Brüssel, das neue Moskau mit dem menschlichen Antlitz

Von | 23. November 2013

“…..Und so wie niemand in der Welt gezwungen wird, deutsche Autos, Kettensägen und Gummibärchen zu kaufen, kann niemand in Deutschland gezwungen werden, Produkte zu kaufen, die er nicht haben will, also Laptops aus Griechenland, Uhren aus Portugal und Haute Couture aus Irland. Es sei denn, die EU legt fest, welches Land was produzieren soll, wie es im “Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe” (Comecon) der Fall war, in dem die Sowjetunion das Sagen hatte. Bulgarien stellte Brechbohnen her, Ungarn Schuhe und die DDR Nachtsichtgeräte. Unter den Bedingungen einer solchen Planwirtschaft können Leistungsbilanzen ausgeglichen werden….” (“Welt“)

7 Gedanken zu „Brüssel, das neue Moskau mit dem menschlichen Antlitz

  1. Thomas Holzer

    “Kritik ist erlaubt, sogar in der EU”

    Ich würde sagen, NOCH ist Kritik erlaubt;
    die Tendenz zu (noch) mehr PC, “Meinungsdelikten”, Einschränkung von Freiheit zu Gunsten einer vermeintlichen Gleichheit, Demonstrationsverbote etc. ist, meiner bescheidenen Meinung nach, jedoch eindeutig.
    Ich befürchte, die Masse der “Europäer” würde/wird das Recht/die Freiheit auf öffentliche Kritik bedenkenlos gegen die “Freiheit”, herumzufliegen, den Urlaubsort auszuwählen, einen Supermarkt aufzusuchen etc. eintauschen.

    „Freiheit ist Freiheit; nicht gutes Gewissen oder Kultur oder Gleichheit. Sondern eben Freiheit“ Richard Harris

  2. Reinhard

    Kritik ist noch erlaubt.
    Freie Meinungsäußerung nicht mehr.

  3. gms

    Werden unter unmenschlichen Regimen Kritiker kaltgestellt, indem man sie sprichwörtlich ins Verlies wirft, verfolgt die EU offenbar eine menschlichere Lösung: Der Kontinent wird zur riesigen Gummizelle für 500 Millionen Insassen.
    Alle Bürger dürfen nach Herzenslust alles kritisieren und alles äußern, allein — es hat keinerlei Konsequenzen in jeglicher Hinsicht. Es ist diese sonderbare Art von Freiheit, die uns droht.

  4. Robert

    Ich sehe schon, ihr habt das mit der Marktwirtschaft und der Währungsunion noch nicht ganz verstanden.

    1. Marktwirtschaft: In einer Marktwirtschaft zählt an vorderster Front der Preis!!! Wenn die Preise halbwegs übereinstimmen, dann werden auch andere Merkmale in die Betrachtung mit einbezogen.

    2. Währungsunion: In einer Währungsunion können Länder, die an preislicher Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, diese nicht mehr so leicht durch Abwertung ihrer Währung zurückgewinnen. Deshalb hat man sich ein durchschnittliches Preisentwicklungsziel in der Eurozone gesetzt, das in jedem einzelnen Land eingehalten werden sollte.

    Nachdem diese beiden Punkte abgegrenzt sind, kann man schauen, was denn nun Sache ist. Stimmt die durchschnittliche Preisentwicklung des einen Landes grob mit der des anderen Landes überein, dann kann man zum nächsten Punkt übergehen, z. B. der Qualität.
    Leider, muss man sagen, mangelt es schon am ersten Punkt. Die Preise in der Eurozone haben sich stark auseinanderentwickelt. Deshalb wird viel mehr beim billigen Krämer in Deutschland gekauft und weniger bei den anderen, selbst bei denjenigen, die sich an das Preisziel gehalten haben.

    PS: Diese Betrachtung hat nichts mit dem Wettbewerb einzelner Unternehmen in den verschiedenen Ländern zu tun. Erst wenn es keinen durchschnittlichen Wettbewerbsunterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt, kann es zu wirklichem globalem Wettbewerb der Unternehmen kommen.

  5. gms

    Robert,

    “Ich sehe schon, ihr habt das mit der Marktwirtschaft und der Währungsunion noch nicht ganz verstanden.”

    Raten Sie mal, auf wen /wir/ die letzten Jahre gewartet haben.

    “Marktwirtschaft: In einer Marktwirtschaft zählt an vorderster Front der Preis!!!”

    Posten in Foren: Beim Posten in Foren zählt für den an vorderster Front kämpfenden kindischen Erklärbären der sich selbst mit Rufzeichen-Exzessen zugepfiffene Mut zur Peinlichkeit. Alles andere folgt wohldosiert abgegrenzt daraus.

  6. Thomas Holzer

    @Robert
    “Stimmt die durchschnittliche Preisentwicklung des einen Landes grob mit der des anderen Landes überein, dann kann man zum nächsten Punkt übergehen, z. B. der Qualität.”

    Wer geht dann über zum nächsten Punkt?
    Sie und/oder die Kommission und/oder das EU-Parlament?!
    Da wird dann ganz demokratisch, oder auch nicht, ein Qualitätskriterium festgelegt.
    Da entscheidet dann nicht mehr der Konsument, ob ein Produkt seinen Qualitätskriterien entspricht, sondern Sie und/oder die Kommission und/oder das EU-Parlament.
    Sie können noch so viele, vielfarbige -oder auch nicht- Qualitätskriterien erlassen; so lange der Konsument noch die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, welches Produkt er kauft, läuft Ihre “Idee” ins Leere. Um Ihren Ideen zum Durchbruch zu verhelfen, müssen Sie einen (Kauf)Zwang einführen.

  7. Rennziege

    23. November 2013 – 17:22 — gms
    23. November 2013 – 17:53 — Thomas Holzer

    Gentlemen,
    ich bitte Sie um fügliche Contenance, aber auch um Respekt vor jenem Robert. Schon sein Hang zu Ausrufungszeichen, seine streng wissenschaftliche Argumentation und das genossenhafte Duzen von uns ahnungslosen Werktätigen machen uns klar: Hier schreibt der kommende Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften. 🙂

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