Buchtip: Kein “Irrer mit der Bombe”

Von | 12. Dezember 2017

“(C.O.) Am Morgen des 29. August 2017 ertönen in ganz Japan die Alarmsirenen. Die Regierung hatte das Warnsystem “J-Alert” ausgelöst, das alle Radio- und Fernseh-Programme unterbricht, die Bevölkerung per SMS warnt und sogar die Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge im ganzen Land zum Stehen bringt. Millionen Menschen fliehen daraufhin in Panik in die Schutzräume und Bunker. Ausgelöst hatte den nationalen Alarm eine nordkoreanische Interkontinentalrakete des Typs “Hwasong-12”, die an jenem Morgen über die nördliche Insel Hokkaido hinweg raste, bevor sie in den Pazifik stürzte.

Es war eine jener Drohungen, mit denen der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un die Welt in immer kürzeren Abständen erschreckt. Mittlerweile verfügt er höchstwahrscheinlich schon über Raketen und Atomwaffen, die New York und Washington, aber auch Paris, Berlin oder Wien erreichen und auslöschen können. Wie es dazu kommen konnte, warum die Welt dieser Drohung so hilflos gegenübersteht und wie Nordkorea und seine Führung ticken, beschreibt Matthias Naß in seinem Buch “Countdown in Korea” mit hoher Sachkenntnis, kühlem analytischen Kopf und klarer Sprache. Seit 30 Jahren ist der “Internationale Korrespondent” der Hamburger “Zeit” mit der Lage auf der koreanischen Halbinsel vertraut und hat auf zahlreichen Reisen viele der eminentesten Kenner des komplexen Problems interviewt.  weiter hier

11 Gedanken zu „Buchtip: Kein “Irrer mit der Bombe”

  1. Rado

    Bei “Nordkorea ist kein sozialistisches Land…” habe ich aufgehört zu lesen. Ist die ZEIT nicht eine Sozizeitung mit ehemals sogar Helmut Schmidt als Mitherausgeber?

  2. Der Realist

    Präsident Kim Jong-un schützt eben sein Land, man weiß ja nie, wer bei den Amis als nächster auf die Liste der Schurkenstaaten kommt.
    Wenn ich im Jänner wieder nach Nordkorea fliege, werde ich mit dem Präsidenten reden, damit er seine Raketen zumindest nicht nach Graz schickt.

  3. bill47

    Der Krieg in Korea ist ja nicht vorbei, nur durch einen Waffenstillstand unterbrochen. Dass Nordkorea aufrüstet, so gut es kann, entspricht der politisch-strategischen Logik. Wenn man das vermeiden will, dann kann an entweder den Waffestillstand aufkündigen und den Krieg heiss weiterführen, oder mit Nordkorea einen Friedensvertrag schließen.

  4. namor

    Nordkorea ist keine Bedrohung für irgendwen. Mit ein paar Bomben gewinnt man keinen Krieg. Nordkorea hat weder genug Nahrung noch genug Sprit. Keine Ahnung ob sie genug Eisen und Kohle haben um verheiztes Material zu ersetzten, eher nicht. Gegen wen will man überhaupt gewinnen. China, Russland oder Südkorea haben eine Landgrenze. Südkorea wäre wohl naheliegend. Südkorea unterstützt Nordkorea mit Nahrungslieferungen und hat die USA mit Truppen im Land.

    Die US-Truppen sind durch Nordkorea gut legitimiert. China und Russland haben einen Puffer. China und Russland haben keine Grenzfrage. Japan hat einen “kleinen Verbündeten” mit Südkorea. Südkorea spart sich die Kosten der Wiedervereinigung (weit teurer als für die BRD) und die Grenzfrage mit Russland und China.

    Und der Westen kann bei Flaute immer wieder mal in Angst und Schrecken vorm 3ten WK über Nordkorea berichten und ungestört Innenpolitik betreiben.

  5. Falke

    “… lassen den Staat der Kims dem Faschismus näher sein als dem Kommunismus” – damit beweist der Autor, dass er die beiden Systeme nicht ganz verstanden hat. Kommunismus/Sozialismus und Faschismus sind nämlich eng verwandte Gesellschaftsordnungen, die sich nur wenig voneinander unterscheiden, obwohl sie sich selbst natürlich als das Gegenteil des anderen sehen. Nicht umsonst hieß das politische System in Deutschland 1933 – 1945 National-“Sozialismus”. Ob man Kims System nun “kommunistisch” oder “faschistisch” nennt, kommt praktisch aufs gleiche hinaus.

  6. Mona Rieboldt

    Falke
    Um 1933 hatte die KPD ca. 5 Milllionen Wähler, dazu kamen noch die Wähler der SPD. Daher sind auch die Nazis auf diesen Zug gesprungen und nannten sich national-sozialistisch. Die Mietpreisbremse haben damals die Nazis eingeführt, heute ist die SPD dafür. Manche Sozialgesetze stammen auch aus der Zeit. Dagegen hat niemand was.

  7. aneagle

    …nicht von ungefähr ist die Mietpreisbremse in Staaten mit liberaler Gesellschaftsordnung verfassungswidrig. Gegen staatliche Eingriffe in das Eigentumsrecht hat sehr wohl jeder Wirtschaftsliberale etwas.

  8. Johannes

    Interessant weil in Nordkorea ein Führerkult und eine unglaubliche Verfolgung und Unterdrückung vorherrscht kann es kein kommunistisches Regime sein sondern doch nur ein faschistisches.
    Wenn das so ist dann war Stalin also ein Faschist?

    Die Rolle Chinas im Fall Nordkorea wird mit allen Mitteln schön geredet, ich persönlich bin der Meinung China könnte niemals unterirdische Atomversuche und oberirdische Raketenversuche in dem Ausmaß wie NK durchführen ohne das die Weltgemeinschaft es ächten würde.
    Für China stünde sein gesamtes Wirtschaftsgeflecht mit dem Westen auf dem Spiel.
    Nordkorea tut es und nimmt auf die Meinung der Welt keine Rücksicht, ich drücke es vorsichtig aus, die Datenauswertungen von Nordkoreas Versuchen wären sicher für China Gold wert.
    Der böse Kim ist es der alles darf und China ist der Unschuldsengel und wird vom Autor sogar noch bedauert das es in einer unangenehmen Situation sei, da kann ich nur lachen ob soviel Naivität.

  9. Lisa

    @Mona Rieboldt: und nicht nur das, sondern unter den Nazis waren Moslems hochwillkommen, um gegen Juden zu kämpfen. So gelesen im Buch „Für Prophet und Führer“ (Motadel). Wieder mal ein Beispiel, wie verwischt die Grenzen zwischen sog. Linken und sog, Rechten sind. Verlangen Sie mal Definitionen von Gesprächsteilnehmern und Sie werden entweder verlegenes Gewäsch finden oder, wenn ihnen die Argumente ausgehen, Beschimpfungen und Richtungszuweisungen ernten: linke Sau oder Nazi, Rassist oder Verräter, je nach Sefbstdefinition. Es genügt, eine eigene Meinung zu vertreten und Fakten zu belegen um bei engagierten (lies: fanatischen) Meinungsäusserern gehässige Reaktionen hervorzurufen und in die eine oder andere Ecke gedrängt zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.