Banken-Stresstest, die für den Papierkorb sind

(A. UNTERBERGER) Das, was da in den letzten Monaten an „Stresstests“ in der europäischen Bankenlandschaft abgelaufen ist, ist mehrfach dumm und trotz des vielen ringsum gestreuten Weihrauchs schädlich.
Erstens erwecken diese Tests den völlig falschen und vor allem gefährlichen Eindruck, dass man künftigen „Stress“, also Krisen durch den gleichzeitigen Ausfall vieler Bankschuldner irgendwie voraussagen könne. Das hat man in der Vergangenheit nicht können; das ist auch für die Zukunft eine absolut lächerliche Sicherheits-Fiktion. Sie lässt die Menschen immer mehr das Gefühl für Risiko verlieren. Zweitens haben uns diese Stresstests eine gewaltige Summe an Honoraren für die Tausenden ausgeschwärmten Prüfer gekostet. Drittens haben die Stresstests den Wildwuchs an parasitären Bankprüfern noch weiter vermehrt ( die da jetzt schon sind: Nationalbanken, Finanzmarktaufsichten, Rating-Agenturen, EZB, Aufsichtsräte, Staatskommissäre, Bilanzprüfer, Controller, die Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, all die bankeigenen Prüfstrukturen). Selbst wenn man Währungsfonds und Weltbank und EU noch gar nicht dazurechnet, kosten diese riesigen Apparate so viel, dass der Crash einzelner Banken dadurch noch viel wahrscheinlicher wird. Denn nur von der Liebe leben sie alle nicht. Und viertens ist damit der Druck auf die Banken noch weiter erhöht worden, möglichst all das Geld, das die EZB derzeit in Tag- und Nachtschichten druckt, nur den Staaten zukommen zu lassen. Denn die seien ja „sicher“ und gelten als stressarm. Wie man von Griechenland bis Zypern oder gar Argentinien gesehen hat. Bei Wirtschaftsinvestitionen (sofern es überhaupt noch jemanden gibt, der solche vorzunehmen bereit wäre) landet daher logischerweise immer weniger Geld. (TB)

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