Bankenpleiten: Auch Kleinsparer zur Kasse bitten?

Von | 7. Mai 2013

“Die Debatte um einen möglichen Zugriff auf das Ersparte der Bürger in der Euro-Krise geht weiter: So ist eine Beteiligung von Kleinsparern an der Rettung maroder Banken in der EU noch nicht endgültig vom Tisch. Zur Diskussion stehen offenbar auch Guthaben von weniger als 100.000 Euro.” (dpa/tmobile)

5 Gedanken zu „Bankenpleiten: Auch Kleinsparer zur Kasse bitten?

  1. Klaus Kastner

    Ich fürchte, die Eurogruppe ist sich nicht bewußt, auf welchen schwierigen Pfad sie sich mit der vorlauten Zielsetzung, eine Haftungskette zu implementieren, begeben hat.

    Mit einer Haftungskette wie bisher diskutiert kann man vielleicht zypriotische, griechische; vielleicht sogar auch österreichische Großbanken sanieren, nicht aber eine Deutsche, BNP, HSBC und dergleichen. Und das sind letztendlich die TBTF-Banken, um die es geht.

    Eine Deutsche ist beispielsweise in so vielen Ländern und Jurisdiktionen, mit so vielen Tochtergesellschaften und so vernetzt mit dem Weltmarkt unterwegs, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man da eine Haftungskette quasi automatisch anwenden kann. Lehman hat gezeigt, dass unterschiedliche Jurisdiktionen und Tochtergesellschaften zu unterschiedlichen Ergebnissen führen müssen. Zwangsweise. Und dort war es eine Pleite und keine Haftungskette. Selbst bei einer RBI und Erste, mit ihren Osteuropanetzen, könnte das schon äußerst kompliziert werden! Man bedenke: ein großer Teil der Passiva von RBI und Erste, die in die Pflicht genommen werden sollten, ist nicht in Österreich!

    Ich glaube nicht, dass nur irgendein Geldgeber seine Gelder von der Deutsche wegen der Drohung der Haftungskette abziehen wird. Geldgeber werden wahrscheinlicher davon ausgehen, dass die Haftungskette nur eine leere Drohung bei einer Deutsche sein kann und je mehr sie darauf setzen, desto weniger wird die Haftungskette umsetzbar. Am Ende des Tages wird sich kein Mensch vorstellen können, dass die BRD eine Bank, die den Namen ‘Deutsche’ trägt und die in manchen Teilen der Welt mit der Bundesbank verwechselt wird, im Krisenfall nicht voll unterstützen würde.

    Dabei ist es in Wirklichkeit so, dass die Deutsche vielleicht sogar die exponierteste (um nicht zu sagen die verwundbarste) TBTF-Bank in Europa ist. Weniger als 3% ihrer Aktiva sind mit Eigenmitteln finanziert; d. h. 97% sind mit Schulden finanziert. Auf gut Deutsch: die Deutsche hat kaum ein Polster für den Krisenfall. Sie ist eine Bank, die 100 Einheiten ihrer Aktiva mit 97 Einheiten Schulden und nur 3 Einheiten Eigenmitteln finanziert. Sollten ihre Aktiva einmal um 3% abgewertet werden (müssen), dann sind ihre Eigenmittel weg.

  2. Christian Peter

    Das ist auf jeden Fall besser, als ausschließlich Steuergeld für die Pleite
    von Banken zu verwenden. Aber für eine Rückkehr zur Marktwirtschaft
    bedarf es der radikalen Beschneidung der Bankenallmacht : Systemrele –
    vante Banken müssen temporär verstaatlicht und zerschlagen werden,
    kranke Institute bzw. Teile von Banken abgewickelt. In Schweden hat
    das sehr gut funktioniert. Sollte sich danach ein Institut verzocken,
    kann man es pleitegehen lassen wie Schlecker, Quelle oder jedes an –
    dere Unternehmen in der Realwirtschaft.

  3. Rennziege

    @Christian Peter

    “Systemrelevante Banken müssen temporär verstaatlicht und zerschlagen werden, kranke Institute bzw. Teile von Banken abgewickelt.”

    Seltsam, dass Sie dieses skurrile Rezept immer wieder predigen. Sie fordern nichts anderes, als dass der Junkie seinen Dealer heiratet oder die Nutte ihren Zuhälter. Damit wäre der Cashflow versiegt. Die kreditsüchtigen Staaten werden sich hüten, solche Ehen einzugehen.

  4. Christian Peter

    @Rennziege

    Was sollte an dem Voschlag, zur Marktwirtschaft zurückzukehren, skurill sein,
    liebe Tante ? Es würde uns sämtliche Rettungsschirme, Bankenunion und
    noch einiges mehr an Sozialismus in Europa ersparen.

  5. FDominicus

    @Christian Peter
    Was hat Verstaatlichung mit Marktwirtschaft zu tun?
    Ach nichts, nun dann verstehe ich diesen Vorschlag.

    In einem Markt wären die diversen Banken und Firmen schon lange Geschichte. Aber Sie wollen Sie ja am Leben erhalten und zwar ganz klar auf Kosten aller. Warum von einer Pleite nicht nur die Betroffenen wirklich “betroffen” werden sollten, lassen Sie geschickterweise außen vor.

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