Buchrezension: Wider die Wirklichkeitsverweigerung

Von | 4. Juli 2013

(ANDREAS TÖGEL)  Helmut Schelsky, Leben – Werk – Aktualität. – Der Soziologe Volker Kempf liefert mit diesem Buch eine zusammenfassende Würdigung des 1984 verstorbenen Widerparts der Frankfurter Schule, des „Antisoziologen“ und scharfen Kritikers der 68er-Bewegung, Helmut Schelsky. Begriffe wie „die skeptische Generation“ oder „die nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ wurden von ihm ebenso geprägt, wie „Sprachherrschaft“, ein Phänomen, das heute unter der Bezeichnung „Political Correctness“ bekannt ist.

 

Der Buchtitel zielt auf Schelskys Attacke auf die 68er-Revolutionäre und deren Kritiklosigkeit gegenüber sozialistischen Politverbrechern vom Schlage Maos, Ho Chi Minhs oder Ché Guevaras. Niemals haben sich die, nach ihrem überaus erfolgreichen„Marsch durch die Institutionen“, längst in hohe und höchste Staatsämter gelangten, einstigen Revoluzzer, von den Gräueltaten ihrer Vorbilder distanziert. Die moralinsauren linken Spießer kritisierten indes ihrerseits Schelsky scharf dafür, während der NS-Zeit zu den vielen Mitläufern gezählt zu haben, die ihre Zukunft (und ihre Sicherheit) nicht durch Systemkritik gefährden wollten. Kempf schildert detailliert den Werdegang Schelskys und die Hochschullandschaft im Deutschland der Nachkriegszeit, die offensichtlich einer Schlangengrube glich. Karrieren wurden hier (da hat sich bis heute wenig geändert!) häufig nicht von wissenschaftlicher Seriosität bestimmt, als vielmehr auf politische Zuverlässigkeit und Zeitgeistkompatibilität gegründet.

Thomas Hobbes´ pessimistisches Menschenbild bestimmte maßgeblich das Denken Schelskys. Für ihn war der britische Herold unbeschränkter und unbeschränkbarer Staatsmacht, „der erste Intellektuellenkritiker“ – eine hochinteressante, wenn auch ungewöhnlich erscheinende Perspektive. Seine Arbeit war überaus breit angelegt und erstreckte sich auf so unterschiedliche Gebiete wie Familie, Sexualität, Jugendbewegung und –Protest, sowie „Herrschaftsansprüche“ der Intellektuellen. Letzteren warf er vor, „…den Herrschafts- und Handlungsformen des Klerus in früheren Zeiten [zu] entsprechen“ – und sich damit zu einer neuen Priesterkaste aufzuschwingen. Dieser Teil seiner Arbeit läßt Schelskys Werk heute hochaktuell erscheinen: Der Einfluß einer über die völlig unbeschränkte Deutungshoheit verfügenden, parasitär lebenden Intellektuellenkaste, die jeden Bezug zum Leben außerhalb geschützter Werkstätten verloren hat und die aus der lichten Höhe ihrer großzügig eingerichteten Elfenbeintürme dem zwar gemeinen, immerhin aber produktiv tätigen Volk unentwegt vorschreibt, wie und was es zu denken hat, ist heute zweifellos größer als zu seiner Zeit.

 

Der „Herrschaft durch Sprache“ stand Schelsky also kritisch gegenüber. In Abwandlung eines Zitats des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt formuliert er: „Souverän ist, wer den Sachverhalt definiert“. Wie wahr! Was würde der Gelehrte, der von den totalitären Tendenzen des Gender Mainstreaming und den damit verbundenen, nicht nur sprachlichen, Anmaßungen, noch keine Vorstellung hatte, dazu wohl zu sagen haben?

 

Wider die Wirklichkeitsverweigerung

Helmut Schelsky Leben – Werk – Aktualität

Volker Kempf

Olzog-Verlag, München 2012

224 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-7892-8355-2

€ 29,90

Tagebuch

45 Gedanken zu „Buchrezension: Wider die Wirklichkeitsverweigerung

  1. aaaaaaa

    Bitte diese Adorno-Umerzieher vom “Institut für Sozialwissenschaften” nicht als Soziologen bezeichnen.

    Das macht nur wirklich verdiente Soziologen wie Alfons Silbermann schlecht.

  2. Spruance

    Natürlich hat die Linke sich nicht inhaltlich mit Schelsky beschäftigt – schon Marx hat damals schön demonstriert, daß bloße Diffamierung der Person vollkommen ausreicht. Die Herren Sarrazin und Buschkowski können ein Lied davon singen.

  3. Lodur

    “Die moralinsauren linken Spießer kritisierten indes ihrerseits Schelsky scharf dafür, während der NS-Zeit zu den vielen Mitläufern gezählt zu haben, die ihre Zukunft (und ihre Sicherheit) nicht durch Systemkritik gefährden wollten.”

    Der “Mitläufer” Schelsky trat schon 1932, also VOR der Machtergreifung der NSDAP, der SA bei. Er forderte 1934 in seinem Traktat “Bild und Nation”, “Leute, die für das Volk ihre Leistung nicht erbringen oder es gar schädigen, auszuschalten oder sie sogar zu vernichten”. Im Sinne eines überzeugten Altnazis kämpfte er dann nach 1945 gegen die Neue Linke, marxistisch inspirierte Sozialwissenschafter und Philosophen der Frankfurter Schule, die aus dem 1933 von den Nazis geschlossenen Institut für Sozialforschung, sowie gegen andere progressive gesellschaftliche Strömungen der 68er, die das bisherige Familien- und Gesellschaftskonzept infrage stellten.

    Herr Tögel verteidigt Nazis. Was ja auch kein Wunder ist, da der Nationalsozialismus eine (klein-) bürgerliche Ideologie ist, die den deutschen Kapitalismus zu retten versuchte und den Marxismus bekämpfte.

  4. Lodur

    “die aus dem 1933 von den Nazis geschlossenen Institut für Sozialforschung hervorging”

  5. Lodur

    “Bildung und Nation” heißt die Schrift natürlich.

  6. Rennziege

    @Lodur

    Eh klar. In ihrem gewohnt krummen Tunnelblick waren ja auch Mises, Hayek und Schumpeter Nazis, der Fan des Dritten Reichs Karl Renner aber ein linientreuer Kommunist. Echte, bis heute in ihrem Liebreiz und ihrer Nächstenliebe unübertroffene Philantropen waren Lenin, Marx, Trotzki, Stalin und Che Guevara. (Pardon: Wohltäter wie Mao und Pol Pot hätte ich fast zu erwähnen vergessen.)

  7. Andreas Tögel

    Verehrter Lodur,
    ich verteidige keine Nazis. Mir sind nämlich alle Sozialisten – von dunkelrot bis SA-Braun und von blau bis grün – zuwider. Ich zitiere in meiner Rezension die Sicht des Autors. Und der ist eben nicht der Ansicht, daß Schelsky ein “überzeugter Nationalsozialist” war.

    Abgesehen davon bin ich der Meinung, daß eine gute Arbeit deshalb nicht schlecht ist, weil sie von einer möglicherweise widersprüchlichen Persönlichkeit abgeliefert wird. Man kann etwa Richard Wagner für einen ekelhaften Antisemiten und/oder für ein Charakterschwein erster Ordnung halten, aber das tut der Tatsache keinen Abbruch, daß er eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten war. Und falls es Ultramontane geben sollte, die Mozarts Musik deshalb ablehnen, weil der Mann Freimaurer war, dann ist das einfach armselig.

    Die späten Arbeiten Schelskys waren richtungsweisend und sind – sofern es um die Macht der neuen Priesterkaste der (steuerfinanzierten) Intellektuellen geht – von geradezu prophetischem Charakter. So etwas findet man nicht allzu häufig.
    Mit freundlichen Grüßen,
    A. Tögel

  8. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Andreas Tögel
    Herr Tögel,
    zu ergänzen wäre, dass auch Karl Marx kein “gerader Charakter” und für seine Zeit eher ein Haderlump (Kind mit seiner Hausgehilfin etc..).
    Aber darum geht es nicht, sondern es geht darum, dass, wenn man sachlich keine Argumente mehr hat, die Argumente ad hominem ausgespielt werden.
    Diese Taktik ist schon so oft von den Genossen praktiziert worden, dass erstaunlicherweise diese rhetorischen Tricks immer wieder “ziehen”.
    Die Charaktere von kommunistischen /sozialistischen Textern im Aufriss darzustellen wäre lohnenswert, dann würden einige Agitatoren verstummen?

  9. Lodur

    Ich wünsche mir im Namen der intellektuellen Redlichkeit dieses Differenzierungsvermögen der hier postenden Libertären/Liberalen/Konservativen auch betreffend Karl Marx, Friedrich Engels und ihrer antistalinistischen Rezipienten, die hier immer wieder mit dem Stalinismus und seinen Derivaten in einen Topf geworfen werden.

  10. Lodur

    “ich verteidige keine Nazis. Mir sind nämlich alle Sozialisten – von dunkelrot bis SA-Braun und von blau bis grün – zuwider.”

    Völkischer Sozialismus ist mit Sozialismus marxistischer Prägung NICHT gleichzusetzen, da sie sich in den ideologischen Kernpunkten widersprechen bzw. der erste im Kern nichts Anderes als ein nationalistischer Kapitalismus ist (besonders in der Praxis). Aber, um das zu erkennen, muss man eben ein gwisses Bildungsniveau und Differenzierungsvermögen erreicht haben, was die hier postenden Mises-Hayek-Nachplapperer defintitv NICHT besitzen.

  11. aaaaaaa

    @Lodur

    Herr Adorno war auch Nazi-Nachläufer, er wurde nur nicht so richtig angenommen. Als der Krieg verloren war, phantasierte er sich eine jüdische Abstammung herbei.

  12. Lodur

    @aaaaaaa
    Die Mutter Adornos war Tochter eines Offiziers und korsisch-italienischer Herkunft und trat als ausgebildete Sängerin auch am kaiserlichen Hof in Wien auf. Der Vater namens Oscar Alexander Wiesengrund stammte aus einer jüdischen Familie und konvertierte später zum Protestantismus, bevor er die katholische Maria Barbara heiratete. Der NS-Rassengesetzgebung nach galt er daher als Halbjude. Als (Neo-) Marxist und Kritiker der Warengesellschaft war er den Nazis von Anfang an ein Dorn im Auge. Daher musste er aus “rassischen” und politischen Gründen emigrieren.
    Der einzige, der hier phantasiert sind Sie, und zwar im Fieberwahn.

  13. aaaaaaa

    @Lodur

    Ich weiß, dass die Nazis ihn nicht mochten, aber er versuchte trotzdem, den Nazis in den Arsch zu kriechen.

  14. Rennziege

    @aaaaaaa

    Gemach! Lasset uns lieber darüber frohlocken, dass dem unterhaltsamen Genossen Lodur (dem mit dem gewohnten Nick-Plural) im kommunistischen Hades auf dem Gnadenweg ein wenig Gulag-Freigang gewährt wurde. Dafür muss er halt linientreu posten. Ich bitte um Nachsicht für diesen aufrechten Revolutionär.

  15. Karl Markt

    Na so ein Zufall, dass ein Altnazi die 68er Bewegung kritisiert.

    Bestimmt speist sich diese Kritik aus dem unendlichen Weit- und Durchblick eines übereifrigen SA Mannes der ersten Stunde.

    Als nächstes preist Tögel wahrscheinlich Adolf Hitler für seinen richtungsweisenden Kampf gegen den Sozialismus, welcher geradezu prophetischen Charakter hatte.

  16. Rennziege

    @Karl Markt
    Na ja, irgendein Knochen muss sich ja aus dem stinkenden Grab des Kommunismus erheben — mit den leierkastenhaften, wie immer völlig haltlosen “Nazi”-Unterstellungen.
    Gut gemacht, Genosse! Aber leider: Der Zug zu Ihrem ersehnten Stalinorden ist längst abgefahren. Ihr ehemaliger Genosse Putin denkt und handelt mittlerweile ziemlich konterrevolutionär. Er hat aus der Geschichte gelernt; Sie nicht.

  17. Karl Markt

    @Rennziege
    Wieso haltlos? Der Mann war freiwillig bei der SA und fordert “Leute, die für das Volk ihre Leistung nicht erbringen oder es gar schädigen, auszuschalten oder sie sogar zu vernichten” !?!?!?

    Wann qualifiziert man sich denn bei Ihnen als Nazi? Ach so, ich vergaß, wenn man verkehrsbefreite Zonen und freien Zugang zu Unis fordert selbstverständlich.

  18. wollecarlos

    Lodur hat man die Windeln gewechselt, er darf wieder mitmachen.
    Was wegen des Heiterkeitseffektes, den er ständig erzeugt, durchaus begrüßenswert ist!

    Karl Markt, der Jüngere, ist von den Toten auferstanden, was beweist, daß es ein Leben nach dem Tode gibt.

    Jetzt fehlt uns nur noch Mercutio, aber der muss sich erst überlegen, wie er sich nicht entscheiden soll.

    Warten wir mal ab, wer von den Drei-Einigen zuerst sachlich Stellung nimmt.

  19. Mercutio

    @wollecarlos
    Ich wiederhole nur allzu gern die Frage von K. Markt: Wenn jemand, der schon 1932 bei der SA war und 1934 Pamphlete über die Nützlichkeit des Menschen für das Volk schreibt, *kein* Nazi war, wer war dann ein Nazi?

  20. wollecarlos

    @Mercutio
    “Ich wiederhole nur allzu gern die Frage von K. Markt …”

    Wie dumm Sie sind!

    Karl Markt, der Jüngere, stellte keine Frage, sondern eine Behauptung auf!

    DEN Unterschied werden Sie ja wohl schon erkennen, oder?

  21. Mercutio

    @wollecarlos
    Schelsky war also nicht bei der SA und hat fragliches Pamphlet mit dem zitierten Satz nicht geschrieben?
    Dies ist eine Frage von “mir”, keine Behauptung. Sie nennen mich “dumm”, sehr gewagt … Sie kleben wohl gern an Worten. Gut dann frage ich Sie halt, ob der von KM behauptete Sachverhalt nicht den Tatsachen entspricht? Oder reden wir hier nur um den heißen Brei herum und pielen das Spiel: “Wer Nazi ist, bestimme ich”??

  22. wollecarlos

    @Mercutio
    Sie sind und bleiben DUMM!
    Und unkorrekt sind sie auch!

    Können Sie mir mal sagen, wo in dem von Ihnen zitierten Satz

    “Der Mann war freiwillig bei der SA und fordert “Leute, die für das Volk ihre Leistung nicht erbringen oder es gar schädigen, auszuschalten oder sie sogar zu vernichten” !?!?!?”

    sich die FRAGE versteckt hält ?

    Drei Ausrufungszeichen und drei Fragezeichen mögen für intellektuell unbedarfte Menschen ja eine “Frage” bedeuten”!

  23. Mercutio

    Ich habe mich korrigiert, falls Sie das noch nachträglich akzeptieren können (bitte, bitte!), und hier kommt’s: Ist denn nun diese “Behauptung” von KM über Schelsky wahr oder nicht?
    Diese von mir in eine “Frage” gewandelte “Behauptung” — ist diese Ihnen nun “Frage” genug, auf die Sie eingehen können, oder wollen Sie über Grammatik und Aussagelogik diskutieren? Weil sonst können wir die Sache nämlich unter Ihren üblichen Spielchen abhaken.

  24. Lodur

    Wollecarlos verteidigt in gutbürgerlicher Manier die antimarxistischen Nazis. Nur weiter so! Hier entblößt sich sehr deutlich der totalitäre Charakter von Teilen der Bürgerlichen.

  25. wollecarlos

    @Mercutio
    Sehen Sie, so geht es schon etwas besser!

    Es gibt eben Menschen auf dieser Welt (und in diesem Blog), die auf die Worte der Anderen achten und irgendwelches Dahingeseiere monieren.
    Und diesmal waren Sie -berechtigterweise, wie ich finde- dran!

    Nun zur Sache:

    Als Schelsky in die SA eintrat, war er 20 Jahre alt. Würden Sie das nicht als “Jugendsünde” akzeptieren?

    Dass er im Alter von 25 Jahren dann in die NSDAP eintrat (wie Millionen anderer Deutscher und Österreicher auch), wiegt schon etwas schwerer, ich würde dennoch sagen, daß dies dem “Zeitgeist” geschuldet ist.
    Sogar Nobelpreisträger sind diesen Weg gegangen….

    Ganz schlimm ist sein Beitrag in einer Schriftenreihe zu “Bildung und Nation”

    Wenn das in WIKIPEDIA widergegebene Zitat stimmt, dann war Schelsky ohne Zweifel ein überzeugter Nazi.

    Dies sollte man versuchen in einen Kontext zu setzen zu dem, was er nach Beendigung der glorreichen Tausend Jahre machte und bewirkte.

  26. wollecarlos

    @Lodur
    Lodur, lass Dir doch schnell nochmal die Windeln wechseln!

  27. wollecarlos

    @Lodur
    …. bevor Du Dich in Gespräche von Erwachsenen einmischst!

  28. Mercutio

    @wollecarlos
    Ich bin ja auch nicht dafür, jedem ein Leben lang seine Jugendsünden vorzuhalten, ich spüre nur hier im Forum immer wieder die Tendenz, eben solche Etiketten an diesem oder jenem mit beliebiger Leichtigkeit festzumachen: Nazi, Sozi, Kommunist, Faschist … insofern warne ich eben ernsthafte Konservative (deren einer Sie sicherlich sind) dieses Muster, das seit den 70er Jahren erfolgreich von den Antifaschisten praktiziert wurde, dreart unbesehen zu übernehmen. Damit stellt man sich leicht intellektuell auf die gleiche Stufe. Und das hat dann rein gar nichts mehr mit Ideologie oder Politik zu tun, sondern ist ganz simples Beschimpfen einem selbst missliebiger Ansichten.
    Um meine Grundaussage zu wiederholen: Nicht jeder der den Sozialstaat bewahren will und für den Chancengleichheit ein wichtiger Wert ist, ist deswegen ein blutrünstiger Marxist oder Jabobiner, der mit der Fackel in der einen Hand, mit der anderen kleine Kinder aufspießt. Genausowenig wie jeder Unternehmer ein blutsaugerisches Ungeheuer ist. Aber derlei Nuancen genießn hier leider einen schlechten Ruf.

  29. wollecarlos

    @Mercutio
    Ich weiß nicht, ob Ihre Einschätzung für diesen Blog zutrifft:

    “…solche Etiketten an diesem oder jenem mit beliebiger Leichtigkeit festzumachen: Nazi, Sozi, Kommunist, Faschist …”

    Aber man sollte, nein, man muss, die “Etiketten” mit Inhalten füllen.

    Und:
    Kommunisten, wie Faschisten, SIND eben “blutrünstig”, gegen Menschenwürde und freiheitliche Ideen.

    Es gibt keine Sanftmütigen unter den Faschisten!
    Es gibt keine Sanftmütigen unter den Kommunisten!

    Das MUSS man sagen und hat nichts mit “Etiketten” zu tun!

  30. Mercutio

    @wollecarlos
    Aber wer ist ein Faschist? Jeder der sagt wir haben zuviele Ausländer im Land?
    Aber wer ist ein Kommunist? Jeder der sagt es sollte Mindestlöhne und staatliche Gesundheitssysteme geben?
    Wo sind die blutrüsntigen Kommunisten? Leute wie Lodur? Lassen Sie sich auslachen, carlos.

  31. de Voltaire

    Andreas Tögel :

    Abgesehen davon bin ich der Meinung, daß eine gute Arbeit deshalb nicht schlecht ist, weil sie von einer möglicherweise widersprüchlichen Persönlichkeit abgeliefert wird. Man kann etwa Richard Wagner für einen ekelhaften Antisemiten und/oder für ein Charakterschwein erster Ordnung halten, aber das tut der Tatsache keinen Abbruch, daß er eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten war. Und falls es Ultramontane geben sollte, die Mozarts Musik deshalb ablehnen, weil der Mann Freimaurer war, dann ist das einfach armselig.

    S.g. Hr. Tögel,
    Wie Sie am weiteren Verlauf dieser “Diskussion” sehen, werfen Sie mit solch fundierten Aussagen hier die sprichwörtlichen “Perlen vor die Säue”. Dieser Blog besteht fast nur mehr aus Provokation und Gegenreaktion, leider. Umso dankbarer bin ich über Beiträge wie den Ihren!
    MfG

  32. wollecarlos

    @Mercutio
    Wenn’s nicht so zum Weinen wäre, was Sie schreiben, wäre es zum Lachen!

    in #28 bezeichnen Sie mich als “ernsthaften Konservativen” und haben damit ein Bild vor Augen. Mag es -auf mich bezogen- nun stimmen oder nicht, Sie haben ein “Etikett” benutzt, das Sie sich nach eigenem Gusto ausfüllen.

    Bei den “Etiketten” Faschist und Kommunist ist es ebenso, nur, daß man hier die Theorie mit der Realität abgleichen kann!

    Sicherlich ist dieser Lodur kein “blutrünstiger” Kommunist.
    Aber die Ideologie, die er vertritt, ist eine blutrünstige!

    Adolf Hitler hat -selbst im WK I- keinen einzigen Menschen umgebracht.
    Aber seine Ideologie hat dann Aber-Millionen Menschen das Leben gekostet!

    Und das war nur möglich, weil es eben Millionen Lodur’s gab, die diese Ideologie verbreiteten, anwandten.

    Josef Wissarionowitsch Stalin hat persönlich keinen einzigen Menschen umgebracht. Aber seine Ideologie hat dann Aber-Millionen Menschen das Leben gekostet!

    Es sind eben die kleinen Helferlein namens Lodur und Konsorten, die den Großen diese Verbrechen ermöglichen!

    Aber es gibt auch “große Helferlein”:

    Ernst Bloch, eine Ikone der Linken, schrieb 1937:

    “Manche sehen heute etwas betreten drein. Sie liebten vielleicht den russischen Anfang, doch in den letzten zwei Jahren werden sie kühl.
    Sie kommen nicht darüber hinweg, der der zwanzigjährige bolschewistische Jüngling sich so vieler Feinde zu entledigen hat und sich ihrer so hart entledigt.”

    Noch Fragen?

  33. Mercutio

    @wollecarlos
    Monarchien und Christentum haben auch Millionen Menschen auf dem gewissen, gut das ist schon einige Jahre her, aber solange auch wieder nicht (zB König Leopold von Belgien und sein Kongo um 1900, die Kolonialkriege des 20. Jh), sind jetzt alle Monarchisten und Christen auch Helferlein von Verbechen?

  34. Lodur

    Schelsky war auch ein Bewunderer der (post-) stalinistischen Sowjetunion mit ihrer staatlich gleichgeschalteten Medienlandschaft:

    “Politische Entscheidungen als Absichtserklärungen sollten in publizitäts-abgeschirmten Gremien […] so weit aufgearbeitet werden, daß sie dann den jeweiligen Wahlbürgern realistisch in ihren Vorteilen und Nachteilen für sie, und zwar durchaus dann mit Hilfe der Medien, dargestellt werden können. […] Seltsamerweise ist dadurch die Innen- und Außenpolitik der UdSSR berechenbarer als etwa die der unter starkem Meinungsdruck in ihren Auseinandersetzungen stehenden demokratischen Parteien wie etwa der SPD in der Bundesrepublik.” (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024021.html)

    Liebe Lieberale, Konservative, Libertäre und andere geistig Ver(w)irrte! Bitte prüft ein bisschen nach, wen ihr hier verteidigt.

  35. Lodur

    “Aber die Ideologie, die er vertritt, ist eine blutrünstige!”

    Der Kampf für eine Gesellschaft, in der alle den gleichen Zugang zu den (Re-) Produktions- und Distributionsprozessen haben, ist laut wollecarlos “blutrünstig”. Ach, wie gut, dass wir im friedliebenden Kapitalismus mit seiner Konkurrenz, Ausbeutung, und seinem Imperialismus leben. Toll! Und sooooo unblutig und menschenfreundlich!

  36. Mercutio

    @Lodur
    Der Spiegelartikel ist überhaupt sehr bezeichnend, damals war es halt noch zu früh für eine Verklärung eines übellaunigen Rechtsintellektuellen mit sehr kruden Thesen.

  37. Mercutio

    @Lodur
    Übrigens: Volker Kempf ist Vorsitzender der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e. V., sehr interessant.

  38. wollecarlos

    @Mercutio #33
    Ich würde unterscheiden zwischen verbrecherischen IDEOLOGIEN, wie dem Kommunismus und dem Faschismus und verbrecherisch handelnden MENSCHEN, wie dem Leopold aus Belgien.

    Einer Ideologie muss ich gewissermaßen beitreten, werde Mitglied usw..
    Einem Leopold muss und kann ich das nicht.

  39. Mercutio

    @wollecarlos
    Ohne Helferlein hätte es aber wohl ein König Leopold nicht geschafft, Millionen Kongolesen Unterdrückung und Tod zu bringen. Ihre Trennung zwischen Ideologie und Menschen scheint mir reichlich artifiziell. Auch der Feudalismus, das westliche Wirtschaftssystem, die christliche Religion und Nationalismus sind Ideologien, die zu ihren Zeiten genug Unglück angerichtet haben.

  40. wollecarlos

    @Mercutio
    “…. sind Ideologien, die zu ihren Zeiten genug Unglück angerichtet haben.”

    Das sage ich nun schon seit Wochen!
    Ideologien bringen Unglück, bringen Tod!

    Wehret den Ideologien,
    seien es faschistische, kommunistische, imperialistische (Leopold).

    Feudalismus und kapitalistische Marktwirtschaft kann ich darunter nicht einordnen.

    Warum Sie bei den Religionen auf “christliche” abheben ist mir unerklärlich und bei “Nationalismus” hätte ich große Fragezeichen zu setzen, ob dies ein Ideologie ist.

  41. Lodur

    Der Liberalismus (und all seine Spielarten) ist die Rechtfertigungsideologie des Kapitalismus. Und dieser huldigt der Ideologe wollecarlos.

  42. Lodur

    “und bei “Nationalismus” hätte ich große Fragezeichen zu setzen, ob dies ein Ideologie ist.”

    Entstanden im späten 18. Jh., frühen 19. Jh. Im Nationalismus hat die Nation (manchmal ethnisch, manchmal verfassungspatriotisch konzipiert) die höchste Autorität. Letztendlich blutrünstig und menschenverachtend, so wie alle bürgerlichen Ideologien.

  43. wollecarlos

    @Lodur
    Lodur!
    Windeln wechseln lassen!
    Es stinkt schon wieder erbärmlich!

  44. Lodur

    Wolle verteidgt den Nationalismus. Also doch ein Fascho-wolle!

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