Buch: Es kommt doch auf die Größe an!

(C.O.) Seit ihrer Gründung vor 60 Jahren gilt in der Europäischen Union ein so nirgendwo festgeschriebener, aber weithin als unverhandelbares Dogma akzeptierter Satz: Nur die Vereinigten Staaten von Europa werden es den Europäern ermöglichen, im Wettbewerb mit Asien und Amerika bestehen zu können. Keine Diskussion über die Zukunft der EU, in der dieses Argument nicht in der einen oder anderen Variation vorgetragen wird. Selbst relativ große und mächtige Staaten wie Deutschland oder Frankreich hätten allein gegenüber den USA, Russland oder China keine Chance, ihre politischen oder ökonomischen Interessen durchzusetzen.

Dazu brauche es eben eine Institution wie die EU mit ihren 510 Millionen Einwohnern, prä-Brexit gezählt jedenfalls. Dieses zentrale Glaubensbekenntnis der Europäischen Union, so behaupten nun freilich die beiden Autoren Andreas Marquard und Philipp Bagus in ihrem jüngsten Buch “Wir schaffen das – alleine!”, sei völliger Unfug. Ihre schiere Größe und zentralisierte Organisation hindere die EU vielmehr, kampfstark im globalen Wettbewerb zu sein, und fördere nicht “Innovation und Freiheit, sondern Bevormundung, Korruption und Verschwendung”.

Kleinstaaterei
An die Stelle der Union wollen sie aber keinesfalls den herkömmlichen europäischen Nationalstaat setzen, sondern eine große Zahl sehr kleiner staatlicher Organisationen, idealerweise in der Größe von Liechtenstein. Der Ökonomie-Professor Bagus und der Banker Marquard nehmen damit einen Gedanken auf, der einerseits in der grün-ökologischen Tradition steht – etwa bei Leopold Kohrs Satz “Small is beautiful” -, andererseits aber auch im zeitgenössischen libertären Milieu beachtet wird.

Ihre These ist nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Historisch blühte Europa kulturell, wirtschaftlich und politisch durchaus in Phasen der Kleinstaaterei, während zentralisierte Großreiche nicht immer zum Vorteil ihrer Bürger waren. “Die politische Dezentralisierung mit dem damit verbundenen Wettbewerb ist für Aufstieg und Blüte Europas verantwortlich. Diese Dezentralisierung ermöglichte Europas beispiellosen Aufstieg. Darauf sollten wir uns zurückbesinnen; anstatt nach Asien zu schauen. Ein europäisches Riesenreich, wie es mit einer zentralisierten EU angestrebt wird, ist aus historischer Sicht uneuropäisch.”

Kleinststaaten bieten ihren Bürgern in der Tat einige Vorteile. Wenn die Grenze nie weit weg ist, können die Bürger sehr leicht ihren Lebensmittelpunkt in einen anderen Staat verlegen, wenn der eigene schlecht wirtschaftet, zu hohe Steuern einhebt oder einfach schlecht funktioniert. Dadurch entsteht permanenter Druck auf alle Staaten, so effizient wie möglich zu wirtschaften, weil die Bürger sonst einfach mit den Füßen abstimmen. In der Schweiz, wo die Kantone in einem derartigen Wettbewerb miteinander stehen, kann man genau studieren, wie eindrucksvoll gut das funktioniert.

Kleinstaaten bieten darüber hinaus auch den Vorteil, besonders friedlich und besonders weltoffen zu sein. Friedlich, weil es ihnen schlicht und ergreifend am Geld fehlt, riesige Militärapparate betreiben zu können, wie man sie für Aggression nach außen nun mal braucht. Und weltoffen, weil kleine Staaten viel mehr als Großreiche auf den Außenhandel angewiesen sind, da sie ja viele Güter nicht selbst herstellen können. Sie sind daher nie protektionistisch, sondern stets freihändlerisch orientiert. So überzeugend das ist, so wenig machen sich die Autoren freilich die Mühe, berechtigte und fundierte Einwände gegen ihr Lob des kleinen Staates ausreichend ernst zu nehmen und allenfalls zu widerlegen.

Ad-hoc-Kooperationen
Gar nicht gehen sie etwa auf die Frage ein, wie ein Europa der tausend Liechtensteins große Infrastrukturprojekte wie etwa Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge zustande bringen könnte. Und nur sehr oberflächlich streifen sie die Frage, wie dieses fragmentierte Europa sich militärisch wehren könnte. Ihre Antwort, dies sei durch eine Art Ad-hoc-Kooperation im Ernstfall zu bewerkstelligen, überzeugt nicht wirklich. Trotzdem ein absolut lesenswertes Buch; weniger als politische Handlungsanweisung denn als intellektuell forderndes Gedankenexperiment.  (WZ)

Sachbuch

Wir schaffen das – alleine Andreas Marquart, Philipp Bagus

Finanzbuchverlag

157 Seiten, 14,99 Euro

18 comments

  1. raindancer

    die Amerikaner wollten von Anfang an keine EU und keinen Euro, die EU hatte Potential als eine Art neue Supermacht zu agieren.
    Jedoch haben sich die Chefideologen der EU primär links orientiert und sich in den Kopf gesetzt auch den Islam zu umarmen und die Türkei zum Kaffee einzuladen, das macht unschöne Flecken am Tischtuch.

    Das Ergebnis ist nun wie vor dem Krieg: GB mit USA und die EU zerbröckelt …zu Recht…denn der Islam ist nicht akzeptabel, ebenso nicht, dass die Steuergelder der Europäer dafür verwendet werden die Nahost und Afrika Armut durchzufüttern und aufzunehmen.

  2. sokrates9

    Dem militärischen Argument möchte ich Israel entgegensetzen welches sehr wohl imstande ist sich zu wehren, und das mit den Infrastrukturprojekten ist auch zu hinterfragen: Halte die europäische Infrastruktur für gar nicht so schlecht! Habe noch nie gehört dass der Schweiz transkontinentale Verbindungen fehlen! Im Gegenteil: Dank Transparenz von Steuergeldern und Berücksichtigung auch lokaler Interessen funktioniert das hervorragend! Di erste elektrische öffentliche Beleuchtung in Österreich kam nicht per Verordnung Mufti sondern wurde zB in Steyr installiert!f

  3. Thomas Holzer

    @raindancer
    Die Türkei wurde schon lange vor der EU von der NATO umarmt, und wenn Sie mit “das Ergebnis ist wie vor dem Krieg” vor dem WKII meinen, liegen Sie leider auch falsch

  4. mariuslupus

    Der Geburtsfehler der EU war dass diese Organisation von Anfang an als eierlegende Wollmilchsau ausgelegt war. Die EU sollte den Frieden sichern, die Wirtschaft fördern, den Wohlstand garantieren, den Euro einführen und die Staaten, die sich dieser Organisation angeschlossen haben von ihren Eigentümlichkeiten befreien. Die Vereinheitlichung und Normierung wurde zum höchsten Gebot der überbordenden zentralisierten Bürokratie. In den ersten Krise hat sich gezeigt dass die EU nicht ein Friedensprojekt ist, sondern ein Schönwetter Projekt. Die ersten Krisen waren und sind hausgemacht. Die Eurokrise, die Energiekrise, die “Flüchtlingskrise”. Alle diese “Krisen”, sind ein Produkt der Unfähigkeit der nicht legitimierten und inkompetenten Machthaber in Brüssel.
    Die EU hätte bei einer rationalen, wirtschaftlichen Ausrichtung, eine Chance sein können.
    Die Zeiten sind vorbei. Dieses Projekt ist gescheitert, die Machtbesitzer in der EU sind ideologisch festgelegt und nicht bereit und nicht fähig aus den eigenen Fehlern zu lernen.

  5. Reini

    Es gibt einfach zu viele tief verwurzelte unterschiedliche Kulturen und Ideologien in Europa. Ein Großreich in Europa wollten schon viele,… bis jetzt scheiterten alle, auch die EU wird es! Die Staaten Europas hätten auch ohne EU gut überlebt, es ist die Gier der Konzerne und der Politik! Bei der Aufnahme in die EU wirst du mit offenen Händen empfangen, beim einem Austritt mit Füssen getreten, oder lt. islamischen Recht – weichst du vom Glauben ab, verlierst du den Kopf!

  6. raindancer

    @Thomas Holzer 7. JUNI 2017 – 09:05

    ich hab auch nicht geschrieben dass die Türkei vorher nicht schon Nato nahe war, aber mit der EU wurde der Pakt endgültig besiegelt..und wo genau lieg ich falsch damit, dass die GB und USA paktieren wie vor dem WKII?
    In den Weltkriegen haben die USA Grossbritannien unterstützt, um ihre Investitionen zu sichern. Die USA hatten keine eigenen Kolonien,haben aber massiv in GB investiert. Britische Unternehmen, Land gehörten zu grossen Teilen Personen bzw. Unternehmen aus den USA. Wegen der gemeinsamen Sprache und einer gewissen Affinität bevorzugten Amerikaner Britannien als Investitionsziel.

  7. Christian Peter

    Liegt doch auf der Hand : Fünf jahrzehntelang funktionierte in Europa nach dem Krieg alles wunderbar – 25 Jahre nach Vertiefung der europäischen Integration durch Einführung des EU – Binnenmarktes und 20 Jahre nach Einführung der Gemeinschaftswährung steht Europa vor dem wirtschaftlichen und politischen Ruin.

  8. sokrates9

    Heute Bild mit Symbolkraft gesehen! Hunderte Christen in Notre Dame mit erhobenen Händen in Erwartung von islamischen Terror!!So viel zur friedenssichernden EU!

  9. Oliver H.

    @raindancer

    “die Amerikaner wollten von Anfang an keine EU und keinen Euro”

    Was spricht für diese Einschätzung? Wahr ist nämlich das exakte Gegenteil, siehe exemplarisch das ‘American Committee on United Europe’.

  10. Lisa

    @Reini: genau das mit der unterschiedlichen Kultur und Geschichte Europas ist auch der Grund, warum das latente Unbehagen auch bei EU-Sympathisanten nicht wegzuleugnen ist. Es sind zu viele Köpfe mit zu vielen verschiedenen Mentalitäten in Europa. Selbst, wenn man die inneramerikanischen Mentalitäts- und Sprachunterschiede mitberücksichtigt, bleibt unterm Strich dort doch eine gewisse Einheit, die auch Parallelgesellschaften bis zu einem gewissen Grad und mit einer gewissen (manchmal etwas süffisanten) Distanz integrieren kann. Ich bin immer noch der Meinung, dass ein Europa der Regionen mit lediglich – auf Wunsch – der gleichen Währung – letztlich bürgernaher, wirtschaftsfreundlicher, teilnahmebereiter und motivierender ist als dieser Papiertiger namens EU mit seinen Tausenden von “Administratoren” in Brüssel.

  11. Oliver H.

    @Lisa

    “Ich bin immer noch der Meinung, dass ein Europa der Regionen mit lediglich – auf Wunsch – der gleichen Währung – letztlich bürgernaher, wirtschaftsfreundlicher, teilnahmebereiter und motivierender ist ..”

    Das ist zwar eine Meinung, nichts desto trotz ist sie falsch. “Europa der Regionen” hat seit Anbeginn des Projekts EU jeder Propagandist aus seiner ersten Grundschulung mitgenommen, es ist der Schlachtruf der Zentralisten, die konsequent orwellhaft als ‘Föderalisten’ daherkommen.

    Das angestrebte vierte Reich ist demgemäß so bürgernahe wie das dritte mit seinen regionalen Gauen, sogar die übergeordnete Motivation ist dieselbe: Ein Volk, ein Reich, ein Brüssel.

  12. Oliver H.

    “Gar nicht gehen sie etwa auf die Frage ein, wie ein Europa der tausend Liechtensteins große Infrastrukturprojekte wie etwa Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge zustande bringen könnte.”

    Das erinnert an den notorisch staatsgläubigen Einwand: ‘Who will build the roads?!’, eine Frage, die heute in derselben Manier beantwortet werden kann wie anno dazumal, als sowohl riesige Schiffskanäle und auch Eisenbahnen von Privaten(!) finanziert und errichtet wurden, sei es nach Istanbul, Bagdad oder Ostindien.

    Entweder, die betroffenen Sozietäten entlang der Route haben einen Vorteil von dem Bau, oder sie widersetzen sich erfolgreich dem Ansinnen. So simple können Fragestellungen adressiert werden, wenn man liberalen Grundsätzen folgt.

    “Und nur sehr oberflächlich streifen sie die Frage, wie dieses fragmentierte Europa sich militärisch wehren könnte. Ihre Antwort, dies sei durch eine Art Ad-hoc-Kooperation im Ernstfall zu bewerkstelligen, überzeugt nicht wirklich.”

    Daß es keiner ‘Art von Ad-hoc-Kooperation im Ernstfall’ bedarf, sollte zumindest Nato-Freunden bekannt sein.

    Apropos: Aktuell gibt es zwei Stoßrichtungen, das ‘Projekt EU’ voranzutreiben. Während die deklariert Roten die ‘Sozialunion’ herbeibeten, favorisieren rote Bürgerliche die ‘Sicherheitsunion’, wobei zumindest Schäuble schon seine Zustimmung zu ‘beträchtlichen Finanzmitteln’ signalisierte beziehungsweise die Umwandlung des ESM in einen europäischen Währungsfonds als Sprungbrett für ein EU-Finanzministerium. Wie aber wollen die friedfertigen Sozialisten nun ihrer eigenen Klientel den Bellizismus verkaufen? Sehen und staunen Sie selbst:

    Videos der SPD-Bundestagsfraktion: Fachkonferenz “Impulse für eine europäische Verteidigungsunion”
    youtube.com/watch?v=DS_xrg9JDmQ

    Schamlos spricht Sigmar Gabriel von einem neuen Headquater, von neuen Kommandostrukturen, die aber öffentlich nie so genannt werden dürfen, unverblümt bezieht er sich auf den aktuell noch bestehenden Parlamentsvorbehalt betreffend Militäreinsatz, der leider, leider mit Bündnistreue konfligiert und daher nicht haltbar sein wird. Unter seinesgleichen kann er auch offen darlegen, wie eine ‘Verteidigungsunion’ zwangsweise die politische Integration herbeiführt. Tell news!

    Heute kann jeder sich selbst ein Bild davon machen, worauf das Scheingefecht auf der Bühne zwischen CDU/CSU und SPD respektive ‘Neuer Volkspartei’ und SPÖ hinausläuft: Getrennt marschieren, aber gemeinsam das Volk in die “Ever closer Union” prügeln.

  13. Johannes

    Sowenig wie man ein künstliches Großgebilde sozusagen den 510 Mill. Einwohner Einheitsstaat bauen kann ist es auch unmöglich lauter kleine Liechtensteins zu erfinden.
    Europas Staaten ist nun einmal durch Kriege und Eroberungen entstanden, seine Sprachen und Völker sind von einer unglaublichen Verschiedenheit auf einem doch eher kleinen Kontinent komprimiert.

    Der Geist der europäischen Erweiterung um die Staaten des ehemaligen Warschauer – Paktes war eine wohltuende Verjüngung für die EU, diese Länder brachten eine Aufbruchstimmung in die Union, die Menschen in diesen Ländern waren zum allergrößten Teil enthusiastisch ob der Chancen und Möglichkeiten dieser Wirtschaftsgemeinschaft anzugehören.

    Man soll nicht so tun als ob diese Staaten nicht auch als Brachland für die alten Eu-Staaten diente auf dem sich gute Ernten einfahren ließen und lassen.
    Ich glaube diese Länder sind in höchstem Maße allergisch auf Bevormundung wie zu Sowjetzeiten aber gerade dieser Eindruck entsteht wenn man den Umgang Brüssels mit den Visegradern beobachtet.

    Ich habe den Eindruck nur noch Befehlstöne aus Brüssel zu hören, keine Spur von irgendeiner Erfurcht oder von Respekt den Staaten gegenüber die letztendlich die Sterne der EU Fahne darstellen.
    Druck erzeugt Gegendruck und so wird mit jeder Drohung eines Strafverfahrens gegen eines der Länder die Ablehnung der Bevölkerung gegenüber Brüssel größer.

    In Brüssel bräuchte es Leute mit viel Gespür die genau wissen wie weit sie gehen können, die wieder die Fähigkeit haben Gespräche zu führen ohne bei der Begrüßung vor den Kameras in Kuß und Watschentanzorgien auszubrechen.
    Brüssel muß das sensible Zentrum aller Interessen aller Staaten sein und nicht die Befehlsbrücke samt Einpeitscher einer Galeere.

  14. Oliver H.

    @Johannes

    “Sowenig wie man ein künstliches Großgebilde sozusagen den 510 Mill. Einwohner Einheitsstaat bauen kann ist es auch unmöglich lauter kleine Liechtensteins zu erfinden.”

    Man braucht sie nicht zu erfinden, das Zauberwort heißt Sezession.

    “Ich habe den Eindruck nur noch Befehlstöne aus Brüssel zu hören, keine Spur von irgendeiner Erfurcht oder von Respekt den Staaten gegenüber die letztendlich die Sterne der EU Fahne darstellen.”

    Einziger Zweck des weltweit und historisch einmaligen Projekts ist seit Anbeginn die Abschaffung der Nationen. Initial schon wollte man es über die Verteidigungsunion versuchen, doch nachdem das nicht durchging, entschloß man sich zur harmlos klingenden ökonomischen Kooperation als Einstiegsdroge, wohl wissend, man würde konsequent und unablässig eine Souveräniät nach der anderen nach oben verlagern.

    Jean Claude Juncker 2008: „Ins Zentrum der Einigungsversuche rückte dagegen ab 1950 die Wirtschaft. Dort konnten am ehesten die Empfindlichkeiten nationaler Politik ausgeklammert werden, mit scheinbar unpolitischen Argumenten ökonomischer Rationalität. Dies war der Königsweg, auf dem die Vereinigung fortan unauffällig, aber stetig, bis heute voranschritt.“ (spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-21868900.html)

    Jean Monnet, erster Kommissionspräsident: „A federated Europe is essential for the security and peace of the free world. So long as Europe remains fragmented, it will remain weak and will be a constant source of conflict – which, in the modern age, cannot but involve the whole world (..) We are determinded to act. We are determined to unify Europe and to unify it quickly. With the Schuman Plan and the European Army we have laid the foundations on which we shall build the United States of Europe – free, strong, peaceful and prosperous.
    (April, 30, 1952, National Press Club, Washington, aei.pitt.edu/14365/1/S5.pdf)

    J.M: „At the moment, in my opinion, Europe’s peoples can make no greater contribution to that peace and prosperity than by surmounting the divisions that have separated men and states in Europe for so long, and by combining in a United States of Europe () They [six nations] voted to pool the basic resources of their modern states, coal and steel, under one federal government which became the European Coal and Steel Community. The first step towards a United States of Europe had been taken: Europe, through common federal institutions, had begun to plan for its future.
    (..) The proof of all this is, I think, in what we are accomplishing in the European Coal and Steel Community – the first planning on a European scale – which was conceived as the first step toward a United States of Europe. (..) Only by evolving a new and wider institutional framework will Europe be able to solve the fundamental problems caused by the mutual hostilities and narrow economic limitations born of an outmoded system of nations.
    (Jean Monnet, National Planning Association. Washington, D.C., 13 December 1954, aei.pitt.edu/14371/1/S33.pdf)

    „There is nothing new about European unity as an ideal. We Europeans have talked about it since the time of Charlemagne. Yet a divided Europe has remained a breeding ground for wars, growing out of national ambitions, rivals and restrictions. The historic division of Europe into small national units is a political and economic anachronism today (..) But because we cannot escape from our past or present, we cannot unite Europe overnight. We are doing it to move along the paths toward unity that are open to us. We shall work with patience an tenacity until we arrive at the full economic and, ultimately, political integration of Europe.“
    (Albert Coppe, Vice-President of the European Community for Coal and Steel, at the National Press Club. Washington, DC, 20 April 1955)

  15. KTMTreiber

    Den “Größten” hat sowieso Putin – das ist der wahre Grund, warum ihn die westlichen “Eliten” so hassen … 😉

  16. Lisa

    @Johannes: Die “Liechtenstein”s muss man nciht erfinden: jeder Bayer weiss um seinen *Freistaat*. jeder Luxemburger würde niemals ein Belgier, Franzose oder gar Deutscher werden wollen, sondern “bleiwe wat mir sinn” – und Tschchien und die Slowakei haben sich begründet getrennt. Die Regionen existieren bereits real, auch wenn dank Medien, Internet und guten Verkehrsberbindungen eine Art virtuelle Heimat auf der ganzen Welt vorgegaukelt wird. Die unmittelbare hautnahe Nachbarschaft kann von einem Nerd getrost ignoriert werden; er braucht nicht mal einkaufen zu gehen. Wozu gibts ups, dhl usw.? In der CH ist es daher auch wichtig, welchen Dialekt jemand spricht, um ihn “seiner” Region zuzuweisen. Trotz “Harmonisierung” unterschiden sich die doch ziemlich souveränen Kantone in Sprache, Gesetzgebung, Bildungssystem etc. erheblich – ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Mentalitäten.
    @Oliver H.: Europas „Aussengrenzen“ schützen ist seit der Erfindung des Flugzeugs und der Raketen, der Telekommunikation und anderem längst nicht mehr Einsatz von Schlachtschiffen, Stacheldraht und Bodentruppen! Heute marschieren keine geordenten Heeresformationen mehr ein, es gibt auch keine Kriegserklärungen, sondern die Kriege sind verstreut, ungeordnet, unüberschau- und unberechenbar. Die Schlachtorte sind überall, heissen ja auch nicht mehr Kriege, sondern irgendwas…Hilfe, Intervention, Truppenstationierung, Flüchtlingskrise(!), Terrorismus, Cyberattacke etc. Der moderne Soldat ist ohnehin eher ein universal soldier und nicht aus “patriotischen” Gründen beim Militär. Auch mangelnde Kooperationsbereitschaft bei notwendigen interregionalen Unternehmungen lässt sich lösen, wenn man die Gründe dafür kennt. Eben gerade NICHT Orwell! Ich wäre nur schon deshalb für eine Regionalisierung, damit diese anonymen gesichtslosen Millionenmoloche namens Metropolen mit ihren schädlichen Parallelgesellschaften wieder verschwinden und sich kleinere und damit überschaubare Verwaltungsregionen ihre Gesetze selber geben und sie auch durchsetzen können. Es gibt Regionen mit Standortvorteil (Bodenschätze, Klima, Kultur) – andere bieten vielleicht mehr im Bereich Sicherheit, Ordnung, Entwicklungsmöglichkeiten, Schulen o.a. Dass dann alle dahin strömen, wo das „grosse/leichte Geld“ lockt, kann durch die regionalen Verwaltungen gesteuert werden, während nationale oder supranationale Gesetzgeber/Politiker keinen Überblick über -zig Millionen Bürger und „Hintersassen“ mit den unterschiedlichsten Kulturen haben und es dem Einheimischen jeder Region nicht einsichtig ist, warum internationale Übereinkünfte – an die sich ohnehin trotz Blabla und Unterschrift nur ein Teil hält – wichtiger sein sollen als das Wohlergehen der Bewohner der eigenen Mitbürger. Wenn D also den Migranten ein Willkommen und Ungarn ihnen Go home zuruft, so ist das nur verständlich, weil D keine wirkliche Einheit ist und sich daher Sympathisanten aus allen Regionen an irgendwelchen Bahnhöfen oder in entsprechenden Zentren zusammenballen. Würde man das den einzelnen Regionen überlassen, sähe diese sog. Willkommenskultur anders aus….

  17. Oliver H.

    @Lisa

    “Europas „Aussengrenzen“ schützen ist seit der Erfindung des Flugzeugs und der Raketen, der Telekommunikation und anderem längst nicht mehr Einsatz von Schlachtschiffen, Stacheldraht und Bodentruppen! (..)”

    Worauf soll sich diese rufzeichenbewährte Einleitung inklusive gedankenflüchiger Beilage rund um Krieg und Frieden beziehen?

    “Der moderne Soldat ist ohnehin eher ein universal soldier und nicht aus „patriotischen“ Gründen beim Militär.”

    Selbst wenn das so wäre: Ohne Steuerzahler, der den ‘universal soldier’ finanziert, wird auch dieser Soldat keine universellen Sprünge machen, weder daheim noch gar im Ausland.

    “Auch mangelnde Kooperationsbereitschaft bei notwendigen interregionalen Unternehmungen lässt sich lösen, wenn man die Gründe dafür kennt.”

    Weil Baum. Alternativ: Derzeit reden die Leute nicht miteinander?

    “Eben gerade NICHT Orwell!”

    ‘Orwell’ bezog sich auf den Graben zwischen politischer Zentralisierung und Subsidiarität, ein Graben, der sich zwar mit rhetorischen Kraut und Rüben zuschütten läßt, der aber dennoch besteht.

    “Ich wäre nur schon deshalb für eine Regionalisierung, damit diese anonymen gesichtslosen Millionenmoloche namens Metropolen mit ihren schädlichen Parallelgesellschaften wieder verschwinden ..”

    Erneut: Weil Baum, oder wie? Die Massen diffundieren dann wundersam zwischen den Regionen und alles verteilt sich gleichmäßig über den Kontinent?

    ” .. und sich kleinere und damit überschaubare Verwaltungsregionen ihre Gesetze selber geben und sie auch durchsetzen können.”

    Und diese Regionen entsenden dann Senatoren nach Brüssel, die über die Ausgestaltung einer europäischen Sozialversicherung entscheiden respektive ob am Hindukush einmal mehr ‘europäische Werte’ verteidigt werden sollen. ‘Föderalisten’ streben eine Einheit an, welche lokale Einheiten zur regionalen Brauchtstumspflege degradiert, indem sie von den grundlegenden Entscheidungen ausgeschlossen werden. Sowohl die Wohlfahrt wie auch Fragen nach Krieg und Frieden gehen ans Eingemachte, exakt in beiden Belangen wird untergeordeten Einheiten die Souveränität entzogen.

    “Es gibt Regionen mit Standortvorteil (Bodenschätze, Klima, Kultur) – andere bieten vielleicht mehr im Bereich Sicherheit, Ordnung, Entwicklungsmöglichkeiten, Schulen o.a.”

    Andere Regionen wiederum befahren ihre Kreisverkehre im Uhrzeigersinn.

    “Dass dann alle dahin strömen, wo das „grosse/leichte Geld“ lockt, kann durch die regionalen Verwaltungen gesteuert werden”

    Weil Baum, oder doch mit dem magischen Joystick der Niederlassungsfreiheit in der ‘föderalen Republik’?

    “.. während nationale oder supranationale Gesetzgeber/Politiker keinen Überblick über -zig Millionen Bürger und „Hintersassen“ mit den unterschiedlichsten Kulturen haben und es dem Einheimischen jeder Region nicht einsichtig ist, warum internationale Übereinkünfte – an die sich ohnehin trotz Blabla und Unterschrift nur ein Teil hält – wichtiger sein sollen als das Wohlergehen der Bewohner der eigenen Mitbürger.”

    Dieser Mix aus Supra- versus normalem Nationalismus entzieht sich meiner Fähigkeit des Aufdröselns, der Einwand einer angepeilten 500-Millionen-Massendemokratie aber scheint mehr als aufgelegt.

    “Wenn D also den Migranten ein Willkommen und Ungarn ihnen Go home zuruft, so ist das nur verständlich, weil D keine wirkliche Einheit ist ..”

    Wieviele Einheiten mit demgemäßer Homogenität meinen Sie in den Staaten der aktuellen EU zu erkennen und was folgte daraus speziell angesichts eines angedrohten EU-weiten zentralen Flüchtlingsregimes?

    “.. und sich daher Sympathisanten aus allen Regionen an irgendwelchen Bahnhöfen oder in entsprechenden Zentren zusammenballen. Würde man das den einzelnen Regionen überlassen, sähe diese sog. Willkommenskultur anders aus….”

    Die Willkommensklatscher der einzelnen Regionen würden in Ihrem Utopia eigene Regionen bilden und sich mit ihren Menschengeschenken dorthin zurückziehen?

    Ich bin es müde, meine Ausführungen mit Dokumenten beziehungsweise Verweisen zu spicken, was die von Ihnen gepriesenen Regionalisten vorhaben. Drei Bitten: Machen Sie sich bitte mit deren Absichten vertraut, entwickeln Sie Ihre eigenen und zugleich *kommunizierbaren* Vorstellungen und versuchen Sie drittens, Ihre Vorstellungen mit jenen abzugleichen, die aktuell betreffend ‘Europa der Regionen’ die Propagandaorgel befeuern.

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