Bahn: Der Staat kann es eben besser als Private!

“…..Die Franzosen sind entgeistert: Ihre (Staats-)Bahn SNCF hat mehrere hundert Züge bestellt, die nicht in die Bahnhöfe passen. Jetzt werden die Bahnsteige umgebaut….” (hier)

19 comments

  1. Thomas Holzer

    War doch Absicht und geplant; Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahmen; ein genialer Schachzug des Herrn Hollande 😉

  2. Reinhard

    Vor ein paar Jahren gab es in Graz doch auch solche Beweise für die ingenieurtechnischen Fähigkeiten und die Sorgfalt von Planern, denen die Kosten am Arsch vorbeigehen können, weil sie eh vom Steuerdeppen gezahlt werden. Da wurden bisher ebenerdige Straßenquerungen durch Untertunnelung ersetzt und dann die Tunnel so niedrig gebaut, dass eine Feuerwehr im Falle des Brandes auf der anderen Seite der Gleise nicht durchgepasst hätte. Dann hat man die Straße weiter abgesenkt und plötzlich Probleme mit der Fahrzeuglänge bekommen. Keine Ahnung, was die ganzen bautechnischen Nachbesserungen dann so gekostet haben, war ja unwichtig bei den zig Millionen für den neuen hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt Dom Bosco – einen sauteuer aufgepeppten S-Bahn-Haltepunkt mit Busanschluss, WOW, was für eine Innovation, sowas hatten wir ja noch nie!
    Staatsbetriebe leben nur, weil der Staat gesetzliche Mauern um sie gebaut hat. Müssten die beschließenden Politiker und Manager (übrigens sind die Manager der STAATSbetriebe diejenigen mit den “unmoralisch hohen” Bezügen…) mit ihrem persönlichen Vermögen geradestehen, sähe vieles anders aus…

  3. menschmaschine

    die besondere idotie an der sache ist aber, dass wenn sie jetzt die bahnsteigkanten abschleifen, damit die neuen breiteren züge reinpassen, bei den alten schmäleren zügen ein 20 cm breiter spalt zwischen bahnsteig und zugbodenunterkante entstehen wird.
    was machen sie dann?
    aber egal, ortner hat natürlich recht: der staat kanns am besten. wer was anderes sagt, ist übrigens ein neoliberaler hetzer. und wer dann noch immer meckert ein rechtspopulist und europafeind.

  4. Reinhard

    @Menschmaschine
    Ganz einfach: bei den paar tausend Zügen werden dann die Zigtausenden Einstiege mit einer automatisch ausklappenden Stufe nachgerüstet (mindestens 3 Türen extrateuer barrierefrei, also rollstuhltauglich), damit sich kein Bahnreisender beim Ein- oder Aussteigen aus Versehen mit dem Fuß in den Spalt rutschend den Knöchel bricht. Kostet dann wahrscheinlich nochmal 250 Millionen, aber egal, es wird den Steuerschafen sicher als technologische Verbesserung verkauft…

  5. menschmaschine

    @ reinhard

    ihr posting hat so einen süffisanten unterton, dass in mir der verdacht aufkommt, sie könnten ein neoliberaler hetzer sein. ich glaube, ich muß gleich mal die “offensive gegen rechts” kontaktieren, ob sie dort bereits aktenkundig sind…

  6. Reinhard

    @Menschmaschine
    Ach was, ich bin bloß ein Mensch mit Erfahrung und entwicklungstechnischem Background bei einer Bahngesellschaft (von der ich mich schon vor langer Zeit verabschiedet habe – als denkender Mensch erträgt man nur ein begrenztes Maß an Idiotie). Was süffisant klingt ist einfach nur erfahrungsgespeister Pessimismus.
    Aber nachfragen können Sie trotzdem; da die Gegenrechtsoffensiven mangels wirklicher Rechtsradikaler immer weiter Richtung Mitte grasen haben die wahrscheinlich das halbe Forum hier auf dem Radar.
    Ist mir ehrlich gesagt vollkommen Conchita. 😉

  7. Thomas Holzer

    Und ich erlaube mir, hiemit öffentlich zu erklären, daß ich ein rechtsextremer Stockliberaler bin!
    Ich warte auf Anzeigen und das Eingreifen der Staatsanwaltschaft 🙂

  8. menschmaschine

    jössasmaria, was sich hier für gelichter herumtreibt schlägt ja dem fass die krone ins gesicht. unerträglich für stammgäste des amerlingbeisls und andere angehörige der sich in der politischen mitte befindlichen zivilgesellschaft.
    da kann man nur mehr in höchster not rufen: “sos! mitmensch!”

  9. oeconomicus

    @Thomas Holzer
    Warum bauen die Wiener nach dem Desaster des AKH noch einmal ein Krankenhaus? Weil sie noch immer nicht begriffen haben, dass sie kein Großprojekt abwickeln können.

  10. Thomas Holzer

    @oeconomicus
    Es kommt doch auf den Versuch an 😉 Nur dieser zählt, doch nicht das Ergebnis 🙂

  11. Ehrenmitglied der ÖBB

    Noch ein Betätigungsfeld:
    Die Rampen der (neu) erbauten Verteilerzentren der Post passen, so scheint es, auch nicht für die inzwischen breiter gewordenen LKW`s?
    Kann jemand nachzählen wie viele das sind? (Und was das gekostet hat)?

  12. Rennziege

    Angeblich, so verlautet heute aus der “Grande Nation”, sind die Bahnsteige nur um einen einzigen Zentimeter zu breit für die nagelneuen Züge. Das kann Monsieur Hollande im Alleingang reparieren: Er kauft sich eine Flex von Bosch oder Black & Decker — aber nur weil die französische Schwerindustrie nichts dergleichen anzubieten hat — und sondert für eine Weile, vom staatlichen Fernsehen zu allen Bahnhöfen begleitet, statt warmer Luft heißen Betonstaub ab. Das sichert seine Wiederwahl weit besser als seine fade Rhetorik.

  13. menschmaschine

    @ mme. rennziege

    hollande in macho-pose mit werkzeug? schwer denkbar.
    bei dem zu hause hat früher sicher mme. trierweiler die nägel eingeschlagen, während er in der küche weicheier kochte.

  14. Rennziege

    22. Mai 2014 – 17:44 menschmaschine
    Das möchert’ stimmen, mm. Sogar wenn ein Weichei sich selber siedet, was die Welt noch nicht gesehen hat. Aber wissen S’ eh:
    Nach der verheerenden Niederlage in Russland, als die kläglichen Reste der Grande Armée sich gen Westen schleppten, wurde Napoleon (zu Pferd) von einem Grenadier (zu Fuß) gefragt: “Sind wir auf dem Rückzug von Moskau, mon géneral?”
    “Non, mon idiot”, antwortete der Korse. “Wir sind auf dem Vormarsch nach Paris.”

    Mit derlei Sprüchen wird Frankreich seit gut 200 Jahren regiert.

  15. menschmaschine

    @ rennziege

    gute anekdote. :o)
    in frankreich passieren sowieso nur mehr sachen, die die welt noch nicht gesehen hat: wirtschaftssanierung durch wirtschatfsvertreibung, die sehr erfolgreiche integration des halben maghreb oder als neueste idee angeblich einen deutsch-französischen wirtschaftsraum post euro. die begeisterungsstürme, die letzerer in deutschland auslösen wird, kann man sich als normaler mensch ja kaum vorstellen.

    jaja, unsere unabhängige, überparteiliche presse hatte schon recht, als sie 2012 hollande heftig beklatschte.
    auch notorische meckerer wie ich müssen inzwischen zugeben: in frankreich entsteht etwas großes. wieder einmal, wie ihre anekdote zeigt.

  16. Rennziege

    22. Mai 2014 – 19:05 menschmaschine
    Pardon, sire! Keine Anekdote, sondern gemerkt und zitiert aus der Schwarte eines seriösen Historikers in der Bibliothek meines alten Herrn. Kam auch im Französischunterricht vor.
    Leider bin ich gerade weit weg von zu Hause, sonst könnt’ ich Ihnen die Quelle nachschlagen.
    Herzliche Grüße!

  17. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ Rennziege
    aber auch in Ontario gibt es französischsprachige Literatur?
    🙂

  18. Rennziege

    22. Mai 2014 – 22:58 Ehrenmitglied der ÖBB – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=28864#comments
    In Toronto gibt es eine Handvoll kleiner Buchhandlungen, die auch französischsprachige Bücher anbieten, meist aber nur auf Bestellung. Also müsste ich nach Montreal reisen, wohl zu einem Antiquariat, denn das Napoleon-Zitat stammt aus einem Buch der vorletzten Jahrhundertwende.
    Mit Französisch ist’s überhaupt so eine Sache in den zehn Provinzen und drei Territorien Kanadas: Zwar ist diese Sprache Pflichtfach an den Schulen, aber niemand nimmt diese zwei Wochenstunden ernst. Englisch ist die lingua franca dieses riesigen Landes — bis auf Québec, wo es flächendeckend gesprochen und mit Zähnen und Klauen bewahrt wird.

    Kanada ist überhaupt liebenswert anders; zwar längst keine Kolonie des UK mehr, aber de iure immer noch ein Dominion und eine parlamentarische Monarchie. Als Repräsentant der britischen Krone fungiert in den Provinzen immer noch ein Vizegouverneur als (rein zeremonielles) Vize-Staatsoberhaupt, und niemand hat was dagegen, dass die Queen alle CanDollar-Banknoten ziert. Und die Kanadier legen Wert auf britisches Englisch, zumindest in der Orthographie: also colour, nicht color, organisation statt organization, etc.
    Mit einer Bevölkerungsdichte von 4 Menschen pro km² (was freilich auch an ungastlich frostigen, kaum bewohnten Territorien wie Labrador und Neufundland, Nunavut und so liegt) ist es ein Einwanderungsland. Aber die Kanadier lassen partout niemanden rein, den sie und ihre Wirtschaft nicht brauchen können. (Kleine Empfehlung für Österreich und Deutschland?) 🙂

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