Buchtip: „Wie wir wurden, was wir sind: Eine kurze Geschichte der Deutschen“

Von | 20. März 2021

(ANDREAS TÖGEL) Auf einer Länge von nur rund 250 Seiten die Geschichte der Deutschen zu erzählen, ist nur dann möglich, wenn man sich, wie der Autor dieses Meisterwerks, auf die Beschreibung der „großen Linien“ konzentriert, auf denen sie ihren Weg durch die Jahrhunderte beschritten haben.

Was sind für H. A. Winkler nun die alles bestimmenden Elemente? Einmal die dezentrale Struktur des Reiches, die immer im Gegensatz zum französischen Zentralismus stand. Die über Jahrhunderte bestehende Kleinstaaterei innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wirkt nach der 1871 erfolgten Vereinigung bis in die Gegenwart hinein. Auch Luthers Wirken zeitigte – weit über die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges hinaus – bis heute erkennbare Langzeitfolgen.

Der aufgeklärte Absolutismus der Preußenkönigs Friedrich II. bedeutete de facto eine „Revolution von oben“ und war damit eine der Ursachen für das Ausbleiben einer „echten“ Revolution, respektive deren Scheitern in den Jahren 1848/49.

Ob die von Otto von Bismarck nach dem siegreich beendeten Krieg gegen Frankreich herbeigeführte Neugründung des Reiches, und die damit verbundene Veränderung der bis dahin in Europa bestehenden Kräfteverhältnisse, den Grundstein für alle folgenden Katastrophen gelegt hat, ist bis heute umstritten. Wesentlich scheint dem Autor: „Das politische Bewusstsein großer Teile der deutschen Gesellschaft blieb bis weit in das 20. Jahrhundert hinein obrigkeitlich geprägt.“ Daran, so scheint es, hat sich bis heute nichts geändert.

Das Trauma zweier verlorener Weltkriege und das den Deutschen seit den Verbrechen der Nationalsozialisten anhaftende Stigma haben den Drang – besonders der Linken – befeuert, dem Nationalstaat endgültig abzuschwören und Deutschland in einem größeren Ganzen – Europa – aufgehen zu lassen.

Winkler setzt den Schwerpunkt dieser Arbeit auf die Zeit ab dem Ersten Weltkrieg und spannt den Bogen über die Zeit des Bestehens zweier deutscher Staaten und deren Wiedervereinigung bis in die Tage der Corona-Pandemie. Er spart nicht mit Kritik an der übersteigerten Form eines Schuldkults, der sich zum immer weiter zu verstärken scheint, je länger die Verbrechen der Nationalsozialisten zurückliegen und der zum anderen zu einer moralisierenden Überheblichkeit führt, es – als die Schuldigsten aller Schuldigen – nun allen anderen zeigen zu müssen, wie man – 100 Prozent politisch korrekt – ein „anständiges“ Leben führt. Die Geschichte Deutschlands umfasst eben mehr als die zwölf Jahre von 1933 bis 1945. Ein Meisterwerk!

 

Wie wir wurden, was wir sind: Eine kurze Geschichte der Deutschen

Heinrich August Winkler

Verlag C. H. Beck

255 Seiten, Hardcover

ISBN: 978-3-406-75651-1

21,59 Euro

3 Gedanken zu „Buchtip: „Wie wir wurden, was wir sind: Eine kurze Geschichte der Deutschen“

  1. Mourawetz

    Die moralisierende Überheblichkeit der Deutschen, gepaart mit ihrer German Angst , siehe AstraSeneca-Impfstopp, gehört zum Gefährlichsten was die Deutschen zu bieten haben. Viele Länder darunter Frankreich und Italien haben sich davon anstecken lassen, was das mächtige Deutschland macht, das kleine Österreich nicht. Nun haben sie die Impfsperre aufgehoben und stehen wie die begossenen Pudel da. Dieser Impfstopp hat etlichen Menschen die Impfung vorenthalten und mit Sicherheit das Leben gekostet, weil man ein zwar bestehendes, jedoch höchst unwahrscheinliches Impfrisiko restlos ausschließen wollte. Beim Abwägen von Risiken kommt ihnen ihre verfluchte German Angst dazwischen und ihr Hang zur Radikalität, der dann zu solch verhängnisvollen Entscheidungen führt wie der Impfstopp.
    Mehr Gelassenheit würde ihnen gut tun.
    Manager sind die Deutschen keine.

  2. CE___

    Naja, gerade bei den ungeprüften Impfstoffen ist der Vorwurf der „German Angst“ nicht wirklich so anwendbar, und es müsste korrekt „global angst“ heißen.

    Es hat seine guten Gründe warum Impfstoffe sehr, sehr, sehr lange getestet und geprüft werden bevor eine Zulassung erfolgt.

    Und das was da jetzt verimpft wird sind bitt’schön in Ho-Ruck-Entwicklungen angemischtes Zeug und einfach durchgewunkene Notfallzulassungen und wo jetzt erst in globalen Freiluftversuchen sich zeigen wird was da herauskommt.

    Ein jeder andere Unternehmer in jeder anderen Branche der so etwas aufführte ginge dafür in den Bau auf viele viele Jahre, aber nicht die Pharma-Branche.

    imho, korrekt müsste man sagen, vor lauter „German Angst“ an einem Virus zu versterben der 99,7%+ der Menschen nicht lethal betreffen wird und ebenfalls in einem ähnlich hohen Prozentsatz auch nicht krank werden lässt, lässt man sich etwas injizieren, wo nicht nur die Wirkung, sondern auch die längerfristigen AUSwirkungen unklar das.

    Das ist aber für mich nicht mehr nur Angst, sondern schon absurde Hystrie.

  3. Cora

    „„Jeder Tag zählt“, hatte Angela Merkel proklamiert, „um das Unheil von uns abzuwenden.“ Mit Hilfe von Regierungsangaben ist „das Unheil“ zu beziffern. Die Bundesoberbehörde RKI meldete allein in den ersten zwei Monaten 2021 rund 37.000 „an oder mit“ Covid-19 Verstorbene – mehr als im gesamten letzten Jahr (Stand Ende Dezember: 33.071; Stand Ende Februar: 70.045). In Söder-Einheiten macht das seit Jahresbeginn zwei Flugzeugabstürze pro Tag.“
    https://www.achgut.com/artikel/liebe_medien_traut_euchwas_weg_muss_muss_weg

    Deutschland stoppte das Impfen mit AstraZeneca am Montag , den 15. März. wegen „reiner Vorsichtsmaßnahme“ (Jens Spahn), wegen einer „auffälligen Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen“ ( (Paul-Ehrlich-Institut).
    „Bei bislang mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff in Deutschland seien dem Institut inzwischen sieben Fälle von Thrombosen bekannt, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung aufgetreten waren. “ (tagesschau.de/inland/corona-astrazeneca-impfungen 101.

    Bei mehrmaligen Flugzeugladungen an Toten pro Tag gegen ganzen 7 von 1,6 Millionen Impfungen möglichen Impfverursachten Toten, den AstraZeneca-Impfstoff abzusetzen, das geht sich mit dem gesunden Menschenverstand nicht aus.

    Und das sind die „Spitzenpolitiker“ Deutschlands? Die sind gemeingefährlich.
    Bin ich froh, dass ich nicht in Deutschland lebe.

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