Buchtip: Investieren in Edelsteine

(ANDREAS TÖGEL)  Die Vollblutpolitikerin und Juristin Christine Lagarde, eben abgetretene Chefin des Internationalen Währungsfonds, wird künftig die Geschicke der EZB lenken. Das verheißt in zweierlei Hinsicht nichts Gutes: Einerseits, weil sie nicht über die ökonomischen Kenntnisse ihres Vorgängers Mario Draghi verfügt und andererseits, weil wieder eine Protagonistin einer exzessiven Schuldenwirtschaft ans Ruder kommt. Eine Fortführung der „lockeren“ Geldpolitik Draghis kann daher als sicher vorausgesetzt werden. Die Sparer werden europaweit weiterhin mit Milliardenverlusten rechnen und leben müssen.
Das Misstrauen gegen staatliches Fiatgeld nimmt weltweit zu. Nicht ohne Grund geht seit Jahren der Trend zu spekulativen Investments in Kryptowährungen, sowie in als Inflationsschutz bewährte Edelmetalle (Gold und Silber). Der Goldkurs bewegt sich derzeit auf einem Fünfjahreshoch.
Doch das Horten edler Metalle birgt auch Nachteile, wie ein durch deren Gewicht und Volumen bedingter Lageraufwand, die beschränkte Transportierbarkeit im Krisenfall und die relativ leichte Auffindbarkeit mittels Metalldetektoren, was im Falle des Verbots des privaten Goldbesitzes (wie etwa in den USA zwischen 1933 und 1974) zum Problem werden kann.
Eine Alternative zum Gold bietet das Investment in Edelsteine. Deren leichte Transportierbarkeit infolge ihrer extremen Wertdichte und beachtliche Wertsteigerungen liefern die Hauptargumente dafür. Dass Edelsteine von geringerer „Liquidität“ sind als Gold, sollte allerdings nicht übersehen werden. Edelsteine kauft der Laie nicht einfach so. Ohne Expertise geht es nicht. Es kann im Krisenfall möglicherweise schwierig sein, rasch Käufer zu finden.
Grundsätzlich teilt sich der Edelsteinmarkt in zwei Kategorien: „Weiße Ware“, also Diamanten einerseits, und Farbedelsteine – Rubine, Saphire und Smaragde -, andererseits. Experten wie der Edelsteinfachmann und –Händler Thomas Schröck, empfehlen zu Anlagezwecken ausschließlich auf die jeweils besten Qualitäten zu setzen. Bei Diamanten heißt das: beste Farbe (D oder E, früher auch als „River Blue“ bezeichnet), größte Reinheit (FL, Flawless oder IF, Internally Flawless) und beste Schliffqualität. Für die Wertaufbewahrung sollten Steine mit einer Größe zwischen 0,5 und zwei Karat gewählt werden.
Für Farbsteine gilt: Unbehandelt, beste Farbe (bei Rubinen „taubenblutrot“), größte Reinheit, erstklassige Bearbeitung und Größen ab einem Karat.
Für alle Edelsteinklassen gilt: das Volumen der Funde nimmt weltweit ab. Langfristig ist daher mit Wertsteigerungen zu rechnen, da die Nachfrage – besonders in Fernost – ständig zunimmt. Alle Details hinsichtlich der entscheidenden Bewertungskriterien werden im Buch ausführlich und in einer auch für Laien verständlichen Art und Weise dargestellt. Auch der Prüfung und Zertifizierung von Edelsteinen ist breiter Raum gewidmet.
Während sich der Wert von Diamanten in den letzten Jahren seitwärts bewegt hat und bei Schmucksteinqualitäten seit der Finanzkrise 2008 sogar etwas zurückgegangen ist, sind die Preise für Rubine aus Fernost (Burma) geradezu explosionsartig gestiegen. Topqualitäten sind heute schwer zu finden. Neue Abbaustätten in Afrika (Mozambique) füllen die durch die geringere Ausbeute in Asien bedingte Angebotslücke, wenngleich ihr Wert (noch) nicht an den der asiatischen Ware heranreicht.
Auch Saphire aus Burma haben eine turbulente Aufwärtsentwicklung ihrer Preise hinter sich. Nicht ganz so stark, aber ebenfalls beachtlich haben sich die Preise für Smaragde entwickelt, die vorzugsweise in Kolumbien abgebaut werden.
Wer ernsthaft daran denkt, Geld zu Wertaufbewahrungszwecken in Edelsteine zu investieren, dem sei die Lektüre dieses informativen Buches wärmstens empfohlen:

Edelsteine als Investment, Dr. Thomas Schröck, Dr. Georg Wailand (Hg.)
Gewinn-Verlag
169 Seiten, viele Farbbilder, Hardcover,
ISBN 978-3-901184-54-3,
29,90,- Euro

2 comments

  1. Kluftinger

    So sehr ich die Analysen des Herrn Tögel schätze, aber der Hinweis darauf, dass Frau Lagarde Juristin ist und nicht über ökonomische Kenntnisse eines Herrn Draghi verfügt, klingt doch etwas eigenartig .
    Nicht nur, dass in meinem Bekanntenkreis eine Anzahl von Juristen erfolgreiche Banker waren und sind, stellt sich die Frage, ob Herr Tögel die Fähigkeit der Weiterbildung verdrängt? Ökonomische Kenntnisse erwirbt man nicht nur an der Uni, od´r?

  2. Andreas Tögel

    Verehrter Kluftinger, mein diesbezüglicher Hinweis beruht auf meiner langjährigen Erfahrung, dass Juristen die wohl staatsgläubigste aller Berufsgruppen stellen. Wenn nun eine Figur – noch dazu eine französische (die Staatsverehrung und zentralistisches Denken schon mit der Muttermilch inhaliert hat) – eine Institution leiten wird, die “überstaatlich” agieren soll, dann verheißt das nach meiner Einschätzung eben nix Gutes. Von einer funktionierenden Marktwirtschaft hält die Frau jedenfalls nichts – oder sie hat (wie alle Franzosen?) überhaupt keine Vorstellung davon, was das ist.

    Dazulernen ist – theoretisch – immer möglich. Allerdings darf ich dagegen, auch wieder aus langjähriger Erfahrung, einwenden, dass es halt so gut wie nie passiert. Ergo: einmal machtbesessener Etatist, immer machtbesessener Etatist. Oder: ein alter Hund lernt keine neuen Kunststücke.

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