“Bete für diese dumme Nation”

In seinem Buch „Prolokratie“ stellt Christian Ortner unter anderem folgende politisch unkorrekte These auf: Ein großer Teil der Bevölkerung ist grenzdebil. Insbesondere der simple Tatbestand, dass man nicht fortgesetzt mehr ausgeben als einnehmen kann, ist ihr nicht zu vermitteln. Sie ist daher außerstande, bei Wahlen vernünftige Entscheidungen zu treffen.  Ich fürchte, dass der Ausgang der italienischen Wahlen eine Menge Unterstützung für diese These liefert…” (Peter Michael Lingens im “profil”)

18 comments

  1. apz

    Hoffe das Ortner-Zitat ist nicht gänzlich so gefallen bzw. deutlich verkürzt/adaptiert im PROFIL wiedergeben, denn selbstverständlich(!) kann es oftmals (!) aus der Sicht von “Transfer-Wollenden” richtig & nützlich sein genau so zu handeln, denn:
    1. negativer Saldo bei den bzw. aufgrund der “Wollenden” wird mangels besserer Alternativen, insb. aus Angst vor Unruhen, mangelnder Gestaltungswilligkeit, etc. von den “Habenden” bedeckt
    2. Transfer-Quelle sprudelt nicht mehr, es kann jedenfalls bislang lukriertes von den “Wollenden” zu 100% als Erfolg verbucht werden, den zurück geht sicherlich nix
    3. im schlimmsten Fall ist die ganze Wirtschaft down, aber das trifft dann wiederum allein die “Habenden”, denn aufgrund eines gesellschaftlichen Konsens gilt die Erhaltung der “Wollenden” als undiskutierbare (bzw. mehrheits-ermöglichende?) Pflicht der “Habenden/Gebefähigen”
    Also egal wie man es dreht & wendet, für die “Transfer-Wollenden” kann es nur besser werden, ach ja sich selbst zu verbessern bzw. ökonomisch nützlich zu werden ist dabei nicht betrachtet, denn das würde ja den “linken/basisdemokratischen” Parteien die Klientelmenge verkürzen … weshalb die schon darauf achten, dass ihnen “ihr” Wahlvolk nicht nach oben verdunstet (halt ironisch sinniert)- oder?

  2. Thomas Holzer

    Nicht nur der Ausgang der italienischen Wahlen unterstützt Ortner’s These, sondern auch der Ausgang sämtlicher Wahlen in Österreich 😉 -in diesem Fall muß man nicht umbedingt über den vielzitierten Tellerrand schauen- und vielen anderen Ländern

  3. Christian Peter

    Typisch schwachsinnigerer und tendenziöser Profil – Artikel. Italiens Staatswesen
    ist in vielen Bereichen ausgereifter und effizienter, als dies in anderen (vor allem
    deutschsprachigen) Ländern der Fall ist. Insbesondere gilt dies für den Bereich
    der Justiz und Korruptionsbekämpfung (Gewaltenteilung). Österreich in diesem
    Bereich als vorbildlich darzustellen ist geradezu lächerlich.

    http://www.gewaltenteilung.de/pivetti.html

  4. Der Unternehmer

    Der Pöbel wird instrumentalisiert, damit andere herrschen können. So funktioniert die Demokratie. Das war während der französischen Revolution nicht anders. Das nennt man Jakobinertum.

  5. Feldheld

    Debilität ist sicher nicht das Problem. Sonst würden kaum gerade die Unis die mächtigsten Hochburgen der Linksbekloppten sein.

    Politische Beklopptheit hat überhaupt nix mit Denken zu tun, sondern gerade mit seinem Fehlen. Linkssein beginnt damit, daß man seinen Verstand bewußt außer Kraft setzt zugunsten billiger und vor allem KOLLEKTIVER Emotionen, bzw. daß man ihn zum reinen Sklaven dieser Emotionen macht.

    Tatsächlich gehört sogar ein enormes Maß an Verstandeskraft dazu, sich selbst und andere fortgesetzt zu betrügen ohne daß es der Mehrheit im Publikum auffällt. Ich bin überzeugt, daß die Linksbekloppten mindestens 90% ihrer intellektuellen Kapazitäten darauf verwenden, sich vor der Realität und vor den Argumenten der Vernunft abzuschotten.

    Wie viele “Studien” sozialwissenschaftlicher, pädagogischer oder politologischer Institute haben keinen anderen Zweck, als einen offenkundigen Blödsinn als wissenschaftlich belegt zu verkaufen! Die Wahrheit und die Vernunft brauchen nur selten Belege.

  6. Christian Peter

    Wir sollten nicht vergessen, dass gerade Journalisten als Publizisten nicht
    gerade zur geistigen Elite des Landes gehören. Nicht wenige Publizisten
    in Österreich haben nicht einmal einen Studium abgeschlossen. Meines
    Wissens gehört auch Peter Michael Lingens zu dieser Spezies.

    Die Akademikerquote in Italien ist übrigens wesentlich höher, als die
    in Österreich oder Deutschland.

  7. Mona Rieboldt

    Wir in D müssen nun wirklich nicht über die Italien-Wahl herziehen, wir sollten uns an die eigene Nase fassen. Immer wieder wird hier Rot/Grün gewählt, es werden also grün lackierte Grusel-Ideologen gewählt, die das ganze Volk im Sinne ihrer Ideologie erziehen wollen. In Niedersachsen werden jetzt an den Schulen die Labore geschlossen, in denen Schüler lernen und forschen konnten, was Gentechnik überhaupt ist.Es darf nicht kontrovers diskutiert werden, sondern die Schüler sollen erst gar nicht wissen, was Gentechnik ist.

    Paternalistisch wachen die Grünen mit Einverständnis der SPD über das Volk, dass wir alle nach der Ideologie der Grünen leben. Und wer das nicht tut, findet sich wohl in Zukunft in einem Umerziehungslager wieder.

  8. gms

    Feldheld :
    Linkssein beginnt damit, daß man seinen Verstand bewußt außer Kraft [setzt]. Tatsächlich gehört sogar ein enormes Maß an Verstandeskraft dazu, sich selbst und andere fortgesetzt zu betrügen ohne daß es der Mehrheit im Publikum auffällt.

    Das sehe ich etwas anders. Es reicht vollends, von wenigen grundlegenden und einander widersprechenden Erklärungsmodellen die falschen zu wählen und sein Weltbild darauf aufzubauen. Aus Falschem folgt Beliebiges, und dieses wiederum kann auch ohne große Verstandeskraft insich konsistent gehalten werden. Die überwiegende Mehrheit der Linken fällt m.E in diese Kategorie.

    Wer der Ansicht ist, es ließe sich der Wert von Waren und Dienstleistungen objektiv ermitteln, für den kann und muß es in einer auf Austausch basierenden Gesellschaft zwangsweise permanent Verlierer geben. Basaler und zerstörerischer aber kann ein Irrtum nicht sein als jener, der ausgerechnet beim Wertebegriff dermaßen daneben liegt. Hier wurde die Axt schlichtweg im Zentrum des menschlichen Miteinanders angelegt.

    Kollektive hartnäckige Irrtümer beziehen ihre Attraktivität daraus, persönliche Unzulänglichkeiten zu verschleiern und eigenes Versagen einem System zu überantworten, innerhalb dessen man unverschuldet und zwangsweise unter die Räder kommt. Zugleich sind diese Irrtümer auch für jene linken Rattenfänger attraktiv, die solche falschen Vorstellungen zwar selbst durchschauen, darin aber ein brauchbares Vehikel fürs eigene Fortkommen erkennen.

    Redliches Verhalten lohnt sich. Es lohnt sich aber kurz- und mittelfristig auch der Betrug. Trifft dieser Betrug auf einen sich tröstlich anfühlenden Selbstbetrug bei unzähligen Adressaten, so hat man alle Ingredienzen fürs perfekte Verbrechen beisammen.

    Sind die entsprechenden Strukturen aber erstmal verfestigt, ist die Frage nach den ursprünglichen und heutigen Verhältnissen von Rattenfängern zu nützlichen Idioten m.E. nicht mehr zu beantworten. Der Glaube an eine gigantische Betrugsindustrie, innerhalb derer clevere Linke genial ein potemkinsches Dorf nach dem andern zwecks Täuschungserhaltung aufbauen würden, ist verlockend. Dem steht gegenüber, wonach Dummheit als angenommene Erklärung oftmals zutreffender ist als Bösartigkeit. Nachdem aber im Anlaßfall Dummheit auf der einen und Absicht auf der anderen Seite ein gar so kongeniales Gespann bilden, scheint mir ein halbwegs gesicherter Befund aussichtslos.

  9. gms

    Christian Peter :
    Wir sollten nicht vergessen, dass gerade Journalisten als Publizisten nicht
    gerade zur geistigen Elite des Landes gehören.

    Siehe “chattering classes”. Politiker wie auch Medienleute leben in erster Linie vom Zuspruch zu ihren Worten. Beide Berufsklassen eint, daß ihre Produkte viel mehr einer Interpretation gerecht werden müssen als Tatsachen, die sich objektiv vergleichen ließen. Das allein ist ausreichender Nährboden für Scharlatanerie jeglicher Geschmacksrichtung.

    Hinzu kommt bei Politikern der berufliche Vorteil, durch ihr Wirken alle anderen Alternativen zu unterbinden, denn sie haben für die Dauer ihrer Treibens ein absolutes zeitliches und geographisches Monopol der Gestaltung. Ein Maschinenbauer, dessen Motor in die Luft fliegt, hat offensichtlich versagt. Ein Politiker aber, dessen Land vor die Hunde geht, hat noch viel Schlimmeres verhindert, und kein Konkurrent kann faktisch beweisen, daß zu diesen Zeiten an diesem Ort ein anderes politisches Vorgehen besser gewesen wäre.

    Last not least bleibt Politikern und Medienleuten, die qua ihres Selbstbildes Experten für alle nur denkbaren Belange zwischen Nord- und Südpol sein wollen, der Verweis auf die Komplexität der von ihnen beackerten Materie, womit selbst unstrittiges Versagen nachträglich exkulpiert werden kann.

    All das zusammen, ergänzt um die völlige Unbelangbarkeit durch Schadensersatzforderungen, machen Politik und Medien zu Paradiesen derjenigen, die wissentlich oder unwissentlich persönliche Verantwortung scheuen. Daß beide Berufsfelder wiederum konsequent nach mehr öffentlichen Mitteln verlangen, weil andernfalls man seine Aufgaben nicht wahrnehmen könne und daraus folgend wiederum der Gesellschaft Schlimmes erwüchse, ist wahrhaftig kein Indiz für Elitentum, es sei denn im Verarschen der Gesellschaft.

  10. Feldheld

    @gms
    Die linken Ideen sind durch die Bank einfach infantil. Linke weigern sich ganz bewußt, die nüchterne hochkomplexe Wirklichkeit außerhalb ihrer erst elterlich, später staatlich behüteten Kindertapeten-Biotope wahrzunehmen. Es ist die Feigheit der Verwöhnten vor dem Erwachsenwerden und vor den Herausforderungen des Lebens, die bei ihnen den Wunsch nach Freiheit, Selbstentfaltung und -entwicklung überwiegen. Ein Degenerationsphänomen.

    Sie wollen Kinder bleiben bis zum Tod. Sie wollen durch ihr Leben hindurch verwaltet werden ohne je die Gier nach dem Neuen, den Chancen und der Vielfalt des Lebens auszuleben. Dafür muß jemand die Elternrolle übernehmen und jemand anders muß ihren Haß auf sich ziehen, denn natürlich spüren sie ihre emotionale Verkrüppelung, ihre Lebensunlust, ihre Zukunftslosigkeit, ihren beschämenden Verrat am eigenen Leben, und so empfinden sie nicht nur den Haß und Neid von Kindern auf Geschwisterkonkurrenz, sondern auch den Haß und Neid der Eierlosen gegenüber den besser bestückten.

    Ihr Verstand dient ihnen bei alldem ausschließlich der Lüge, dem Neusprech, der Taktik, der Diffamierung und der Entzündung bzw. Rechtfertigung ihres Hasses. Und dazu gehört durchaus einiges an Verstand. Wie gesagt: es ist kein Zufall, daß die Beklopptesten unter ihnen gerade die Gebildetsten sind. Ihnen ist mehr als anderen möglich, ihre Beklopptheit als das Gute, Wahre und Schöne zu verkaufen. Treffen sie aber auf jemanden, der ihnen intellektuell und rhetorisch gewachsen ist, geraten sie in einige Not. Die übliche Taktik ist dann, die sachliche Ebene komplett zu räumen und sich ganz auf Polemik und Moralisiererei zu werfen, sowie den Individualisten die Macht des Mobs zu demonstrieren. Konnte man perfekt am Beispiel Sarrazin beobachten.

    Leider fehlt Gegnern der Kollektivisten fast immer die Erfahrung, zu erkennen, wann sie gewonnen haben. Anstatt ihre Siege auszunutzen beginnen sie an der eigenen Position zu zweifeln, machen Fehler, isolieren sich in den eigenen Reihen. Es ist geradezu lächerlich, wie wenige echte Gegner die Linken in der Vergangenheit zu fürchten hatten. Churchill, Thatcher und Reagan fallen mir ein, sonst keiner. Daher würde ich eher sagen, daß nicht die Linken an Debilität leiden, sondern gerade ihre Gegner!

  11. gms

    Feldheld

    Die “Piraten” als Partei gewordenes Sinnbild der “Generation Rücksitz”[1], die mit ihrer Forderung nach kostenloser Beförderung durch das Leben in von der Allgemeinheit bereitgestellten Kinderwägen sogar noch die Linke links überholt, bestätigen Ihre Darlegung eindrucksvoll. Wollte man das linke Lager weiter spalten, so brauchte man nur Peter Pan und Pippi Langstrumpf auf Wahlplakate pinseln: “Disziplin ist doof, zwei mal drei macht vier und wenn’s ganz dick kommt, ist mein Pappa sowieso stärker als deiner!”

    In der Interpunktion von Ursachen und Wirkungen sehe ich derartige Auswüchse allerdings nachgelagert, ist die Rationalisierung von Neid doch schon ein Phänomen archaischer Kulturen, wo der Vorstellung nach nur jene Erfolg haben, die sich mit bösen Mächten verbünden. In manchen Kulturen mußte der Wohlhabende ostentativ alles verschenken und danach wieder bei Null beginnen, in andern wurde er konzertiert geplündert, um vorgebliches Unrecht zu sühnen. Daß diese ~Steinzeitkulturen~ ihr Niveau bis heute erhielten, ist keineswegs allein äußeren Umständen oder gar einer Wohlstandsverwahrlosung geschuldet. Wer innerhalb einer Gesellschaft keinen Wohlstand aufbauen kann, weil er zyklisch immer wieder aufs Niveau seiner Umgebung herabsteigen muß, der plant mangels Erfolgsaussicht auch nicht langfristig. Ähnlich wirkende Effekte liegen auf der Hand. Zugleich aber, und das ist der Unterschied zu manchen Hintergründen des heutigen Sozialismus, hatte die Teilhabe im Kreise der Erwachsenen mit all einen Rechten und Pflichten einen besonderen Stellenwert, den Aspekt einer flächendeckenden Infantilisierung kann ich hierbei nicht erkennen.

    Was früher und anderswo zwecks Negation eigener Unzulänglichkeiten magischen und der Mehrheit der Menschen unzugänglichen Kräften zugeschrieben wurde, wurde von Marx und Konsorten erstmalig auf eine vorgeblich wissenschaftliche Basis gestellt, wonach der Wohlstand einzelner Individuen nicht redlich entstehen könne, sondern immer auf Ausbeutung basiere.
    Mit derselben Geschwindigkeit, mit der durch Aufklärung, Wissenschaft und Industrialisierung und dem damit verbundenen Ausbrechen aus einer Subsistenzwirtschaft im 19 Jhd. erstmalig in der Geschichte die Grundlage für Massenwohlstand geschaffen wurde, erfuhr zugleich das hierfür hemmende Moment – der Neid – eine bombastische Unterfütterung. Man braucht die Schwarten nicht gelesen zu haben, es reicht behaupten zu können, es sei wissenschaflich bewiesen, wonach das Gegenüber mit gezinkten Karten spiele, sobald es Profit einstreicht. Daß diese Idiotie wiederum von infantilen Gemütern besonders freudig übernommen wird, verwundert nicht.

    [1] http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-24154/politik-generation-ruecksitz_aid_674925.html

  12. gms

    Feldheld :
    Daher würde ich eher sagen, daß nicht die Linken an Debilität leiden, sondern gerade ihre Gegner!

    Um diesen Nachsatz noch aufzugreifen: D’accord meinerseits, wenngleich ich dafür “Debilität” durch “Naivität” ersetzen möchte, die sich in einem wohlwollenden “Die wollen ja nur spielen!” äußert, sobald die Linken die Schrauben eine Umdrehung fester anziehen.
    Wenngleich auch Hemmungslosigkeit und Skrupellosigkeit dem Feind gegenüber Merkmale des Kindischen sind, so ist doch eines ganz und garnicht infantil: Die dem Kulturmarxismus innewohnende Hartnäckigkeit.

    Daß heute ausgerechnet Universitäten fest in der Hand der Linken sind, mag einerseits dem Umstand geschuldet sein, wonach Heranwachsende zu allen Zeiten schon ähnliche Spiele betrieben, zugleich aber Bildungseinrichtungen die erwiesenermaßen tauglichsten Einfallstore zur Manipulation einer Gesellschaft sind. Im Doppelpack mit den Medien sind die essentiellen Bastionen eingenommen und Weichen gestellt.

    Der liberale resp. bürgerliche Naive mag zwar richtig liegen mit seiner Einschätzung, wonach die Mehrzahl der jugendlichen Revoluzzer irgendwann doch die Erkenntnis streift, spätestens wenn diese selbst für Kinder Verantwortung tragen — verkannt wird jedoch sowohl die Absicht zum Umbau des Staates durch bestimmte Kräfte ebenso, wie die hierfür verwendeten Methoden und die damit angerichteten Schäden, die eine Rücknahme erschweren wenn nicht gar gänzlich unmöglich machen.
    Was die Linken anstreben und welche Mittel sie dazu einsetzen, ist nach der Erfindung des Buchdruckes keine Insiderwissen mehr. Von Churchill, Thatcher und Reagan ist bekannt, sich mit dem Kommunismus beschäftig zu haben, ob und inwieweit dies heutige Liberale tun, bleibt dahingestellt.

    Wer sich maßgeblich auf seine Familie, Freunde, Nachbarn und Geschäfte konzentriert, dem sind Gedanken an eine gezielte Gesellschaftsklemnerei fremd. Diese Ignoranz ist naiv, denn selbst ohne strippenziehende Zirkel in dubiosen Hinterzimmern wäre der Sozialismus ebenso ein Selbstläufer, wie jene Pyramidenspiele, die den Neueinsteigern mühelose Gewinne versprechen. Eine Handvoll Rattenfänger gepaart mit wishful thinking in der breiten Masse zwecks Ausschaltung des Großhirns, und die Lawine nimmt Fahrt auf.

    Naiv ist die Vorstellung, hinter der sich beschleunigenden Erosion gesellschaftlicher Werte stünde keine Absicht. Debilität — und hierin teile ich Ihre Einschätzung — bliebe als einzige Erklärung über, wenn sogar jene das Spiel nicht durchschauen, die sich ostentativ als Gegengewicht zum Sozialimus an der Wahlurne anbieten.

  13. Feldheld

    @gms
    Es hat zweifellos noch nie ausgereicht, erfolgreich zu sein. Man muß seine Errungenschaften auch verteidigen können. Ist ja schon im Tierreich Alltag, sich mit Beutejägern rumschlagen zu müssen. Die liberalen Gesellschaften haben den historisch beispiellosen Aufstieg der Menschheit während der letzten 200 Jahre ermöglicht, weil sie das Individuum vor dem Neid des Mobs UND vor der Macht der Elite schützten. Kreativität, Wagemut, Einsatz, Lernbereitschaft, Arbeit lohnten sich auf einmal. Die Gier des Individuums wurde zum Wohlstand für alle. Jeder Penner kann heute mehr Lebensqualität haben als ein Adliger des 17. Jahrhunderts.

    Es ist einerseits eine Kopfsache, diese Zusammenhänge zu erkennen, wobei man eigentlich auch ohne sonderliche Hirnakrobatik begreifen kann, daß niemand freiwillig etwas erzeugt, wenn er anschließend von irgendwelchen Arschlöchern enteignet wird und zum Dank noch beleidigt, diffamiert, bedroht und verhöhnt wird. Andererseits darf man nicht den Fehler machen, den Linken kampflos das Feld der Moral und der Emotionen zu überlassen. Groteskerweise sind sie aber gerade dort rundum erfolgreich. Nur – wie debil muß man sein, um sich von ihrem selbstgebastelten Scheinheiligenschein blenden zu lassen? Wie bescheuert muß man sein, Gutmenschen für gute Menschen zu halten?

  14. Lodur

    @Feldheld
    “Die liberalen Gesellschaften haben den historisch beispiellosen Aufstieg der Menschheit während der letzten 200 Jahre ermöglicht, weil sie das Individuum vor dem Neid des Mobs UND vor der Macht der Elite schützten.”

    Schon einmal daran gedacht, dass die Macht der Eliten die Wurzel für den Neid des Mobs sein könnten?

    “Die Gier des Individuums wurde zum Wohlstand für alle. Jeder Penner kann heute mehr Lebensqualität haben als ein Adliger des 17. Jahrhunderts.”

    Ja, Dank der Arbeitsrechte und Sozialversicherungssysteme, für die die Arbeiterschaft und ihre Interessensvertretungen, wie z. B. Gewerkschaften, in den von Ihnen so hochgelobten “liberalen” Gesellschaftssystemen kämpfen mussten. Nur, was Sie darunter verstehen, bleiben Sie uns auch schuldig. Was sind denn nun eigentlich Ihre so gelobten “liberalen” Gesellschaftssysteme der letzten 200 Jahre? Die semiparlamentarischen neoabsolutistischen Systeme der K. u. K. Monarchie oder des Deutschen Reiches? Die parlamentarisch-demokratische Weimarer Republik und die 1. Österreichische Republik? Die BRD? Die 2. Österreichische Republik? Die Präsidialdemokratie USA? Die konstitutionelle Monarchie GB mit parlamentarisch-demokratischer Verfassung? Die wirtschaftsliberalen Autokratien und Diktaturen eines Batista in Kuba oder eines Pinochet in Chile?

  15. gms

    Lodur :
    Dank der Arbeitsrechte und Sozialversicherungssysteme, für die die Arbeiterschaft und ihre Interessensvertretungen, wie z. B. Gewerkschaften, in den von Ihnen so hochgelobten “liberalen” Gesellschaftssystemen kämpfen mussten.

    Gewerkschaften sind weder hinreichend noch notwendig zur Wohlstandverteilung, wie prosperierende asiatische Länder mit immer weniger faktisch Armen an den Rändern der Gesellschaft empirisch beweisen. Auch in den USA oder GB waren die von Gewerkschaften dominierten Dekaden vielmehr Jahrzehnte der Lähmung und des Niederganges, als solche der Prosperität und des Massenwohlstandes.

    Als wäre das alleine noch kein valider Kontraindikator für den behaupteten Segensreichtum der Gewerkschaft, mußte sogar in der geschichtlichen Sternstunde des Kommunismus abseits von Kuba und Rußland – dem ominösen “New Deal” in den USA – der Staat den Unternehmern zusichern, daß man das Unterbinden gewerkschaftlicher Umtriebe erlauben würde.

    Als Liberaler anerkenne ich das Recht auf Dummheit. Wenn daher für mich auch die Gewerkschaften die größten im Universum beobachtbaren Gravitationszentren des Unsinns darstellen, so basieren sie doch, anders als die Kammern, auf einem ausnahmslos freiwilligen Zusammenschluß. Und so wie der Sterbliche es hinnehmen muß, wenn Abermilliarden Wassertropfen in Sturzbächen vom Himmel regnen und mühevoll Aufgebautes hinfortschwemmen, so sind sind auch die menschlich induzierten Plagen mit den roten Strichen und Pfeilen im Banner hinzunehmen.
    Die Gewerkschaften schießen sich selbst in Knie, und dem Rest der Menschheit noch dazu. Solange dies ohne Gewalt erfolgt, sollen sie das auch weiterhin ohne jede Einschränkung tun dürfen.

    Zur Ihrer mit Fragezeichen durchsetzen Aufzählung vergangener Regierungen und Regierungsformen: Taxatives Auflisten ersetzt einmal mehr kein Verständnis von Prinzipien. Liberalismus mißt sich am Grad der Einflußnahme. Ob die Obertanen ihren Machtanspruch dabei von Gott ableiten oder dem Zuspruch der Masse, ist belanglos.

  16. Lodur

    @gms
    “Gewerkschaften sind weder hinreichend noch notwendig zur Wohlstandverteilung, wie prosperierende asiatische Länder mit immer weniger faktisch Armen an den Rändern der Gesellschaft empirisch beweisen.”

    Gemessen am Wirtschaftswachstum und an den Produktivitätsraten der dort aktiven Unternehmen sowie an der Lohnentwicklung sind die dortigen Hauptprofiteure die größten Eigentümer an den Produktionsmitteln, Immobilien und Grundstücken. Kapitalanlagegesellschaften und Banken profitieren auch von diesem Boom. Das Durchschnittseinkommen ist natürlich gestiegen, nur sagt das nichts über die tatsächliche Einkommensverteilung aus, sondern ist nur ein statistischer Mittelwert. Faktum ist, dass in den dortigen Volkswirtschaften relational gesehen etwa gleich viele, oder eher wenige, Menschen zu den dortigen Ober- und Mittelschichten gehören wie vor den Marktliberalisierungs- und Industrialisierungsprozessen. In abslouten Zahlen sind sie natürlich gewachsen, die Gesamtbevölkerung jedoch auch.

  17. gms

    @Lodur

    Die nackten Zahlen bestätigen Ihre Darlegung keineswegs, ist der Gini-Koeffizient als Maßstab für Wohlstandsverteilung innerhalb einer Gesellschaft in Frankreich etwa mit jenem im Taiwan ident. Australien vs. EU detto, Südkorea vs. Niederlande ebenso, Japan – Dänemark, usw. usf.
    Allenfalls Hongkong mag als Sonderfall herausstechen, bloß bewahrheitet sich dort die Feststellung, wonach die Flut ausnahmslos alle Schiffe anhebt.

  18. Feldheld

    Lodur :
    Schon einmal daran gedacht, dass die Macht der Eliten die Wurzel für den Neid des Mobs sein könnten?

    Erstens ist das einem Liberalen völlig wurst, denn beide sind gleichermaßen seine auch etwa gleichstarken Systemfeinde. Zweitens ist die Macht der Eliten allenfalls eine Ausrede für den Neid des Mobs. Die Wurzel des Neides ist der Charakter des Neidischen. Er entscheidet sich für den Weg des Jammerns, Neidens, Hassens und Zerstörens, weil ihm der Weg des Lernens, Wachsens, Wagens und Schaffens zu mühsam ist. Er hält es für den richtigen Weg, den Besseren auf sein eigenes Niveau herabzuziehen, weil er sich für den härteren Weg des Aufstiegs zum Besseren zu fein ist.

    Ja, Dank der Arbeitsrechte und Sozialversicherungssysteme, für die die Arbeiterschaft und ihre Interessensvertretungen, wie z. B. Gewerkschaften, in den von Ihnen so hochgelobten “liberalen”

    Sie behaupten vieles, auf Begründungen oder wenigstens Erläuterungen verzichten Sie wohlweißlich.

    Solange Gewerkschaften keine staatlich sanktionierten Privilegien genießen, können sie zugegeben keinen großen Schaden anrichten. Ansonsten produzieren Gewerkschaften nichts, schon gar keinen Massenwohlstand, und ihre Dienstleistung ist wie jede andere zu beurteilen, für die Menschen auf freien Märkten freiwillig Geld bezahlen.

    Die Linken wollen den Kuchen “gerecht” verteilen und in der Folge wird der Kuchen kleiner, denn keiner produziert freiwillig was, wenn es ihm anschließend von irgendwelchen Arschlöchern enteignet wird.

    Der Liberalismus schert sich nicht um Verteilung oder “Gerechtigkeit”. In der Folge wächst der Kuchen, denn plötzlich lohnt es sich, Dinge zu produzieren.

    Die Gier schafft Wohlstand, der Neid vernichtet ihn. So simpel ist das.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .