Buchempfehlung: Die Gerechtigkeitslüge

(ANDREAS TÖGEL) Wie kaum ein anderer Begriff eignet sich jener der „sozialen Gerechtigkeit“ zur Tarnung und Behübschung einer ganzen Fülle politischer Maßnahmen, die am Ende allesamt auf die Aushöhlung und letztliche Zerstörung privaten Eigentums zielen. Gleich eingangs stellt der Autor völlig zutreffend fest, dass ausgerechnet in jenen Staaten, in denen die Sozialbudgets am üppigsten dotiert sind (namentlich in den erfolgreich sozialdemokratisierten europäischen Wohlfahrtsstaaten), der Ruf nach „sozialer Gerechtigkeit“ am lautesten ertönt. Das Wörtchen „sozial“ steht, wie weiland F. A. Hayek feststellte, inzwischen für alles und nichts.

Es obliegt der über die Deutungshoheit gebietenden politischen Klasse und deren Propagandisten, zu dekretieren, was als „sozial“ und „gerecht“ zu gelten hat. Die Früchte seiner eigenen Arbeit für sich selbst und seine Angehörigen behalten zu wollen, wäre demnach egoistisch, asozial und ungerecht. Sich gegenleistungsfrei das Hab und Gut Dritter anzueignen, um es an die eigene Klientel zu verteilen, bedeutet dagegen den Ausdruck höchster Gerechtigkeit.

Chancengleichheit anzustreben (so anmaßend, eitel und verrückt diese Ansinnen angesichts der Verschiedenheit der Menschen auch ist) wäre im Grunde gar nicht verwerflich. Ergebnisgleichheit zu erzwingen dagegen schon, weil dies ohne Gewaltanwendung oder –Androhung unmöglich ist. Faule Idioten vermag keine Macht der Welt in fleißige Genies zu transformieren. Die emsigen Kämpfer für Gleichheit und Gerechtigkeit verlegen sich daher darauf, den fleißigen Genies jeden nur erdenklichen Prügel zwischen die Beine werfen, um sie daran zu hindern ihre Meriten auszuspielen und damit zu bewirken, dass die schafsköpfigen Minderleister sich schlecht fühlen. Der Kampf für die Soziale Gerechtigkeit geht daher stets mit einer Verringerung der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Gesellschaft einher.

Michael Brückner identifiziert im Neid den entscheidenden Antrieb aller Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und im vermeintlich allsorgenden Nannystate – dank dessen jede Untat ermöglichenden und legitimierenden Gesetzgebungs- und Gewaltmonopols – ihren allmächtigen Vollstrecker. Zahlreiche NGO´s (die meisten davon erfreuen sich origineller Weise massiver staatlicher Zuwendungen) unterstützen ihn dabei, indem sie eine mächtige Elendsbewirtschaftungsindustrie aufgebaut haben, deren Finanzierung auf Kosten der produktiv Tätigen durch aggressives Marketing sichergestellt wird.
Einmal installierte „soziale Errungenschaften“ werden niemals infrage gestellt: vorwärts immer, rückwärts nimmer. Ein Sperrklinkeneffekt. Der Tag, an dem der Staat 100 Prozent seines Haushalts in Sozialtransfers stecken wird, ist wohl nicht mehr fern. 2018 wurden in Deutschland dafür immerhin bereits 56 Prozent (!) des Bundeshaushalts verbraten – Tendenz weiter stark steigend.
„Soziale Gerechtigkeit“ ist ein Schlachtruf zum Stimmenkauf, sowie zur Enteignung und Entrechtung der Leistungsträger. Ihre Protagonisten sind dabei, den Weg zur Knechtschaft pflastern.

Die Gerechtigkeitslüge
Die Ausbeutung des Mittelstandes im Namen der sozialen Gerechtigkeit
Michael Brückner
Verlag Frank&Frei
ISBN: 978-3-903236-26-4
99 Seiten, broschiert
8,90,- Euro

2 comments

  1. fxs

    In der Astrophysik spricht man vom “Wärmetod” eines Systems, wenn es sich dem “Thermischen Gleichgewicht” nähert, also die Wärme auf alle Komponenten des System gleich vereilt ist. Für das Universum bedeutet dies, dass alles Leben erlöschen wird. Ich befürchte, dass Einkommen und Reichtum im Wirtschaftsleben die Rolle der Wärme in der Astrophysik übernehmen. Wenn der Reichtum unter allen Mitgliedern eines Gesellschaftssystems gleich verteilt ist wird das wirtschaftliche Leben erlöschen, die die Handlungsmotivation erlischt.

  2. Johannes

    Gerechtigkeit wie sie jene sehen die Reichtum verteilen wollen braucht in erster Linie eines: Leute mit Vermögen.
    Ob dieses Vermögen groß oder klein ist spielt im Grunde keine Rolle, wichtig ist nur das man es belasten kann.
    Man muss also Mittel und Wege finden um das Vermögen, oder Teile davon, von jenen die es sich erwirtschaftet haben zu jenen zu bringen die sich keines erwirtschaften können.

    Das ist ein ständiger “Kampf“ und solange jene die sich etwas erwirtschaftet haben nicht vollständig enteignet werden kann es, je nach den gesellschaftlichen Mehrheitsverhältnissen gut gehen, auch wenn es oft weh tut oder ungerecht wird.

    Wenn es dann übertrieben wird dann wird es zu Venezuela, das heftige schmerzende Beispiel für jeden aufrechten Linken.

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