gewinnen könnte. Im Kriegsfall wird die Feigenblattdemokratie außer Kraft gesetzt.

  5. astuga

    @Fragolin
    Ist sie das nicht ohnehin bereits?
    Abseits des institutionalisierten Begräbnisses der Wählerstimme in der Wahlurne alle 4… pardon, eh nur mehr alle 5 Jahre (auch das wurde ja einfach so undemokratisch beschlossen).

    Der amtierende EU-Kommissionspräsident lügt nach eigenen Worten gerne vorsätzlich, um die Bürger zu täuschen.
    EU-Recht wird laufend gebeugt und gebrochen (von Schengen bis zur Eurozone).
    Abkommen und Verträge verhandelt, so dass die Mehrzahl der entscheidenden Politiker selbst über Details nicht Bescheid wissen (vom Bürger gar nicht zu reden).
    Etc. pp.

  6. Fragolin

    @astuga
    Die Demokratie? Ja. Es geht ja auch nur um das Feigenblatt: die Wahl. Das institutionalisierte Begräbnis der Wählerstimmen (delikate Formulierung!) wird auch noch abgeschafft und das System den neuen Anforderungen einer feudalistischen Hierarchie endgültig angepasst.

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