Buchbesprechung: Spukschloss Deutschland

Von | 12. Februar 2016

(ANDREAS TÖGEL)  Drei Themenfeldern widmet sich der Autor in seinen im vorliegenden Buch versammelten Aufsätzen: der EU-Krise, der Staatsschuldenproblematik und dem Zuwanderungschaos. In 62 Kommentaren werden Phänomene wie „Verlagszensur“, „Die Ampelquote“, „Der verhinderte Grexit“ „Feindbild Bürgertum“ und „Auf der Flucht“ kritisch abgehandelt. Die voneinander unabhängigen und auf aktuelle Tagesthemen der letzten Monate zugeschnittenen Beiträge, umfassen nicht mehr als zwei bis drei Seiten, was die Lektüre recht kurzweilig gestaltet.

Im Prolog erläutert Ramin Peymani, worum es ihm geht: um die Kritik eines „gespenstischen Zeitgeistes“, der Politik und veröffentlichte Meinung seit Jahren im Griff hält. Zitat: „Die links-grüne Gesinnungspolizei hat sich über eine einseitige Medienberichterstattung inzwischen die Meinungsführerschaft gesichert und treibt die Gesellschaft vor sich her.“

Die Tugendwächter in Ministerien und Redaktionen haben es geschafft, Kritiker der EU, des Gouvernantenstaates oder einer undifferenzierten „Willkommenskultur“, ins Abseits zu drängen. Die im Besitz der Deutungshoheit befindlichen Eliten, sind schnell in der Schubladisierung von Dissidenten, die als Hinterwäldler, Dummköpfe oder Reaktionäre abgekanzelt werden. Und wenn das alles noch nicht reicht, greifen sie zur Faschismuskeule. Damit meinen die regierungsnahen Dressureliten, sich der Mühe einer seriösen Argumentation und damit jeder kontroversiellen Debatte entziehen zu können.

Der politisch-mediale Komplex scheint den Bogen allerdings überspannt zu haben. Die Bürger glauben den Darstellungen der Meinungsführer nicht mehr. Die klassischen Massenmedien verlieren dramatisch an Zuspruch („Lügenpresse“!). Das Image der politischen Klasse ist so schlecht wie nie zuvor. Derweil erfreuen sich Webseiten, deren Betreiber sich kritisch mit dem herrschenden Zeitgeist auseinandersetzen und Publikationen wie die vorliegende, wachsender Beliebtheit. Das lässt zwar hoffen, bedeutet aber keineswegs bereits den Sieg von Anstand und Vernunft und die Überwindung der vom linken Meinungsmainstream betriebenen Desinformation. Der Autor ruft die Bürger in seinem Schlusswort daher dazu auf, dem „Zeitgeist-Gespenst“ furchtlos und entschlossen entgegenzutreten, Flagge zu zeigen und in keiner Debatte klein beizugeben.

 

Spukschloss Deutschland

Ramin Peymani

Juwelen-Verlag 2016

188 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-945822-07-4

11,90,- Euro

 

Tagebuch

10 Gedanken zu „Buchbesprechung: Spukschloss Deutschland

  1. sokrates9

    Perfekte Analyse des ” Zeitgeistes!” Gilt offensichtlich aber auch für die USA!

  2. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Und hoffentlich natürlich auch für Russland und viele andere Staaten

  3. Johannes

    Ganz interessant und entlarvend die Dankesrede von ORF General Wrabetz. Er möchte mit seinem “Qualitätssender“ dem wörtlich: “Infosondermüll in den sozialen Medien“ Qualitätsjournalismus entgegensetzen“. Entlarvender geht es wohl nicht mehr. Abwertender kann man die Meinung der Menschen nicht beurteilen!

  4. sokrates9

    Thomas Holzer@ Ich bin oft in Russland und bin mir nicht ganz sicher ob Russland heute nicht sogar eine Spur “liberaler” ist. Es gibt einige, die Putin ganz schön attackieren! Wenn heute schon US – Staatsbürger nur in Russland Asyl bekommen es in Russland keine Todesstrafe gibt sind das schon einige Indizien!

  5. gms

    Thomas Holzer,

    > Und hoffentlich natürlich auch für Russland und viele andere Staaten

    Frei nach Shakespeare: Leih’ jedem dein Ohr, doch nur wenigen deine Stimme.

    Es empfiehlt sich daher auch ein Blick auf die größte russische Medienorgel im Westen, Russia Today, Kurform RT. Na-no-na-ned legt man dort den Fokus in der Darstellung und den Schlüssen daraus anders, doch völlig konträr zum Agieren lokaler Massenschlammschleudern kommt RT ohne Häme, Zynismus, Dämonisierung der Gegner und Heroiserung des eigenen Lager aus.

    Betreibt Russland ebenfalls Propaganda? — Mit Sicherheit, doch ist diese um 10er-Potenzen appetitlicher, als die des Westens, wo man Medienkonsumenten wie lobotomierte Zombies behandelt, die man mit Salven aus Silberkugeln und Holzpfeilen gleich Schafen vorsich hertreibt und beim Ausbüxsen oder Aufmucken deren Debilität bescheinigt.

    Die Subersion Deutschlands wurde hier schon mehrfach beschrieben, wie’s exemplarisch Jan Fleischhauer mit der ‘quantum diplomacy’ hält, steht exemplarisch noch nebenan im Blog. Zur Wiederholung:

    It was a „diplomacy“ that, like it does increasingly all over the globe, engages smaller nodes of interaction: cities, towns, NGOs, media representatives, and other „byways of representation“: the internet, public and private — discussion across multiple platforms. Once upon a time, the secretary of state under Ronald Reagan, George P. Shultz, along with his colleague Sidney Drell, called this kind of multifaceted, hard-to-pin-down diplomatic entanglement, „quantum diplomacy.“ Diplomacy now, Der Derian says, is increasingly like this: „phase-shifting,“ „level-jumping,“ „distance-traversing,“ rising, falling, dividing. It is, he says, a bit like Schrödinger’s Cat: how should one determine where and in what state it was at any one point?

  6. Thomas Holzer

    “……….kommt RT ohne Häme, Zynismus, Dämonisierung der Gegner und Heroiserung des eigenen Lager aus.”

    Da scheinen Sie und ich verschiedene RT-Programme zu sehen 😉

  7. gms

    Zum “Spukschloß Deutschland” paßt Ulf Poschardt wie die Fliege auf den Misthaufen [1]

    “(12.02.2015) Die Deutschen verlieren ihre Zuversicht. Wir rasen mit Tempo 400 in die Zukunft, aber immer mehr Bürger starren gebannt nur noch in den Rückspiegel: Sie sehnen sich nach der guten alten Zeit mit D-Mark, Grenzen, dem heiteren Nationalstaat.”

    Wir rasen also in die Zukunft, nicht gegen die Wand, wenngleich sich das ja nicht zwingend ausschließt. Jedenfalls gut zu wissen — bei /der/ Geschwindigkeit. Was es mit den Nationalstaaten und den Plutokraten aufsich hat, hat sich ja langsam schon rumgesprochen.

    “Für die Deutschen, die seit dem Barbarentum der Nazis vor sich wegliefen, ist die Frage danach, wer sie sind, eine Art Identitätsfolter, die nur jene nicht herausfordert, die schlichte Vorstellungen von sich selbst haben. Doch ohne eine klare Vorstellung von sich selbst lässt sich schlecht integrieren.”

    Was will der Texter uns damit verklickern? Nachdem man die Deutschen jahrzehntelang künstlich in NS-Komplexen ertränkte, wissen sie nicht, ob sie Manderl oder Weiberl sind, und können daher nicht integrieren? Plappert er von Mathematik und Integralgleichungen? Gallertig ist des Spritzers trübe Tinte, Hauptsache, der Leser fühlt sich schuldbewußt.

    Wie er’s mit der ach so klugen Elite und dem dummen Pöbel als verblindete Passagiere im deutschen Schiffe hält, vertraut er uns ebenfalls an: “Noch schwieriger wird es, wenn es um das Vaterland der Zukunft geht – und die Bürger darin. Die Intellektuellen sind da ebenso ratlos wie das Gros der Politik. Der deutsche Hang zum Pragmatismus, die Furcht vor dem Pathos des Nationalen in der Mitte der Gesellschaft machen das nicht einfacher.”
    Merke: Kollektivisten und deren intetüllen Hofnarren sind furchtlos, alle andere von Ängsten zerfressen; die weisen Erzieher haben es schon schwer mit den trotzigen, pathosverliebten Zöglingen. Ein Taschentuch, ein Königreich für ein Taschentuch!

    Den ultimativen Vogel schießt Poscherdt ab, wenn er kritzelt: “Jede Menge Schwarz-Rot-Gold findet sich gerade am rechten Rand und auf der Tonspur links wie bei Sahra Wagenknecht. Es sind die Kohorten der Modernisierungsphobiker und -verlierer, denen die Digitalisierung ebenso auf den Wecker geht wie die Schwulenehe und das Verschwinden des Postamts nebenan.”

    Endlich haben die Bürgerphobiker einen gewitzten Neologismenschmied in der ‘Welt’ als Chefredakteur inthronisiert, und er, der bei Übernahme seines Amtes dem Leser Besserung und Redlichkeit schwor, spukt wie kaum ein anderer gespensterhaft durch den Medienwald. Armes Deutschland!

    Vielleicht aber tut dieser Befund dem cheffigen Herrn Redakteur Unrecht an. Vielleicht ist es doch der wiedergefundenen Ehrlichkeit zu verdanken, wenn er offen formuliert, mit welcher Verachtung Politik und Medien gemeinsam den Bürgern begegenen. Klare Rede, klare Fronten!

    [1] welt.de/debatte/kommentare/article152191872/Die-Deutschen-verlieren-ihre-Zuversicht.html

  8. Fragolin

    @gms
    Danke für den Misthaufen samt der grünschillernden Fliege darauf.

    Putzig, dises Rathenau-Zitat gleich am Beginn des Artikels:. “Die Liebe zum Heimischen kleidete sich in den Hass gegen Fremdes.”
    Von einem bekennenden linken Judenhasser seiner Zeit natürlich eine befremdliche Aussage, aber wenigstens erahnt man schon, aus welchen Quellen sich das Weltbild des Autors speist.

    “Doch zunehmend überwiegen Unsicherheit und Misstrauen gegenüber dem Fremden, auch weil die eigenen Kräfte zu schwinden drohen.”
    Das Misstrauen nährt sich aus dem Verhalten der Fremden, die sich nicht wie Schutzsuchende sondern wie Okkupanten benehmen.
    Und die Unsicherheit nährt sich aus der ostentativen Abkehr der Staatsmacht auf allen Ebenen vom eigenen Bürger. Der Staat hat sich vom Volk abgekoppelt und entscheidet über seine Köpfe hinweg zu seinem Schaden. Er ist weder gewillt, den Zustrom krimineller Elemente einzudämmen noch, die Bürger gegen das Agieren dieser kriminellen Elemente zu verteidigen. Er hat seine einzige Existenzberechtigung, nämlich den Schutz des eigenen Volkes nach außen und nach innen komplett aufegegben, sich jenseits des Verfassungs- und Gesetzesbogens begeben und seine Kräfte nicht “schwinden” lassen sondern setzt sie konsequent nur noch gegen seine eigenen Bürger ein.
    Das Volk muss erkennen, dass es von der Staatsgewalt ebenso wie von dessen zu Propagandatrompeten pervertierten einstigen freien Medien verlassen und verraten wurde. Es muss erkennen, dass es sich hat entwaffnen, entmündigen und entkleiden lassen von einem zynischen und von begeisterten korrumpierteen und selbstfokussierten “Intellektuellen” bejubelten Machtapparat, der jetzt keine Skrupel hat, seine zahnlosen nackten Kinder den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen.

    Das Volk muss lernen, sich wieder selbst zu verwalten, sich selbst zu verteidigen, soziale Netzwerke in analog und nicht in digital aufzubauen, und das unter erschwerten Bedingungen: es hat den geballten polit-medialen Komplex gegen sich. Die Unsicherheit im Volk kommt auch daher, dass die Menschen beginnen zu begreifen, dass es keinen Hinweis darauf gibt, ob sie diese Aufgabe überhaupt schaffen können. Sie haben niemanden, der ihnen zuruft: Wir schaffen das! Sie hören überall nur: das ist rechtsextrem, pfuigaga, Nazi!!

    Nicht umsonst muss der Autor auch diesen Hinweis auf das “Barbarentum der Nazis” einbauen. Damit gleich jeder weiß, wer sich nicht einer intellektuellen Selbstfindungsgruppe anschließt ist eben ein “schlichtes Gemüt” und den “Barbaren” geistig nahe. Schön, wie es Wortkonditoren verstehen, einfache Aussagen in aufgeschäumte Zuckerkreationen einzubacken.

    Und die Wortbäckerei arbeitet auf Hochtouren; man verfalle nicht dem Irrtum, Formulierungen wären zufällig gewählt.
    Der “rechte Rand” und die “linke Tonspur” – das ist Suggestion vom Feinsten. Eines muss man dem Autor lassen, er versteht sein Handwerk. Der Rand, das ist Härte, Anstoßen, Gegendruck, physische Gewalt; die Tonspur dagegen ist nur Klang, Weichheit, Ätherik. Wundervoll, wie hier die Realität manipuliert wird, denn der linke Rand ist brutaler als der rechte; die Beispiele mag ich hier gar nicht wiederkäuen, sie sind allen sattsam bekannt.
    Ebenso geschickt die Pirhouette von den “Tausender-Kontingenten an Flüchtlingen” zum “Happy End”. Ausgerechnet Hollywood, ausgerechnet Leute wie Clooney und Jolie als Vorbilder für Realpolitik, die Filmstudios der Traumfabrik als Vorbilder für Regierungen und Drehbuchschreiber als ihre Ideengeber? Also wenn es eines Beispieles bedurfte, dass der Autor in einem Paralleluniversum lebt, das typisch für die Redaktionsstuben unserer eigentlich der Berichterstattung und nicht dem Märchenerzählen verpflichteten Medien zu sein scheint, dann wird es hier geliefert.

    Herr Poschardt, wenn in Schwimmbädern Fäkalien schwimmen, Kinder und Frauen vergewaltigt werden und eine faschistoide als Religion getarnte Hass-Ideologie um sich greift ist das nicht ein sich nach einem “happe end” sehnendes “großes Kino” sondern für jeden einzelnen Betroffenen ein Trauma! Inzwischen treffen sie kaum noch einen Menschen in Deutschland und Österreich, der nicht Vorkommnisse aus seinem direkten Umfeld berichten kann; auch meine zwei kleinen Kinder haben etliche schlafgestörte Nächte mit Alpträumen hinter sich, weil sie eine Attacke eines “Schutzsuchenden” erleben mussten. Wir haben in jahrelanger Sicherheit gelernt, Vertauen aufzubauen und uns frei und ungeschützt, nackt und unbewaffnet wie wir vom Staat ausgesetzt wurden, im öffentlichen Raum zu bewegen, und müssen nun erkennen, dass es keine Sicherheit und kein Vertrauen mehr gibt.

    Und Menschen wie Poschardt rabulieren dann vom Hohen Ross ihrer fetten Pfründe herab von Hollywood und Happy End.
    Denn was wir auch von Hollywood lernen können, ist, dass bei Arnold Schwarzenegger auch nur die überleben, die die fetteste Knarre und keine Skrupel haben.
    Mich wundert nur, dass Schmierblätter wie “Welt” und “Spiegel” überhaupt noch Leser haben. Wenn ich mir mal wieder einen masochistischen Kick gebe und in diese Meiden schaue, kommt mir eigentlich nur noch der Kakao hoch.

  9. Fragolin

    Kleiner Nachtrag aus Anlass des Anlasses; heute in der “Welt”:
    http://www.welt.de/vermischtes/article152193730/Danke-Anke-fuer-diesen-Nazi-Vergleich.html
    Mein Kommentar dazu:
    Lasst Frau Engelke in Ruhe, sie hat doch recht! In Leipzig ziehen ja wirklich Nazi-Horden durch die Straßen und verwüsten ganze Stadtteile. Die nennen sich dort “Antifa”.
    Sucht man im Kommentarbereich natürlich vergebens. Da ist die “Moderation” schnell beim Löschen.
    Unkonsumierbar + unkommentierbar = unlesbar.

  10. Falke

    @Johannes
    Das habe ich auch gelesen und als adäquaten Scherz für den Faschingsausklang betrachtet. Sie haben dabei nicht erwähnt, dass es die Dankesrede von Wrabetz anlässlich der Verleihung des Titels “Medienmanager des Jahres” durch die Zeitschrift “Der Österreichische Journalist” war.

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