Buchtip: “Die gefährlichste aller Religionen”

Von | 17. Dezember 2016

(ANDREAS TÖGEL) In diesem Buch geht es, anders als man auf den ersten Blick vermuten könnte, nicht um eine der großen traditionellen Religionen, sondern um den weltweit verbreiteten, fatalen Glauben an die (staatliche) Autorität. Ausgehend vom Nichtaggressionsprinzip, das den Einsatz von Gewalt nur zu Verteidigungszwecken erlaubt, weist der Autor, der sich selbst als Anarchist und „Staatsfeind“ bezeichnet, anhand theoretischer Überlegungen und vieler praktischer Beispiele nach, wie durchwegs negativ Autoritäts- Regierungs- und Staatsgläubigkeit das Denken und Handeln der Menschen beeinflusst. Nicht die wenigen Bösen sind das Problem, sondern die vielen Guten, die der Illusion erliegen, Autorität würde per se moralisches Handeln garantieren.

Millionen rechtschaffener Zeitgenossen, für die kein Zweifel daran besteht, dass es ein Verbrechen wäre, ihren Nachbarn auszurauben, finden nichts Schlimmes daran, wenn die Regierung im Zuge der Besteuerung genau das tut. Menschen, die nie auf die Idee kommen würden, ihren Nächsten die eigenen Moralvorstellungen gewaltsam aufzuzwingen, würden diesem andererseits nicht beistehen, wenn die Regierung es tut – etwa beim Vollzug der Waffen- oder Drogengesetzgebung.

Der logische Grundsatz, wonach niemand ein Recht an Dritte delegieren kann, über das er selbst nicht verfügt, ist in der Sekunde vergessen, in der eine gewählte Regierung sich anschickt, gegen die eigenen Bürger vorzugehen und diese für Übertretungen willkürlich erlassener Regeln und Verbote zu bestrafen (insbesondere für “opferlose Verbrechen”). Wer gibt Regierungen das Recht, im Namen Dritter oder aus eigenem Gutdünken Zwang auf Bürger auszuüben, die keinem anderen schaden und deren einziger Wunsch darin besteht, in Ruhe gelassen zu werden?

Die „Tyrannei des Status quo“ ist indes übermächtig. Eine Zivilisation ohne Regierung, ist für die meisten Zeitgenossen schlicht undenkbar. Ohne Generalplan und hoheitliche Steuerung geht in ihrer Vorstellung gar nichts. Dass der größte Teil des Lebens aber völlig „chaotisch“ und „anarchisch“ abläuft – keine Regierung steuert und lenkt etwa die Produktion von Lebensmitteln und Bekleidung oder die Gründung von kleinen Unternehmen, die die Masse der Arbeitsplätze stellen – wird gar nicht bedacht.

Der „religiöse Glaube an die Autorität“ versetzt einen kleinen Klüngel von gewaltbereiten Banditen, der sich Regierung nennt, in die Lage, Millionen zu beherrschen, auszubeuten und zu unterdrücken. Diese „Schere im Kopf“ zu zerbrechen, ist der Schlüssel auf dem Weg zur Freiheit.

 

Die gefährlichste aller Religionen

Larken Rose

Juwelen-Verlag 2016

354 Seiten, gebunden

ISBN: 378-3-945822-58-6

19,90 Euro

8 Gedanken zu „Buchtip: “Die gefährlichste aller Religionen”

  1. waldsee

    das liegt ganz auf meiner linie.jeder tag,an dem das parlament tagt,sollte ein trauertag für die bürger sein.die vokabel fortschritt,gleichheit …bringen eher unheil als ihre bedeutung für den einzelnen ausdrückt. .der heutige staat gleicht,-führt zu -, einer selbstfesselung seiner bürger ,weil sie es zulassen,daß sicherheit deutlich vor freiheit gestellt wird.auch in der welt des religiösen ist die. ” unterwerfung ” im vormarsch.das ist für mich völlig unverständlich.aber es ist so.
    abhilfe: kräftiger staatsrückbau in allen bereichen.umerziehung der bürger ,mehr skepsis und weniger expertengläubgkeit…..

  2. Mona Rieboldt

    Ohne Sicherheit gibt es auch weniger Freiheit. Wenn ich abends Angst habe, auf der Straße von Asylanten sexuell belästigt oder ausgeraubt zu werden etc., nimmt mir das die Freiheit des öffentlichen Raums. Und ohne eine gewisse Rechtssicherheit kann sich auch keine Wirtschaft entwickeln. Der Staat sollte sich auf das beschränken, was nötig ist, ansonsten seine Bürger in Ruhe lassen.

  3. Falke

    Das geflügelte Wort “Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand” ist nach wie vor in allen Bevölkerungskreisen weit verbreitet. Daraus ergibt sich die unbedingte Autoritätshörig- und -gläubigkeit, die vor allem bei Deutschen und Österreichern besonders stark ausgeprägt ist. Daher auch die Überzeugung eines Großteils der Bevölkerung, dass die Amtsinhaber schon wissen, was sie tun und vor allem das Richtige tun, von Adolf bis Merkel (wobei ich – Gott behüte – die beiden keinesfalls auch nur im entferntesten vergleichen will).

  4. Mona Rieboldt

    Falke
    Warum nicht ein Vergleich?
    Adolf brauchte noch ein Ermächtigungsgesetz, um machen zu können, was er wollte. Merkel machte, was sie wollte, und das ganz ohne Ermächtigungsgesetz.

  5. Falke

    @Mona Rieboldt
    Ich meinte, dass man Merkel natürlich keinesfalls in die Nähe des Massenmörders Hitler rücken kann. Sehr wohl vergleichbar – da haben Sie recht – ist deren Machtmissbrauch gegen alle demokratischen Gesetze, Institutionen und Regeln, ohne dass sich jemand traut, dagegen aufzutreten.

  6. mariuslupus

    Die Herrschenden in den sogenannte parlamentarischen Demokratien haben die Untertanen erfolgreich indoktriniert. Die Untertanen glauben noch immer, sind davon überzeugt, die da oben haben wir gewählt, die da oben gehören zu uns.
    Der breiten Masse der Steuerzahler ist noch nicht aufgefallen, dass die Herrschaft, die tag- und nacht aktive , Vampire übernommen haben. Die Symptome nach dem Befall durch die Blutsauger ,wurden in der wissenschaftlichen Abhandlung von Professor der Vampirologie Bram Stoker, ausführlich beschrieben. Schwäche, Somnolenz, Unterrwürfigkeit, Abhängigkeit, Fixierung in der Opferrolle.

  7. Mourawetz

    Die schwierigste Herausforderung unserer Zeit ist aber der Islam, auch wenn die Staatshörigkeit ein großes Problem ist. Seit langem, auch das muss behandelt werden, besonders in Österreich, wo schon Karl Kraus in den letzten Tagen der Menschheit jene behandelt hat, die nach oben gegangen sind und es sich gerichtet haben.

    Aber die gefährlichste Religion? Da haben wir momentan andere Probleme. Auch wenn diese Probleme in Wahrheit schon seit Jahrhunderten existieren und immer wieder man möcht es nicht glauben aufflammen, und dabei immer extremer werden.

    Und dabei, man stelle sich vor: wird dieses Thema in einer Bundespräsidentenwahl einfach nicht diskutiert. Soviel zum Zustand der Demokratie in diesem Land! Erschreckend!!!

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