Beschäftigungsverbot für Unausgebildete?

Von | 27. Januar 2017

(ANDREAS TÖGEL) Einige werden sich des einst anlässlich einer Wahlkampagne von Bill Clinton geäußerten Spruchs „It´s the economy, stupid!“ entsinnen. Natürlich ist Wirtschaft beileibe nicht alles. Wahr ist indes, dass ohne eine funktionierende Wirtschaft alles nichts ist. Der allgemeine Wohlstand beruht auf funktionalen Wirtschaftsstrukturen. Wirtschaftspolitik ist daher von größter Bedeutung.

Nun hat Kanzler Kern kürzlich seinen von den Hauptstrommedien, insbesondere dem ORF, überaus wohlwollend kommentierten „Plan A“ präsentiert, den er in den kommenden Jahren umzusetzen gedenkt. Hätte der Mann seinen Phantasien dabei allein im Hinblick auf die Gestaltung seiner Sommerferien freien Lauf gelassen, wäre Österreich fein raus. Leider aber betrifft sein famoser Plan in großen Teilen ausgerechnet die Wirtschaft des Landes und das verheißt nichts Gutes.

Sobald nämlich Sozialisten Wirtschaft planen, bleibt erfahrungsgemäß kein Auge trocken. Beispiele gefällig? Gleich, ob es sich um Baufirmen (wie den Bauring Wien), um Flug- oder Schifffahrtsunternehmen (wie AUA und DDSG), um Stahlerzeugungsbetriebe und Maschinenbauunternehmen (wie die VOEST-Alpine und die Noricum) oder um Nahrungsmitteleinzelhandelsbetriebe (wie den Konsum) handelt – die Roten schaffen es allemal, sie gnadenlos in Grund und Boden zu wirtschaften.

Aus der Sicht des Steuerzahlers betrachtet, wäre es ja schon schlimm genug, würden die Pläne des eloquenten Ex-Bundesbahners nur die ohnehin chronisch defizitären Staatsbetriebe betreffen. Fatalerweise aber gehen Herrn Kerns Ambitionen darüber hinaus dahin, in seinen „Plan A“ auch private Unternehmen miteinzubeziehen. Das kann naturgemäß nicht gutgehen. Seine ergreifenden Beteuerungen, die Sozialdemokratie mit Kleinunternehmen und „Ich-AGs“ aussöhnen zu wollen sind, angesichts der zeitgleich angekündigten Vorhaben zur Unternehmerbestrafung und –Vertreibung, vollkommen unglaubwürdig.

Ob es nun ideologischer Starrsinn ist, der dem Kanzler den Blick auf betriebliche Notwendigkeiten verstellt, oder ob lediglich eine krasse Unterernährung im Hinblick auf wirtschaftsrelevante Kenntnisse vorliegt, die für seine Schnapsideen wie den geforderten Mindestlohn von 1.500 Euro oder „frei wählbare Arbeitszeiten“ verantwortlich zeichnet, ist letztlich unerheblich. Faktum ist einerseits, dass Christian Kern und der Großteil seiner Genossen, sich weit abseits der Wertschöpfungskette derart kommod eingerichtet haben, dass sie absolut blind dafür sind, wie Wirtschaft unter Marktbedingungen funktioniert.

Andererseits können erkenntnisresistente Linke ihre ebenso fixe wie skurrile Vorstellung, dass Wirtschaft auf Basis eines politischen Plans funktionieren könnte, auch dann nicht begraben, wenn ihnen noch so unübersehbare Beispiele, wie jene Venezuelas oder Zimbabwes, das Gegenteil beweisen. Es hilft nichts: Wer niemals einen menschlichen Körper von innen gesehen hat, kann kein guter Anatom sein. Wer niemals einen Cent mit produktiver Arbeit auf der freien Wildbahn des Marktes verdient hat, hat naturgemäß keine Ahnung, wie ein auf Gewinn gerichteter Wirtschaftsbetrieb funktioniert. So einfach ist das.

Wie viele Arbeitsplätze die Regierung mit der Einführung eines branchenunabhängigen Mindestlohns von 1.500 Euro beseitigen würde, ist nicht leicht abzuschätzen. Sicher ist, dass die Anstellung von minderqualifizierten Arbeitskräften mit niedriger Wertschöpfung zu einem erheblichen Problem werden wird, wenn es wirklich dazu kommt. Ein den Unternehmen oktroyierter, willkürlich festgesetzter Mindestlohn, käme einem Beschäftigungsverbot für ungelernter Arbeiter gleich.

Und wie sich die Einführung der von den Roten geforderten Vermögens- und Erbschaftssteuern auf die Unternehmenslandschaft auswirken würde, steht ebenfalls dahin.

Wie vielfach bewiesen ist, besteht die beste Wirtschaftspolitik allemal in einem völligen Rückzug der Regierenden. Denn je mehr die Politik sich in Wirtschaftsbelange einmischt, desto größer wird Schaden für die gesamte Volkswirtschaft – also am Ende für uns alle.

9 Gedanken zu „Beschäftigungsverbot für Unausgebildete?

  1. Fragolin

    Eine riesengroße Betrugsblase, um möglichts viele Menschen von virtuell gedrucktem Geld von Obertanens Gnaden abhängig zu machen und Loyalität in der Wahlzelle zu generieren. Man geriert sich als Wohltäter und Kämpfer für die “Kleinen” und macht sie in Wirklichkeit zu Bittstellern. Und erfindet nebenbei die Begründung, warum wir unsere importierten hochqualifizierten Pensionssicherer lebenslänglich alimentieren müssen – weil keines der ausbeuterischen geizigen Kapitalistenschweine bereit ist, seinen scheinbar hinter dem Chefbüro wachsenden Geldbaum stärker zu schütteln.
    Sozialismus zerstört die Wirtschaft, immer und grundsätzlich. Man merkt das an dem Spruch “die Wirtschaft muss für den Menschen da sein” – das ist sie nämlich schon. Für wen denn sonst? Eisbären, Aliens, Roboter, Orks? Wenn aber etwas schon die Bedingung erfüllt, warum dann gewaltsam eingreifen? Es ist die Umkehrung Einsteinscher Weisheit; eine besondere Form des Wahnsinns, etwas dadurch besser zu machen, indem man es bekämpft.
    Bin mal gespannnt, was unser Karlchen da wieder herbeifloskelt.

  2. mariuslupus

    Die Roten, die Sozis, sobald sie an der Macht sind geben sie sich die grösste Mühe die Kapitalisten zu enteignen und die Diktatur des Proletariats einzuführen. Bis jetzt ist es ihnen dass praktisch überall gelungen, wo sie ausreichend lange an der Macht sind, oder waren. Das beste Beispiel ist Frankreich. Wirtschaft ruiniert, zunehmende Anzehl von Menschen die vom Staat direkt abhängig sind. Das zweitbeste war die DDR, gibt es nicht mehr, aber unauffällige Transformation und Infiltration der DDR Ideologie in die BRD.
    Manchmal werden sie gestoppt und dann ergehen sie sich die Linken mit Schaum vor dem Mund in Beschimpfungen des politischen Gegners. Bestes Beispiel, Trump.

  3. Lisa

    Wer sich für die “Kleinen” einsetzen will, sollte vor allem erst einmal die Steuern weglassen: zu erben gibts da eh nix oder nur wenig, Erspartes wird in die Firma gesteckt (und wenns ein Handy-Reparaturservice, ein Schneideratelier oder eine Friseurstube zu Hause ist!) und wenn aus einem KMU ein Grossbetrieb wird, können immer noch Rechnungsprüfer auftreten, die einen ANGEMESSENEN Steuerbetrag festsetzen. Dasheisst, wer z.B. Lehrlinge ausbildet oder sch sonst sozial nützlich macht, bezahlt weniger als jemand, der seine Gewinne nur für sich allein verpulvert. Die aktuelle staatliche Unterstützung von Nichtstuern und ausbildungresistenten Arbeitsunwilligen schafft Neid, Unzufriedenheit, führt zu Lügen und Betrug. Ich würde auch Kinderzulagen generell sehr tief halten, dafür massive Steuereleichterungen für jedes Kind. Das motiviert vielleicht dann die Begüterten, wenigstens aus steuertechnischen Überlegungen mehr Kinder zu bekommen, während es dem kinderreichen Migranten oder der ledigen Mutter kaum Verbesserungen und schon gar kein Extraeinkommen über die Kinder bringt, ausser dass die unentgeltlich in die Kitas dürfen, damit die Eltern arbeiten können. Freiheit gibts nicht umsonst. Wer nicht arbeiten will, bleibt eben freiwillig arm. Und wer an keiner Arbeitsstelle zu gebrauchen ist, weil er sich zu gut dafür ist oder so lernresistent, oder sich dermassen ungeschickt anstellt, dass er nicht tragbar ist, sollte sich überlegen, ob er eventuell doch eher in eine geschützte Behindertewerkstätte gehört als auf den freien Markt…

  4. Gerald

    Kann ich mir richtig gut vorstellen, dass ein Zug mit Hunderten Passagieren wartet, weil der Lokführer erst später kommt, er hat ja flexible Arbeitszeiten. Nur der Exeisenbahner versteht das nicht.😀

  5. Rennziege

    Christian Kerns “Plan A” hat ein Volumen von 140 Seiten, las ich. Zumal kaum ein potentieller Wähler dieses opus magnum gelesen haben dürfte, sei des Kanzlers und der SPÖ Beliebtheit laut Umfragen markant gestiegen, tönen die Medien: auf Kosten der FPÖ, ÖVP und der Grünen.
    Ist daraus zu schließen, dass dieser wirtschaftliche Selbstmord, in Kerns Reden als “sozial gerechtes” Zuckerl für jedermann aufgehübscht, den Österreichern wieder einmal Zähren des Glücks in die Äugerln treibt? Und dass die spin doctors der SPÖ die rhetorischen Regenwürmer auf den Angelhaken im Wählerteich gefädelt haben? Und dass die Gunst der Stunde, so unzuverlässig Demoskopie ist, für flinke Neuwahlen genutzt werden soll?
    Will mir so scheinen; aber i kenn’ mi in der geliebten Alpenrepublik nimmer echt guat aus.

  6. Falke

    Ich verstehe nicht, wie man diesen sogenannten “Plan A”, der nichts anderes ist als viel heiße Luft, garniert mit ein paar linken Wünschen an den Weihnachtsmann, überhaupt ernst nehmen und darüber diskutieren kann.

  7. Rennziege

    27. Januar 2017 – 14:27 — Falke
    Selbstverständlich ist “Plan A” nichts anderes als heiße Luft auf dem Sturz der Lemminge in den Abgrund, doch die sozialverwöhnten Lemminge werden ihn begrüßen, wie das halt ihre Art ist. Ernst nehmen und per gewohntem Umfaller abnicken wird dieses Gewäsch auch Vizekanzler Mitterlehner, um seine erfolg- und gesichtslose Amtszeit um ein paar Wochen zu verlängern.
    Traurig für alle Österreicher, dieses Panoptikum der Rosstäuscher und Stallknechte.

  8. Falke

    @Rennziege
    Ich habe ja nach der großartigen Inszenierung Kerns, wo er seinen Fans den Plan A vorgestellt hat, einige Interviews (allerdings im ORF, da muss man schon etwas vorsichtig sein) mit Anwesenden gesehen. Derart glückliche und zu Tränen gerührte Gesichter erwartet man höchstens, wenn sich der leibhaftige Messias zeigt.

  9. CE___

    Werter Herr Tögel,

    ich, Sie, alle hier anwesenden marktwirtschaftlich orientierten Poster, haben leider alle nicht den großen weiten Horizont, um die Genialität der rot-sozialistischen und grün-kommunistischen Wirtschaftpläne in ihrer Gesamtheit zu begreifen, um es zynisch zu formulieren.

    Haben unsere Planer und Kapazunder doch schon die Antwort auf das von ihnen treffend beschriebene Problem mit Mindestlöhnen gegeben.

    Wir holen uns halt millionenfach Illegale herein, die wir dann für am besten € 1-2 in der Stunde malochen lassen können, und die die Arbeit erledigen (oder so hoffen wir es zumindest), die von den einheimischen Mitbürgern nicht mehr erledigt werden können, besser DÜRFEN, weil sie mit abstrusen Mindestlohngesetzen einfach auf dem Markt gepreist wurden.

    Genial, nicht?

    Ich sag dazu eher glatter Fall von Inländerdiskrimierung und Idiotie zur Potenz.

    Die eigenen Leut’ preist man aus dem Markt, und dann holt man sich Illegale herein, die die Arbeit erledigen, weil selber will sich das der Herr Gewerkschofta und das Fräulein Doktor “irgendwas-mit-Medien” auch nicht machen.

    Läuft ja auch in Kalifornien so ähnlich, da hat der Hausherr ja grad vorher einen dazu passenden Artikel reingestellt.

    Aber die Perversion ist die gleiche: Absurde Mindestlohngesetze für die eigenen Leut’, und dann krakeelen es bedürfe illegal einreisender und illegal arbeitender Hispanics, weil “irgendwer muss die Arbeit ja machen”.

    Sozi-Logik in reinster Essenz.

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