Bricht The Donald dem Euro das Genick?

Von | 22. November 2016

“…….Trump hat die Nullzinspolitik (0,25% im Dollar) für staatlich gedrucktes Geld richtigerweise als Hauptursache der Finanzkrise identifiziert, den Vertrag mit Fed-Chefin Yellen wird er nicht verlängern. Schon 2017 könnten die US-Zinsen auf 1 bis 1,5% steigen, mittelfristig bis auf 2,5%. Das hätte ganz massive Konsequenzen: Erdrutschartig würden sich Tausende Milliarden Dollar Anlagekapital aus den „Null-Prozent-Zins-Wüsten“ Europas auf den Weg ins „Zinsen-Paradies“ Amerika machen. Deren Anleihen wären ertragreicher als jene von „Italien, Spanien, Türkei und Co.“ – bei niedrigerem Risiko.

(Süd-)Europa müsste für seine Schulden mindestens ein, aber eher zwei Prozent mehr Zinsen anbieten, um Geld zurück zu locken (und seine Schulden zu refinanzieren).

Draghis Plan der staatlichen Geldflut wäre gescheitert. Zwar hätte man dann endlich Inflation (na toll), aber halb Europa könnte seine Schuldenberge nicht mehr bedienen.

Länder wie Deutschland oder Schweden stecken hohe Zinsen weg – sie haben ihre Staaten längst modernisiert. Bei Österreich wird das schon schwieriger. Für „Griechenland und Co“ unmöglich.

Sie wären zur Kürzung von Staatsausgaben oder gar Strukturreformen gezwungen. Weil das politisch unwahrscheinlich ist, wird man auf Hilfsgelder von Europa (und eigentlich: aus Deutschland) hoffen. Oder einen Euro-Austritt wollen….” (hier)

18 Gedanken zu „Bricht The Donald dem Euro das Genick?

  1. Thomas Holzer

    Trump braucht schlicht und einfach Geld für seine angekündigten Infrastrukturprojekte; ein “new deal”, der halt nur nicht so bezeichnet wird, aber schlußendlich auf vulgär-keynsianischen Thesen beruht.

  2. Thomas Holzer

    Nachtrag: Sollte es in EU-Europa so kommen, wie im Artikel beschrieben, dann wissen wir wenigstens, wen “unsere” Politikerdarsteller dafür verantwortlich machen werden 🙂

  3. Michael Haberler

    schon richtig – bin aber gespannt, wie die USA mit dem Obama’schen Schuldenberg bei steigenden Zinsen umgehen werden.

  4. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Gewisse Besetzungen in der Trump Administration deuten aber nicht auf einen vulgär-keynsianischen Kurs hin. Kennen Sie die Ansichten von z.B. Peter Thiel oder Stephen Bannon?

  5. Fragolin

    Na endlich haben wir einen Sündenbock, der “Schuldig!” sein wird, wenn hier alles final den Bach runtergeht. Nicht Merkel, nicht Juncker, nicht Hollande – nein, Trump natürlich!
    Glück für Putin. Bis jetzt sollte er es sein, die Argumentation war nur sehr schwierig zu häkeln, aber mit Trump wird alles einfacher.

  6. Gerald

    Möglicherweise ist gerade The Donald der Heilsbringer für die Europäer. Endlich jeder selbst Verantwortung zu übernehmen. Sowohl Merkel, Juncker, als auch Hollande werden in Kürze Geschichte sein und aus der gesicherten Pension jene Situation kritisieren, welche sie selbst hervorgerufen haben.

  7. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Stephen Bannon, Antisemit, Verschwörungstheoretiker und Gschichtle-Erfinder………nein danke

  8. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Was haben Brannons Einstellungen zu Juden und Verschwörungen mit seiner Wirtschaftsideologie zu tun? Sind Antisemiten automatisch Keynesianer? Die Frage war doch nicht, ob man den Menschen sympathisch findet oder seine politischen Äußerungen ernst nimmt sondern für welche Wirtschaftspolitik er steht.
    Ich finde es schade, dass in Diskussionen ständig vom eigentlich angesprochenen Thema auf irgendwelche persönlichen Befindlichkeiten abgerutscht wird und Äpfel mit Birnen in einen Topf geworfen.

  9. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Kennen Sie Stephen Bannon persönlich oder geben Sie die “Beurteilungen” jener Medien wieder, die in ähnlicher Form auch über Donald Trump (nachdem er zu den Republikanern gewechselt ist und seine Kandidatur zum Präsidentenamt bekannt gab) gestreut wurden?

    Soweit mir bekannt ist, gibt es keinerlei belastbare öffentliche antisemitische Äußerungen von Stephen Bannon. Ganz im Gegensatz zu sogenannten “Israelkritikern” (ein Schönwort für waschechte Antisemiten) in Politik, Medien und Unis, die dem Staate Israel das Existenzrecht absprechen, die Schuld für was auch immer bei den Juden suchen und in “alter Tradition” zum Boykott israelischer Waren und Dienstleistungen aufrufen.

    Es hat eine gewisse Würze, wenn man in Europa die BDS-Bewegung unterstützt, Geschäfte mit dem Iran einfädelt, den IS direkt und indirekt unterstützt und glaubt seine Seele freikaufen zu können in dem man einen anderen Antisemitismus andichtet.

  10. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Mal sehen was Stephen Bannon zu sagen hat:

  11. sokrates9

    Das Konzept des EURO ist doch schon längst gescheitert da man völlig unterschiedliche Volkswirtschaften nicht unter einen ( politischen) Hut bringen kann! Trump wird bequeme Ausrede für die unfähige Elite der EU sein!

  12. Thomas Holzer

    @Fragolin
    “Ich finde es schade, dass in Diskussionen ständig vom eigentlich angesprochenen Thema auf irgendwelche persönlichen Befindlichkeiten abgerutscht wird ”

    Da tippt diese Klage der richtige 😉

  13. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Es ist das alte Character-Assination Spiel, bei dem – leider! – auch häufig an sich vernünftige Menschen mitspielen.

    Damit wird von Inhalten abgelenkt und die Diskussion dreht sich nur mehr darum, ob jemand gerüchteweise ein Antisemit ist oder nicht oder ob man “Beifall von der falschen Seite” bekommt.

    Ich habe z.B. kein Problem damit, wenn mir Kommunisten, sogenannte “Rechte” oder Islamisten bei einer Aussage zustimmen. Dies zeigt doch eher, dass selbst verloren geglaubte Seelen noch über einen Funken Rest-Intelligenz verfügen.

    Es ist nie zu spät den Weg, der ins Verderben führt, zu verlassen.

  14. Herzberg

    @Thomas Holzer

    Stephen Bannon, Antisemit, Verschwörungstheoretiker und Gschichtle-Erfinder………nein danke

    Soviel zur von Ihnen dauerstrapazierten Vox Popoli. Nachdem Sie’s aber schon explizit ansprechen: Je länger die aktuell “interessanten Zeiten” andauern, desto klarer kristallisieren sich Muster heraus. Ein dabei speziell bemerkenswertes ist die zunehmende Front zwischen klassischen Liberalen und Neoliberalen, in der letztgenannte nahezu reflexartig mit Anschüttungen wie Antisemitismus, Antiamerikanismus und Verschwörungstheorie daherkommen.

    Michael Hörl, der Autor des im Blogbeitrag zitierten und verlinkten Artikels, schreibt, wie meisten Neoliberalen, jede Menge vollständig Richtiges. Statt es aber dabei zu belassen, behübscht er ohne Notwendigkeit seine Darlegungen mit Aussagen wie folgende: “Es bedurfte seinerzeit der Amerikaner, um die Serben aus dem Kosovo zu bomben, und es waren ebendiese, die den Krieg gegen den IS anführen.”

    Wer die letzten Jahre nicht sediert auf der Rückseite des Mondes verbrachte, weiß, mit welchen propagandistischen Lügen nicht nur der Irak-Krieg begann oder die Bombardierung Lybiens, sondern auch was es mit den USA und dem IS aufsich hat und speziell über Hintergründe des Kriegs im vormaligen Yugoslawien.

    Wenn Sie, Herr Holzer, den Ausdruck Gschichtle-Erfinder verwenden, wären Sie gut beraten, diesen Vorwurf mit Leben zu füllen, anstatt, siehe Muster, die Debatte über die Schaffung von Narrativen zu verweigern, indem sie diese versuchsweise mit “Verschwörungstheorie!” niederzubügeln.

  15. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    Es gibt keinerlei antisemitische Aussagen von Bannon. Der Lumpenjournalismus hat nur Gerüchte geschrieben, das dann als Tatsachen. Siehe bei achgut den Text von Broder. Wäre Bannon ein Antisemit, gäbe es derartige Aussagen von ihm oder solche Handlungen, würde Broder das deutlich sagen. Dass es in Niedersachsen an einer Uni aber immer wieder antisemitische Seminare gab, das wissen Sie nicht? Dass es in Deutschland Aufrufe zum Boykot von israelischen Waren gab, dass die deutsche Regierung Israel sagen will, wo sie bauen dürfen oder nicht, gibt es aber schon.

  16. Selbstdenker

    Im Ernst: Bannon wird zur Unperson erklärt, weil er den Saustall, der Washington aktuell ist, durchschaut hat.

    Die Linke hat sich eine auf Propaganda basierende Herrschaft aufgebaut, wie sie Noam Chomsky in seinem Propaganda-Modell beschreibt. Wenn man seine Arbeiten nicht als Analyse der Reagan Ära, sodern als Handlungskonzept der amerikanischen Linken unter Obama versteht, ergeben sie durchwegs Sinn.

    Die Linken bevorzugen es genau die Dinge zu tun, die sie anderen vorwerfen.

  17. mariuslupus

    Ob Trump den Euro beseitigen wird, ist sehr fraglich. Wäre eine gute Tat, so zu sagen eine kollateral Wohltat, war eigentlich keine Absicht von Trump. Aber so lang ist auch der Arm des amerikanischen Präsidenten nicht. Draghi wird die Druckmaschinen nur schneller laufen lassen.
    Sollten dann die verarmten EU Bonzen wieder einmal die USA um einen neuen Marshall-Plan anbetteln, werden sie hoffentlich, bis zum Präsidenten nicht vorgelassen.

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