Besser Kleinstaaterei als bürokratischer Zentralismus

“Auf Europa kommen finstere Zeiten zu, befürchten manche: Von Balkanisierung ist die Rede, von einem Rückfall in die Kleinstaaterei des Mittelalters. Was Kritikern so viel Angst macht, sind Unabhängigkeitsbestrebungen einiger Regionen in EU-Staaten. Im September stimmen die Schotten ab, ob sie im Vereinigten Königreich bleiben wollen. Ein Erfolg der Separatisten würde auch in Spanien oder Belgien die Debatte um die Einheit des Staates wieder anheizen. Dort gibt es unter Basken, Katalanen sowie Flamen den Wunsch nach Unabhängigkeit.
Die Regierungen in London, Madrid oder Brüssel mögen sich zu Recht gruseln bei der Vorstellung, demnächst eventuell über weniger Land, Volk und Wirtschaftskraft zu gebieten. Aber das ist nicht entscheidend für die Frage, ob Separatismus und Kleinstaaterei eine Bedrohung für Europa darstellen – oder ob sie ganz im Gegenteil sogar sinnvoll sind. Entscheidend sind die Interessen der Betroffenen, der Bürger in den Regionen. Welches Staatsgebilde trägt mehr zu Wohlstand und Sicherheit bei, ist näher dran an den Wünschen und Sorgen der Menschen: ein neu zu gründendes Mini-Land oder der bisherige große Staat? (weiter hier)

3 comments

  1. FDominicus

    Also wenn es nach mir ginge könnte BW ein unabhängiges Land werden. Am Besten neutral oder wir verdreifachen “mal” eben die Bevölkerung der Schweiz 😉 Und wenn ich die Wahl hätte, könnte ich mir definitiv die schöne Alternative der Abschaffung dieser EU vorstellen. Ich glaube, es ginge mir bald schon um einiges besser 😉

  2. world-citizen

    Ich versuche mir mal das praktisch vorzustellen, wenn es in Europa 300 souveräne Staaten gäbe und man für jeden Staat etwa einen anderen Führerschein benötigt, oder man eine Flugreise machen will und an jeder Grenze in ein anderes Flugzeug umsteigen muss. Oder die Staaten riegeln sich gleich von der Außenwelt ab, wie einst Albanien, wo kein Fremder rein und kein Einheimischer raus durfte. Wer von Korfu nach Dubrovnik wollte hatte die Wahl, entweder einen Platz auf einem Fährschiff zu bekommen oder einen 700 km langen Umweg durch das kosovarische und montenegrinische Bergland in Kauf zu nehmen. Alles selbst erlebt.

  3. Thomas Holzer

    @WC
    Sie schreiben es; erst wenn wir den Weltstaat haben werden, wird alles gut 😉
    Nebstbei: es gab auch Zeiten, da brauchte man trotz Kleinstaaten keinen Reisepass, um Grenzen zu überqueren; und die sind noch gar nicht so lange her.

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