Bar zahlen, das neue Rauchen

(C.O.) Frankreichs Regierung verbietet ihren Bürgern ab September, Rechnungen über 1000 Euro bar zu begleichen, künftig sind dafür nur noch Überweisungen oder Kreditkarten erlaubt. Bares ist dann in Frankreich nur noch Wahres, wenn es um Bagatellbeträge geht.

Derartige Bargeldverbote ab gewissen Limits gibt es schon jetzt in Griechenland, Spanien und Italien; auch Schweden verdrängt den Geldschein systematisch aus dem Leben seiner Bürger, dort nehmen mitunter nicht einmal mehr Busfahrer noch Bargeld. Auch Bankfilialen werden immer mehr auf bargeldlosen Betrieb umgestellt.

Damit wird in Europa immer wahrscheinlicher, was der renommierte Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff jüngst gefordert hat: ein gänzliches Verbot von Bargeld. “Zunächst wird es zu einer Begrenzung des Bargeld-Haltens und anschließend zur Abschaffung des Bargeldes kommen,” prophezeit auch Robert Halver, Chefökonom der deutschen Baader-Bank, für Europa.

Begründet wird diese weitere Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte üblicherweise mit der Notwendigkeit, Terroristen, Geldwäschern und Steuerhinterziehern so besser das Handwerk legen zu können. Frankreichs Finanzminister Michel Sapin verstieg sich gar zur Behauptung, das teilweise Bargeldverbot ab September sei notwendig geworden, weil die “Charlie Hebdo”-Attentäter ihre Mordinstrumente mit Barem erworben hätten.

Aber nicht nur Terroristen und Geldwäscher haben guten Grund, einem Bargeldverbot eher skeptisch gegenüberzustehen, auch dem Bürger ohne kriminelle Neigungen droht Ungemach. Denn ohne Bares wird das Leben jedes Bürgers für die Obrigkeit so genau nachvollziehbar und sichtbar wie die sekundären Geschlechtsmerkmale einer Frau im Nacktscanner am Flughafen. Da bleibt dann nichts, aber auch gar nichts mehr dem Auge der Behörden verborgen; sämtliche Möglichkeiten des Missbrauchs natürlich eingeschlossen.

Zusammen mit der Abschaffung des Bankgeheimnisses ist ein Bargeldverbot quasi die Atombombe im Krieg des Staates gegen die Privatsphäre seiner Bürger. Umso erstaunlicher ist, dass der sukzessive Abschied vom Bargeld nirgends in Europa zu größerer Empörung geführt hat, während gleichzeitig jeder Angriff auf die “informationelle Selbstbestimmung” durch staatliche Schlapphut-Trupps regelmäßig zu moralischem Hyperventilieren führt.

Ungemach bedeutet ein Bargeldverbot aber auch, weil es dem Bürger eines der letzten Werkzeuge gegen die für Sparer und Anleger verheerenden Folgen der EZB-Geldpolitik aus der Hand nimmt. Denn gegen Negativzinsen, wie sie in Zukunft wohl immer üblicher werden, kann er sich heute noch wehren, indem er sein Konto abräumt und stattdessen Bares im Safe bunkert. In der Schweiz lösten die Negativzinsen deshalb einen regelrechten Boom von Banksafes aus. Damit ist es natürlich vorbei, wenn das Bargeld abgeschafft wird. Ist der Fluchtweg ins Cash abgesperrt, kann der Sparer nur noch hilflos zusehen, wie sein Kontostand sinkt und sinkt, ohne dass er etwas abgehoben hätte.

Bares ist in der bizarren Welt der Negativzinsen eben ganz besonders Wahres. Zumindest, solange es noch nicht verboten ist. (WZ)

13 comments

  1. Sokrates

    Alter Witz wird aktuell: Pizzabestellung 2020: können sie mir reine Quattro Statione und ein Bier liefern?
    Pizzaservice: Moment check: Ihr Konto ist gedeckt! doch sie haben erhöhtes Colesterin und sind vor 5 Jahren einmal mit 0,4Promille erwischt worden! Sorry gemäß unseren neuen Richtlinien können wir ihnen nur Gemüsepizza und Mineralwasser liefern!

  2. aneagle

    endlich bekommen Randparteien eine Chance !
    Mit dem Versprechen der Wiedereinführung von Bargeldkäufen sind mehr Stimmen käuflich als mit dem schon in der 4.Generation gebrochenem Versprechen von gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
    Wobei:gemäß dem alten linken Sozialpartner-Traum “Wir tun so als ob wir arbeiten und ihr tut so als ob ihr uns entlohnt” wird das ursprüngliche Versprechen vom gleichen Lohn auf skurrile Art doch noch real: Für NIX gibt es NIX
    Und NIX, das wird auch der Kontostand der Insassen in der künftigen EUdSSR.
    Künftige Jobs mit guten Aussichten: Raub, Prostitution, Politik

  3. Christian Peter

    @supergscheit

    Sie sagen es. Mit solchen und anderen dummen Vergleichen und Aussagen dürfen sich die ‘Liberalen’ des Landes nicht wundern, von niemandem mehr ernst genommen zu werden.

  4. feldscher

    welcher Witzbold schreibt da unter @Christian Peter? Als Kabarett ganz brauchbar, wenn auch infantil….. ODER GIBTS’ DEN WIRKLICH?????

  5. Christian Peter

    So ist es. Jeder vernunftbegabte Mensch kennt den Unterschied zwischen Liberalismus und Lobbyismus.

  6. Fragolin

    Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird Bargeldzahlen den Ruch des Unmodernen, Fortschrittsfeindlichen, Ewiggestrigen und damit Rechtspopulistischen / Rechtsextremen verpasst bekommen. Da auch Hitler mit Bargeld bezahlt hat, ist es quasi sogar eine besonders perfide Form der Widerbetätigung, besonders bei Summen um die 88 Euro.
    Klingt idiotisch?
    Auch nicht idiotischer als das Terrorismus- und Schwarzgeldgefasel der Kontrollfreaks.

  7. Rennziege

    11. Mai 2015 – 13:42 feldscher
    Den Herrn Peter gibt es noch, Dottore, offenbar in Fleisch und B. In der Tat ein seltsamer Zeitgenosse. Er möchte Raucher öffentlich aufknüpfen und Impfungen verbieten. Er plädiert für homöopathische Globuli, deren Wirksamkeit (bis auf einen vereinzelt möglichen Placebo-Effekt) empirisch null beträgt, und für alternative Quacksalber, die eigentlich dorthin gehören, wo er die Raucher sehen will.
    Ein Wunder, dass er noch lebt und hohlen Unsinn absondert. Doch der Herrgott erhalte uns diesen Pausenclown, dessen Unterhaltungswert uns schmerzlich fehlen wird, sobald die Bachblüten an ihm versagen. 🙂

  8. perry

    wirklich sehr guter artikel und der vergleich mit dem rauchen bringt das problem auf den punkt!

  9. Thomas Holzer

    Offiziell heißt es natürlich abschaffen des Bargeldes, der Staat sorgt für gesunde Bürger, daher Rauchverbote, “Magermodellverbote”, Verbot von “zu süßen” Getränken et al.
    Man kann es aber durchaus als das bezeichnen was es wirklich ist:
    Der staatlich organisierte Versuch der Ausrottung! des Individuums, des freien Willen, des selbstbestimmten Menschen.

    Und “Kapazunder” wie CP erdreisten sich, über andere, ihnen vollkommen fremde Personen zu entscheiden, diese mit Verboten zu belegen; einzig und alleine um seinen höchstpersönlichen Willen, seinen höchstpersönlichen Egoismus auf Kosten aller anderen durchzusetzen
    CP sollte sich auf eine menschenleere Insel zurückziehen und seine (allfälligen) Jünger um sich scharen

  10. krawutzikaputzi

    Ich schätze, dass mindestens 60 % der Haushalte bzw. Staatsinsaßen nicht wissen, wie hoch deren laufende Fixkosten sind und wie viel sie sich tatsächlich leisten können. Man könnte von einem Glücksfall für die heutige Politik sprechen.
    Die Gruppendynamik (alias Herdentrieb) hat etliche Gehirne auf soziales Ansehen konditioniert und den damit verbundenen Konsum. Viele Menschen, deren Zeitaufwand preismäßig als gering geschätzt wird, werden dadurch ermutigt zusätzliche Jobs anzunehmen. Falls man welche bekommt. Andernfalls ratet man zu mehr Bildung.
    Geförderte Personen kaufen im Gegenzug teures “Gesundheitsessen” und erwarten, dass andere Personen Geld ausgeben, damit ihre Gegenwartsbezogenheit aufrecht erhalten wird (Die Kommentarspalten sind voll davon – auch hier)

    Zudem sind die propagierten Bezugsgrößen für ein menschenwürdiges Dasein, welches eingesetzte Politdarsteller stets hinausposaunen, für die Mehrheit der Menschen ohnehin nicht fassbar. Ob Mindestsicherung oder Steuerbetrug. Wenn man sich damit befassen würde, blickt man der Realität ins Auge, welche nun mal für viele nicht rosig ist.

    Mein Fazit. Ein leichtes Spiel für die NWO.

    Andererseits nimmt das Angebot an Begehrlichkeiten ständig ab. Die Möglichkeit gewünschte Waren zu finden, oder aber einer verprassten Nacht nach zu trauern hält sich zunehmend in Grenzen (wo?). Eine subjektive Einschätzung von mir.

    Aber beim Bargeldverbot geht es ja ums entwerten.

    PS: Terroristen sind jene die Terrorismus fördern. Also die, die das Bargeld abschaffen wollen. Die Darsteller.

  11. Christian Peter

    @t.holzer

    mit linksliberalen Chaoten wie Ihnen lässt sich kein Staat machen. Wir sollten uns an Singapur ein Beispiel nehmen : Rauchverbot in Restaurants und Bars, Diskotheken und in allen öffentlichen Bereichen mit Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen. Die Verunreinigung öffentlicher Bereiche mit Müllkippen wird mit Strafen von Euro 100 – 500 geahndet, ebenso die Missachtung des Rauchverbotes.

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