Bank of England: “Geld aus dem Nichts”

“……Die Bank of England (BoE) erklärt in erstaunlich deutlichen Worten, dass die grundlegenden Annahmen der meisten Menschen über das Geldsystem völlig falsch sind. Geld sei nichts weiter als ein spezieller Schuldschein ist. Geschäftsbanken erschaffen dieses Geld praktisch aus dem Nichts. Gedeckt sei dieses Geld nur durch das Vertrauen der Bürger, so die Zentralbank…..” (hier)

6 comments

  1. gms

    Wenn schon die Mafia öffentlichkeitswirksam “Haltet den Dieb!” schreit, dann ist das wahrhaft großes Kino. Wie sehr sich Geldesoteriker mit Begeisterung auf diese Popcorn-Initiative stürzen, wird aus den Kommentarten zum Artikel erkennbar. Dort heißt es dann u.a.: “Die Vollgeld-Initiative.ch will dies mit einer Unterschriftensammlung ab Mai 2014 ändern und fordert 100% Vollgeld auch für elektronisches Geld. Dieses darf nur durch die Nationalbank geschöpft werden, so wie dies bei Banknoten und Münzen schon der Fall ist.”

    Man kann ein seltsam quer liegendes Geldsystem — und daß es ein solches ist, hat sich mitterdings ja schon ‘rumgesprochen — entweder auf die Beine stellen, oder vollends auf den Kopf, wie dies staatsgläubige Geldsozialisten wünschen, die hierfür inzwischen sogar mediales Popcorn vom Zentralbüro bekommen. Welch ein oscarreifer Film, mit Schenkelklopfergarantie für die Dressurelite.

  2. Erich Bauer

    Die Geldschöpfer können sich einerseits auf das blinde Vertrauen und andererseits auf die intellektuelle Unfähigkeit der Massen, in den Leistung/Waren-Tauschhandel (temporär) auszuweichen, verlassen. Für den Leistung/Waren-Tauschhandel bedarf es nämlich Raffinesse und ein bisschen Wissen über das “Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen”… Und das ist unzumutbar. Daher “Popcorn-Glasperlen-Planspeisekartoffel”-Währung… in Papierform. Da weiß man was man hat.

  3. gms

    Erich Bauer,

    “in Papierform. Da weiß man was man hat.”

    Vorweg: Geld ist ein Gut, das sich durch hohe Marktgängigkeit auszeichnet. Fullstop. Besagte Marktgängkeit wiederum ist die Folge einander wechselseitig begünstigender Eigenheiten, wie nahezu beliebige Teil- und Aggregierbarkeit, Wertaufbewahrungsfunktion, sowie — falls die anderen Eigenheiten nicht schon hinreichend sind — eine Nützlichkeit ansich.

    Akzeptiert man diese Definition, so lassen sich, für unterschiedliche Märkte mit ebenso unterschiedlicher Tauglichkeit, exemplarisch Edelmetalle, Biberfelle und Zigaretten ebenso als Geld bezeichnen, wie Gutscheine fürs Autowaschen oder körpernahe Dienstleistungen. Die Nützlichkeit des Gutscheines ist in erster Lesung jene eines Stück Papiers, der Wert des Gutscheines steht und fällt mit dem Vertrauen in seine Einlösbarkeit — ein Umstand, an dem weder globale noch regionale Alternativgelder vorbeikommen. Die Varianten, sich extrem diamentral zum heutigen Geldwesen zu stellen, sind zwangsweise limitiert.

    Um die generelle Papierform (resp. deren elektronisches Equivalent) wird man heutzutage ebenfalls nicht mehr umhinkommen, so man nicht in der Trenchcoat-Innenseite sein Sortiment an Tauschgütern mitführen, respektive für potentielle Interessenten ausstellen will. Somit stoßen auch unmittelbare Barter-Geschäfte (überspritzt: Tausche fünf Schafe gegen eine Einbauküche) in einer nichttrivialen Handelswelt frühzeitig an ihre Grenzen.

    Die Verbriefung einer Leistung ist daher unumgänglich. Auch beim Bartern ist die geldwerte (!) Verbriefung, beispielhaft drei Container voller Babyschnuller zolllagernd in Taiwan bereitzustellen, mit dem Risiko eines Betruges verbunden. Ob eine Zusage gedeckt ist oder nicht, bewahrheitet sich immer erst im Nachhinein. Allfällige Treuhänder verlagern die Problematik, lösen sie aber nicht.

    Wozu nun dieses seichte Präludium? — Anerkennt man Geld als Tauschgut, wie weiters die Unvermeidbarkeit jeglichen Betruges, so ist man mitten im Fehler des heutigen Geldsystems: Die fehlende Möglichkeit, im Betrugsfall schuldige Beteiligte zur Verantwortung zu ziehen, weil diese entweder mit dem Staat ident sind, oder von diesem zum Nachteil der Steuerzahler gedeckt werden.

    In einem Geldwesen ohne Staat kann ein Emittent belangt werden, weil er mit seinem eigenen Hab und Gut haftet, wie es gleichfalls kein anmaßendes Irrtumsmonopol gibt, das von der Kanzel herab Menschen in die Pflicht nimmt, Forderungen zu erfüllen, die diese Menschen niemals eingegangen sind.

    “Gegen die Vorlage diese Scheines wird Ihnen irgendwer das Auto waschen. Gezeichnet: Ihre Zentralbank.” Einzig und allein das ist Fiat-Money. Wer darüber hinaus Giralgeld als ebensolches Luftgeld titulieren will, muß diese Kritik zwangsweise auch auf jeden Wechsel ausdehnen, hinter dem ein identifizierbarer Schuldner steht.

    Notwendiges und hinreichendes Charakteristikum von Luftgeld ist die fehlende Belangbarkeit von Betrügern, und eben nicht die unvermeidbare Möglichkeit zum Ausgeben von Falschgeld.

  4. Erich Bauer

    gms,

    vielen Dank für Ihre Ausführungen über GELD als Tauschmittel.

    Sie haben Ihre Replik an den – zugegebenermaßen – irritierenden und missverständlichen, weil nicht als ironisch bzw. eher sarkastisch gekennzeichneten Satz aufgebaut. MEIN Fehler! Ich wollte eigentlich nur unterstreichen, dass das “Staatsgeld”- und Betrugsystem von der Masse, so lange es nur irgendwie “geht” – wahrscheinlich bis zur Neige – angenommen und als “alternativlos” akzeptiert wird…

  5. gms

    Erich Bauer,

    danke für diese Anmerkung, sowie ebenfalls für den ironischen Kommentar davor, gab mir dieser doch mit den entsprechenden Stichworten die Möglichkeit des Einhakens zum Darlegen entscheidender Prinzipien.

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