Betreutes Fernsehen

(THOMAS EPPINGER) Nun ist sie also doch noch ausgestrahlt worden, die WDR/ARTE Dokumentation, die sich erlaubt, wohlwollend auf den israelischen Staat zu blicken, anstatt das palästinensische Narrativ wiederzukäuen. Und weil Ausgewogenheit für die deutschen Öffentlich-Rechtlichen offenbar bedeutet, nach einem Film über den „Hass auf Juden in Europa“ auch die Israelhasser gebührend zu Wort kommen zu lassen, ließ man nach der Ausstrahlung bei Maischberger diskutieren. Klar, die Symbiose aus Antisemitismus und Antizionismus zu benennen, kann man nicht einfach so im Raum stehen lassen.

Ein Teil des Gezeigten könnte schließlich die Bevölkerung verunsichern. Die Finanzierung des Terrors der Hamas mit Steuer- und Spendengeldern zum Beispiel, die durch die Korruption ermöglicht wird, über die man vor Ort so großzügig hinwegsieht. Oder dass junge Juden mitten in Europa sich nichts sehnlicher wünschen, als nach Israel auszuwandern, weil sie in Frankreich von arabisch-stämmigen Antisemiten gejagt und verprügelt werden.

Wem man nicht einmal zutraut, „Mein Kampf“ ohne Kommentar richtig einzuordnen, den kann man unmöglich mit einer israelfreundlichen Dokumentation alleine lassen. Nach dem betreuten Lesen kommt das betreute Fernsehen, bevor es ab ins betreute Wohnen geht. Betreutes Denken als lebensbegleitende Konstante. Orwell war tatsächlich zu optimistisch. (weiter hier)

18 comments

  1. Thomas Holzer

    “Betreutes Fernsehen”
    Sollte niemanden wunder nehmen, werden wir doch seit Jahrzehnten, jeden Tag immer mehr, von “unseren” demokratisch legitimierten Politikerdarstellern, betreut.
    Ob nun durch das Fernsehen, Printmedien, Schulen, Verbote, Gebote, Quoten, “nudging”: Seit die 68er proklamiert haben, daß alles, auch das “privateste Private”, politisch sei, ist die Betreuung de facto grenzenlos.

  2. Fragolin

    Meine holde Fragolina hat sich die Ausstrahlung dieser Doku, die ich mir im Netz ungeschminkt angesehen habe, auf ARD angetan und war überrascht, dass dort Kommentare und “Richtigstellungen” eingeblendet wurden; allerdings nur dort, wo es um die richtigen Richtigstellungen ging, also einen Herrn Abbas hat man nicht korrigiert. Man entblödet sich nicht, den Film, dessen Rechte wohl noch immer bei den Produzenten liegen, während der Ausstrahlung bereits durch Korrekturen zu zerhacken.
    Ich habe mir den Anfang bei Maischberger angesehen und dann entnervt zu ServusTV gewechselt, wo man die dumpfe argumentationsresistente Welt der Grünen präsentiert bekam, nachdem der WDR-Fuzzi dem Historiker Wolfssohn einfach irgendwelche Behauptungen von zahllosen Massakern der Juden an armen Paästinensern als Fakt entgegenschleuderte und dieser es leider verabsäumte, nach konkreten Beispielen zu fragen. Es war ein Schlagabtausch der Glaubenssätze, in dem die Argumente des Historikers im Gschichterldrucken eines nuschelnden Norbert Blüm untergingen, der die Recherchen eines Filmteams vom Tisch wischte und ausschließlich seine persönlichen Erfahrungen zum Maßstab des Weltgeschehens machte.
    Übrigens die übliche Logik der Linken und Gutmenschen: Die Berichte über zehntausende muslimische Terroristen sind kein Abbild des Großen Ganzen, denn mein Nachbar hat einen türkischen Laden und ist ganz doll nett. Pippilangstrumpfisierung eben.

  3. Thomas Holzer

    @Fragolin
    “Die Berichte über zehntausende muslimische Terroristen sind kein Abbild des Großen Ganzen…”

    Aber:
    Berichte über einen IDF-Soldaten, welcher einen offensichtlich palästinensischen Attentäter exekutiert, SIND DAS Abbild des Großen Ganzen; sprich alle IDF-Soldaten und natürlich alle! Juden sind Mörder.

    Ein Schelm, der Böses denkt

  4. humanist

    die Volksverdummung schreitet in jenen sendern am unverblümtesten voran, die zwangsumlagefinanziert sind. ORF allen voran. Fleischhacker auf Servus TV hingegen war ein Lichtblick. 3 umlagefinanzierten “Endpippilangstrumpfisierten” (danke, Fragolin), sassen immerhin zwei Menschen (mit dem Moderator 3), die eine Idee vom wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen (Arbeits- oder Innovations-)Leistung und Erfolg haben. Die Grüne träumt von der Wohltat von CO2 Steuern und deren heilsbringender Wirkung, der Kreisel ist herzig bemüht modern, lebt aber auch vom umlagefinanzierten “trend”, der Zukunftsprofessor kam uni-brainwashed und mE fast gewollt schrullig daher. Der automotive TU-Professor hingegen war argumentativ grosse klasse und hat spürbar (auch TECHNISCH!) Ahnung, wovon er spricht.
    ORF oje. SERVUS TV BRAVO!

  5. Thomas Holzer

    @Humanist
    Und ORFIII widmet soeben eine geschlagene Stunde den krausen “Gedanken” eines gewissen Herrn Felber

  6. waldsee

    das Thema ist zu komplex für öffentlich rechtliche Sender.Hier religiöses moralisieren,dort atheist.,internationalist. Weltbild mit dazugehöriger Propaganda. Wir Europäer haben genug nicht gelöste Aufgaben,warum sollen wir uns mit Ratschlägen einmischen?

  7. KTMTreiber

    Zitat:

    “Man entblödet sich nicht, den Film, dessen Rechte wohl noch immer bei den Produzenten liegen, während der Ausstrahlung bereits durch Korrekturen zu zerhacken. Ich habe mir den Anfang bei Maischberger angesehen und dann entnervt zu ServusTV gewechselt”

    Ich hatte ähnliches schon vermutet und den “Volksempfänger” gar nicht angestellt – vergeudete Lebenszeit. Anstatt dessen habe ich mit meiner Gattin ein gepflegtes Glas Rotwein auf unserer Terrasse, im sanften, weichen Schein einer “Feuerhand”-Laterne, genossen …. 😉

  8. humanist

    @KTM-Treiber: Ihr CO2 footprint ist Ihnen scheints völlig wurrrscht? Drehen Sie gefälligst die Laterne ab, den Fernseher auf und empfangen sie sein “Licht”!
    …auf Ihr Wohl!

  9. Gerald Steinbach

    Auffällig die Namen der im Film vorkommenden NGOs , wie “Brot für die Welt” , Frauen für den Frieden”, Liebe und Frieden”
    Erinnert mich an einen Wettbewerb wer hat den liebsten und friedlichsten Namen

  10. Gerald Steinbach

    Das Beschämende an den NGOs diese machen sich dort ,breit und wichtig, wo sie wissen das ihnen nichts passiert und das macht sie für mich so unsympathisch und widerlich,

  11. KTMTreiber

    @humanist

    … vor Entzünden der Laterne hatte ich vorsichtshalber, auf Anraten meiner Gattin, einen Sichtschutz errichtet – man weiß ja nie, – Denunzianten, Blockwarte, Greenpeace, oder Antifa … 😉

  12. Falke

    Dabei wurde die auf ARD gezeigte Version der Dokumentation – den Worten des WDR-Chefs nach – bereits von den schlimmen “Lügen und Fehlern” der Autoren “gereinigt”; schlimm genug, dass die Bild-Zeitung bereits vorher die Originalversion gezeigt hat. Da mussten die dummen Zuseher ja gleich belehrt werden. Besonders arg fand ich die Aussage des (CDU!)-Ex-Ministers Blüm, wonach zwar die Terrorangriffe der Palästinenser auf Israel gezeigt wurden, “nicht aber die Terrorangriffe Israels gegen die Palästinenser”. Ich weiß ja nicht, ob Blüm noch Parteimitglied ist – wenn ja, hätte ich ein Wort Merkels dazu erwartet. Aber das ist ja wohl eine sehr naive Vorstellung von dem derzeitigen Zustand der CDU unter Merkel.

  13. aneagle

    In deutschen, öffentlich rechtlichen, Agitprop- TV Sendern laufen oftmals Wählererziehungsdiskussionen, bei denen man, in einem unbewachten Moment reflexartig rasch denkt: “wenn das der Honecker noch hätte erleben dürfen”

    Der gestrige Maischbergerdiskurs war von anderer Qualität. Hier dachte man bereits viel früher: “wenn das der Adolf noch hätte erleben dürfen”

    Trotzdem war der Diskurs wertvoller als der informative, ambitioniert gemachte, Film. Ungewollt, aber eindeutig wie nichts zuvor, bewies der ARD die Argumentation des anwesenden Historikers. Nämlich, die tieftraurige Einsicht, dass sich Terroristen der Unterstützung von Linken und Evangelikalen sicher sein können. Es ist nicht nur der Iran, der die Hamas in die Lage versetzt, seine Bevölkerung und Israel zu schikanieren. Auch Brot für die Welt leistet einen wertvollen Beitrag.

    Damit muss man den Brandstifter tief in der eigenen Bevölkerung suchen (und finden), so unangenehm das auch sein mag. Alleine der bewiesene Tatbestand des Steuer- und Spendengeldmissbrauches in Milliardenhöhe, sollte in einem Rechtsstaat eine Steuerzahlungsverweigerung rechtfertigen.
    Schmerzlich vermisst habe ich in der mäßig appetitlichen Runde die Stimme eines aus Syrien oder dem Gazastreifen erfahrenen, praktischen Terror-Rückkehrers. Immer noch zu einseitig! Wohl ein handwerklicher Fehler des ARD.

    Was bleibt ist eine Erfahrung:
    Es gibt in der Flüchtlingsfrage für die EU und die UN einen palästinensischen Flüchtlingsadel, der keinem anderen gegönnt wird. Mit Privilegien ausgestattet, wie massive unkontrollierte Geldzuwendungen, Flüchtlingsstatuserbrecht(!) und wachsenden Flüchtlingsmengen, kurz ein humanitäres Unding, exclusiv für eine definierte Gruppe. Ein Vertriebener aus Dafur oder Äthiopien mag samt seiner Familie von so etwas nicht mal träumen.
    Warum das so ist? Nun, es nützt verschiedenen Gruppen auf verschiedene Weise, aber all das sollte es nicht geben. Diese Information verdanken wir ironischerweise der Bildzeitung und nolens volens dem ARD. Danke.

  14. Gerald Steinbach

    Auch ich habe mir die Fr. Meischberger jetzt angetan und der beste Spruch kam von Herrn Wolfssohn gleich am Anfang

    “”Würden Sie Herr Schönenborn (Programmdirektor)genau die gleichen Bewertungskriterien und Maßstäbe auf ihre anderen Sendungen anwenden, es würde den ganzen Tag nur noch ein Testbild zu sehen sein””

    Das Gesicht von Hr. Schönenborn hat sich sehr verkrampft

  15. Oliver H.

    @aneagle

    “Damit muss man den Brandstifter tief in der eigenen Bevölkerung suchen (und finden), so unangenehm das auch sein mag.”

    Es ist deshalb unangenehm, weil das Aufdecken dieser Brandstifter vorhersagbar wie das Ticken einer aufgezogenen Uhr im Gegenvorwurf mündet, man sei Anti-Amerikaner und Antisemit.

    Derselbe, der hier über “betreutes Fernsehen” doziert, ist Cheerleader des Brandstifters Paul Wolfowiz, der im Teamwork mit anderen Psychopathen rund um PNAC der Welt bis heute seinen blutigen Stempel aufdrückt. (Siehe hierzublogs /?p=43401#comment-207567 und ff).

    Wenn dann dieselben Dozenten noch notorische Parolen [1] verbreiten, dann bleibt einmal mehr das Suchen und Finden, wonach 1+1 immer noch 2 ergibt. Unangenehm für einige wenige, aber verdammt wahr.

    Sind wir im Krieg? — Definitiv, nämlich im Propagandakrieg.

    [1] eppinger.wordpress.com/tag/europaeische-union/
    “Das Gegenteil dieses Europas der Staaten wäre ein Europa der Bürger. Eine föderalistische Union, die als demokratisches Staatswesen verfasst ist: Ein von allen Bürgern gewähltes Parlament würde die europäischen Gesetze beschließen, eine Regierung ernennen und gegebenenfalls wieder abrufen. Die europäischen Parteien würden mit länderübergreifenden Listen kandidieren, als Österreicher könnte ich ebenso gut eine deutsche oder italienische Partei wählen. Die Vertreter der Nationen wären einer zweiten Kammer in die Gesetzgebung eingebunden. Mit europaweiten Referenden würden tiefgreifende Entscheidungen zusätzlich legitimiert anstatt durch ein nationales Veto blockiert werden zu können. [..] Eine immer engere Union ist jedenfalls kein Selbstzweck, sondern muss mit der Weiterentwicklung ihrer demokratischen Strukturen einhergehen.”

  16. mariuslupus

    Wieso betreutes Fernsehen ? Das Fernsehen behandelt ihre zahlenden, zwangszahlenden Kunden, wie eine Ansammlung von Idioten. Leider werden die Fernsehmacherinen in ihrer Annahme für wen sie produzieren bestätigt. Das zahlende Publikum plappert nicht nur alles nach, was im TV präsentiert wird, sondern glaubt auch noch daran.

  17. fxs

    Man kann Prof. Rainer Mausfeld durchaus kritisch gegenüberstehen. Seine Analysen, wie durch “die Medien” manipuliert und indokriniert wird, sind jedoch sehr aufschlussreich. (einfach googeln!)

  18. Oliver H.

    @fxs

    “Man kann Prof. Rainer Mausfeld durchaus kritisch gegenüberstehen.”

    Wie an anderen Stellen mehrfach geschrieben: Es existieren immer noch redliche Linke, mit denen man sich als Libertärer trotz ideologischer Differenzen trefflich auf Fakten einigen kann. Diese Linken wie Mausfeld adressieren wesensbedingt Fragen von Macht, Manipulation und Einfluß tiefgehehender als Normalmenschen und haben zugleich den Vorteil, sich mehr oder minder offen unter ihresgleichen bewegen zu können. Eric Blair war in seiner Jugend glühender Sozialist, er selbst verdiente sein Geld u.a. mit Propaganda, bis ihm dämmerte, wem das nützte.

    Nicht minder links war H.G.Wells, der tatsächlich und genuin glaubte, die Welt sei unter der Führung weniger Plutokraten besser aufgestellt als mit alternativen Modellen, weshalb seine Schriften flammende Apelle sind, sich dieser Neuordnung zu beugen.

    “Seine Analysen, wie durch „die Medien“ manipuliert und indokriniert wird, sind jedoch sehr aufschlussreich. (einfach googeln!)”

    Im Anlaßfall haben wir den Film von “Arte” als Propaganda-Baustein, um den hernach, maßgeblich durch das Springer-Blatt “Bild” getriggert, nicht minder Propaganda erfolgte.

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