Brüssel, Staubsauger und Genozide

Zum Genozid im Irak und anderen Kleinigkeiten fällt der EU ja eher wenig ein, aber dafür kümmert sie sich um die großen Probleme der Menschheit: Die EU nimmt per 1. September stromfressende Staubsauger vom Markt. Die Kunden der Elektrogeschäfte werden ab diesem Stichtag nur noch Geräte vorfinden, die mit weniger als 1600 Watt Leistung saugen…..” (hier)

16 comments

  1. Thomas Holzer

    Das muß man schon verstehen!
    Die EU-“Granden” müssen sich halt zuallererst auf die wesentlichen Probleme des menschlichen Daseins konzentrieren 😉

  2. DNJ

    Da bin ich mal gespannt, die seit Jahren “verbotenen” und medial geächteten 100 Watt Birnen bekomme ich noch in einigen Geschäften meiner österreichischen Kleinstadt problemlos aucin 10er Packungen zu günstigen Preisen. Vielleicht sind schwächere Geräte auch nicht schlechter, nur eines ist seltsam, der landesweite Stromverbrauch steigt trotzdem regelmäßig 3-4% im Jahr, auch wenn schon seit über 10 Jahren energieeffiziemte Geräte beworben und verkauft werden. Ist aber auch klar, wenn viele Haushalte ein paar Kleingeräte ersetzen und dafür eine Klimaanlage mit 5kWh oder eine Erdwärmeheizung einbauen.

  3. MM

    @DNJ: Mit diesen kastrierten Staubsaugern muss man einfach doppelt so lange saugen bei gleicher Leistung. Da bleibt der Stromverbrauch wie er war. Ein paar Anbieter freuen sich, weil sie ein bißchen Konkurenz loswerden. Es lebe die Allianz aus staatsnahen Großkonzernen und Sozialisten!

  4. Der Realist

    man muss eben Prioritäten setzen, und um alles kann man sich nicht kümrnern

  5. aneagle

    rein in die Rumpelkammer, den genfreien Bio-Teppichklopfer aus natürlicher Freilandhaltung entrümpeln und lüften, einen feuchten Fetzen mit Häupl-geschütztem Hochquellwasser bereithalten und los geht es: noch nie war Haushalt so bequem wie heute! Willkommen im 19. Jahrhundert ! Danke liebe EU und bewahre mich weiterhin vor sündigem Gedankengut 🙂

  6. hfw

    Der Punkt ist aber: Gute Marken-Staubsauger haben eine Angabe von zum Beispiel 2200 Watt, das ist sicher viel. Jedoch – und das wissen die Wenigsten, sie haben alle eine Thyristor-Steuerung, die je nach Bedarf regelt.

    Beispiel: Hält man den Saugkopf so, dass er fast ‘abgedichtet’ wird – das hört man auch am Motor – dann saugt er natürlich keine Luft. Er braucht dann _weniger_ Strom, da er keine Luft transportiert. Das nur als Beispiel, dass der Stromverbrauch im Betrieb durchaus nicht dem maximalen Verbrauch am Typenschild immer entspricht.
    Daher kommt es bei der Saugleistung auf eine intelligente Steuerung an, und diese wird durchaus den Verbrauch minimieren, da dies auch die Wärmeentwicklung im Motor minimiert und die Saugleistung optimiert.
    Aber das alles wissen die meisten Leute nicht – und im Prinzip ist das auch in Ordnung. Leider scheinen die EU-Regulierer auch recht wenig Ahnung zu haben. Eine _sinnvolle_ Regulierung würde nämlich nur dann möglich sein, wenn man verschiedene Anwendungs-Situationen quasi standardisiert und den Stromverbrauch eines Geräts im _Durchschnitt_ misst. Dies wäre ein vergleichbarer und sinnvoller Wert, die maximale Leistung ist nur für den Anschlusswert interessant. Sie ist _nicht_, wie oft suggeriert, der Dauerverbrauch des Geräts!

    Dies ist ähnlich wie beim Spritverbrauch bei Autos, wo auch Standard-Szenarios definiert sind, damit vergleichbare Werte entstehen. Die neue Staubsauger-Regelung ist also so, als würde man Autos nach maximalem Treibstoffverbrauch bewerten, also im ersten Gang steil bergauf…

    Ich finde diese Regulierungen immer unerträglicher, und entwickle mich leider immer mehr zum EU-Gegner, nicht zuletzt deswegen…

    HFW

  7. Rennziege

    15. August 2014 – 13:31 hfw
    Danke für Ihr kluges Posting. Dass die EU-Regulierungswütigen von Physik, Thermodynamik und Elektronik völlig unbeleckt sind, haben sie schon wiederholt bewiesen.

  8. Mona Rieboldt

    Ich fürchte ja eher, dass den EU-Regulierern ihre Arbeit großen Spaß macht. Wann hat man schon Gelegenheit, Millionen Menschen in der EU mit absurden Regulierungen zu quälen.
    Es kommt ja noch die Regulierung von Kaffeemaschinen und Elektroherden in der Küche. Kaffeemaschinen sollen ja nach 30 Minuten sich selbst abschalten, Elektroherde auch? Wenn das Essen dann noch nicht fertig ist, muss es halt halbgar oder kalt gegessen werden 😉

  9. Ehrenmitglied der ÖBB

    Aber irgendjemand aus Österreich muss diesen blödsinnigen Regelungen zugestimmt haben, oder geschieht das alles ohne Herrn Hahn und Konsorten?
    Wer also in einem unserer Ministerien ist der Typ (“Typin”?) der das mitverantwortet?
    Herzeigen!

  10. PP

    15. August 2014 – 13:31 hfw

    Eine _sinnvolle_ Regulierung würde mMn einen Mindestwirkungsgrad vorschreiben.

  11. KClemens

    @ DNJ
    Da bin ich mal gespannt, die seit Jahren “verbotenen” und medial geächteten 100 Watt Birnen bekomme ich noch in einigen Geschäften meiner österreichischen Kleinstadt problemlos aucin 10er Packungen zu günstigen Preisen.

    In Deutschland sind zusätzliche Kontrolleure eingestellt worden, um in Geschäften nach Glühbirnen zu schnüffeln. Habe ich gestern erst im Fernsehen gesehen. “Zoom” hieß die Sendung. Da kriegen die Einzelhändler eins auf den Deckel, wenn auf den Verpackungen die Angaben nicht korrekt sind. Und Lieferscheine und Rechnungen wollten die Kontrolleure sehen, um zu überprüfen, wann die Glühbirnen gekauft wurden.

    Wie man sieht, ist die Ukraine Krise und die IS ein Klacks, den man nicht zu beachten braucht.

  12. KClemens

    @Rennziege

    Danke für Ihr kluges Posting. Dass die EU-Regulierungswütigen von Physik, Thermodynamik und Elektronik völlig unbeleckt sind, haben sie schon wiederholt bewiesen.

    Was zählt das schon im Vergleich zu emotionaler Intelligenz…. 🙂

  13. KClemens

    @Mona

    Elektroherde auch? Wenn das Essen dann noch nicht fertig ist, muss es halt halbgar oder kalt gegessen werden.

    Nein, vermutlich dürfen E-Herde dann nicht mehr mit 250Grad laufen. Maximale Hitze ist dann eben 150Grad. Da muss das Essen eben “smart” werden, damit es sich an die neuen Temperaturvorgaben anpassen kann.

    Man sollte sie alle zum Teufel jagen.

  14. DNJ

    @Clemens
    Mag sein, in Österreich scheint man das entspannter zu sehen, aber das ist ja nichts Neues, die Blockwartmentalität ist beim Nachbarn im Norden immer etwas ausgeprägter gewesen, auch das Besserwessitum.
    Und was Ukraine und IS betrifft: seit Jahrzehnten werden an allen Ecken und Enden der Welt Bürger- und Kolianlialkriege geführt, warum sollten wir uns ausgerechnet hier einmischen? Siehe das schöne Beispiel der USA in Afghanistan: 1979ff Waffen für die Taliban und Bin Laden, die dann seit 2001 gegen die USA gerichtet werden. Genauso könnte es uns ergehen. Und wer interessiert sich heute noch für Dafur, Somalia oder Zimbabwe. Dort sterben noch mehr Menschen als in der Ukraine oder Irak. Das ist doch alles BS, der letztlich niemand was nützt. Seit Jahrhunderten schlachten sich Menschen in fernen Weltgegenden ab, leider ist das Ganze unter Einfluss von Kolonialismus und moderner Technik nicht besser geworden, eher im Gegenteil. Darum lieber eine Mauer drumrum und vergessen.

  15. gms

    Ehrenmitglied der ÖBB,

    “Aber irgendjemand aus Österreich muss diesen blödsinnigen Regelungen zugestimmt haben ..”

    Spätestens seit “Lissabon” ist die anno dazumal beschlossene Einstimmigkeit im Rat Schnee von gestern. Je nach Materie kommt heute auch eine einfache oder qualifizierte Mehrheit zum Zug, Einstimmigkeit ist nur noch dort erforderlich, wo sie explizit festgehalten wurde (IIRC sind das Steuer- und Familienrecht resp. Sicherheits- und Außenpolitik).

    Standardfall ist die sog. qualifizierte Mehrheit mit 55% der Staaten und 65% der Bevölkerung. Dank der bekanntermaßen hohen EU-Standards ins Sachen Willkür und Beliebigkeit, beziehen sich Bevölkerungszahlen aber nicht auf tatsächlich lebende und gezählte Einwohner, sondern dank politisch opportuner “degressiver Proportionalität” auf festgesetzte Schlüssel, wonach Deutschland, GB, Frankreich und Italien dieselben ~Bevölkerungsstimmen~ hat.

    Die Konsequenzen aus all dem sind ebenso beliebig. Manche Beschlüsse fallen auch deshalb nur einstimmig aus, weil man sich keine Niederlage eintreten wollte. Statt dessen gibts auch hin und wieder ein “formal statements to signal reservations about Council decisions”.

    Für die Statistik: Am häufigsten im Rat überstimmt wurden GB und Deutschland, am häufigsten mit der Mehrheit waren Frankreich und Litauen.

    Ergänzend zur Hintergrundinformation mit weiterführenden Links:
    euractiv.de/wahlen-und-macht/artikel/uebersicht-zu-abstimmungen-des-ministerrates-006554

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