Buchtip: Afrika, das neue Asien?

(C.O.) Boko Haram, Ebola, Hunger, Elend, Bürgerkrieg – so wird Afrika im Westen grosso modo wahrgenommen, vielleicht noch garniert mit ein bisschen Busch-Romantik à la “Out of Africa”.
Ein ganz anderes, viel weniger bekanntes Afrika beschreibt, für den Laien etwas überraschend, in einem sehr lesenswerten Buch der deutsche Publizist Christian Hiller von Gaertringen, im Hauptberuf Wirtschaftsredakteur der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Es ist das Afrika des beeindruckenden Wirtschaftswachstums, das weit über jenem Europas oder der USA liegt, das Afrika von erstaunlichen Unternehmer-Karrieren schwarzer Milliardäre, das Afrika mit den modernsten Mobil-Kommunikationsnetzen – und vor allem ein Afrika, in dem sich eine Mittelschicht leidlich wohlhabender Menschen herausgebildet hat, die optimistisch in die Zukunft sehen.

“Afrika ist das neue Asien”, behauptet der Autor des gleichnamigen Buches, was zwar angesichts des noch immer immensen Wohlstandsgefälles zwischen etwa China und den meisten afrikanischen Staaten etwas übertrieben erscheint, aber als Zukunftsperspektive verstanden sicher vertretbar ist.

Die Löwen jagen die Tiger
“Das Image von Afrika”, meint Gaertringen, “ist heute schlechter als die Realität”. Tatsächlich wächst die Wirtschaft der 54 Staaten des afrikanischen Kontinents seit vielen Jahren im Durchschnitt um 5 Prozent pro Jahr, ein Wert, von dem Österreich oder Deutschland nur träumen kann. Einzelne Staaten kommen sogar noch besser voran: Für Ghana, Äthiopien und Ruanda prognostiziert die OECD in den kommenden Jahren Wachstumsraten von 8 bis 10 Prozent, ganz wie das in den Boom-Jahren der asiatischen Tigerstaaten zu beobachten war. Die afrikanischen Löwen beginnen, die asiatischen Tiger zu jagen.

Eine der Ursachen dieses Erfolges liegt in einer ziemlich deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmer in Afrika werken müssen. Rechtsstaatlichkeit, Bürokratieabbau, Unternehmerfreundlichkeit sind in vielen Staaten des schwarzen Kontinents deutlich vorangekommen. Ruanda, noch vor zwei Dekaden in blutige Bürgerkriege verstrickt, liegt im jüngsten “Doing-Business”-Ranking der Weltbank hinsichtlich der Attraktivität für Investoren noch vor Italien.

Und Afrikas Unternehmer nutzen die Chancen, die sich daraus ergeben, durchaus. Gaertringen hat viele von ihnen persönlich getroffen. Gerade die Mängel und Unzulänglichkeiten, mit denen die meisten von ihnen in ihrer Kindheit zu kämpfen hatten, habe sie zu besonders findigen, kreativen und daher wettbewerbsfähigen Entrepreneuren geformt und ihnen zu teils erheblichem Wohlstand verholfen: 55 Milliardäre und 2500 Millionäre leben derzeit im Afrika südlich der Sahara.

Dass viele von ihnen mit zweifelhaften Methoden reich geworden sind, merkt der Autor ebenso an wie das Entstehen einer neuen Unternehmerklasse, die sich an das Recht hält und diese Rechtsstaatlichkeit auch von der jeweiligen politischen Klasse einfordert. Die Korruption sei zwar noch immer allgegenwärtig, trotzdem aber eindeutig im Rückzug begriffen.

“Nollywood” im Aufwind
Der Autor beschreibt plastisch – und vergnüglich zu lesen – afrikanische Erfolgsgeschichten, die im Westen nur Experten kennen dürften, vor allem aus der Telekommunikation, dem Handel, dem Bankgeschäft oder sogar der Filmbranche. So verkauft etwa die legendäre Brauerei “Guinness” in Nigeria mehr vor Ort produziertes Bier als in der irischen Heimat, in Afrika entwickelte Zahlungssysteme für den Mobilfunk entwickeln sich zum Export-Hit, und auch die Textilindustrie kommt, dank der traditionellen afrikanischen Kreativität, gut voran.

Derer bedient sich auch eine andere Branche mit großem Erfolg: “In Nigeria ist mit Nollywood eine echte Industrie entstanden, die es mit dem Original Hollywood und der indischen Version Bollywood in vieler Hinsicht aufnehmen kann.” Mit derzeit rund 2000 Produktionen pro Jahr dürfte Nigeria, jedenfalls rein quantitativ, die USA bereits überholt haben.

Ein alles in allem faszinierender und bereichernder Blick auf Afrika jenseits der hier handelsüblichen Klischees, der nur unwesentlich darunter leidet, dass der Autor gelegentlich redundant erzählt und nicht immer so kompakt und dicht schreibt, wie das im Sinne des Lesers angemessen wäre. (“WZ”)

21 comments

  1. Syria Forever

    “Dead White People’s Clothes”.. Shalom

    Danke für den Beitrag Herr Ortner. Nicht oft lese ich positives über den schönsten Kontinent des Globes. Afrika.

    Weshalb wohl ist es wie es ist? Von Boko Haram bis in den Sudan. Von Libyen bis Südafrika? Vom Sinai bis West-Afrika? Imperialismus. Die ganze Welt, und besonders Europa, sind am Diebstahl in Afrika beteiligt. Grundsätzlich, betrachtet man Afrika und Europa als Ganzes, sollten die Europäer nach Afrika auswandern und nicht umgekehrt.
    Was hat denn Europa, im Vergleich zu Afrika, gross zu bieten, ausser Überbevölkerung (Gut, das Problem haben wir Global!)?
    Europas Wirtschaft sind Dienstleistungen aller Art. Selbst Deutschlands grösster Anteil am GDP sind nicht Produktion, nicht mehr, sondern Dienstleistungen. Wenn niemand diese Dienste weiterhin benötigt was dann?

    Ich halte es mit Afrika. Auch wenn ich es persönlich nicht mehr erleben darf denke ich doch die Zukunft liegt in Afrika. Asien ist die Zukunft ohnehin.
    Und. Es wird Kriege geben. Dagegen sind die jetzigen Kindergeburtstage!
    Meine schlimmste Befürchtung? Atomare, Biologisch&Chemische Kriegsführung..

    Gute Tag.

  2. Syria Forever

    PS.

    Das muss ich anfügen.
    Die Kriege werde ich wohl erleben dürfen. Die stehen in Warteschleife. Das danach?

    Führende Militärexperten vertreten die Meinung, die Gefahr von Auseinandersetzungen mit WMD war niemals höher als zur Zeit. Nuklear oder Kampfstoffe. Beides ist in Diskussion und wird eingesetzt werden. Speziell Kampfstoffe.
    Wer der Berichterstattung folgt wird die regelmässige, und das seit einigen Jahren schon, Erwähnung von Kampfstoffen bestätigen.
    Es wird immer zuerst darüber gesprochen. Um die unfreiwillig Mitwirkenden ein zu stimmen..

    Mein Tipp fällt auf China/USA. Da werden wohl Späne fallen. Das ist meiner Meinung nur noch eine Frage der Zeit, oder besser gesagt, da sind schon Späne gefallen. Im Chinesischen Meer, vor Vietnam, im Pazifik und einige mehr. Und, China hat die USA bereits verwarnt, entweder wird die Überwachung auf ein Minimum reduziert oder China wird selbst dafür sorgen und die Überwachung der USA und NATO auf ein Minimum reduzieren.
    In militärischer Technik sind China und Russland der USA/NATO bereits voraus. Und der Abstand wird täglich grösser.
    In der Luft wie im Wasser sind China und Russland das Mass der Dinge.
    Was Bodentruppen betrifft sind Vergleiche ohnehin hinfällig wenn man die Volksbefreiungsarmee als Mass nimmt.
    Ca. 2.3 Millionen aktive Soldaten und wohl an die 280 Millionen Männer als wehrfähige Bevölkerung.
    Wenn der Club of Shanghai Europa nicht Wirtschaftlich übernimmt, mit Gewalt sollte es auch kein Problem sein, wenn es darauf ankommen sollte. Ich hoffe doch Europa ist klüger.

    Shalom

  3. Selbstdenker

    Die Wahrnehmung der Europäer betreffend Afrika und jene der Afrikaner betreffend Europa wurde in der Vergangenheit leider immer von den gleichen ideologischen Missonaren geprägt. Der obige Bericht eröffnet endlich einmal eine andere Perspektive und tut richtig gut.

    Zumindest dort, wo nicht gerade die Franzosen und die Belgier am Werken waren, kann ich heutzutage dem Kolonialismus-“Argument” nichts mehr abgewinnen. Hätten sich die Afrikaner den postkolonialen Marxismus, der viele afrikanische Länder wie auch die Entwicklungshilfe lange Zeit gekennzeichnet hat, erspart, wären viele wahrscheinlich jetzt schon weiter.

    Der erwähnte Bericht bestätigt das, was ich während projektbedingter Aufenthalte in Afrika selbst wahrgenommen habe. Die Leute erwachen aus einer Unmündigkeit, die ihnen die letzten Jahrzehnte ideologische Missionare und marxistische Experimente eingebrockt haben. Sie entdecken zunehmend ihre Eigenständigkeit und sehen sich immer weniger als die ewigen Opfer des Imperialismus.

    Nur mehr besonders unterentwickelte Länder, wie z.B. Benin, stehen als Versuchskaninchen für europäische Gesellschaftsexperimente (hier: Gender Mainstreaming) zur Verfügung.

    Dieser Satz ist meiner Meinung nach zentral:
    “Eine der Ursachen dieses Erfolges liegt in einer ziemlich deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmer in Afrika werken müssen. Rechtsstaatlichkeit, Bürokratieabbau, Unternehmerfreundlichkeit sind in vielen Staaten des schwarzen Kontinents deutlich vorangekommen.”

    Interessant ist auch eine andere Betrachtung: von jenem erfolgreichen Weg, den viele afrikanische Länder nun eingeschlagen sind, sind einige europäische Länder abgekommen. Und die auf maximale Abhängigkeit ihrer Kundschaft programmierte europäische Helferindustrie verlagert ihr Wirken wieder verstärkt nach Europa. Falls Die Kundschaft vor der Haustüre dennoch ausgeht, sorgt inzischen eine hochausgeklügelte Logistik internationaler Schlepperbanden für konstanten Nachschub an Wirtschaftsflüchtlingen, die in ihren Herkunftsländern ein beschauliches Leben in der lokalen Mittelschicht führen würden.

  4. Rennziege

    4. Februar 2015 – 11:06 Syria Forever
    Vielen Dank! Sie retten uns das Leben. Von heute an schreite ich nur noch mit Stahlhelm, Gasmaske, ABC-Schutzklamotten, Mao-Bibel, Notfallkoffer und einem Rucksack voller K-Rationen durchs Leben. Gespannt darauf, wie das in Toronto ankommt. (Bei uns ist es erst 07:25 Uhr, weshalb ich eine Resonanz erst später melden kann.)
    Darf ich mich auf Sie berufen, falls man mich in die nächste Klapsmühle bringt?

  5. Syria Forever

    Selbstdenker, Shalom.

    Es dauert eine ganze Zeit Vormundschaft ab zu legen. Dazu kamen Jahrhunderte der Korruption der Kolonialherren, welche die Afrikaner einfach übernommen haben als die Europäer verjagt wurden. Den Marxismus, als perfekten Kapitalismus, hatten die Europäer importiert.

    Ich stimme zu. Es erwachen mehr und mehr Menschen in Afrika aus deren Schlaf und das ist gut so.
    Ein Vertreter Afrikas in der UNO sagte: “Ein Afrikaner mit Stolz verlässt Afrika nicht. Die nach Europa abwandert sind auch in Afrika nicht willkommen.”.

    Guten Tag.

  6. Syria Forever

    Rennziege.

    Argumente haben Sie wenige und selten. Sie sind einfach ein vorlauter Mensch und ich nehme an auch ein sehr lauter Mensch. So zu sagen; “Viel Lärm um nichts.”.
    Haben Sie es nett in Kanada.
    Sind Sie ein Wirtschaftsflüchtling aus Europa? Oder sind Sie als Austausch-Lehrer beschäftigt. LehrerIn würde gut zu Ihnen passen.

  7. Mona Rieboldt

    Danke, liebe Rennziege, bitte schicken Sie mir doch ein Bild davon *lach*
    Katastrophen-Szenarien sind halt sehr beliebt, speziell im deutschsprachigen Raum.

  8. Rennziege

    4. Februar 2015 – 13:43 Syria Forever
    Welche Argumente erwarten Sie? An den Haaren herbeigezogene Weltuntergangsvisionen wie die Ihren sind gegen alle Vernunft und Argumente gefeit. Tarot-Karten und Kaffeesatz übrigens auch.
    Wirtschaftsflüchtlinge? Wir? Familie mit drei Kindern, ordnungsgemäß nach Kanada ausgewandert und dort mit Handkuss aufgenommen? (Was gewisse Kenntnisse und credentials voraussetzt, wie Sie eventuell wissen.) Geflohen sind wir vor irritziger österreichischer Steuerlast und der Degeneration von Gymnasien zu Hilfsschulen.
    Mit “LehrerIn” kann ich gottlob nicht dienen. Mein Mann und ich arbeiten in der Privatwirtschaft. Und Sie, wenn man fragen darf?

  9. Thomas F.

    Dafür wird “Europa das neue Afrika”. Oder vielleicht besser Karibik? Bananenrepublik halt…

  10. Syria Forever

    Mona, Shalom.

    Diese Szenarien sind nicht aus Europa. Diese sind aus Asien und dem Mittleren Osten. In Europa hat man andere Sorgen, nicht wahr?

    Ganz nebenbei gefragt Mona; “Haben Sie Ahnung von Militärischen Dingen?”.
    Sie wissen, dass sogenannter “Frieden” nichts anderes ist als vorübergehender Waffenstillstand? Also so wird Frieden in Diplomatischen Kreisen definiert.

    Guten Tag.

    PS. Ich schliesse mich an. Auch ich würde gerne eine Ziege in Tarnanzug sehen. Das wäre mal etwas anderes zu den Dolphins und Killer-Bienen des Mossad! 🙂

  11. Syria Forever

    Rennziege.

    Wir? Wir befinden uns derzeit in Düsseldorf auf Grund meiner Gemahlin. Aber, zum Glück, ist es nur ein bedingter Aufenthalt. Wir wollen wieder in die Zivilisation!
    Ich persönlich halte es mit Cicero, wie ich bereits erwähnte. Eine Bibliothek und ein Garten und mein Glück ist vollkommen. Nebenbei ein fahrender Händler mit etwas anderen Waren. Meine Ware sind Verbindungen.

    Wenn ich etwas schreibe dann hat das Hintergrund und Recherche, auch das hatte ich erwähnt. Sie haben Ihre Meinung und ich habe meine Netzwerke. Es ist auch nicht von Belang ob Sie oder ich im Recht sind, oder macht es einen Unterschied?
    Wir werden es erleben dürfen/müssen. Mir wurde gelehrt es hat Vorteile einen Schritt voraus zu sein.

    Shalom

  12. Thomas Holzer

    Ja, behaupten kann -und erfreulicher Weise- darf man (noch) vieles, wenn nicht alles; fabulieren, fantasieren detto………..

  13. A.Felsberger

    Die süß-sauren Töne aus Europa, einerseits den Aufstieg anderer Kontinente zu beklatschen, andererseits den eigenen Niedergang zu betrauern, entbehren nicht einer gewissen Ironie. Niemand hier in Europa kommt auf die Idee, dass das eine das andere bedingen könnte, dass ökonomische und militärische Macht ein relatives Maß ist und kein absolutes. “Halt!”, schreit der europäische Philister, der in Dingen des Marktes geübt ist, “es geht doch um Lebensstandard, um den absoluten Reichtum des Einzelnen”. Irrtum, meine Herren, es geht nicht um Euren Reichtum, der vergeht mit dem Niedergang Europas, es geht alleine um die Macht zwischen den Kontinenten. Alle hoffen sie an dem Aufstieg fremder Erdteile wie kleine Krämerseelen mitzuverdienen, und allen entgeht es, dass dies zugleich der Grund ihres Niedergangs ist. Wie viel Zeit ist eigentlich vergangen, seit Kaiser Wilhelm II seine Hunnenrede hielt? “Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht” – man muss lachen, wenn man diese Worte heute, in der Zeit der finalen Selbstbemitleidung, hört. Nicht, dass sich damals nicht auch schon Sozialisten und Freisinnige, seit je die Vordenker der Internationalität, über diese Rede mokierten, aber das heutige Zwergmenschentum, das sein Heil im freien Weltmarkt sucht, ist an Dummheit nicht mehr zu überbieten. Europa, Du hast Dir Deinen Niedergang redlich verdient!

    PS: >Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten. “Wir haben das Glück” erfunden — sagen die letzten Menschen und blinzeln.> Gemeint sind bei Nietzsche immer: Die letzten Europäer!

  14. Thomas Holzer

    Was wäre denn so schlecht an freien Märkten?
    Das, was Sie unter “freien Märkten” verstehen, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt.
    So Sie gewillt sein sollten, zu antworten, würde ich eine Kurze besonders schätzen 😉

  15. A.Felsberger

    Es gibt zwei Arten von “Freien Märkten”: Das, was sich die Ökonomen darunter vorstellen, also: Hirngespinste, und das, was das Empire darunter verstand, und heute noch die Amerikaner: Militärisch abgesicherte Märkte. Gegen Letzteres habe ich nichts, das ist die Voraussetzung einer Großmacht. Über das Erstere spreche ich nicht, das ist mir zu dumm.

    PS: Wo bloß der Gedanke an das Erstere hinführt, kann man gut an der Europäischen Union ablesen, die gerade im Begriff ist ihre Investitionen in Russland abschreiben zu dürfen. Ein so verstandener “Freier Markt” führt nicht zu Macht, sondern zu Erpressbarkeit, ohne hier eine Diskussion über dieses leidige Thema entfachen zu wollen.

  16. Thomas Holzer

    Ich habe nie die Behauptung aufgestellt, daß ein “freier Markt” zu Macht eines Staates führen würde.
    Erpressbar sind nur Politiker, welche Märkte!, Unternehmen in Geiselhaft für deren eigenes Versagen nehmen.
    Insofern ist auch jeder einzelne Bürger erpressbar, weil jeder einzelne von den versagenden Politikerdarstellern in Geiselhaft genommen wird, wissend, daß nur an das Kollektiv appelliert werden muß, um die “Volksseele” zum kochen zu bringen………

    Wer wohl einer der Ersten sein wird, der sich an die Spitze einer “kochenden Volksseele” stellt?! 😉

    Naivität und Dummheit unterstützen, ohne voneinander unbedingt willentlich und wissentlich zu wissen, einander, obwohl sie einander nicht bedingen, meistens aber gemeinsam auftreten……….

  17. A.Felsberger

    Die Amerikaner loben ja das Modell “Bundesrepublik”. Kein Wunder: Es ist ja ihre Erfindung! Das ist ein Land, das demilitarisiert ist, und keine Chance hat seine Geldforderungen gegen und Investitionen im Ausland einzufordern, wenn der Tag der Wahrheit naht. Die Amerikaner selbst halten davon nicht sehr viel und verstehen ihre Interessen durch Machtpolitik zu sichern. Sie beklatschen die Deutschen in dem Wissen, dass sie scheitern werden. Von dieser Bundesrepublik aus hat sich das moderne liberale Denken entwickelt. Es war von Beginn an ein Kunstprodukt, genauso wie das ganze Land. Die Amerikaner haben aus diesem “deutschen Liberalismus” dann ihren Neoliberalismus gemacht, der nicht umsonst militaristische Züge trägt. Der Deutsche träumt weiter von seinem Liberalismus und ist noch ganz glücklich dabei. Jedem Volk seine Narretei!

    PS: Sie sehen unser Weltbild liegt meilenweit auseinander ohne Chance es zu verbinden. Sie glauben an “anonyme, frei Märkte”, und reiben sich auf in einem Kleinkrieg zwischen Markt und Politik, ich glaube bloss: an Macht. Zum Beispiel halte ich das Verhältnis der USA zu China für einen schweren Fehler. Das erste Mal in der Geschichte weichen die Amerikaner von ihrem Prinzip ab, ihre Handelsräume auch militärisch zu kontrollieren. Sie haben keinen Einfluß auf das Treiben in China und das wird ihnen eines Tages auf den Kopf fallen.

  18. Thomas Holzer

    “Die Amerikaner haben aus diesem “deutschen Liberalismus” dann ihren Neoliberalismus gemacht…………”
    “Das erste Mal in der Geschichte weichen die Amerikaner von ihrem Prinzip ab, ihre Handelsräume auch militärisch zu kontrollieren.”

    Ich denke, Sie wissen, was Ihnen ein österreichischer Bundeskanzler erwidert hätte………….

    Elendslange Elaborate tragen nicht unbedingt dazu bei, Pseudoargumente zu untermauern 🙂

  19. A.Felsberger

    >Erpressbar sind nur Politiker, welche Märkte!, Unternehmen in Geiselhaft für deren eigenes Versagen nehmen.> Also, auf den Punkt gebracht: Der US-Präsident nimmt “die Märkte und Unternehmen in Geiselhaft für sein eigenes Versagen”. Worin hat er denn versagt? Er hat eine sehr kluge Machtpolitik betrieben, die Energiepolitik forciert, nach innen Entspannung gesucht und Aussen Schwerpunkte gesetzt. Nicht mehr überall zugeschlagen wie sein Vorgänger, sondern selektiv. Wo er sich einzumischen glauben mußte, hat er es auch getan. So in etwa, schätze ich mal, sehen die Amerikaner ihren Präsidenten: Pragmatisch und zielorientiert. Und wie sehen die Russen ihren Präsidenten? Er ist ein nationaler Held, dem man in vollem Vertrauen folgt, der das Gesicht Russlands nach Asien drehen wird und die Ehre der Nation verteidigt. “Gott beschütze die Gesundheit dieses Präsidenten”, schreit der kleine Russe aus. Was für einen Sinn, in Gottes Namen, hat der Satz: Der Herr Putin ist ein Politiker, der “Märkte!, Unternehmen in Geiselhaft für sein eigenes Versagen nimmt”. Null Sinn, völlig sinnlos. Ihr ganzes Denken entspringt einem deutschen Liberalismus, einem Kunstprodukt, und genauso hört es sich auch an. Können Sie nicht – zumindest ein bißchen – national denken?.-)

  20. Thomas Holzer

    “Elendslange Elaborate tragen nicht unbedingt dazu bei, Pseudoargumente zu untermauern”

  21. Thomas Holzer

    “Er hat eine sehr kluge Machtpolitik betrieben, die Energiepolitik forciert, nach innen Entspannung gesucht und Aussen Schwerpunkte gesetzt.”

    natürlich, jeder darf die Realität negieren; dies sei auch Ihnen zugestanden

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