Buchempfehlung:   “Philosophie, wer braucht das schon?”

Von | 21. September 2016

(ANDREAS TÖGEL) Das in Originalsprache 1982 veröffentliche, letzte Werk der russisch-amerikanischen Bestsellerautorin und Begründerin der philosophischen Denkschule des Objektivismus, Ayn Rand, liegt nun erstmals in deutscher Sprache vor. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Aufsätzen und Redemanuskripten, die (bis auf einen) in der Zeit zwischen 1970 und 1975 entstanden sind. Der Herausgeber, Leonard Peikoff, Rands Schüler und selbst Philosoph, sorgte nach dem Tod der Autorin

für die Auswahl und Zusammenstellung der Texte.

Grundlegende Betrachtungen stellt er dabei an den Anfang. Praktische Anwendungen derselben folgen danach – zum Teil unter Bezugnahme auf (damals) aktuelle Begebenheiten.

Rands Kernthese des Buches lautet: Niemand kommt darum herum, sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Die Frage ist als nicht ob, sondern nur, wie das geschieht: entweder „bewusst, explizit, logisch und deswegen praktisch“ oder „zufällig, unidentifiziert, widersprüchlich und deswegen tödlich.“

„Wer sich nicht für Philosophie interessiert, absorbiert ihre Prinzipien aus der kulturellen Atmosphäre seiner Umwelt…“ und die wird mit der für die Autorin typischen Schärfe kritisiert. Den Intellektuellen – insbesondere den die Universitäten beherrschenden kantisch-hegelianisch geprägten Philosophen – wirft sie vor, mit ihrem moralischen Relativismus die „intellektuelle und physische Entwaffnung“ des Landes (der USA) voranzutreiben und dieses damit langfristig in den Abgrund zu treiben.

Wie auch der „Österreichische“ Ökonom Murray Rothbard, vertritt sie das Prinzip der Nichtaggression, das Gewaltanwendung gegen seine Mitmenschen ausschließlich im Zuge von Abwehrhandlungen zulässt. Allein das macht sie zu einer erbitterten Gegnerin des übergriffigen Wohlfahrtstaates, der auf von ihr vernichtend kritisiertem „Altruismus“ beruht.

Immer wieder verweist sie in den einzelnen, insgesamt 18 Texten, auf ihr 1957 erschienenes Hauptwerk „Der Streik“ („Atlas Shrugged“), in welchem die handelnden Figuren ihre Prinzipien verkörpern.

Mit unerbittlicher Strenge entwickelt sie ihre Gedanken auf Basis der Überzeugung, dass der Mensch nicht dafür geboren ist, als Werkzeug anderer zu fungieren, sondern selbstbestimmt und frei als „rationaler Egoist“ zu leben.

 

Philosophie / Wer braucht das schon?

Ayn Rand

Juwelen-Verlag 2016

283 Seiten, gebunden

ISBN: 978-3-945822-43-2

19,00,- Euro

2 Gedanken zu „Buchempfehlung:   “Philosophie, wer braucht das schon?”

  1. Rennziege

    Schade, dass Werke wie dieses nur von kleinen Verlagen, die weder über willfährige Kritiker, Feuilletonisten noch Promotion-Penunzen verfügen, veröffentlicht werden.
    Kleiner Hoffnungsschimmer: “The Donald” hat sich wiederholt als eifriger Ayn-Rand-Leser geoutet.
    Was den Amis Hoffnung gibt, nicht aber uns. Denn ich wette: Kein einziger europäischer Politiker, egal welcher Farbe, Religion, Herkunft und sexueller Vorliebe, kennt auch nur den Namen dieser widerborstigen und gerade dadurch überzeugenden Frau.

  2. sokrates9

    Philosophie, Literaturwissenschaft, Latein, Griechisch alles Fliederfächer die man versucht zu minimieren oder abzuschaffen! Haben im “normalen” Studienbetrieb nichts mehr verloren! Wenn noch Latein unterrichtet würde wären Leute sensibilisiert auf unterschiede wie ” Flüchtling”
    ” Kriegsflüchtling”,Wirtschaftsflüchtling” “Schutzsuchender” Migrant” und was auch sonst noch alles verwendet wird um eine Argumentation bzw diverse Menschenrechte zu verwässern!

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