Brexit – was jetzt kommt

Was passiert nun in den nächsten Tagen? Relativ fest steht, dass sich Großbritannien einen neuen Premier suchen muss. Harte Verhandlungen it der EU stehen bevor. (weiter hier)

22 comments

  1. sokrates9

    Das oberste Ziel einer Handelsunion müsste es doch sein win: win Situationen zu generieren und nicht “so schmerzhaft wie möglich” als Strafe zu agieren! Raus mit diesen polittrotteln die keiner demokratisch gewählt hat!

  2. Christian Weiss

    “Den Austritt so schmerzhaft wie möglich machen” ist so ziemlich das Dümmste, was die EU tun kann. Die Briten wollen genau so wenig ein feindschaftliches Verhältnis zur EU wie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein oder Island. Aber alle fünf Staaten wollen einen alternativen Weg zur zentralistischen Vormundschaftsbehörde in Brüssel gehen.
    Man hätte jetzt die Chance, zurück zur Tugend des Freihandels zu gehen, statt weiterhin den visionären Wahnsinn von minderbegabten Megalomanen wie Juncker und Schulz mitzumachen, die glauben, sie würden Europa retten.

  3. Falke

    Statt den Briten den Austritt so schmerzhaft wie möglich zu machen und den anderen Mitgliedern zu drohen, sollen sich die EU-Verantwortlichen lieber fragen, warum Großbritannien ausgetreten ist und diese Gründe – die wohl auch für viele ander Mitgleidsstaaten gelten – durch eine Änderung der Politik möglichst ausräumen. Dass Juncker, Schulz, Merkel & Co daraus lernen, ist allerdings kaum anzunehmen, da sie ja von der Richtigkeit ihrer Politik so überzeugt sind, dass sie sie als “alternativlos” betrachten.

  4. Fragolin

    Ich finde es gut, wenn die EU-Bonzen davon sprechen, die Briten jetzt ganz besonders hart zu bestrafen. So sehen alle anderen Völker Europas genau, wie die Funktionsweise des Vierten Reiches ist: Hohle Versprechungen auf Belohnung bei devoter Unterwerfung, harte Strafe bei Renitenz. Und die Quintessenz der bisherigen Wortmeldungen aus der EU (erwartbar): Europa muss “enger zusammenrücken”, sprich schnell die Assimilation der Kernstaaten unumkehrbar machen, und die EU muss ihre tolle Performance den dummen Bürgern “besser verkaufen”. Also das Volk soll gefälligst besser auf die Herrscher hören; umgekehrt wird nicht einmal angedacht.
    Ich habe gewettet, dass der Brexit nicht stattfindet. Die Wette habe ich zum Glück verloren. Ich habe einen kleinen Teil meines persönlichen Pessimismus verloren. Und erkenne den positiven Aspekt des Nichtvorhandenseins einer Briefwahl an. Und den der öffentlichen Auszälung.
    Congratulations, Ihr wackeren Insulaner!
    Bei uns wird es so etwas nicht geben; erst gestern im Standard ein Artikel über eine Umfrage (ja, wir machen sowas wieder…), bei der angeblich über 70% der Gefragten sogar abgelehnt haben, überhaupt über einen Volksentscheid nachzudenken. Seht ihr, orakeln da unsere Systemerhalter, das Volk will ja gar keine direkte Demokratie und keine lästigen Befragungen, wir machen eh alles toll, super, doppelplusgut…

  5. Christian Peter

    BRAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAVO – das ist der Anfang vom Ende dieser EU. Die EU von morgen wird eine andere sein oder untergehen, dem Beispiel Großbritannien werden noch weitere Länder folgen, sollte sich die EU als unreformierbar präsentieren. Auch in den Visegrad – Staaten scheint ein Austritt aus der EU mittelfristig als wahrscheinlich, sowie in zahlreichen anderen Ländern, sofern die Bevölkerung endlich die Möglichkeit erhält, in dieser Angelegenheit befragt zu werden.

  6. wbeier

    Triumph für EU-Skeptiker in der Rest-EU? Net wirklich, weil in Wahrheit verlieren sie ihren stärksten Verbündeten. Wegen vergeblichen Bemühens für eine Reform der Europäischen Union wurde das Votum ja angesetzt. Die Union hat sich nicht reformiert und der Schuß ist nach hinten los gegangen. Aber auch viele jener Briten, die für den Verbleib gestimmt haben, meinten damit nicht wirklich diese EU.

  7. CE___

    Super dass in GB eine Mehrheit für den EU-Austritt gestimmt hat.

    Ich erwartete mir so ein Ergebnis nach diesen Angst- und Drohkampagnen nicht mehr.

    Überhaupt die Reaktionen sowohl von EU-Öffentlichen bis hinunter zur Journaille befremdlich sind, obwohl sie sehr gut ins Gesamtbild dieser EU passen.

    Ist der Beitritt zu der EU wirklich gleichzusetzen mit dem Beitritt zu einer Mafiafamilie, der man ewige Treue bis in den Tod schwört, und um sein Leben zittern muss und Droh- und Repressionskampagnen ausgesetzt ist, wenn man aussteigen will ?

    Ist das die EU für die ich damals stimmte? Entschiedenes Nein!

    Also aus SO EINER EU möchte ich auch hinaus, so schnell als möglich!

    Die Briten haben jetzt die super Chance, quasi vor der Nase Brüssels, für alle sichtbar, ein Alternativmodell zu der (leider) in einer EUdSSR abgleitende EU- und Eurozone aufzuziehen.

    Und das Zuckerln für die Insassen der EU-Euro-Irrenanstalt ist das die Inseln geographisch nahe liegen falls man ein Exilland benötigt wenn die EUdSSR ihre vollen “Segnungen” entfaltet.

    Recht und Verträge werden laufend gebrochen, zu allem was uns (v.a. Bürgern von Ö, D, FIN, NL, LUX) damals über EU und vor allem Euro erzählt wurde, wurden wir belogen und betrogen, und von den eigenen nationalen Politikern verraten und verkauft (siehe die dieswöchige weitere Skandal”entscheidung” des dt. Bundesverfassungsgerichts)

    Die Briten werden es wirklicht nicht schwer haben ihr eine gute Alternative aufzuzeigen.

    Go for it !

  8. Gerald Steinbach

    wbeier@
    Unter diesen Blickwinkel habe ich es noch nicht betrachtet, aber ich fürchte sie haben recht, jetzt können die Deutschen und Franzosen ungestört weiter fuhrwerken
    Christian Peter@
    Gute Idee, leider habe ich heute einen Heurigenbesuch auf der Agenda stehen

  9. mariuslupus

    @Christian Weiss
    “Den Austritt so schmerzhaft wie möglich machen”, soll das Dümste sein was die EU Kommisäre tun können. Aber, warum sollten die EU Kommisäre die Gelegenheit auslassen, wieder etwas blödes anzustellen. Bis jetzt haben sie bewiesen , dass sie jede Gelegenheit nutzen um den nächsten Blödsinn zu zelebrieren.
    Die Entscheidung der Briten ist nur z.T. mit der aktuellen Situation der EU zu rechtfertigen, aber sie ist absolut richtig mit dem Blick in die “Zukunft” der EU. Diese Organisation hat keine Zukunft, weil alle, die , die EU lenken, kein Interesse an der Zukunft haben. Ihr Interesse ist einzig und allein die Sicherung ihrer Pfründe.
    Nigel Farage hat wiederholt auf diese Tatsache der Inkompetenz der EU “Elite” im EU Parlament hingewiesen. Wurde aber , von Schulz und Juncker nur lächerlich gemacht. Als sich Nigel Farage bei der letzten Session des EU Parlaments, mit dem Hinweis auf das Referendum, verabschiedet hat, war die Reaktion von Schulz, nur ein einfältiges Grinsen.

  10. astuga

    Zwar sind gerade die Briten selbst für einige Fehlentwicklungen verantwortlich.
    Für die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei haben sie sich damals ja besonders stark gemacht (andere große Player in der EU waren deutlich zurückhaltender).
    Und auch die britische Migrationsproblematik haben sie mehr den sozialistischen Labour-Regierungen zu verdanken als Brüssel.
    Aber die Richtung stimmt…

    Ist natürlich nur meine persönliche Meinung dazu – aber eine Zerschlagung der jetzigen politischen (!) EU ist eine unabdingbare Notwendigkeit für den erfolgreichen Kampf gegen die weitere Islamisierung Europas.
    Der Brexit war ein wichtiger Schritt dafür, aber es wird noch ein zäher Kampf werden.
    So schnell geben sich die korrumpierten und verblendeten EU-Eliten auch nicht geschlagen, denn sie selbst verlieren dabei nur.

    Meine Befürchtung ist jetzt, und einige Wortmeldungen deuten in diese Richtung, dass die EU-Bonzokratie an Großbritannien ein Exempel statuieren wird.
    Man wird es für die Briten besonders schmerzhaft und schwierig machen, um weitere potentielle Austrittskandidaten abzuschrecken.

    Ein Gedankenspiel dieser Leute könnte sein:
    Goßbritannien ist aus der EU ausgetreten – jetzt trennt sich Schottland vom United Kingdom und geht alleine zur EU – und England (plus Wales und Nordirland) kommt dann mittelfristig zu ungünstigeren Konditionen zurückgekrochen.
    Unterschätze niemals deine Gegner!
    Deshalb müssten jetzt in möglichst rascher Folge weitere Referenden bzw Austritte folgen.

  11. Gerald Steinbach

    astuga@ Und wer könnte der nächste Domino sein , Frankreich und Deutschland schließe ich einmal aus unter diesen Regierungen, aber auf den Radar erscheint bei mir Italien bzw habe ich Vermutungen auf CNBC vernommen, ..

  12. gms

    Gerald Steinbach,

    > Und wer könnte der nächste Domino sein [..]?

    Italien unter dem Sozialisten Renzi?! Dann schon eher Austriachstan mit Andreas “Wir werden Österreich jedenfalls mit Sicherheit keinem Referendum aussetzen” Kern als diktatorisch gelenke Postdemokratie an der Spitze.

  13. astuga

    Wegen der starken Verschränkung mit der deutschen Wirtschaft wäre Österreich wohl der letzte Kandidat – leider.
    Das wissen auch die Freiheitlichen, deshalb ist man dort eher zurückhaltend.

    Länder wie Ungarn, Frankreich, Niederlande oder Italien wären da wahrscheinlicher.
    Eventuell auch Griechenland (wenn sich die Lage dort wieder zuspitzen sollte).

  14. Gerald Steinbach

    astuga@ Wenn der Club Med etwas kleiner würde, wäre das nicht schlecht
    Die Wahrscheinlichkeit das in den nächsten Monaten, ein Zahlschein von Brüssel an die verbliebenen Nettozahler im Briefkasten liegt ist sehr hoch, irgendwie muss man ja die 5 Milliarden ausgleichen, die GB zahlte und Griechenland muss ja weiter daueralimentiert werden
    gms@ Kann mir nicht vorstellen das es der Renzi noch lange macht

  15. Christian Peter

    @astuga

    ‘Das wissen auch die Freiheitlichen’

    Alles was diese Bauernfänger wissen ist, möglichst rasch Regierungsämter zu erhaschen und abzukassieren, wie ehemals die Freiheitlichen unter Jörg Haider. Dass ein Ausstieg Österreichs aus der EU und der Währungsunion wirtschaftliche Nachteile nach sich zöge ist ein Märchen, an das allenfalls kleine Kinder glauben.

  16. gms

    Gerald Steinbach,

    > Kann mir nicht vorstellen das es der Renzi noch lange macht

    Sie haben natürlich recht, Renzi ist zumindest angezählt.

    Was es aber mit der “Fünf Sterne Bewegung” aufsich hat, haben noch die Wenigsten mitbekommen. Organisatorisches Mastermind im Hintergrund ist Howard Dean, der schon für die US-Demokraten ganze Arbeit leistete, man schwor sich von Anfang an auf die Co2-Religion ein, fährt ein generell linkes Programm und die Euro-Skespis ist, wenn auch vorhanden, so doch “partiell” und wird mit dem kommenden Ersatz von Beppe Grillo durch Luigi Di Maio an der Spitze noch weiter aufgeweicht werden. Grillo wollte zumindest der anfänglichen Rhetorik nach aus der Nato raus, Di Maio nicht.
    Wenn dann noch ausgerechnet das Time-Magazine Beppe Grillo 2005 zum “European hero of the year” erklärt und Jim O’Neill von Goldman Sachs den Mann lobt, dann muß man nicht lange am Braten riechen um zu erkennen, daß er stinkt.

    Übrigen — will die Bewegung aktuell den Austritt aus der Union? Nein, im Gegenteil.

    Das Pendant als gezielt installierte “grassroot movement” in Italien ist die tschechische ANO. Das ewig gültige Dogma erfolgreichen Treibens der Oligarchen: Schaff dir deine eigene Opposition und kontrolliere somit beide Seiten.

    thelocal.it/20160624/where-does-the-britains-exit-from-the-eu-leaves-italy
    Although polls earlier this year showed euroscepticism was on the rise across the country, Italy’s second most popular party, the Five Star Movement (M5S), publicly backed the country’s membership of the EU for the first time on Thursday, bringing an end to years of anti-European rhetoric. In a post on his blog, the party’s founder, comedian Beppe Grillo, stated his belief that Italy needed to “change the EU from within”.
    “Italy has no intention of leaving the EU,” he wrote in the wake of the Brexit vote.

  17. astuga

    @gms
    “Das ewig gültige Dogma erfolgreichen Treibens der Oligarchen: Schaff dir deine eigene Opposition und kontrolliere somit beide Seiten.”

    Das hat ja in Italien bereits einmal mit Berlusconis Partei Forza Italia funktioniert.
    Und Berlusconi war bereits lange davor auch Mitglied der ominösen (mehr oder weniger Freimaurer-)Loge P2 gewesen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_Due

  18. Christian Peter

    Jedenfalls müsste nach dem Ergebnis in Großbritannien auch in den restlichen 26 Ländern Volksabstimmungen über den Verbleib in der EU abgehalten werden, erst dann wird man wissen, was von dieser EU übrig bleibt.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .