BER und der Klimawandel

Von | 12. Dezember 2015

(LUKE LAMETTA) Nürburgring: Aus geplanten 58 Mio. Euro wurden 330 Mio. Euro (gone, insolvent). Elbphilharmonie: Aus geplanten 77 Mio. Euro wurden 865 Mio. Euro (vorerst..). Flughafen BER: Aus geplanten 1 Mrd. Euro wurden 6 Mrd. Euro (bis auf Weiteres….).
Sitzt Uli Hoeneß wirklich noch immer im Knast?
Und welche Prognose hat eigentlich mehr unsichere Variablen? Welche stellt die zentrale Planung vor komplexere Aufgaben? Die Gesamtkosten öffentlicher, deutschregionaler Bauprojekte by 2015 – oder die Erdtemperatur samt Weltklima in 2050?
Ich komm nicht drauf. Jetzt bin ich ja nicht nur kein Physiker oder Klimaforscher, sondern auch die ewige, selektive Faktenklauberei zwecks wissenschaftlicher Unterfütterung des eigenen bias etwas leid. Womit ich mich aber ein wenig auskenn sind Rechenmodelle, Extrapolationen aus historischen Daten (vor 1880 ebenfalls extrapoliert), Wissensprobleme in einer Zentralverwaltungswirtschaft, Anreizsysteme und blind spot Dynamiken, neuronale Netze oder MC-Simulationen. Zusammengefasst: Mit der Entropie von Prognosen.
Long story short: Die fixe Idee, man wüsste nicht nur genau, mit wievielen Gigatonnen CO2-Ausstoß man in 35 Jahren unter den (willkürlich erwürfelten) +2° Temperaturanstieg bleibt (+1,9° ist offenbar unbedenklich, +2,1° der Weltuntergang), sondern werde den CO2-Ausstoß der beinahe kompletten Welt auch noch mit diesen und jenen zentral dekretierten Maßnahmen steuern und dorthin planen – die kann man eigentlich nur als ziemlich verrückt bezeichnen. In 35 Jahren kommen und verschwinden ganze Staaten.
Wär ich von der Signifikanz anthropogenen CO2s in Sachen Klimawandel etwas überzeugter, nicht zuletzt eine von sämtlichen Leitmedien im Rang einer alternativlosen Staatsdoktrin abgehandelte Feststellung – ich würd mich vor diesem psychotischen Maß an politischer Hybris und Anmaßung in Anbetracht der Horrorszenarien der Climate Church of Latter Day Saints ein wenig fürchten. “Kultur des Weniger”. Gürtel enger schnallen. Sagt auch Barbara Hendricks. Im Four Seasons Hotel George V zu Paris.

13 Gedanken zu „BER und der Klimawandel

  1. Thomas Holzer

    Deswegen baut D BER nicht fertig; Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels 😉

  2. Christian Weiss

    Danke dafür. Man fragt sich wirklich, wie Leute, die noch nicht mal einen Flughafen oder einen Konzertsaal auf die Reihe kriegen, glauben, sie könnten das Wetter in 50 Jahren steuern.

  3. aneagle

    Die Zahl ZWEI, 2, ist, bei aller Verachtung durch seriöse Klimaforscher, für die in ihrem Forschungsfeld so unersetzliche Esoterik, wichtig!
    Viel Zuwenig beachtet ist der Zusammenhang mit ähnlich seriösen Forschern auf dem Gebiet der Inflationsforschung, Erhaltung und Bekämpfung. Auch hier wurde zum Erhalt unserer Idylle der Prosperität und Schutzwall gegen Austerität von den Schützern die Zahl ZWEI,2, errechnet. Mit 2% Inflation pro Jahr ist alles palletti. 1,8 wäre desaströs, 2,2 galoppierend. Da kommt Großes auf uns zu, deshalb beschäftigen wir Herrn Draghi, damit er uns die 2% verordnet.

    Aber der noch nahezu unerforschte Zusammenhang, die verbindende Brücke, zwischen ZWEI,2, Prozent und Zwei,2,Grad eröffnet ungeahnte Forschungssphären.
    Generationen von bisher nicht benötigten Forschern werden uns auf den sauber bewiesenen Zusammenhang hinweisen, dass sogar die Genderwissenschaft, letztlich von ZWEI ,2, Geschlechtern den Ursprung genommen hat.

    Vor allem gemäßigte Religionsforscher der neueren Generation, mit allem dialektischen Dualismus der digitalen Welt, suchen ein Religionsmodell zu erstellen ,das ohne Trinität oder dem obsoleten, faschismusfördernden Monotheismus auskommt. Die Politik hat ZWEI, 2 längst inkludiert und präsentiert stolz die aktuelle, omnipräsente Doppelspitze.
    Und wir?
    Wir sollten uns der Fülle an Beweisen nicht verschließen und uns auf die Suche nach einem ZWEIT-Planeten , einer Parallelwelt , machen. Ohne die, weiß der aufgeklärte Mensch von heute, wird es wohl nicht gehen. 😉

  4. Fragolin

    @Christian Weiss
    Weil sie trotzdem nach sogenannten Wahlen mit dem “Volksentscheid” im Rücken von ihren Parteihäusern mit der Macht ausgestattet werden, solchen Blödsinn überhaupt erst zu schießen.
    Unsereiner bekommt ja nie die Chance, solche Beträge in den Mond zu schießen. Wir sind ja schon nach Kontoüberziehung mit dreifachem Monatslohn pleite…

  5. Luke Lametta

    Besonders originell ist, dass es ja dabei keineswegs so ist, als hätten diese CMIP5 Klimamodelle bisher auch nur mit ihren kurzfristigen Simulationen irgendwie richtig gelegen. Makes you tick. Den ‘hiatus’ der Erderwärmung seit der Jahrtausendwende hatte man überhaupt nicht auf der Rechnung: Plötzlich wollte diese nicht mehr mit dem anthropogenen CO2 korrelieren. Es folgten 10 (zehn) verschiedene Ansätze zur Erklärung dieses Phänomens, wissenschaftlichste Wissenschaftlichkeit, Peer-Reviews Ende nie. Der 11. hat dann erklärt, man habe es nicht mit 1, sondern 2 hiatuses zu tun. Der 12. hat dann überhaupt bestritten, dass es einen solchen gab. Lovin’ it.

    Seit 2014 gibts wieder neue Rekordtemperaturen. Es heißt, El Niño wär dafür verantwortlich. Wer El Niño blöderweise erneut überhaupt nicht prognostizieren konnte: Right. CMIP5 Klimamodelle. Völlig klar deshalb: Wir wissen, wieviel Gigatonnen CO2-Ausstoß/Jahr welchen Temperaturanstieg zur Folge haben. Im Jahr 2100. Und zwar auf die Nachkommastelle genau, +0,9° bis +5,4°. Jawohl.

  6. Thomas Holzer

    @aneagle
    Die 2 Grad sind mittlerweile schon obsolet!
    “Unsere” Politikerdarsteller sind viel ambitionierter, auf dieser Konferenz sind 1,5 Grad geplant…..

  7. Christian Weiss

    “Die 2 Grad sind mittlerweile schon obsolet! „Unsere“ Politikerdarsteller sind viel ambitionierter, auf dieser Konferenz sind 1,5 Grad geplant….”

    Die Welt ist eben wie eine grosse WG, wo man darüber diskutiert, auf welchen Wert der Thermostat für die Zimmertemperatur eingestellt wird.

    Der nächste Schritt dürfte dann sein, dass man endlich gegen die “Klimaungerechtigkeit” vorgeht: 1500 Millimeter Jahresniederschlag und 15 Grad Jahresmitteltemperatur für alle!
    Wenn man all den Klimapäpsten zuhört, muss das doch möglich sein. Die verstehen ja die ganzen Wechselwirkungen des Kilmas inzwischen so präzise.

  8. Christian Weiss

    40 Prozent weniger Schwerkraft für die zunehmend adipöse Gesellschaft wäre auch ein Ziel, das man mal ins Auge fassen könnte.

  9. Ch.

    Cui bono? Ich glaube nicht, dass der Aktionismus der klimahysterischen Weltenretter auf den Mangel an anderen tatsächlichen Problemen, deren Lösung man sich zuwenden könnte, zurückzuführen ist.
    Welche finanziellen Interessen stecken hinter diesen Weltuntergangstheorien? Es können doch nicht die paar Klimaforscher mit ihren Rechenmodellen und die Erzeuger von Alternativenergieanlagen sein!

  10. gms

    Ch.,

    “Cui bono?”

    Als initial kann man das Ganze halbwegs gut begründet Vertretern der Kernenergie zuschreiben, die in den 80ern mit dem erstmals durch die aufkommenden Grünen getragenen Widerstand gegen die Aufbereitung und Endlagerung von Brennstäben konfrontiert waren. Die Älteren unter uns werden sich noch gut an die omnipräsenten Buttons (“Atomkraft – Nein danke!”) erinnern. Wer aber, so der Plan, wirklich etwas für Mutter Erde tun wollte, mußte pro Kernergie sein.

    Die zweite aufspringende Interessengruppe waren Politiker hochindustrialisierter Staaten, die mit Vorgaben rund um Öl- und Gasverbrauch aufkommende Schwellenländer auf Schlagdistanz möchten. Zupaß kam die Idee des Ablaßhandles mit Co2-Zertifikaten (“cap and trade”) zugleich Ölfirmen, weshalb ausgerechnet Enron das Thema (pardon the pun) mit allen Mitteln befeuerte. Nachdem der künstlich zu schaffende Markt wiederum Handelsplätze erforderte, hatten auch Banken (i.e. Goldman Sachs, Barclays, Fannie Mae) ihre helle Freude mit der Klimareligion und staubten als Plattformbetreiber und Zertifikathändler gleichermaßen ab.

    Entworfen wurde das Co2-Handelssystem 1999 von Al Gore, Colin Powell (Ex-Goldman) und Kenneth Lee Lay (Ex-CEO von Enron). Was blieb, ist ein allumfassend betrugsfreundliches System, wer wann wie was global tun oder lassen soll, um — und das ist das Entscheidende — monetäre Ansprüche zu erwirken. Big-Money, Big-Energy und Big-Government fanden hierin gleichermaßen Mittel und Wege zur Verfolgung ihrer Interessen. Die einen cashen ab, die anderen zielen darauf ab, andere Staaten würde es härter treffen und zugleich neue Quellen für Steuern öffnen.

    Eingedenkt dessen sollte man die Frage besser umkehren: Wer profitiert nicht?

  11. Luke Lametta

    Politikern dürfte neben der Erschließung einer neuen Steuerquelle auch gefallen haben, dass sich mit dem Klimawandel die Zentralisierung von Macht und entsprechende Strukturen prima befördern lassen. Eine CO2-Steuer ist neben der FTS der feuchte Traum der Brüsseler Dirigisten, endlich eine eigene Einnahmequelle, um fortan Triple-A geratete EU-Anleihen emittieren zu können, ganz doll viel neuer Spielraum für “europäische Lösungen”.

  12. gms

    Luke,

    wie sehr sich lokale Politik auf das Thema setzt, zeigen willkürlich herausgegriffene Beispiele, bei denen etwa Kalifornien sich für deren Bäume etwas zahlen läßt [1] oder Südseestaaten via Mangroven zu Geld kommen wollen [2]. Nicht minder zahllos sind Fonds, die Anlegern mit Co2-Zertifikaten Renditen verheißen, damit Otto-Normal-Gutmensch auch über sein gefördertes Solardach hinaus noch profitieren möge.
    Kuglen mit “carbon certificate” liefert über 54 Millionen Treffer, was allein schon den monströsen Charakter der Ablaßhandelindustrie veranschaulicht, die’s mit Treehugger-Ideologie allein niemals so weit gebracht hätte.

    Entscheidend im Kontext ist einmal mehr der Umstand, wonach Milliarden nicht organisierter Individuen jeweils kleine und politisch verordnete Verluste tragen, denen riesige Gewinne kleiner und konzertiert agierender Gruppen gegenüber stehen, die naturbedingt engagierter und skrupelloser vorgehen.

    [1] reuters.com/article/us-california-carbon-idUSBRE87E0AZ20120815
    “California city eyes carbon credit revenue from its trees”
    [2] fao.org/3/a-ar463e.pdf
    “Reality check on the potential to generate income from mangroves through carbon credit sales and payments for environmental services”

  13. fxs

    Und eine australische Mathematikering behauptet den Zyklus der Solaraktivitäten gefunden zu haben, und dieser Zyklus wird uns in den nächsten 30 Jahren eine kleine Eiszeit bescheren. Na dann werden die CO2 Freaks sicher davon überzeugt sein, dass die “globalen Anstrengungen” die von ihnen erwartete Wirkung gezeigt haben. Wenn die Australierin sich geirrt har, auch egal, die CO2 Freaks werden dann halt feststellen, dass wir uns viel zu wenig angestrengt haben.

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