Buchtip: „Über den demokratischen Untergang und die Wege aus der Ausweglosigkeit“

Von | 6. Januar 2021

(ANDREAS TÖGEL) Das vorliegende Buch enthält 15 Textbeiträge von Hans-Hermann Hoppe, die von 2011 bis 2019 entstanden sind. Es geht um den Staat, in Sonderheit um den demokratischen Staat, dessen progressives Wachstum, das seit seiner Entstehung mit Ende der europäischen Monarchien zu beobachten ist, und um mögliche Auswege aus dem Weg zur Knechtschaft.
Den zentralen Punkt in Hoppes Argumentation bildet die innere Widersprüchlichkeit der Institution Staat, die durch ihr Monopol zur Rechtsetzung und Rechtsprechung – auch in Angelegenheiten in die sie selbst als Partei verwickelt ist -, entsteht. Dass Monopole nur ihren Inhabern nutzen, während sie für alle anderen Zeitgenossen lediglich hohe Kosten bei qualitativ geringem Angebot bedeuten, ist im Bereich von „normalen“ Waren- und Dienstleistungsangeboten zwar weithin unbestritten, wird aber, sofern es die „besonderen“ Dienste des Staates betrifft, von der breiten Masse offenkundig nicht verstanden. Weshalb das so ist, erklärt der Autor mit der Symbiose der politischen Klasse mit den Intellektuellen. Letztere liefern den Agenten des Leviathans – für entsprechende Pfründe – alle (scheinbar) moralischen Begründungen für ihre fortgesetzten Verletzungen privater Freiheitsrechte.

Da für die Hervorbringungen Intellektueller eine nur sehr begrenzte Marktnachfrage besteht, sie also kaum ein ihren hohen Ansprüchen genügendes Leben finanzieren könnten, bietet ihnen das Tätigwerden im Auftrag der Machthaber den nahezu einzigen Ausweg.

Zugriffe auf private Vermögen der „parasitären Firma“ namens Staat sind besonders gefährlich, da die Regierenden die mittels Besteuerung, Inflation, Geldstrafen, usw. enteigneten Gelder umgehend zur weiteren Gängelung und Unterdrückung der zunehmend entrechteten Untertanen einsetzen. Steuern sind für Hoppe – in Anlehnung an den US-Publizisten H. L. Mencken – Raubgut. Von dieser Erkenntnis ist es nur ein kleiner Schritt, um Steuerhinterziehungen mit dem moralischen und wirtschaftlichen Wohl der Beraubten zu rechtfertigen.

Hoppes Urteil über die politische Klasse und die in der Mehrzahl der Fälle mittelbar oder unmittelbar steuerfinanzierten Intellektuellen fällt konsequenterweise vernichtend aus. Was ist schon Gutes von Leuten zu erwarten, die ihren Mitmenschen nicht dienen, sondern sie beherrschen wollen? Zitat: „Nur die besten Demagogen, die besten Volksverführer und -korrumpierer gelangen an die Spitze.“

Der Autor geht mit Friedrich Nietzsche konform, der für den Staat ebenfalls nur wenig schmeichelhafte Worte fand, als er feststellte: „Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer“. Wer heute nach Erklärungen für das fortgesetzte Wachstum des demokratischen Wohlfahrtsstaates sowie dessen zunehmend totalitäre Tendenzen sucht – und über einen Sinn für radikal gegen den Strich gebürstete Einsichten verfügt, dem sei die Lektüre dieses Buches dringend empfohlen!

Über den demokratischen Untergang und die Wege aus der Ausweglosigkeit
Hans-Hermann Hoppe
Holzinger Verlag
197 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-926396-79-2
12,- Euro

 

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