Brauchen Europäer Asyl in Europa?

Von | 2. August 2015

(C.O.) Wenn es um Asylwerber geht, haben derzeit die meisten Menschen in Europa zwei Bilder vor Augen: Das eine zeigt ein mit Menschen schwarzer Hautfarbe überlastetes Boot, das irgendwo im Mittelmeer treibt, das andere ein junges, dunkeläugiges Mädchen aus Syrien oder dem Irak. So illustrieren die meisten Medien ja auch ihre Berichte zur Migrationsflut, die über Europa schwappt.

Bilder, die Emotionen wecken, ein Argument für eine insgesamt großzügigere Asylpolitik zu sein scheinen, aber die Realität nicht korrekt abbilden.

Denn laut jüngsten Eurostat-Daten stammten im ersten Halbjahr 2015 in der EU insgesamt die meisten Asylwerber aus – Europa. Bemerkenswerte 35 Prozent aller Erstanträge auf Asyl wurden von Europäern gestellt, und zwar größtenteils von Serben, Kosovaren, Makedoniern und Albanern; nur 25 Prozent von Menschen aus Nahost, vor allem von Syrern und Irakern, und nur 19 Prozent von Afrikanern.

Nun sind die Lebensbedingungen am Westbalkan gewiss wenig erfreulich, schon gar für Sinti und Roma, aber einen Asylgrund im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention (Krieg, politische oder religiöse Verfolgung etc.) stellen sie sicher nicht dar. Politisch wenig korrekt, aber dafür erfrischend klar hat das jüngst Serbiens Premier Aleksandar Vucic formuliert: “Das sind ja keine Asylbewerber. Die wollen deutsches Geld.” Dem kann ist kaum zu widersprechen. Wenn in Serbien das durchschnittliche Monatseinkommen 380 Euro beträgt, kann man nachvollziehen, wie attraktiv Serben der deutsche Sozialstaat erscheint; von noch ärmeren Winkeln des Westbalkan ganz zu schweigen.

Was für durchschnittliche Medienkonsumenten wie eine einzige riesige Mittel- und Nordeuropa überflutende Welle von Migranten aussieht, besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Phänomenen, die kaum etwas miteinander zu tun haben: einerseits zum größeren Teil vom Westbalkan stammende Wirtschaftsflüchtlinge, die im Normalfall keinen Anspruch auf Asyl haben – und andererseits ein kleinerer Teil tatsächlicher Kriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Irak und mehreren von (Bürger-)Kriegen heimgesuchten afrikanischen Staaten. Weil aber in der politischen wie in der medialen Debatte diese beiden Handlungsstränge dauernd miteinander vermischt werden, ist diese mittlerweile völlig irrational geworden.

Rational und vernünftig wäre, die fast ausschließlich ökonomisch getriebene Migration vom Westbalkan mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden, damit den Migrationsdruck auf die EU insgesamt zu verringern und die dadurch frei gewordenen logistischen, finanziellen und personellen Kapazitäten zu nutzen, um die zahlenmäßig deutlich kleinere Gruppe echter Kriegsflüchtlinge angemessen versorgen zu können.

Dass die EU die wirtschaftlichen Probleme des ehemaligen Jugoslawien dadurch löst, dass sie einen Teil der dortigen Bevölkerung als Pseudo-Asylanten importiert, wird nur für erstrebenswert halten, wer die Union von innen in die Luft jagen will.

Präzise zwischen den unterschiedlichen Motiven von Migranten zu unterscheiden, gilt als herzlos und kalt. Anders aber werden die von Migration verursachten Probleme nicht in den Griff zu kriegen sein. (“WZ“)

13 Gedanken zu „Brauchen Europäer Asyl in Europa?

  1. Der Realist

    Gerade wenn es um Asyl, Migration und Integration geht, wird die Debatte nie ernsthaft und schon gar nicht ehrlich geführt. Da klaffen die Motive und Argumente einfach zu weit auseinander, da gibt es die Beschöniger, die guten Menschen, jene die mit Steuergeld die Wohltätigen spielen und auf der anderen Seite Hardliner, Menschen die sich zunehmend als Fremde im eigenen Land sehen und viele, die die berechtigte Sorge haben, dass wir auf Dauer diese finanzielle Last nicht stemmen werden.
    Dass wir nicht alle nehmen können, wird mittlerweile wohl auch den harmlosesten Gemütern klar sein.

  2. sokrates

    ……das wir nicht alle aufnehmen koennen, wird auch den harmlosesten Gemuetern klar sein..Irrtum! Feymann, Mitterlehner sind der Meinung dass es hier keine Begrenzung geben darf..ausser eine natuerliche:Wenn alle Laender auf demLevel vonDurchschnittsafrika liegt und wir islamisiert sind, dann hoert sich die Migration auf!

  3. wernerb

    Voraussichtlich werden von den für 2015 prognostizierten ankommenden Menschen 35000 als Flüchtlinge anerkannt (Grundlage Anerkennungsquote Österreich 2014). Mit dem dann möglichen Familiennachzug ist Jahr für Jahr eine Dimension die etwa der Einwohnerzahl Innsbrucks entspricht erreichbar. Jahr für Jahr eine Landeshauptstadt voll neuer Menschen zur wirtschaftlichen und politischen Verwertung und darum frage ich: Wann werden endlich die Nutznießer dieser Entwicklung genannt? Wer es bezahlt und die Lasten trägt liegt ohnehin auf der Hand ………
    Eine Anmerkung als Drüberstreuer: Die logistische Versorgung der Aufnahmelager in Süditalien wird mittlerweile von den Herren mit den dunklen Sonnenbrillen als neues lukratives Geschäftsfeld besorgt.

  4. Christian Peter

    Man kann es nicht oft genug wiederholen : Man sollte das Recht auf Asyl auf die wenigen Länder beschränken, in denen Bürgerkrieg oder vergleichbare Zustände herrschen und diesen Menschen
    dann zeitlich befristetes Asyl gewähren. Damit ließen sich die ausufernden Probleme mit Wirtschaftsflüchtlingen mit einem Schlag beseitigen.

  5. cppacer

    @Christian Peter
    das wären weniger als 10% der “Asylanten” welche wir jetzt haben.Ganz sicher.

  6. Enpi

    Die Frage ist auch ob die Eurostat-Statistik einem Realitätscheck standhält. Und wenn ja, stehen wir ja noch immer am Anfang eines die nächsten Jahre anhaltenden Asylantenschwalls.

    “Rational und vernünftig wäre, die fast ausschließlich ökonomisch getriebene Migration vom Westbalkan mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden, damit den Migrationsdruck auf die EU insgesamt zu verringern… C.O.”

    Das kann man nicht so stehen lassen. Nicht nur Europäer sondern auch ein Großteil der Asylanten aus Afrika sind Wirtschaftsflüchtlinge.

  7. Der Realist

    @sokrates
    Es gibt auch solche, die sind so harmlos, dass sie schon wieder gefährlich sind, bei diesen hat man schon Angst, wenn sie den Mund aufmachen, und sei es nur zum Atmen, fangen die auch noch zu reden an, bereitet das seelische wie körperliche Schmerzen.

  8. Christian Peter

    @cppacer

    Selbstverständlich, bei etwa 95 % der Asylbewerber handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge, die eigentlich kein Recht auf Asyl haben. Diese verrückte Politik führt zu der grotesken Situation, dass echte Kriegsflüchtlinge in der Regel keine legale Möglichkeit haben, in westlichen Ländern Asyl zu erhalten, während Abermillionen illegal einwandernde Wirtschaftsflüchtlinge mit einem rechtlich privilegierten Status eines Asylbewerbers belohnt werden.

  9. frustrierter Bürger

    Zu Struktur und Kosten der Migranten liegen die Fakten halbwegs klar am Tisch, ebenso wie zu “Wählerorientierung” und Verantwortungsgeschwafel unserer Entscheidungsträger. Zahlen zum Gesamteinkommen der Gutmenschenindustrie sind “nicht darstellbar”, Auskünfte zur absehbaren Zukunft werden verweigert.- Wird auf die bevorstehende, verfassungsmäßig abzusichernde Zwangsrekrutierung der Gemeinden eine solche des privaten Wohnraumes folgen?

  10. cppacer

    Wird auf die bevorstehende, verfassungsmäßig abzusichernde Zwangsrekrutierung der Gemeinden eine solche des privaten Wohnraumes folgen? :::
    Auszuschliessen ist das nicht,wenn auch noch nicht heute, so doch übermorgen……..

  11. Jeremias

    Das macht die EU mit Absicht. Sie will auf diese Weise darstellen, daß ohne sie nichts läuft.
    Die EU macht Probleme, die es ohne sie – die EU – gar nicht gäbe.
    Europa braucht die EU nicht, die EU ist der Parasit Europas.

  12. sokrates9

    Jeremias@ Stimme überein! Je mehr Europa destabilisiert wird umso leichter haben es die REU – Bonzen: es wird abgelenkt, und der Intelligenzgrad der EU dramatisch gesenkt! Man hofft dass das Stimmvieh dann dankbar ist wenn man Ihm von der Glühbirne bis zum Genessen alles vorschreibt!

  13. Fragolin

    Brauchen Europäer Asyl in Europa?
    Ja natürlich!
    Aber leider wollen uns die Schweizer nicht haben…

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