Böse, böse Konzerne, aber gute Staaten

Von | 30. Juli 2017

“In der Diskussion über die gerechte Besteuerung der Konzerne agieren Politiker oft wie Straßenräuber, die sich über Taschendiebe beschweren. Dabei ist es das Rechtssystem, das zu den unerwünschten Ergebnissen führt…” (hier)

10 Gedanken zu „Böse, böse Konzerne, aber gute Staaten

  1. Fragolin

    “Gerechte Besteuerung” ist gut. Kommt in die Kiste mit den lauwarmen Eislutschern.

  2. dna1

    Zitat aus dem Artikel:
    Die OMV und Rumänien
    Wie sich das System auswirkt, lässt sich an der Investition der OMV in die rumänische Petrom zeigen. Bei der Übernahme 2004 hatte das Unternehmen rund 53.000 Mitarbeiter. Heute arbeiten dort knapp 17.000. Die aus Sicht der OMV völlig richtige Restrukturierung führte zu Gewinnen, die in Österreich ausgeschüttet wurden. Rund 3,5 Mrd. Euro wurden an Zinsen und Dividenden bis heute bezahlt, die in Rumänien nicht besteuert werden durften. Das heißt aber nichts anderes, als dass der rumänische Arbeitslose den österreichischen Staat unmittelbar finanziert hat.
    – – –
    Noch nie in meinem Leben habe ich so einen Schwachsinn gelesen, was ist mit diesem Journalisten los, ist der ein zugewandertes Goldgeschenk ohne Hirn und Ahnung von Wirtschaft?

  3. Christian Peter

    Selbstverständlich ist das Steuersystem Schuld an der Steuervermeidung von Konzernen, es gäbe genug Möglichkeiten, dieser ein Ende zu bereiten, wäre dies politisch erwünscht. Dass Österreich von dem heutigen System profitiert, wie im Beitrag nahegelegt, ist allerdings ein Märchen, denn Österreich ist ein Land der kleinen und mittleren Unternehmen mit ganz wenigen Großunternehmen oder gar Konzernen. Nach seriösen Berechnungen entgehen dem österreichischen Fiskus durch Steuerhinterziehung ausländischer Konzerne weit über 10 Milliarden Euro jährlich – damit ließe sich die Steuerreform des Jahrhunderts finanzieren.

  4. Thomas Holzer

    “Dabei ist es das Rechtssystem, das zu den unerwünschten Ergebnissen führt…”

    So ist es!
    Die, welche für die Situation verantwortlich sind, werfen allen anderen Fehlverhalten vor; wie kleine Kinder. Leider scheint die Mehrheit dieser Faktenverdrehung auch noch zu glauben.

  5. Christian Peter

    @TH

    Selbstverständlich brechen Konzerne Gesetze und hinterziehen Steuern. Die Staaten bleiben in der Regel untätig, vor allem Österreich. Bei einigen Konzernen ließen sich problemlos Steuern eintreiben, würde die Finanz bloß tätig werden. Bei Google fanden im vergangenen Jahr in einigen Ländern Hausdurchsuchungen wegen Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe statt, bloß Österreich bleibt weiterhin untätig. Schließlich gibt es mehr als genug österreichische Unternehmen, denen man auf den Pelz rücken und Geld eintreiben kann.

  6. Thomas Holzer

    @CP
    Dieses Absolute in Ihrer Wortwahl erachte ich als äußerst unangebracht.
    Nicht jeder Konzern bricht Gesetze und/oder hinterzieht Steuern; auch nicht jedes Unternehmen, egal ob mit tausenden Mitarbeitern, ein paar Hundert oder als EPU.
    Weiters:
    So ich recht informiert bin, beschließen Politiker Gesetze (leider allzu viele und leider allzu oft auch, wenn sie den Inhalt des Gesetzes selbst nicht verstehen) und eben nicht Konzerne, Unternehmen oder eben der Weihnachtsmann.
    Auf Grund der mangelnden Qualität der und der nahezu unermesslichen Zahl an Gesetzen ergibt sich zwangsläufig, daß diese zumindest widersprüchlich und “situationselastisch” sind.
    Dies Unternehmen, Konzernen, Bürgern vorzuwerfen, sprich allen, nur nicht denen, welche dafür verantwortlich sind, ist schlicht und einfach dumm und unredlich

  7. Rennziege

    30. Juli 2017 – 16:27 — Thomas Holzer
    @CP
    D’accord, Herr Holzer. War Christian Peter nicht noch vor einem Jahr ein in der Wolle gefärbter Fan der FPÖ?
    I waaß net, aber dieser bunte Vogel muss versehentlich in einer grünroten Waschmaschine gelandet sein, und der Schleudergang verursacht bleibende Schwindelanfälle. 🙂

  8. Christian Peter

    @TH

    ‘Dumm’ ist hinzunehmen, dass heimische Unternehmen ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans, während ausländische Konzerne trotz Milliardengewinnen praktisch keine Steuern bezahlen.

  9. gscheithaufen

    Erinnert sich noch wer an die Steuersätze des Labour-regierten UK in den 60er und 70er Jahren? Die Senkung derselben von 99% Grenzsteuersatz auf unter 50% brachte merkwürdigerweise eine Einnahmenerhöhung…. Selbiges ist aus Schweden zu berichten – ganz zu schweigen von Reagan und seinem Hören auf Arthur B Laffer. Der Hausverstand (der vom Billa natürlich!) sagt: wenn was zuviel kostet, suche ich mir Alternativen. Bezogen auf die nachfahren der Kuenringer heißt das aber, dass ich mir die Alternativen leisten können muss, da ja das Suchen, Finden und Umsetzen eine ganz schöne Stange Geld und Aufwand kostet. Das wiederum können sich “Konzerne” halt effizienter und besser organisieren als kleine und mittlere Unternehmer bzw Privatpersonen. Wie sagte schon Ex-Finanzminister Edlinger auf meine Frage in einer Podiumsdiskussion, wieso die Besteuerung von Rohstoffen, Kapital etc eher rückläufig ist, die Einkommensteuer aber weiter steigt: “die ehrliche – nicht die politische Antwort – lautet: die Arbeit läuft uns nicht davon”.
    Ergo: in einem korporatistisch-sozialistisch-korrupten Polit-Wirtschaftssystem wie zB in Ösiland ist der Einzelne der Staatsfeind, der von eben jenem bekämpft wird, auf dass er seine Rebellion aufgebe und sich dem Moloch unterwerfe. Erfolgsmodell: siehe Venezuela.

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