Buchtip: “Wie ich meine Zeitung verlor”

(C.O.) Birk Meinhardt ist in Deutschland, was man gemeinhin einen “angesehenen Journalisten” nennt. Gleich zweimal ist der gebürtige Ostdeutsche mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet worden, bei seinem letzten Arbeitgeber, der “Süddeutschen Zeitung”, schrieb er regelmäßig große Reportagen und die branchenintern besonders angesehenen Texte auf der Seite 3. Hohes Gehalt, völlige Freiheit zu schreiben, was man für richtig hält – viel weiter kann man es im deutschen Journalismus kaum bringen. Doch im Jahr 2017 wirft die Edelfeder plötzlich alles hin und kündigt den prestigebeladenen Job. Die Gründe dafür hat er nun in einem für jeden an Medien interessierten außerordentlich lesenswerten Buch mit dem Titel “Wie ich meine Zeitung verlor” niedergeschrieben. mehr hier

4 comments

  1. sokrates9

    Früher war man stolz auf das Spiel These- Antithese- Synthese und man hat sich geärgert wenn es dem Kontrahenten gelang mit stichhaltigen Argumenten die eigene These zu erschüttern.Bei Diskussionen mit Linken bemerkte ich dass sobald Argumentationsnotstand eintrat man sofort in Richtung Emotion und persönliche Ebene umschwenkte um dann mit Pfuiwörtern wie Nazi die Diskussion abbrechen zu können.Diese Technik ist heute Standard und fällt gar nivcht mehr auf. Somit ist man mit seriösen Argumenten verloren.Soziale Kompetenz ist höchstes Bildungsgut und ist der “Jolly Yoker” – nicht “Der schwarze Peter”.
    Somit gibt es auch in den Zeitungen keinen neutralen Informationsblock mehr, zumal selbst jede Zahl seht interpretationsfähig geworden idst..

  2. Falke

    Die “Süddeutsche” erfreut sich angesichts ihres regierungs- und systemtreuen “Haltungsjournalismus”, der anlässlich der Migrationskrise 2016/17 besonders krass zutage trat, auch noch anderer Bezeichnungen, etwa “Alpenprawda”, “Prantl-Prawda” oder gar “Süddeutscher Beobachter”.

  3. Johannes

    Man kann lügen wenn man etwas nicht sagt. Medien welche Fakten verschweigen weil sie ihrer politischen Fahrtrichtung nicht entsprechen sind keine freien Medien mehr, es sind Medien welche sich selbst die Fessel der einseitigen Berichterstattung auferlegt haben.
    Für einen Journalisten der diese totale Einseitigkeit nicht gehen will gibt es nur einen Weg, solche Medien meiden.
    Ich kann mir vorstellen dass das nicht immer leicht ist, man hat schließlich auch Existenzsorgen und eine Stelle bei einem renommierten Blatt kann bei richtiger Schreibweise durchaus ein gutes Leben bieten.
    Ist man nicht von vornherein fanatischer Linker ist es sicherlich eine Frage des Charakters, gibt man einmal nach ist man auch sehr schnell Teil dieses Systems.
    Birk Meinhardt hat die Süddeutsche Zeitung entlarvt er hat ihr Wesen dargelegt, ihren Umgang mit Berichterstattung, Recherche, Journalisten, unschuldigen Menschen, anhand einer ihm selbst widerfahrenen Weisung wurde Wahrheit verschwiegen, zumindest in einer bestimmten Zeitung.
    Man könnte sagen ok. das ist eben Sache dieser Zeitung wenn sie etwas nicht bringen will. Die Frage für mich ist aber hat man im Verlauf des Prozesses und der Verurteilung der zwei unschuldigen Männer intensiv darüber berichtet?
    Wenn ja dann ist man natürlich verpflichtet auch über deren Freisprüche zu berichten.

    Birk Meinhardt hat etwas gemacht das man ihm ankreiden wird, man wird im vorwerfen das er Schuld sei das nun viele Menschen der Süddeutschen wie auch vielen anderen Medien noch mehr misstrauen und sie als Lügen -und Lückenpresse bezeichnen werden. man wird mit Sicherheit die Schuld nicht bei sich selbst, in den Räumen der Chefredaktion suchen.

    Der Name Claas Relotius wurde zum Inbegriff der falschen, erfundenen, manipulativen Erzählung für die vermeintlich gute Sache.
    Dieser Geist hat, nach meiner Meinung, große Teile der Medien durchdrungen, wenn man so will hat man den Bogen im Fall Relotius überspannt. Man war überheblich geworden und dachte man könne sich ungestraft alles erlauben. Nun, so ist es wohl auch, der einzige der in die Versenkung verschwand war Relotius selbst. Ein kleiner Soldat, hochgejazzt zum Superstar, fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel, es hat sehr viel über den Charakter seine Arbeitgeber ausgesagt wie sie plötzlich ihre Hände in Unschuld zu waschen versuchten.

    Man hört viel über die angeblich kontrollierten Medien in Ungarn und wie schrecklich das alles sei, ( was wohl teilweise richtig sein kann)..Dann hört man wie in der Süddeutschen Zeitung verhindert wird das ein gut recherchierter Beitrag erscheint und aus welchem Grund sein Erscheinen verhindert wird und man fragt sich, wie kann man so unverschämt andere angreifen wenn man selbst derart totalitär und manipulativ vorgeht? Wo bleibt da die Wahrheit und Aufrichtigkeit? Wieso glaubt man das die Menschen “draußen“ das nicht merken und sich eine eigene Meinung bilden?

  4. Cora

    Ich habe das auch gelesen und ich fand es bestürzend! “Ich komme aus der Zukunft. Ich komme aus der DDR.” kann Meinhardt nun sagen.

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