Basti, allein zu Hause

(von ANDREAS TÖGEL) Kanzler Kurz (ÖVP) hat nach einer Schrecksekunde seinem Koalitionspartner von der FPÖ die Zusammenarbeit aufgekündigt und geht in Neuwahlen. Der Anlass: eine jetzt der Öffentlichkeit zugespielte, zwei Jahre alte Videoaufzeichnung einer Begegnung Parteichef Straches mit einem als Tochter eines „russischen Oligarchen“ getarnten Agent Provocateur. Zum Zeitpunkt der Zusammenkunft war Strache noch nicht in Regierungsverantwortung. Festzuhalten ist immerhin: Offenbar wurde niemand geschädigt. Kein Cent ist – an wen auch immer – geflossen.

H. C. Strache war durch diese Aufzeichnung trotzdem schwer kompromittiert. Dass diese illegal angefertigt und nun von vorerst unbekannten Akteuren gezielt als politische Waffe in einem Wahlkampf eingesetzt wurde, ändert daran nichts. Der Vizekanzler war sich der Untragbarkeit seiner Lage bewusst und hat, zusammen mit der bei der fatalen Begegnung mit der vermeintlichen Oligarchentochter Makarova ebenfalls anwesenden Klubobmann Gudenus, umgehend alle seine politischen Funktionen niedergelegt.

Ohne die sagenhafte Dummheit, in eine solche Falle getappt zu sein schönreden zu wollen, bleibt immerhin anzumerken, dass vermutlich keine strafrechtsrelevante Handlung vorliegt und Strache sofort die nötige Konsequenz gezogen hat und zurückgetreten ist. Mehr konnte in dieser Situation nicht getan werden.

Eine völlig andere Angelegenheit ist der Umgang des Polit-Jungstars und Kanzlers Sebastian Kurz mit diesem Fall. Der hat alle Brücken hinter sich verbrannt und sich mit seiner Neuwahlankündigung voll und ganz den Genossen ausgeliefert. Da die FPÖ, wie auch immer die mutmaßlich im September erfolgenden Neuwahlen ausgehen werden, als Koalitionspartner natürlich ausscheidet, bleibt ihm – im günstigeren der beiden dann denkbaren Szenarien – nur eine Neuauflage einer Koalition mit der SPÖ übrig. Eine Koalition, die vor zwei Jahren wegen chronischer Reformunfähigkeit und -Willigkeit abgewählt wurde. Eine Koalition mit einer SPÖ unter Parteichefin Joy Pamela Rendi-Wagner, die als gelernte Tropenmedizinerin zwar bestimmt zuverlässig verschiedene Arten von Hakenwürmern voneinander unterscheiden kann, von Regierungsgeschäften aber keinen blassen Schimmer hat.

Das für Kurz – vor allem aber für die geplagte Alpenrepublik – weitaus ungünstigere und unter den gegebenen Umständen keineswegs undenkbare Szenario aber, ist das einer linken Regierung aus Roten, Grünen und Neos. Sollte die FPÖ dramatisch Stimmen verlieren, wird diese Variante wohl auch eintreten. Die Chance, sich für die vor zwei Jahren erfolgte Vertreibung von den staatlichen Futtertrögen an Kurz zu rächen, würden die Genossen unter keinen Umständen auslassen.

Es ist indes auch denkbar, dass das Kalkül der Gegner der Freiheitlichen nicht aufgeht und deren erwarteter Absturz nicht im erhofften Maße eintritt. Nicht zum ersten Mal wäre ein „jetzt-erst-recht“-Wahlkampf erfolgreich (man denke an die Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten). Die anstehenden Wahlen zum EU-Parlament werden eine Art Stimmungsbarometer bilden.

Die Koalition aus ÖVP und FPÖ hat in ihrer kurzen Amtszeit einige Reformen auf den Weg gebracht, die in den Jahrzehnten zuvor nicht möglich waren. Mit der eben beschossenen Steuerreform sollte – erstmals seit Menschengedenken – auch den Unternehmen ein wenig Entlastung zuteilwerden. Das ist jetzt Makulatur. Rote und/oder Grüne werden in der nächsten Koalition stattdessen die Zerstörung der verbliebenen Reste des Mittelstandes im Lande zügig vorantreiben.

Kanzler Kurz hätte die Option gehabt, die Koalition mit den Freiheitlichen fortzusetzen, da die beiden kompromittierten Personen sofort abgetreten sind. Daran aber wurde – ohne dafür plausible Gründe zu nennen – gar nicht erst gedacht. Die ÖVP/FPÖ-Koalition war auf zwei Legislaturperioden angelegt, die sie wohl auch locker geschafft hätte. Sebastian Kurz wird mit seinem vorschnellen Hüftschuss auf den Koalitionspartner die volle Verantwortung dafür tragen, dass in den kommenden Jahren jede überfällige Reform unmöglich sein wird.

29 comments

  1. humanist

    Strunzdumme und fatale geschichte fürwahr. Warum aber jetzt Kurz daran schuld resp. verantwortlich sein soll, erschließt sich mir nicht. Aussitzen, bis die FPÖ intelligentere, glaubwürdig frische Leute an die Spitze setzt? …m.E. war das gestern keine ernste Alternative.
    Also Blick nach vorn, bitte: Udo Landbauer böte sich an, oder man könnte den geradlinigen und respektierlichen Vollblutpolitiker Ewald Stadler reaktivieren. Ohne das lächerliche Entschuldigungsgehabe wegen traditioneller Burschenschafter oder Liederbüchern
    freilich. amico pectus, hosti frontem!
    Das braucht aber Zeit. Bis zu den Neuwahlen. Als Kurzwähler werde ich sehr genau prüfen, wie Kurz sich im Sommer zur F positioniert. Im Falle, daß er trotz einigermaßen gelungener Neuaufstellung der FPÖ eine erneute schwarzblaue Regierungsbildung ausschließt, wähle zb ich als überzeugter Liberalkonservativer sofort blau. Wie auch jetzt bei der EU wahl. Auf geht‘s!

  2. hfw

    Wer die ÖVP zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr. Ich habe Kurz nie vertraut, zu jung, zu unerfahren und nicht standfest genug. Ich erinnere an seine vollmundigen Aussagen zB. in Bezug auf die Abschaffung der Kalten Progression, die nun plötzlich ‘unsozial’ sein soll. Vor den Wahlen das Maul aufgerissen, danach Schwanz eingezogen. Und jetzt redet er groß über EU-Reformen. Vor den Wahlen, denn danach wird es munter weitergehen wie bisher. Es tut mir Leid, der ÖVP ist nicht mehr zu trauen, und Kurz schon gar nicht.
    Hr. Kurz ist im Grunde genau so ungeeignet für sein Amt, wie es Hr.Strache ist, wohl auf andere Weise, aber das ändert nicht viel.

  3. sokrates9

    Derzeit scheint sich ein kollektiver Rinderwahn über das Land zu legen! Da wird 2 führenden FPÖ-lern die nicht gerade die intellektuell cleversten sind eine klassische Falle gestellt, perfekt nichts auslassend Alkohol, Sex, Drugs steht im Raum und die Tölpeln fallen erwartungsgemäß rein. Dann passiert – gar nichts. Man wartet auf eine gute Gelegenheit knapp vor einer Wahl die Regierung zu sprengen. Und das geht nicht mit juridischen Argumenten sondern rein mit der Moralkeule! Unappetitlich, bösartig so ein besoffenes Verhalten, das man dann gleich in bester Sippenhaftung (wahrscheinlich auch schon verbotener rechtrsradikaler Begriff)
    über alle Politiker der Rechten, allen Mitarbeitern, den Landesparteien und zuletzt über alle “Rechten” Wähler – so an die 25% der Bevölkerung stülpt! Vom Bundespräsidenten abwärts über die gesamte Opposition ,von Pilz angefangen bis zu den Sozialisten, Neos die stolz sind Silberstein engagiert zu haben, entrüsten sich diese Obermoralisten nun und eliminieren die Rechten in Österreich! Erst wenn diese sich total gewandelt haben als NGO`s im Büßergewand täglich den schmerzreichen Rosenkranz beten, will man vielleicht mit ihnen wieder was zu tun haben. Aber derzeit sind sie moralisch mit Leuten die ein Rattengedicht veröffentlichen, die abscheulichen Identitären grüßen, die von staatlichen Stellen von jedem Rechtsextremismus und Straftaten freigesprochen wurden, mit solchen Leuten will man als Gutmensch nichts zu tun haben! Auch die gesamten Medien spielen da als gelobte 4. Macht voll mit! Super wenn in Zukunft mit jeder geschickt inszenierten Falle Politik gemacht werden darf, welches den Steuerzahlern Dank Wahlen, Stillstand über Monate, Gesetzesänderungen usw Millionen kostet damit die selbst definierte Moral und europäische Werte eingehalten werden! So vertrottelt war Österreich noch nie!Verstand wird durch Aktionismus ersetzt!

  4. CE___

    Ich sage mal auch “Abwarten und Tee trinken”.

    Und sich nicht bitte andauernd in ein linkes Kesseltreiben verwickeln lassen.

    So stakkato-artig und fast wie nach Drehbuch das bisher abgelaufen ist widert es mich persönlich als Normalbürger und Normalwähler nur mehr an.

    Wenn DAS der neue Politik- und “Arbeits”stil gegen politische Gegner ist den Schwarze, Rote, Grüne, Neos, etc. hoffähig machen wollen und für gut befinden, na danke.

    Es sagt nämlich mehr über diese aus als es über die FPÖ aussagt.

    Dort treten dann zumindest die Übeltäter oder moralisch fragwürdigen Personen auch zurück.

    Im Grunde ist diese “Affäre” schon beendet mit dem Rücktritt der beiden Beteiligten. Und wäre es auch bei jeder anderen Partei und deren Politikern.

    Ich denke nicht das die weitere primitive Ausschlachtung den Linken in Ö irgendeinen Vorteil bringt, und schon gar nicht den Schwarzen mit dem Sprengen der Koalition.

    Denn es ändert nichts an der Gesamtlage warum die FPÖ so viele Stimmen erhielt:

    Masseninvasion von illegalen Fremden in den Schengenraum und deren Apanagierung durch hiesige Steuerzahler, EUDSSR, und noch einige andere.

  5. nattl

    Also ich frage mich ehrlich, welche Reformen diese schwarz-blaue Regierung tatsächlich auf den Weg gebracht hat? Die Kalte Progression hätte erst knapp vor der nächsten regulären Wahl als Wahlzuckerl abgeschafft werden sollen (und wird jetzt wohl auf ewig bleiben). Die Flüchtlingswelle selbst ist abgeebbt, die Asylwerber wurden nicht weniger, sondern sie wurden geschickt aus den Ballungsgebieten weg über die Weite des Landes verteilt, so dass sich auch Schaßklappersdorf über ein Asylheim freuen darf mit dem Effekt, dass dem Normalbürger in der Großstadt vorkommt, es wären weniger Asylanten hier. Die Reform der Sozialversicherungen ist nach anfänglichen großartigen Ankündigungen auch nicht zu erkennen. Was also ist von eineinhalb Jahren schwarzblau übriggeblieben? Der 12-Stunden-Arbeitstag?

    Die Regierung Kurz war Weltmeister im Ankündigen ohne wirklich was zustandezubringen. Anstelle dessen haben sie eine Reihe von Skandalen, produziert, der Letzte hat die Regierung letztendlich zu Fall gebracht.

    Selbst wenn sich die FPÖ nicht halbiert haben sollte, was angesichts des aktuellen Skandals aber anzunehmen ist, mit wem würden sie denn in eine neue Regierung gehen, würde sich Kurz dazu entschließen, es nochmal zu probieren? Ohne Strache und Gudenus verbleiben an fähigen Politikern in der FPÖ nur mehr Kickl, Villimsky, Hofer, Haimbuchner. Punkt. Das wars. Alle anderen sind unintelligente Hinterbänkler, die maximal lustige Gedichte schreiben können, denen man aber keine Verantwortung übergeben kann. Man könnte nur Leute wie Stadler oder Mölzer reaktivieren, aber will man das?

    Kurz hat sich selbst mit seiner Ankündigung ins Abseits geschossen. Er hat sich quasi alle Türen zugeworfen und verrammelt und verriegelt. Selbst wenn er den Schüssel machen sollte und massive Zugewinne hat, mit wem soll er koalieren?

    Mit der SPÖ herrscht Feindschaft. Klar, die Roten sind Geld- und Machtgeil, aber sie werden sich eine Koalitionsbeteiligung teuer abkaufen lassen und da ist die Frage, ob hier die schwarzen Landeshauptleute, die noch immer die wahre Macht in der ÖVP darstellen, mitmachen.

    Die FPÖ “kann es einfach nicht”, wie Kurz selbst richtig bemerkt hat. Ohne Strache noch weniger als mit. Außerdem, wie glaubwürdig wäre es, wenn Kurz zuerst die Regierung aufkündigt um dann wieder das gleiche Setup in einer neuen Regierung zu installieren? Und würde VdB hier ja sagen?

    Mit den “kleinen Parteien”, also NEOS, Jetzt und/oder Grünen wird es auch recht schwer, etwas sinnvolles zustande zu bringen.

    Und sollte Kurz nicht liefern können, dann geht er ziemlich schnell den Weg eines jeden ÖVP-Bundesparteiobmanns, dann gibts nämlich die rituelle Hinrichtung des Obmanns, ehe er es sich versieht.

    Es wäre Zeit, dass sich endlich eine Partei rechts der ÖVP etabliert. Eine Partei ohne den schalen Beigeschmack des Nationalsozialismus, ohne Burschenschafter, ohne Küsselfreunde und Idenditäre. Denn mit der Selbstzerstörung der FPÖ gibt es in diesem Land nur mehr Parteien, die links der Mitte sind…

  6. Selbstdenker

    @Andreas Tögel:
    Das politische Geschäft tickt nach den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie. Es geht nicht um Vernunft und Wahrheit, sondern um die Erzielung von Aufmerksamkeit sowie die positive oder negative Aufladung von Begriffen bzw. Marken mit Bedeutungsinhalten.

    Dieser Anwurf war lange und professionell geplant. Wenn man ein weiteres Degenerieren der politischen Auseinandersetzung verhindern möchte, die sich im gesamten Westen zum Bürgerkrieg auswachsen könnte, wird man um eine detaillierte und schonungslose Aufarbeitung derartiger Vorrats-Videoprodroduktionen nicht herumkommen. Ein Riesenfehler war es die Silberstein-Affäre nach der letzten NR-Wahl auf sich beruhen zu lassen.

    Fest steht: Strache, Gudenus und ein paar andere Knallköpfe aus den hinteren Reihen der FPÖ haben sich über die Medien fernzünden lassen um die FPÖ und die Koalition zu sprengen. Kurz hatte gar keine andere Wahl als sich von diesen Selbstmord-FPÖlern zu trennen. Eine Einschätzung, die sicherlich auch der ehemalige FPÖ EU-Abgeordnete Mölzer teilt.

    Und die FPÖ ist gerade dabei den nächsten Fehler zu machen, indem sie das eigene Versagen BK Kurz umbindet. Ironischerweise verbreitet sie nun selbst einen Narrativ, der vom konzern- (aber nicht unternehmer-)freundlichen Ehepaar Kern gerade massiv gestreut wird.

    Die Mehrheit, die für die bis vor kurzem sehr beliebte Wenderegierung gestimmt hat, wird nicht einfach verschwinden. Die FPÖ setzt aber derzeit selbst alles daran, das sie als Partei verschwindet.

    Die politischen Strategien der Linken sind alles andere als neu. Was mich erstaunt, ist die Regelmässigkeit, mit der die von den Linken ausgemachten Gegner auf ihre Strategien reinfallen. Buchtipp: Take no Prisoners (David Horrowitz).

    Zum Abschschluss ein längerer, hochinteressanter Vortrag von G. Edward Griffin über die John Birch Society aus dem Jahr 1969. Die darin vorgestellten Methoden der Linken passen perfekt zu denen, die aktuell praktiziert werden. Besonders interessant ist der Teil ab Zeitstempel 01:00:00:
    https://thelandofthefreeblog.wordpress.com/2019/05/11/eine-perfekte-prognose-aus-dem-jahr-1969-zur-linken-politik-von-heute/

  7. sokrates9

    Die Russen mischen sich doch immer in europäische Wahlkämpfe ein und beeinflussen die EU! Dass die Deutschen die östereichische Regierung via Süddeutsche und Spiegel sprengen ist da ganz was anderes! Muss sein, die Österreicher sind zu doof!

  8. nattl

    Flambierte Republik (Rezept)

    Man nehme

    Eine russische Email-Adresse.
    Ein lettisches Wertkartentelefon.
    Eine gutaussehende, gutbestückte russische Nobelprostituierte.
    Einen seriös wirkender Übersetzer.
    Drei bis vier Bodybuilder, die Leibwächter spielen.
    Eine für drei- vier Tage angemietete Villa auf Ibiza. . https://www.airbnb.at/rooms/31982791?guests=1&adults=1&sl_alternate_dates_exclusion=true&source_impression_id=p3_1558336426_qV%2Fed0UJEtRoO2gz
    Einen gemieteten Ferrari oder Maserati davor.
    Zwei GoPro Hero 5 + 64 GB Speicherkarten.
    Drei Flaschen Vodka.
    Zwei 6er-Träger Red Bull.
    Zwei dümmliche Oppositionspolitiker mit den Nasen voller Koks.

    Mischen Sie alle Zutaten vorsichtig zusammen, füllen sie die langsam Politiker mit Vodka und Red Bull. Die GoPros platzieren sie währenddessen dezent im Wohnzimmer. Sobald die Politiker ausreichend getränkt sind, lassen sie sie einfach sprechen.
    Den zusammengemischten Teig lassen sie jetzt ca. zwei Jahre ruhen und veröffentlichen das fertige Backwerk in ausländischen Medien. Die brennende Republik garnieren sie am Besten Neuwahlforderungen. Guten Appetit!

    Finanzieller Aufwand: keine 100k.

  9. Weninger

    @Sellbstdenker
    Ja es ist zweifellos wahr, es war ein hinterhältiger Anwurf, von wem auch immer. Aber vor allem war es eine Selbstentlarvung der Partei der Anständigen und Sauberen. Da hilft kein Hinwegreden. Und wenn man das Setting anschaut, wird einem klar, dass solche Treffen öfter stattfanden, was ja auch ein Rückblick auf die Scheuchs beweist. Punkt ist, die FPÖ ist wie jede andere Partei auch käuflich … Damit wir nicht wieder ins dieses Links-Rechts-Gesudere verfallen. Einem Polizisten nimmt man es halt auch übler, wenn er was fladert, als einem Hilfsarbeiter.

  10. Falke

    Es geht allein gegen Kickl. Kurz hätte ja die Koalitionsregierung durchaus weitergeführt, nur ohne Kickl. Daher vermute ich, dass da auch noch ganz andere Kreise in die Sache involviert sind, möglicherweise sogar die (Alt-)ÖVP selber. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war ja noch nicht abzusehen, dass die FPÖ in die Regierung kommt und vor allem, dass Kickl Innenminister wird und tatsächlich etwas gegen die illegale Migration tut. Das stößt nicht nur den Linken und Grünen sauer auf, sondern – wie man erst kürzhlich gesehen hat – auch Mitterlehner (und damit wohl auch Busek, Konrad, Fischler usw.). Möglicherweise haben sich auch Soros und Weber bei Kurz gemeldet. Vielleicht hofft er auf eine Koalition mit den Neos und Grünen (die wohl wieder – statt den Pilzen – in den NR einziehen werden). Könnte sich knapp ausgehen, wenn Kurz 2-3 Prozentpunkte mehr bekommt.

  11. nattl

    Kickl ist das einzig verbliebene Asset, dass die FPÖ hat und der den totalen Absturz abfedern kann. Als Innenminister könnte er bis zur Wahl in dem ihm möglichen Rahmen eine harte Linie fahren und versprechen, dass er bei Wiederwahl diese Linie fortsetzt. Gleichzeitig gilt er als befangen, da er 2017 ebenfalls in einem hohen Amt in der FPÖ war und es unwahrscheinlich ist, dass er nicht in die Absprachen zwischen Strache, Gudenus und der “russischen Oligarchin” eingeweiht war. Somit ist es moralisch gesehen unappetitlich und rechtlich fragwürdig wenn er als Innenminister weiter im Amt bliebe.

  12. sokrates9

    Wenninger@Analysieren sie mal mwa derzeit alle Parteien aufführen! falle von außen Aufgestellt, 2 Idioten tappen Tein, die Obermoralisten tanzen rund um die Falle ohne zu bemerken dass siue sich moralisch auch zu 100% in das Abseits gestellt haben! Diese 2. Falle die ein Sittenbild über die gesamte österreichische Politik gibt, vom Obermoralbundespräsidenten abwärts die alle naiv im Takt der ausländischen Fallensteller tanzen bis zu den gesamten Österreichischen Medien in denen ich keine Stimme finde die in diesem irrationalen Desaster nicht freudig mitheulen zeigt auf wieweit Österreich gesunken ist. Die klassischen Werrte Österreichs Freiheit, Heimat, Vaterland zählen in der EU gar nichts mehr! Kriminelle Manipulationen sind auf der Tagesordnung!

  13. Weninger

    Was hats denn da, bin ich gesperrt, warum?

    Falke, sokrates
    Ich gehe jetzt mal über die typischen Latrinengerüchte von Ihnen, FPÖ gegen alle als alleinige Heilsbringerin der unterdrückten Östereicher, hinweg. Türkis-Neos-Grüne wird nicht zustandekommen, ebenso wie in Deutschland (CDS-Grüne-FDP), und selbst wenn dann würde es nicht sehr lange halten. Basti wird in den Roten Sauerapfel beißen müssen. Darin die Rote auszutricksen sind die Schwarzen trotz allen jammerns eh sehr versiert. Wird halt nicht so leicht sein wie bei den Blauen, die willfährige Grundsätze fahren ließen, zB in der Bürgerüberwachung. “Österreichs Freiheit, Heimat, Vaterland” leer Schlagworte des Dritten Lagers, was bringt mir die FPÖ, außer das sie die Islamis draußen halten will, was eh auch sie nicht verhindern kann und will??

  14. Selbstdenker

    Hat wer die Bilder vom organisierten, aber nicht als Demo angemeldeten “Menschenmeer” (5.000 Personen) vor dem Ballhausplatz gesehen? Ich wusste gar nicht, dass es so viele Soziologiestudenten in Wien gibt. Normale Leute waren eher dünn gesäht.

  15. CE___

    Na mich wundert nicht dass der Kurz so unbedingt den Kickl wegbugsieren möchte.

    Sitzt der Kickl doch am falschen richtigen Platz.

    Nämlich auf dem des Innenministers, von dem aus man, neben dem Justizminister, am schnellsten Lichts ins Dunkel in dieser Causa bringen kann.

    Eloquent und schlagfertig auch noch. Und “heiß und angespitzt” ob der Vorgänge in den letzten Tagen obendrein.

    Also brandgefährlich zur vollkommenen Ausführung dieses Coups.

    Und viele Coups sind schon in den letzten Schritten an “Kleinigkeiten” gescheitert.

  16. humanist

    @GeBa: Stadler steht glaubwürdig FÜR bürgerliche Werte und ist hochintelligent, überaus eloquent und unbeugsam. FPÖ interne Parteiakademiequerelen interessieren mich nicht. Ich mag Ecken und Kanten.

  17. Weninger

    Mit Stadler als Spitzenkandidat würde die FPÖ erfolgreich wieder zur 5% Partei 🙂

  18. Weninger

    @Selbstdenker
    Na, dann ist ja alles bestens und eine türkisblaue Mehrheit weiterhin locker gesichert. Oder pfeifen wir im Wald?

  19. TomM0880

    Ich weiß beim besten Willen nicht, wer sich darüber freuen kann, dass eine Regierung so einfach wegradiert werden kann?

    Strache hat sich vorführen lassen, und das alleine zeigt, dass er für den Vizekanzler nicht geeignet war. Ich war immer der Meinung, dass Norbert Hofer als Spitzenkandidat für die FPÖ bei der Nationalratswahl 2017 antreten hätte müssen. Dem wäre so etwas einfach nicht passiert.

    Was weiters bedenklich ist, sind die die Stasi-Methoden die zur Erstellung des Videos geführt haben, und jeden demokratisch denkenden Menschen ein kaltes Schaudern über den Rücken fahren lässt. Jene die jetzt jubeln und dieses Verbrechen als “Mittel zum Zweck” sehen, sollten gewarnt sein. Der nächste den es trifft, könnte man immer selbst sein.

  20. Weninger

    Als ob die FPÖ nur eine Sekunde zögern würde, etwas Ähnliches gegen Ihre Gegner zu verwerten ….

  21. TomM0880

    @Weninger

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das sind Stasi-Methoden und die Drahtzieher gehören gerichtlich verfolgt, egal wer dahinter steckt.

  22. Weninger

    Den ganzen Tag hier zu lesen, dass solche bösen Sachen nur die Linken machen, ist ermüdend und wemnig glaubwürdig. Man meint das Jammern aus der FPÖL-Zentrale hören zu können. Ja, und damit es nicht falsch rüberkommt, auch die Linken und Schwarzen sind intrigante Giersäcke. Aber bitte liebe FPöler hört doch endlich mit dem Opfergejammer auf und versucht sauber zu sein, auch wenn mal keiner hinschaut. Dass Geschäfte mit den Russen zum part of the game gehören ist seit den Scheuch-Brüdern wohl klar.

  23. TomM0880

    Ich bin kein FPÖler, wie können Sie das auf Grund meines Beitrags herauslesen?

    Mir ist es wirklich egal, was mit der FPÖ passiert, nur wie dieses Video entstanden ist, und viele Menschen das auch noch gutheißen ist bedenklich. DDR2.0 ist am Vormarsch.

  24. Mourawetz

    Damit hat die FPÖ den Nimbus einer durch und durch korrupten Partei, auch wenn die Bespitzelung noch so hinterhältig war, das Gesagte drängt sie in den Schatten. Damit würden deutsche Verhältnisse geschaffen, dort steht die Schwesterpartei genau so verlassen da, ein Paria, niemand mag mit ihr. Nur diese Konstellation- die völlig Sturmtief geschossene Rechte hinterlässt ein Vakuum- erlaubt es der Linken wieder an die Macht zu kommen, da können die Wählerinnen und Wähler noch so oft die AfD wählen, mit ihr koaliert niemand. Das nennt sich Demokratie.

  25. CE___

    @ Weninger

    “Den ganzen Tag hier zu lesen, dass…”

    Es zwingt Sie keiner hier auf orneronline zu lesen. Vielleicht wäre das Leserforum des Standard oder des Falters geeigneter für Sie.

    “Man meint das Jammern …”

    Ich sehe in diesem Forum kein Jammern. Ich sehe angebrachte Entrüstung über die moralische Fehlbarkeit und Dummheit zweier Politiker, Entrüstung über die benutzten Stasi- bzw. KGB-Methoden von noch Unbekannter, und Entrüstung über die Scheinheiligkeit des politischen Gegners und der Medien, denen es nicht um generell “Korruption ist böse” geht, sondern nur um primitive Schädigung des Gegners mit illegalen Methoden und mittlerweile auch Zerstörung einer nicht genehmen Regierung. Und das u.U. noch aus dem nahen Ausland heraus.

    “Aber bitte liebe FPöler…”

    Danke, sehr nett, dass man bei Ihnen gleich als “FPÖ-ler” gilt wenn man in das derzeitige linke Mediengeheule so nicht einstimmt. Danke, das “wir” für Sie nicht gleich “Nazis” sind. Ihre Grosszügigkeit rührt mich zu Tränen.

  26. Weninger

    @CE
    Ich finde schon, dass man nicht immer nur in einer Blase leben muss, die sich gegenseitig versichert, wie toll sie ist. Gilt für links und rechts. In den Standardforen findet man immerhin auch sehr migrationskritsche Statements.
    Wie ich gesagt habe, um nicht als einseitig zu gelten, auch schwarz und rot sind korrupt und gierig, aber auch die FPÖ hat es schon mehrfach bewiesen und die Postenbesetzungen mit seltsamen Charakteren spricht ihre eigene Sprache. Der Unterschied: Die VP ist schlau-korrupt, die SP tölpelhaft-korrupt, aber die FP dumm-dümmer-korrupt. Die FPÖ braucht sich als nicht erhaben fühlen, mit dem FInger auf andere zeigen und als Opfer gerieren. Wie man als Nicht-FPÖler diese Partei so glühend verteidigen kann, entzieht sich mir. Danke.

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