Briten Ade? Scheiden tut weh (der Rest-EU)!

Von | 5. Januar 2016

(ANDREAS UNTERBERGER) Die Briten entscheiden über das künftige Schicksal Europas. Das von Premier David Cameron angekündigte Referendum über einen EU-Austritt muss in den nächsten zwei Jahren stattfinden. Es wird wahrscheinlich sogar bereits 2016 sein. Schon in den nächsten Wochen wird sich daher entscheiden, ob jene Gruppen in Großbritannien, die für einen Verbleib in der EU sind, genügend konkrete Unterstützung von den anderen 27 Mitgliedern bekommen, um beim Referendum eventuell doch noch zu obsiegen. Danach sieht es freilich derzeit gar nicht aus – trotz der versöhnlich klingenden Töne beim jüngsten EU-Gipfel, die aber inhaltlich völlig substanzfrei waren. Womit aber nicht nur ein Austritt der Briten, sondern auch der Startschuss zum Zerfall der Union unausbleiblich wäre. Eine historische Katastrophe. – weiter hier.

10 Gedanken zu „Briten Ade? Scheiden tut weh (der Rest-EU)!

  1. Lisa

    Sehr bedenkenswert – es wäre tatsächlich schade um die EU, allerdings nicht um ihre Auswüchse. Dass Herr Unterberger auch auf die Mentalitätsunterschiede eingeht – die rhetorisch begabten, aber tatenlosen Südländer, die Konkurrenz Englisch-Französisch, die US-Affinität der Briten und ihre Inselmentalität – finde ich lobenswert. Das wird oft unter “ach, das sind bloss Vorurteile, Stereotypen” untern Teppich gekehrt, dabei sind das genau diese unbewussten Motivationen, die Bürger zum Handeln antreiben. Eine genauere Beobachtung des “Mannes auf der Strasse”, das Mithören von Gesprächen unter sich unbeobachtet fühlenden Bürgern, das Hinterfragen jeder Art von Rhetorik und Solidaritätsgeschrei würde Politiker mehr über den Zustand ihrer Länder lehren als jede Wahlversammlung. An sich wäre ich für einen EU Staaten-bzw. Regionenbund – aber ich gehöre da bei Abstimmungen (CH) zur Minderheit. Vielleicht gar nicht schlecht, wenn ich die erw. Auswüchse ansehe…

  2. Thomas Holzer

    “Startschuss zum Zerfall der Union unausbleiblich wäre. Eine historische Katastrophe.”

    Den Zerfall dieser! EU erachte ich nicht als historische Katastrophe, sondern vielmehr als historische Chance!

  3. mariuslupus

    Fog in the chanel, continent isolated. Nur ist der Nebel nicht im Ärmelkanal, sondern in den Köpfen der EU Politiker. Er lichtet sich bei einigen etwas, Dänemark, Schweden, dafür produzieren die anderen zum bestehenden Nebel noch ihren eigenen Smog – Deutschland, Österreich. Einige die ausserhalb der Nebelzone geblieben sind, werden jetzt mit Nebelwerfern bedroht.
    Was hat eigentlich Grossbritanien in Europa verloren ? Immer wen sich United Kingdom in Europa eingemischt hat, war der eigentliche Grund das Empire. Aber es gibt kein Empire, aber die EU ist dafür kein Ersatz. Interessant wäre das Ergebnis der Befragung von Baroness Thatcher. Nach Disraeli wahrscheinlich der einzige Mann in der Funktion als Premier Seiner/Ihrer Majestät.

  4. astuga

    Allerdings entbehrt es nicht einer grotesken Komik, dass die reale Möglichkeit eines britischen EU-Austritts besteht, während gleichzeitig ein Türkei-Beitritt wieder etwas wahrscheinlicher geworden ist.

    Und es gerade auch die Briten waren die damals lautstark auf einen Beitritt der Türkei gedrängt haben.
    Was zu erheblichen Differenzen zwischen den Regierungen in London und Wien geführt hat (Regierung Schüssel).
    Den damaligen türkischen Rüstungsauftrag über Kampfjets haben aber dennoch die USA bekommen, und nicht Großbritannien als erhofften Schandlohn.

  5. astuga

    Ich hoffe Großbritannien tritt aus und die EU zerfällt, oder wird zu einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft zurückgestuft.

  6. Mona Rieboldt

    Die Probleme mit der EU fingen damit an, als man es auf eine politische Ebene gehoben hat. Als es noch allein um Wirtschaft ging, hatte noch keiner was gegen die EU. Auch da liegt heute vieles im Schlechten. In Zügen, die aus Luxemburg kommen, erscheint der deutsche Zoll und prüft, dass keiner mehr als 10.000 Euro dabei hat. Auch das war mal anders gedacht. Und Schengen war ja so gedacht, dass jeder in einem anderen EU-Land arbeiten kann. Das ist schon deswegen nicht passiert in größerem Maß wegen der vielen verschiedenen Sprachen.

    Wie sich der deutsche Zoll benimmt, habe ich selbst erlebt, das kann nicht anders sein als damals die SS auf der Suche nach Juden in den Zügen. Ich war von Trier nach Köln unterwegs, saß direkt an der Tür, als sie kurz nach Trier kamen. Ich wurde regelrecht angebrüllt “Ausweis und Fahrkarte”, da gab es kein “bitte”. Ich habe mich so erschreckt, dass ich nur sagte “ich komme doch aus Saarbrücken”. Da schrie der Kerl wieder “dann nur Fahrkarte”. Eine alte Dame musste vor allen Leuten ihr Geld vorzählen. Es waren 9.800 Euro und dann musste sie sich anhören “da haben Sie aber Glück gehabt”.

    Wenn ein deutscher EU-Beamter wie Oettinger sagt, Polen müsste unter Aufsicht gestellt werden, kann ich mir vorstellen, was auch im letzten Polen vor sich geht, wenn er an die deutsch dominierte EU denkt.

  7. Seerose

    Kleiner Einwand:
    Die Oststaaten weigern sich nicht Syrer aufzunehmen, sie weigern sich Moslems aufzunehmen. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Hat nicht auch Frau Mikl-Leitner urspruenglich von aufzunehmenden christlichen Familien aus Syrien gesprochen? Und war da nicht die Zustimmung der Oesterreicher gross, aber was haben bekommen? Sitzen die christlichen Familien nicht immer noch in Fluechtlingslagern in der Tuerkei oder im Libanon und werden dort drangsaliert?
    Ich waere fuer den Austritt GBs, dann wird die EU endlich zerfallen. Sie hat uns nichts anderes gebracht, als giftige Gluehlampen und genormte Gurken (die alle keinerlei Geschmack mehr haben), ein riesiges von allen zu finanzierendes Beamtenheer in Bruessel, steigende Preise und fallende Loehne und Gehaelter, und Unmengen von Zuwanderern, die absolut keine “christlichen” Gedanken hegen und im Normalfall nur auf Mindestsicherung und Kinderbeihilfen aus sind. Mag sein, dass bei den 90.000 heuer wirkliche Fluechtlinge guten Willens dabei sind. Die sind natuerlich willkommen. Die anderen 89.901 sollen sich in ein moslemisches Land begeben, ich bin mir sicher, wir zahlen Ihnen die Reisekosten. Vermissen wird diese nur die Caritas.

  8. Thomas Holzer

    @astuga
    Die! Erklärung für den EU-Beitritt des UK 😉

  9. Lisa

    @Seerose: Nein, die Reisekosten müssen die Abgewiesenen und Rückgeführten selbst bezahlen. bzw. müssten, aber wo nichts zu holen ist… Siehe etwa: http://www.welt.de/wirtschaft/article150602259/Was-Deutschland-sich-die-Abschiebungen-kosten-laesst.html
    Eritreer durften als Grund Wehrdienstverweigerung angeben, dann wurde das Gesetz wegen zu starker Sogkraft geändert – nun ist es eben ein “normaler ” Asylgrund, weil Eritrea den Rückgeführten Folter und gar Tod androht. Zumindest “vorläufig” wird er nicht ausgewisen. Fünf Jahre warten, dann darf er bleiben, Kinder inder Schule, dann ohnehin… Schlau muss man sein, durchtrieben sogar…

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