Buchbesprechung: “Die größte Chance aller Zeiten”

Von | 30. April 2021

(ANDREAS TÖGEL) Nachdem der Finanzexperte, Investmentberater und Erfolgsautor Marc Friedrich sich bisher als Untergangsprophet profiliert hat – wie zuletzt etwa mit seinem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“, zeigt er sich im vorliegenden Werk von einer anderen Seite. Er erklärt nämlich den bevorstehenden Kollaps des aktuellen Wirtschafts- Geld- und Finanzsystems zur Chance für eine klug durchdachte Zukunftsvorsorge.

Dass zyklische Krisen in unserem auf inhärent wertlosem, beliebig vermehrbarem Geld aufgebauten Mischsystem (Roland Baader nannte es „Geldsozialismus“) unausweichlich sind, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Dass Krisen häufig den Auslöser für tiefgreifende Reformen bilden, ebenfalls. So lange alles augenscheinlich bestens läuft, zeigt sich die „Tyrannei des Status quo“ (Milton Friedman) in ihrer vollen Pracht. Kollektives Beharrungsvermögen bremst oder verhindert jede Veränderung. Doch jetzt, da alle vom Autor untersuchten Parameter auf einen in der nächsten Zeit bevorstehenden Megacrash hinzudeuten scheinen, kann uns auch ein totaler Systembruch bevorstehen. Friedrichs nicht unbedingt düster zu nennende Prognose lautet, dass nichts so bleiben wird, wie es derzeit ist.

Welche Register von den politischen Eliten und den Verantwortungsträgern in der Wirtschaft zu ziehen sind, um in einer zeitgleich mit mehreren schwerwiegenden Herausforderungen konfrontierten Welt zurechtzukommen (als da wären: zunehmende Geldentwertung, Schuldenexzesse, Massenmigration, Politikverdrossenheit, negative demographische Entwicklung in der Ersten und Zweiten Welt, etc.), beschreibt der Autor nach einer eingehenden Analyse und Bewertung des Istzustandes. Allerdings lässt er auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass jeder einzelne für sich selbst, seine eigene Zukunft und die seiner Angehörigen, ein gehöriges Maß an Verantwortung trägt, das nicht einfach an den Wohlfahrtsstaat delegiert werden kann.

Im letzten Teil schließlich geht es um konkrete Vorschläge, wie der einzelne seine Zukunft materiell absichern kann. Die Zeit traditionelle Anlagen, wie 08/15-Sparkonten, Erlebensversicherungen oder Staatsanleihen, ist vorbei. Jetzt gilt es, nach in und nach der Krise werthaltigen Investments Ausschau zu halten. Rohstoffe (wie etwa Edel- und Industriemetalle) bieten nach Meinung des Autors aussichtsreiche Möglichkeiten. Marc Friedrich hält indes auch mit seiner Begeisterung für Kryptowährungen (namentlich Bitcoin) nicht hinter dem Berg, in denen er inflationssichere „Wertspeicher“ sieht.

An der Empfehlung, „nicht alle Eier in einen Korb“ zu legen, kommt auch er nicht vorbei. Kluge Diversifikation ist gefragt. Vorschläge für geeignete Anlageportfolios bilden den Abschluss.
Besonders für im Hinblick auf vernünftige Anlagestrategien unbedarfte Zeitgenossen, bietet das Buch einen unbedingt lesenswerten Inhalt.

Die größte Chance aller Zeiten
Marc Friedrich
Finanzbuchverlag
377 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95972-457-9
21,59 Euro

2 Gedanken zu „Buchbesprechung: “Die größte Chance aller Zeiten”

  1. CE___

    Naja, die ganzen vermarkteten schlauen Ratschläge allerorts, DAS scheint derzeit wirklich ein gutes Geschäft in sich zu sein.

    So ein Buch ist ungefähr so wie einem Menschen Ratschläge zu geben wie er mit verbundenen Augen (soll die Unwägbarkeit der Zukunft ausdrücken) durch ein Minenfeld gehen soll.

    Latsch’ halt nicht auf eine Mine, ist so ungefähr der ehrlichste Ratschlag den man geben kann.

    Ein angeblich arabisches oder persisches Sprichwort besagt:

    Glücklich derjenige reiche Mann der den Sultan nicht kennt, und der dem Sultan auch unbekannt ist.

    Ich denke dass ist ein guter Leitfaden, es muss jedoch jeder seine Phantasie selber spielen lassen wie man das am besten umsetzt.

    Aktien-Muster-Depots gehören sich nicht dazu, sei angemerkt, meiner bescheidene Meinung nach.

  2. Johannes

    Gold und Silber in kleinen Münzen ist nach meiner Meinung eine Wertanlage die sich verwenden lässt auch wenn der Staat später den Handel damit verbieten will.
    Zum einen wird diese Währung auch Verbote überleben was zum anderen wird es als direktes Tauschmittel, auf die Hand gegeben einen Wert darstellen der über Jahrtausende in unseren Genen gespeichert scheint.

    Kryptowährungen sind keine chemischen Elemente, zwar sind sie nicht beliebig vermehrbar, nach den jetzigen Spielregeln, aber es sind dennoch reine buchhalterische Werte, einem Schuldschein gleich.
    Ich halte davon absolut nichts und würde niemals Leistung oder gar Werte in diese Währung eintauschen.

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