Buchbesprechung: Zwischen Lügenpresse und Fake News

Von | 22. April 2017

(A.TÖGEL) Der Name Andreas Unterberger ist wie kaum ein anderer zur eigenständigen Marke in der österreichischen Medienlandschaft geworden. Mit umfassenden Kenntnissen der innen- und außenpolitischen Verhältnisse im Lande ausgestattet, unternimmt der scharfe Analytiker und erbarmungslose Kritiker der Linken und einer erratischen Regierungspolitik es in dieser Publikation, den Kampf der etablierten (auf zweifache Weise, nämlich aus dem Titel Medienförderung einerseits und mittels Gefälligkeitsinseraten, die politische Entscheidungsträger veranlassen, andererseits), steuerfinanzierten Hauptstrommedien gegen die „Sozialen Medien“ zu untersuchen.

Spätestens seit dem Anrollen der von Presse, Funk und Fernsehen fälschlich als „Flüchtlingswelle“ bezeichneten Völkerwanderung und den Ereignissen auf der Kölner Domplatte anlässlich der Silvesternacht 15/16, haben viele Nachrichtenkonsumenten erkannt, dass sie von den regierungsaffinen Leitmedien offensichtlich systematisch desinformiert werden. Die „Vierte Gewalt“ fühlt sich nicht länger einer unabhängigen Analyse von Geschehnissen verpflichtet, sondern ist mit der politischen Nomenklatura übereingekommen, kein kritisches Wort mehr über die Regierung zu verlieren, sondern vielmehr gemeinsame Front gegen Oppositionelle und Dissidenten zu machen. Man erkennt die Absicht und man ist verstimmt. Dramatische Glaubwürdigkeits- und Reichweitenverluste sind die unausbleibliche Folge.

Das Problem für den Nachrichtenkonsumenten besteht nun allerdings darin, dass das Internet zwar jede Menge alternativer Meldungen anbietet, deren Wahrheitsgehalt indes vielfach sehr schwer einzuschätzen ist. Auch im Internet verbreitete Meldungen dienen oftmals (verborgenen) politischen Interessen.

Der Autor warnt eindringlich davor, die Meinungsfreiheit auf dem Altar der politischen Korrektheit zu opfern und unliebsame Botschaften durch ein „Wahrheitsministerium“ à la Metternich zu unterdrücken. Die Freiheit des Wortes ist für ein liberales, pluralistisches Gemeinwesen nämlich unverzichtbar. Der Gesetzgeber hat daher dafür zu sorgen, dass Nachrichten nicht im Sinne kleiner, einflussreicher Minderheiten unterdrückt werden. Der gelernte Jurist formuliert die dazu nötigen rechtlichen Grundlagen.

Der letzte Abschnitt des Büchleins ist schließlich als Leitfaden für den Umgang politischer Amtsträger mit den Medien gestaltet. Fazit: Lesenswert!

 

Zwischen Lügenpresse und Fake News

Andreas Unterberger

Verlag Frank & Frei

134 Seiten, broschiert

ISBN: 978-3-9504348-1-1

9,90,- Euro

5 Gedanken zu „Buchbesprechung: Zwischen Lügenpresse und Fake News

  1. sokrates9

    Was war eines der Hauptkriterien des Kommunismus? Staatlich gelenkte Medien und Zensur! Diese Situation entsteht gerade wieder und kann nur zu einem Rückschritt führen! Es wurde doch immer gepredigt dass nur ein liberales Umfeld mit “freien” Denken Disruptionen und Innovationen zulässt!

  2. Falke

    “Der Gesetzgeber hat daher dafür zu sorgen, dass Nachrichten nicht … unterdrückt werden”. Das ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, sondern der Regierung (also der “Exekutive”) bzw. der (unabhängigen!) Justiz. Die Regierungen tut aber in immer größerem Ausmaß genau das Gegenteil, und zwar mit Unterstützung der Legislative (also des Parlaments), die lediglich die Befehle (Gesetzesvorlagen) der Regierung abnickt. Aktuelles Beispiel: Justizminister Brandstetter setzt dem Parlament ein Gesetz nach dem anderen zur immer stärkeren Einschränkung der Meinungsfreiheit vor, die Mehrheit stimmt problemlos zu – nur die FPÖ und das TS stemmen sich dagegen. In Deutschland läuft das ganz ähnlich – dort gibt es noch weniger Opposition.

  3. Hausfrau

    @Falke:
    Die Gewaltentrennung (Legislative, Exekutive, Judikative) gibt es doch bei uns nur mehr auf dem Papier. So ist auch unser Parlament mit dem Klubzwang zu einem Theater verkommen. Auch das in der US-Verfassung garantierte System “Checks and Balances” mit der gegenseitigen Kontrolle wird leider auch dort schon manchmal missachtet. Wichtig wäre es, ständig zu überprüfen, ob die demokratischen Grundregeln auch in der Praxis eingehalten werden und ggfs. entsprechende Korrekturen der eigenen Politik (nicht der Grundregeln!) vorzunehmen.

  4. Rennziege

    Lieber Herr Tögel!
    Ist ja lieb, dass Sie den Dr. Unterberger verdientermaßen loben. Aber dessen Blog ist dank der wirren Spinner, Verschwörungstheoretiker, Amerikahasser und verlängerten Braunen, die sich darin austoben dürfen, reichlich ungenießbar geworden.

  5. mariuslupus

    Es ist nicht mehr die Lügenpresse die Unwahrheiten, Lügen verbreitet und Fakten verschweigt, sondern es sind die machtrauschigen Medien die begeistert sind, an der Macht beteiligt zu sein. Die Medien wollen nicht mehr die Machthaber zu kontrollieren, im Gegenteil, sie werden von den Machthabern verwöhnt und unterstützt.
    Wann hat ein TV Sender einen kritischen Beitrag über Merkel gebracht ? Nie. So weit ist die DDerisierung der Medien fortgeschritten. Ein kritischer Bericht im DDR Fernsehen über Honnecker ? Ausgeschlossen.

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