Buchtip: “Narren, Schwindler, Unruhestifter”

Von | 3. Dezember 2021

(ANDREAS TÖGEL) In diesem Buch legt der Anfang 2020 verstorbene, große konservative Denker und Philosoph Roger Scruton, eine Generalabrechnung mit den Linksintellektuellen des 20. Jahrhunderts vor. Sechs Portraits besonders profilierter Vertreter der Linken zieren den Einband (drei davon sind Protagonisten der „Frankfurter Schule“), doch entgeht auch kein anderer der namhaften Konstrukteure und Betreiber der, wie er es nennt, kulturmarxistischen „Nonsensmaschine“ der kritischen Würdigung des Autors.
Eines eint die im Buch versammelten Herren (tatsächlich kommt keine einzige Frau darin vor!), ganz gleich, ob es sich um Historiker, Politikwissenschaftler, Philosophen oder Psychiater handelt: Ihre mehr oder weniger unkritische Übernahme der von Karl Marx formulierten Grundthesen und ihre absolute Blindheit gegenüber den von Stalinisten, Maoisten und anderen kommunistischen Schlächtern verübten Verbrechen. Kurzum: Die Bourgeoisie trägt die Schuld an allen Übeln dieser Welt; Das herrschaftsfreie sozialistische Utopia ist das angestrebte Ziel (ohne dass es bis heute auch nur den Funken einer konkreten Vorstellung davon gibt, wie und vom wem dieses Ideal organisiert werden soll); Zur Erreichung dieses Ziels heiligt der Zweck jedes Mittel.
Bezeichnend, dass keiner der linken Säulenheiligen – von Sartre bis Habermas – jemals ernsthafte Kritik an den von den Kommunisten massenhaft verübten Gräueltaten geübt hat, während die während der NS-Herrschaft begangenen Verbrechen – durchaus zurecht – von ihnen nicht scharf genug verurteilt werden können.
Häretiker, wie der einstige Maoist Stéphane Curtois („Das Schwarzbuch des Kommunismus”) oder Jean Francois Revel („Die Totalitäre Versuchung”) sind dem linksintellektuellen Establishment, das sich in den Universitäten gemütlich eingerichtet hat, inbrünstig verhasst. Denn am Dogma des heilsbringenden „wissenschaftlichen“ Sozialismus darf keinesfalls gekratzt werden.
Scruton begibt sich in die Abgründe der Gedankenwelt der linken Narren, Schwindler und Unruhestifter und erläutert mit erfrischendem britischem Humor die Funktionsweise deren „Nonsensmaschine“.
Doch er begnügt sich nicht mit der Erläuterung und Dekonstruktion linken Denkens, sondern präsentiert im letzten Kapitel auch seine Gedanken darüber, wie konservative „Rechte“ eine starke Gegenposition zu der von linken Brandstiftern errichteten Hegemonie schaffen können. In der „Rettung der Sprache der Politik“ und in einem entschlossenen Kampf gegen alle Erscheinungsformen der „Political Correctness” sieht er die aussichtsreichsten Mittel dazu.
Die Beweislast für die Segnungen, die mit der von den Progressiven herbeigesehnten Revolution angeblich verbunden sind, tragen allemal linke Intellektuelle. Sobald die nämlich mit konkreten Fragen zur Gestaltung ihres Utopia konfrontiert werden, herrscht auch schon Schweigen im Walde. Das ebenso regelmäßige, wie unausweichliche Scheitern realsozialistischer Projekte sollte zu denken geben.
Fazit: Allein die Zerstörung bestehender, in vielen Jahrhunderten mühsamer Entwicklung der westlichen Zivilisation aufgebauter Errungenschaften und Organisationen, wird zur Erreichung des roten Elysiums nicht ausreichen. An diesem wunden Punkt der linken Erzählung darf die „Rechte” nicht lockerlassen. Ein großartiges Buch!

Narren Schwindler Unruhestifter
Roger Scruton
Finanzbuchverlag
410 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95972-399-2
25,- Euro

3 Gedanken zu „Buchtip: “Narren, Schwindler, Unruhestifter”

  1. Falke

    Der Jammer dabei ist, dass diejenigen, an die sich dieses Buch (und viele andere ähnliche Werke) richtet, es nie lesen werden.

  2. Daniel B.

    In Kurzform gäbe es von Herrn Thorsten Polleit einen Vortrag über das Thema. Für jemanden der keine 400 Seiten lesen will.
    “Warum und wie der Sozialismus die Welt erobern will”

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