Buchbesprechung: “Die Corona Falle”

(ANDREAS TÖGEL) Die Covid-19-Pandemie hat das Leben vieler Menschen rund um den Globus verändert. Viele haben darunter zum Teil schwer gesundheitlich gelitten und bis Mitte September 2020 sind dem „neuartigen Coronavirus“ mehr als 900.000 Menschen zum Opfer gefallen. Zweifellos handelt es sich um ein schwerwiegendes medizinisches Problem.

Ungleich größer als die Zahl der Erkrankten und Toten dagegen ist die Zahl derjenigen, die noch immer unter den von den Regierungen verhängten Zwangsmaßnahmen leiden, die zur Eindämmung der Pandemie ergriffen wurden. Massive Freiheitseinschränkungen und Eingriffe in private Eigentumsrechte, soziale Isolierung, Vereinsamung, Arbeitsplatzverlust, der Untergang mühsam aufgebauter, selbständiger beruflicher Existenzen und die sprunghaft angestiegene Staatsverschuldung sind ein hoher Preis für die Rettung verhältnismäßig weniger Menschenleben. Man vergleiche mit den Opferzahlen der vor rund 100 Jahren ausgebrochenen „Spanischen Grippe“, die 50 bis 80mal mehr Tote forderte als Covid-19 bis September 2020.

Der Autor schildert die ergriffenen Maßnahmen mit recht viel Wohlwollen und billigt den Regierenden zu, in bester Absicht und – zumindest bei Ausbruch der Krise – auf wenig belastbare Daten gestützt gehandelt zu haben. Etwas mehr kritischen Distanz und eine Prise „Mannesstolz vor Fürstenthronen“ wäre an dieser Stelle kein Fehler gewesen.

Der zweifellos stärkste Teil des Buches ist den politischen Konsequenzen der zum Teil an totalitäre Systeme erinnernden Regierungsmaßnahmen gewidmet – der Abwägung von (vermeintlicher) Sicherheit gegen die mit Sicherheit – und möglicherweise dauerhaft – verlorene Freiheit. Die nahezu vollständige Gleichschaltung der Massenmedien im Zuge der Corona-Berichterstattung, hat zeitweise geradezu den Charakter einer Gehirnwäsche angenommen. Von der Regierungslinie abweichende Wissenschaftler wurden weitgehend überhört, was dem Vertrauen in die Regierenden, die sich die ihnen keinesfalls zustehende Rolle von Erziehern mündiger Bürger anmaßen, nicht unbedingt förderlich ist.

In einem nicht zwingend zum Titel des Buches passenden Exkurs widmet sich der Autor der „Systemfrage“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus, und stützt sich dabei auf F. A. Hayeks Betrachtungen über den „Weg zur Knechtschaft“. Die Antwort auf die Frage, ob die Pandemie am Ende zur Etablierung von totalitären Planwirtschaften beitragen wird, bleibt der Autor indes leider schuldig.

 

Die Corona Falle: Vom Wutbürger zum Angstbürger

Walter Sonnleitner

Verlag Frank&Frei

131 Seiten, broschiert

ISBN: 978-3-903236-40-0

15,90,- Euro

One comment

  1. sokrates9

    900.000 Tote wie viel Prozent der jährlichen Sterberate der Bevölkerung sind das?Dies Coronahype hat die ganze Welt aus dem Fundament gerissen!Medienmonopolisierung, Vernichtung ganzer wirtschaftlicher Branchen, Demokratieeinschränkung,infantilisierung der Gesellschaft usw die Schäden sind unübersehbar, die Rechnung für die Bevölkerung kommt erst.-Hoffentlich auch für die Politiker.

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