Beruf Quoten-Farbiger?

Von | 17. April 2021

(Christian Ortner) Warum erzwungene Minderheitenquoten in Medienhäusern keine gute Idee sind. In Deutschland hat jüngst, mit freundlicher Unterstützung der Bundeskanzlerin und vor allem des deutschen Steuerzahlers eine Gruppierung namens “Neue deutschen Medienmacher*innen” nicht weniger als einen Komplettumbau der deutschen Medienwelt gefordert. Der durchaus einflussreiche Verein, ein Netzwerk von etwa 2.000 deutschen Medienschaffenden, das sich als Interessenvertretung von “Journalist:innen of Color und Medienschaffenden mit Einwanderungsgeschichte” versteht, fordert nicht etwa, was man ja durchaus verstehen und unterstützen könnte, mehr Qualitätsjournalismus, bessere Arbeitsbedingungen oder dergleichen, sondern “eine 30-Prozent-Quote für Journalist:innen aus Einwandererfamilien, für schwarze Journalist:innen und Medienschaffende of Color”.

Das Ganze ist keine rein private Initiative, sondern gleichsam eine Agentur der Berliner Regierung. Denn die ließ verlautbaren: “Um Diversität in Film, Fernsehen und Redaktionen zu fördern, soll der Verein Neue Deutsche Medienmacher*innen in Kooperation mit Medienhäusern und Journalistenschulen Medienschaffende mit Einwanderungs- und Fluchthintergrund gezielt unterstützen.” Es wäre wenig überraschend, käme man nicht früher oder später auch hierzulande auf solche Ideen.

Nun ist es an sich ja völlig legitim und wünschenswert, gleiche Startchancen im Journalismus für alle unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe zu fordern oder, viel besser, einfach gleich real umzusetzen (in Österreich gibt es bereits eine ganze Reihe toller Journalistinnen mit Migrationshintergrund, ganz ohne Quote). Eine 30-Prozent-Quote für Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe oder einer bestimmten Familiengeschichte in Redaktionen und Medienhäusern erzwingen zu wollen, ist freilich töricht, sinnwidrig – und letztlich durch und durch rassistisch. Denn wir haben es über Jahrzehnte als gesellschaftlichen Fortschritt verstanden, dass Menschen und vor allem ihre Qualifikationen eben genau nicht anhand der Hautfarbe vermessen und beurteilt werden, sondern allein nach ihrer Leistung.

Wer jetzt aber plötzlich bestimmte Vorrechte an eine bestimmte Hautfarbe knüpft und damit implizit bestimmte Benachteiligungen beruflicher Art an eine andere Hautfarbe, handelt letztlich nicht anders als ein Sklavenhändler in den amerikanischen Südstaaten des 18. Jahrhunderts.

Das rückgängig zu machen, käme nicht nur einer Abwrackung eines wichtigen Prinzips der Aufklärung gleich, es würde auch dafür sorgen, dass der Ungeist der Identitätspolitik, der schon jetzt an den Unis und in Teilen des öffentlichen Diskurses wütet, weiter an Terrain gewänne.

Menschen nicht nach Leistung, Taten und Worten zu bewerten und zu behandeln, sondern anhand von Geschlecht, sexuellen Präferenzen, Abstammung oder Hautfarbe, ist keineswegs fortschrittlich, sondern ganz im Gegenteil reaktionär. Und es ist letztlich auch eine Zumutung jenen gegenüber, die da vermeintlich gefördert werden sollen. Wer etwa als Journalist einen attraktiven Job unter ausdrücklichem Verweis auf seine dunkle Hautfarbe bekommt, wird wohl das ganze Berufsleben lang unter diesem Makel zu leiden haben. Quoten-Farbiger ist vermutlich keine sehr anstrebenswerte Karriere.  (“WZ”)

15 Gedanken zu „Beruf Quoten-Farbiger?

  1. Kluftinger

    Da sollte man auch fragen, wer in den letzten Jahrzehnten gegen “Leistung” als Qualifikationskriterium aufgetreten ist? Besonders im Schulbereich ist das Leistungskriterium verächtlich gemacht worden. Auch mit Hilfe der Medien : speziell im ORF hört man immer wieder `nur mehr zwei Tage und das Wochenende ist nah`, als ob die Arbeitswoche gleich nach einem Martyrium käme?
    Es ist für allen Menschen die sich über Weiterqualifikation, hartes Training oder anderer Bemühungen über den Durchschnitt heben (wollen), ein Affront wenn jemand aufgrund körperlicher Merkmale diskriminiert wird.

  2. Nichtschweiger

    Viel wichtiger wäre es in den Medien eine Quote nach weltanschaulicher Anschauung der Journalisten einzuführen. Wie kürzlich Umfragen unter jungen Journalisten ergaben sind 90%(!) von ihnen politisch dem links-liberalen Lager zuzuordnen. Von diesen dann zu erwarten, dass sie in der Lage wären, oder überhaupt die Absicht haben, objektiv über das Geschehen zu berichten ist mehr als zweifelhaft.

  3. Johannes

    Abgesehen von der Hautfarbe öffnet diese Regelung nun Tür und Tor für ganze Heerscharen von Gesinnungsgruppen sie sich als arme, verfolgte Minderheit mehr Mitsprache, in Wirklichkeit jedoch Macht sichern wollen.
    Die Bevorzugung aufgrund äußerer Merkmale oder skurriler Lebensweise ist ein Luxus den wir uns leisten.
    Hier zeigt sich auch sehr deutlich das es einzig Länder des westlichen Kulturkreises betrifft
    Während man sich dort eben hauptsächlich mit solchen “wichtigen Dingen” befasst, schreiten in anderen Weltteilen Wissen und Wissenschaft mit großen Schritten voran.

  4. Cora

    Die Reaktionär:innen strecken ihre Krallen aus und bemächtigen sich ein Stückchen mehr der westlichen Welt.
    Denn das Leistungprinzip ist frauenfeindlich: überall dort, wo es um Leistung geht, sind Männer in der starken Mehrzahl. Wenn Journalismus nihct mehr von den Lesern bezahlt werden muss, sondern gefördert wird, fällt das Leistungsprinzip weg. Quote geht nur mit Förderungen des Staates.

  5. sokrates9

    Bin für neue Quoten im Sport mit eigenen Wertungen: 100 Meterlauf nur für weiße Männer, Langstreckenlauf nur für Nordeuropäer, dafür weg mit dem Sexismus – Aufhebung der Trennung männlich /weiblich im Sport. Dass solche Wettbewerbe dann niemand mehr interessieren ist egal, wozu braucht man ( zahlendes) Publikum.

  6. Erwin Tripes

    Sehr geehrter Herr Ortner, bitte um Nennung der ganzen Reihe toller Journalistinnen mit Migrationshintergrund in Österreich.
    Vielen Dank im Voraus,
    Erwin Tripes

  7. Franz Meier

    Die westliche Filmindustrie produziert “Schuldfilme” und “Schulddokus” am Laufband für vergangenes Unrecht das von den Kolonialmächten vor 100, 200 und 300 Jahren getätigt wurde, in einer Zeit in der unsere westlichen Regime die eigenen Leute auch nicht zimperlich behandelte (Leibeigenschaft, Todesstrafe und Folter gab es hier auch). Die dummen, deutschen Fernsehsender produzieren erziehungstechnische “Tatort” Filme in denen der Täter meist ein böser Neonazi ist. “12 years a slave” von Steve McQueen und “Amistad” von Steven Spielberg sind gute Filme, es ist bestimmt richtig und gut das Unrecht zu thematisieren. Leider werden aber von den Arabern und Osmanen die genauso Sklaven hielten und verkauften, von den Mayas, Inkas, Azteken, den alten Ägyptern die ihre Pyramiden von hunderttausenden Sklaven bauen liessen, von den Römern die vor 2’000 Jahren genau so Sklaven hielten, von den Chinesen bei denen Sklaverei bis ins 19. Jhd. gang und gebe war und von den afrikanischen Stämmen die sich genau so Sklaven hielten, keine solchen Filme gedreht. Es wird auch nicht thematisiert, dass Südeuropa über Jahrhunderte von muslimischen Korsaren und Sklavenjägern heimgesucht wurde, die dann weisse Sklaven in den Orient verkauften. Es wird hier gezielt versucht die Dinge so darzustellen, dass alle Übel, alle Ungerechtigkeiten der Menschheitsgeschichte und der ganzen Welt immer nur und ausschliesslich vom weissen Mann begangen wurden. Bei unseren russischen Freunden wurde die Leibeigenschaft erst 1866 abgeschafft. In Dänemark erst im 18. Jhd. Die Migranten die nach Europa kommen, haben einen Grund dafür: Sie erwartet hier eine tolerante, aufgeklärte, weltoffene, soziale, grosszügige, anti-rassistische Gesellschaft. Unsere irren Linken erzählen den Migranten aber ständig von Verbrechen die vor 100 oder 200 oder 300 Jahren verübt wurden. Unsere Linken erzählen den Migranten wie böse, rassistisch, ungerecht und schlecht unsere westlichen Länder sind. Dann darf man sich nicht wundern, dass die Migranten glauben, dass ihr jetziges Elend unsere Schuld ist. Unsere identitären Linken, die Cancel Culture und Woke Anhänger missbrauchen die ankommenden Migranten gezielt für ihren Hauptzweck: Sie wollen unter diesem Deckmantel ihre sogenannte “gerechte” Gesellschaft errichten. Wie lange brauchen wir in Europa bis wir 100’000 Euro netto nach Steuern sparen können? Wir bezahlen hohe Steuern, Sozialabgeben, Mehrwertsteuer, wir spenden an die UNO und an die kriminellen Schlepper-Klima-NGOs. Aber die Linken wollen immer noch mehr – denen reicht es nie. Unsere Linken wollen uns noch sehr viel aufbürden: Die Kosten und viele Opfer für die Unterbringung und lebenslange Verpflegung von Millionen Migranten aus den überbevölkerten, gescheiterten, arabisch-muslimisch-afrikanischen Staaten. Unsere identitären, kriminellen, urbanen Linken wollen eine anti-demokratische Gesellschaft errichten, in der sie über Quoten, aufgehetzte Migranten mit einbinden und einbeziehen. Was diese Quotenmigranten schreiben und veröffentlichen dürfen, müssen und sollen, das ist uns allen klar. Nämlich genau das was den Zielen unserer kriminellen Linken dient. Im Westen terrorisiert eine Minderheit die Mehrheit der Bürger mit ihren utopischen, unrealistischen, verlogenen, wahnhaften Ideen und Visionen. Sie sind unsere Feinde. Und nun werden die Zeitungen und Medien auch noch mit unseren Steuergeldern alimentiert, damit sie noch besser gegen uns schreiben, hetzen und agieren können – welcher Irrsinn! Nennen wir die Dinge beim Namen und wachen wir endlich auf.

  8. Sven Lagler

    Auch in der Filmbranche gibt es schon eine Forderung nach Geschlechter-, Ethnien-, sexueller Orientierungs-… Quoten für Rollen- Besetzungen, Regisseur*Inx en…
    Belegt durch eine wissenschaftliche Studie (an der 80% der angeschriebenen Personen der Filmbranche nicht teilgenommen haben) werden zahlreiche Forderungen erhoben die bald ihre Wirksamkeit entfalten können / werden. Clichees gilt es zu vermeiden. Ausgeklammert werden dabei wohl Statistiken die zB. Sarazzin zusammengestellt hat.
    Ein Filmstudio hat schon zugesagt, öffentlich rechtlichen Anstalten werden wohl folgen. Das einzige worauf offensichtlich keine Rücksicht genommen werden muss ist das Publikum. Durch Filmförderungen, sollten sich solche Banalitäten kompensieren lassen. Dazu gibt es einen interessanten Artikel auf Tichys Einblicke.

  9. Falke

    Es ist so wie bei allen “Quotenregelungen”: Wer gut ist, braucht keine Quote; wer eine Quote braucht, ist nicht gut. Die logische Konsequenz ist also, dass die – ohnedie ständig sinkende – Qualtät der Medienprodukte noch weiter sinkt und die ebenfalls immer geringer werdende Auflage der Printprodukte ebenfalls weiter fällt, solange, bis immer mehr Zeitungen und Zeitschriften vom Markt verschwinden. Ich vermute, dass dies nicht die Absicht dieser “Neuen deutschen Medinenmacher” (das *innen spare ich mir) ist, aber möglicherweise wurden ihnen fette staatliche Subventionen in Aussicht gestellt.

  10. Nightbird

    Eine Agentur der Berliner Regierung als Ministerium für Wahrheit wo Medienberichte in Neusprech übersetzt werden?

    Das finde ich nicht gerade “SuperPlusGut”:-[

    Die Sprache zu verändern heisst, die Identität zu verändern!
    Und das ist erst der Anfang!

  11. Erich H. Ulrich

    Ich persönlich leide erheblich an den zahlreichen “Nicht-Quoten” und befürworte daher die Initiative aus Deutschland sehr. Einige Vorschläge um die total ehrabschneidenden Diskriminierungen künftig zu vermeiden, sind Quoten für:

    Raucher, Alkoholiker, Linkshänder, Adipöse, Fußgänger, Mopedfahrer, Veganer, Kurzsichtige, Hinkende, Covid-Genesene, Glatzköpfige, Bisexuelle Transvestiten, Nicht-Gender Beauftragte, Nichtschwimmer, Marathonläufer und Sedway-Fahrer.

    Nur damit könnte eine wirklich Ausgewogene Berichterstattung ein für alle Mal zementiert werden.

  12. Rudi Rabe

    Sehr d’accord. Das ändert aber nichts daran, dass es beim journalistischen Nachwuchs seit einiger Zeit zu viele aus folgendem Milieu gibt: Tendenziell linke urbane Akademikerfamilie – Softstudium (Soziologie & Co) – zu wenig geerdet.

  13. Erwin Tripes

    @Allahut, Sie haben das perfekt auf den Punkt gebracht.
    Bin auf die von mir angefragte Liste von Herrn Ortner gespannt.

  14. dna1

    Beruf Quoten-Frau?

    ……. und jetzt könnte man den Artikel wiederholen.

  15. LePenseur

    Cher Monsieur Maier,

    darf ich Ihren exzellenten Kommentar als Gastkommentar auf dem lePenseur-Blog bringen?

    In hoffnungsfroher Erwartung Ihrer positiven Antwort

    Herzlichst

    LePenseur

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