Brexit, so what…

Ob die Briten für oder gegen den Austritt aus der EU stimmen, spielt im Grunde keine Rolle: Es wird sich für Großbritannien wie für die EU nur wenig ändern. Die Aufregung in Brüssel ist in erster Linie der Eitelkeit geschuldet: Der Brexit wäre eine Blamage – nicht mehr. Der größte Fehler, den die EU machen könnte, wäre weiterzumachen wie bisher. (hier)

10 comments

  1. Calderwood

    Zu so einem Urteil kann man nur kommen, wenn man das Denken strikt auf den Bereich der Wirtschaft beschränkt.

    Vergleichbar wäre die folgende Äußerung eines Gefangenen: “Ob ich aus dem Gefängnis entlassen werde oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle, denn ich werde draußen wie drinnen das gleiche essen”.

  2. Calderwood

    Die Zitierung mit Html-Codes hat nicht funktioniert. Deshalb bitte den fehlgeschlagenen Versuch löschen. Hier nun ohne Codes:

    “Ob die Briten für oder gegen den Austritt aus der EU stimmen, spielt im Grunde keine Rolle: Es wird sich für Großbritannien wie für die EU nur wenig ändern.”

    Zu so einem Urteil kann man nur kommen, wenn man das Denken strikt auf den Bereich der Wirtschaft beschränkt.

    Vergleichbar wäre die folgende Äußerung eines Gefangenen: “Ob ich aus dem Gefängnis entlassen werde oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle, denn ich werde draußen wie drinnen das gleiche essen”.

  3. Mona Rieboldt

    Ich kann es nicht mehr hören, Warnungen hier, dann wieder, es ist egal. Kann man nicht endlich mal abwarten, bis die Wahl gelaufen ist? Leider! glaube ich nicht an einen Brexit.

  4. Carl Schurz

    In einem freiheitlich-demokratischen Rechtsraum gehört es zur Vertragsfreiheit, dass man Verträge auch kündigen oder aufheben kann. Das fragliche Berufsalkoholiker dagegen aufbegehren fasse ich unter allgemeine Meinungsfreiheit zusammen. Ansonsten wären sie zu ignorieren, weil nicht gewählt und damit auch nicht demokratisch legitimiert. GB bzw. seine Bürger sollten souverän wählen. Ich hoffe auf eine kluge Entscheidung. Das zu entscheiden ist Aufgabe der Historiker.

  5. Thomas Holzer

    Bilaterale, multilaterale (Handels)verträge etc. dienen niemals den Bevölkerungen, sondern nur den Politikerdarstellern, die mit diesen Verträgen ihre -nicht vorhandene- Wichtigkeit und Unabkömmlichkeit beweisen wollen.

    Möchte ich, als Bürger Österreichs, z.B. unbedingt z.B. Gummistiefel von Hunter kaufen, sollte ich in einem freien Land mit einer freien Wirtschaft eigentlich dazu die Möglichkeit haben, ohne daß Politikerdarsteller mir vorschreiben, ob und wie der Erwerb derselben erfolgen kann/darf.
    Leider sind wir von einer derartigen Selbstverständlichkeit mehr als nur weit entfernt.

  6. mariuslupus

    “Der Nationalismus, also die Desintegration”, wie kommt der Autor überhaupt zu so einer Aussage ? Europa bestand schon immer aus mehr, oder weniger suveränen Nationalstaaten. Nationalbewustsein soll plötzlich etwas verwerfliches sein. Warum sitzen dann bei der EM die ganzen Grosskopfaten in ihren VIP Logen und lassen sich mediengeil ablichten ? Weil sie auf Wählerfang aus sind! In den Nationalstaaten, und nicht in der EU.
    Sollte es noch Zweifel an der Notwendigkeit des Austritts von Grossbritanien (Brexit, ist ein journalistisches Ungetüm), geben, zwei Bemerkungen:
    Merkel erwartet einen Zustrom von Flüchtlingen aus Afrika. Sie erwartete diese Flüchtlinge, also ist sie in guter Hoffnung, wahrscheinlich mit offenen Armen, und auch noch aus Afrika, ist ihr Wunsch und Wille.
    Gestern, bei der Diskussion in der BBC zum Abschluss der Kampagne die EU betreffend, wurde als Hauptredner von den Cameron Anhängern, SadiqKhan nominiert. Dass bedeutet eine gewisse Panik in der Reihen der Remainern. Das Lager der Remainern setzt offensichtlich auf muslimische Stimmen. Die Stimmen der Muslime werden den Ausgang des Referendums entscheiden.

  7. Falke

    Vor allem ist im Falle des Brexit zu hoffen, dass die EU-Verantwortlichen (Kommission, Rat, Parlament) darüber nachzudenken beginnen, dass eine EU ohne Einhaltung ihrer eigenen Gesetze und Grundsätze (Maastricht, Schengen, Dublin) nicht funktionieren kann und daher bei der Bevökerung immer unpopulärer wird. Entweder man hält diese Verträge streng ein (damit hätten wir schon einmal kein “Flüchtlingsproblem”), oder man kommt zu dem Schluss, dass sie falsch sind – dann muss man sie schleunigst ändern, sonst war Brexit nur der Anfang. Ebenso sind die Zuständigkeiten und Strukturen genau einzuhalten – es kann wohl nicht sein, dass ein einzelner Regierungschef (Merkel) nach Gutdünken für die gesamte EU verhandelt und entscheidet und die anderen Mitgliedsländer dann vor vollendete Tatsachen stellt, so nach dem Motto: “Friss oder stirb!”
    Übrigens: “inland revenue” bezeichnet das gesamte nationale Steueraufkommen und keinesfalls nur die Einkommenssteuer (= income tax).

  8. Reini

    … wenn man die “ausrangierten Politiker” jeden EU Staates in die Zentrale nach Brüssel schickt, nur für die Postenbesetzung, damit er dem eigenen Land nicht mehr auf der Tasche liegt, darf man sich nicht wundern wenn einiges in der EU schief läuft! … die große Bevölkerung einzelner Länder wird als “Dumm” abgestempelt, sie sind aber nicht “Blind”. … ein Großreich Europa hat noch keiner in den letzten 2000 Jahren geschafft auf Dauer zu halten!

  9. gms

    Falke,

    “es kann wohl nicht sein, dass ein einzelner Regierungschef (Merkel) nach Gutdünken für die gesamte EU verhandelt”

    Das ist eine ebenso mehrfach widerlegtes Narrativ, wie jenes des behaupteten Alleingangs Österreichs beim Schließen der Balkan-Route. Erst dessen Schaffung unter der Ratspräsidentschaft der Niederlande bildet die Grundlage einer demnächst offen artikulierten EU der zwei Geschwindigkeiten, die sich mit oder ohne Großbritannien im Club als Ausweg aus der Misere vor der staunenden Öffentlichkeit aus dem Hut zaubern läßt.

    Die große und allumfassende Schulden- und Sozialunion ist mit 28 Ländern bis auf Weiteres nicht in trockene Tücher zu bringen, die vertiefte Kernunion rund um Deutschland als Zwischenschritt wiederum läßt sich allein durch gezielt inszenierte Konflikte herbeiführen.
    “Scheitert Schengen, dann explodiert der Kontinent” — derartige Sprüche wurden den Massen nicht ohne Grund monatelang bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit medial eingehämmert. Ertragen müssen werden wir sie in den kommenden Wochen in noch kreischender Ausprägung, bis manche Völker sich ermattet einem reformierten Schengen und all dessen Konsequenzen beugen.

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